Hans Wolff Graf

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6. September 2017

Konsumismus – Geißel der Menschheit

6. September 2017|Querdenker-Blog, zeitreport online|Kommentare deaktiviert für Konsumismus – Geißel der Menschheit

– der Weg aus der emotional-geistigen Korruption


Synopsis

Sie begleitet uns von Kindes Beinen an – in Wort und Schrift, Bild und Ton, verführerisch in allen Varianten –: Werbung, Reklame bzw., euphemistisch-verharmlosend, ‚public relation‘.

Immer aufdringlicher und verführerischer werden wir mit Pseudo-Informationen über angeblich so günstige, notwendige und hilfreiche Accessoires für unser tägliches Leben geködert, um mit Geld, das wir nicht haben, Dinge zu kaufen, die wir nicht benötigen, um Menschen damit zu beeindrucken, die wir nicht mögen.

Weltweit ist eine wachsende Verschuldung der Menschen – vor allem in den Industrieländern, zunehmend aber auch im früheren Ostblock und den Schwellenländern – zu beobachten, weil Menschen zumeist bereits als Kinder/Jugendliche in den Familien nicht lernen, ökonomisch zu denken und sich gegen die geistig-emotionale Manipulation und Korruption der Werbeindustrie zur Wehr zu setzen. Ebenso wenig finden wir im Lehrplan der Schulen eine Ausbildung für einen vernunftorientierten Umgang mit den verfügbaren Mitteln sowie dem Aufbau entsprechender Privatvermögen zur Sicherung des Alltags und in Vorbereitung auf mögliche Notfälle und das Alter. Denn wer glaubt, sich auf die staatliche oder eine betriebliche Renten alleine verlassen zu können, handelt reichlich naiv.

Dieser leichtsinnige Konsumismus gilt umso mehr seit der Einführung der Kreditkarte. So verfügt der durchschnittliche US-Amerikaner über neun Kreditkarten; der durchschnittliche Deutsche bringt es immerhin auf 4,5.

Die zunehmende materialistische Lebensführung breiter Bevölkerungsschichten, die uns immer mehr und immer ausschließlicher zu Steuerzahlern und Konsumenten degradiert, war jedoch in früheren Zeiten völlig unbekannt. So lebten unsere Vorfahren als Jäger und Sammler noch sehr im Einklang mit der Natur und allen anderen Formen organischen Lebens; sie entnahmen Wald und Flur gerade einmal das, was sie für das eigene Überleben brauchten, ohne ‚Reichtümer‘ und ‚Besitz‘ anzuhäufen, die weit über ihre realen Bedürfnisse hinausgingen. Es wäre ja auch unsinnig gewesen, auf ihrer Wanderschaft Dinge mitzunehmen, die nicht wirklich und tagtäglich zu benutzen waren. In vielen Sprachen heute noch nomadisierender Völker gibt es kein Wort für ‚Besitz‘ und/oder ‚Eigentum‘.

Im Folgenden soll ein Blick auf die Historie der „Krankheit“ Konsumismus geworfen werden, deren Entwicklung sowie der zunehmenden Gefahr vieler Menschen, dieser Geißel anheim zu fallen.

Vor allem sollen Möglichkeiten aufgezeigt und zur Diskussion gestellt werden, die uns (und unseren Kindern) helfen können, sich der brutalen Gehirnwäsche zu entziehen, mithilfe derer eine gnadenlos auf Absatz abstellende Kommerzgesellschaft ihre Gewinne ständig zu steigern versucht – ohne Rücksicht auf den gefährlichen Raubbau an der Natur und unserem Planeten zu nehmen, aber auch in völliger Unbedenklichkeit bezüglich der psychosozialen und finanziellen Verelendung derer, die sich gegen diesen Konsumwahn nicht zu wappnen und zu wehren wissen.

Wir sind durchaus nicht hilflos, wenn wir lernen – und das bereits als Kinder und Jugendliche –, uns dem Konsumterrorismus zu entziehen, statt immer unbedenklicher und leichtsinniger dessen Opfer zu werden.

Hans-Wolff Graf

Lesen Sie hier den vollständigen Artikel (PDF, 480 KB)

30. März 2017

21. Internationale Gesprächsrunde – Identität und Souveränität in Europa

30. März 2017|News, Querdenker-Blog|Kommentare deaktiviert für 21. Internationale Gesprächsrunde – Identität und Souveränität in Europa

Liebe Mitglieder, Querdenker und Freunde,

herzlich laden wir zu unserer nächsten Gesprächsrunde am 12. und  13. Mai 2017 ein.

Dieses Mal werden wir uns mit den Begriffen Identität und Souveränität auseinandersetzen. Zum einen werden wir uns diese in Bezug auf Europa, die EU und deren Organisationen ansehen, zum anderen werden wir für uns selber die Bedeutung herausarbeiten.

Zur Vorbereitung für dieses umfangreiche Thema hängen drei Dateien an:

       Souveränität als Lebensmaxime von Hans-Wolff Graf

In dieser, im Jahr 2000 erschienenen, jedoch hochaktuellen Schrift geht Hans-Wolff Graf der Frage nach, ob Souveränität an Institutionen abgegeben werden kann oder sie eine natürliche und persönliche Lebenshaltung repräsentiert.

 –       Bereits 1973 verfaßten die damals neun Mitgliedsländer der EG ein „Dokument über die europäische Identität“, das 22 Jahre später zu einer „Charta der Europäischen Identität“ erweitert wurde. Darin ist von gemeinsamen Werten und Prinzipien die Rede, von „Einheit in Vielfalt“ usw. Aber lest selbst…

Wir freuen uns auf Euch und eine lebhafte Auseinandersetzung.

Nicola Trautner

PERSPEKTIVE – ohne Grenzen e.V.

UND

Anthropos e.V. – Für die Kinder dieser Welt

Einladung hier zum Download:
21. Internationale Gesprächsrunde – Einladung (PDF)

Termin: 12. Mai 20 Uhr und 13. Mai 10 bis 18 Uhr

Ort: Feringastraße 12a, 85774 Unterföhring, in den Räumen der efv AG (4. Stock)

Anmeldung: telefonisch (089-416 007-26 /-21 ), per Fax (089-416 007-25)

per Mail: info@anthropos-ev.de oder info@d-perspektive.de

Nähere Informationen auch auf der Anthropos-Website

und auf facebook

12. März 2017

Die Seelenkönigin von Hans-Wolff Graf – Buch und Hörbuch

12. März 2017|Querdenker-Blog|Kommentare deaktiviert für Die Seelenkönigin von Hans-Wolff Graf – Buch und Hörbuch

+++ DIE SEELENKÖNIGIN von Hans-Wolff Graf +++

Die ersten Kapitel dieses wunderbaren und erkenntnisreichen Buches sind nun als Hörbuch von Radio39 aufgenommen worden. Beschreibungen über das Hörbuch und die Printausgabe sowie weiterführende Links sind auf unserer Website zu finden:

www.anthropos-ev.de/die-seelenkoenigin-von-hans-wolff-graf-auch-als-hoerbuch-von-radio39/

Ich wünsche Euch/Ihnen wunderbare Hörerlebnisse und tiefgehende Erkenntnisse

Nicola Trautner

21. Februar 2017

Trump – Narzißmus made (nicht nur) in USA!

21. Februar 2017|Politik, Psychologie, Querdenker-Blog, zeitreport online|Kommentare deaktiviert für Trump – Narzißmus made (nicht nur) in USA!

Es mutet (nachgerade uns Europäer) bizarr an, was uns an politischen Nachrichten aus den USA erreicht. Und in der Tat erscheint uns der 45. Präsident über mittlerweile 355 Millionen Menschen als eine Mischung aus lustigem Clown, größenwahnsinnigem Drittwelt-Potentaten und jovial-symphatischem Entertainer. Psychologisch betrachtet handelt es sich bei Donald Trump um ein phänomenologisch typisches, auch bzw. speziell in der Politik gar nicht so seltenes Exemplar von Narziß. Aber gemach; Narzisse, die auf dem politischen Spielfeld ihr Unwesen treiben, gab/gibt es zuhauf, in vielen Ländern, allen politischen Varianten und zu allen Zeiten – als Fürsten, Könige und Zaren, hochrangige Militärs und Diktatoren, Religions- und Sektenführer.
Der Begriff leitet sich her aus dem Mythos um den schönen, aber unehelichen Sohn des Flußgottes Kephissos mit seiner Geliebten Leiriope, einer Nymphe, die er kurzerhand entehrte und schwanger zurückließ. Bei all seiner Schönheit ließ Narziß dieser „Makel“ nie los, und trotz aller Umwerbung seiner Umwelt, die der Jüngling wunderbar zu manipulieren verstand, erwuchs ihm daraus nie ein wirklich gesundes Selbstwertgefühl, und er ertrank, wie ihm Teiresias, ein göttlicher Wahrsager, prophezeite, als er starr vor Selbstverliebtheit versuchte, seinem betörend schönen Ebenbild in einem See nahezukommen.

Nun, so selten sind derart selbstverliebte Zeitgenossen beileibe nicht, und schon gar nicht beschränkt sich diese Spezies auf das Territorium der USA. Sie tummeln sich auch nicht nur in Parteien und in der Politik; wir finden sie als Konzernchefs und Wissenschaftler, Rechtsanwälte und Chefärzte, „Philosophen“ und Lehrer, Banker und Berater aller Couleur, im Militär- und Polizeidienst – generell überall, wo sie ihre Minderwertigkeitskomplexe und Versagensängste durch funktionale Macht(anmaßung), in relevanten Bereichen und an Schalthebeln der Macht kompensieren zu können glaubhoffen. Sehr zu empfehlen ist hierzu folgender Artikel: Narzisstische Persönlichkeitsstörung: mangelndes Selbstwertgefühl, fehlende Empathie und empfindliche Angst vor Kritik“
Nun ist beileibe nicht jeder Narziß eine potentielle Bedrohung für sein Umfeld; solange er als Künstler oder Sportler, Fernsehkoch oder Modezar seinen Narzißmus auslebt, soll und kann das Jedem egal sein. Schon dramatisch bis tragisch jedoch wird es, wenn ein Narziß seine Persönlichkeitsstörung in der Politik, als Banker, Offizier, Vermögensverwalter oder Leiter einer Pensionskasse, Arzt oder Rechtsanwalt auslebt, kurz: eine wichtige Funktion zum Spielfeld seiner Pathologie macht. Dann ist der Schritt zur Veruntreuung, verheerenden Fehlentscheidungen oder gar dem Anzettelns eines Krieges/Konflikts – auf (inter) nationaler Ebene, aber auch im privaten Umfeld, am Arbeitsplatz, in der Familie, einer Firma oder unter Partnern – nicht sehr weit.
Wenn ein Trump Schauermärchen aus Schweden erfindet, sonstige Phantasien auslebt und sich selbst feiert, muß das nicht verwundern, Narzißten leben in ihren eigenen Realitäten, kreieren mitunter bizarre Fiktionen und verkaufen auch dem Papst ein Doppelbett – soll er sich doch quer legen! Und wird ein Narziß bei Intrigen oder Lügen ertappt, handelt es sich natürlich um Mißverständnisse oder Irrtümer. Reue oder Scham sind dem Narziß fremd.
Durch sein zumeist überaus gewinnendes Wesen vereinnahmt der Narziß dabei oftmals seine Umwelt, feiert gerne auf jeder Partie mit und wirkt äußerst sympathisch. Zwar wird der Narziß nicht müde, seine Fähigkeiten und Leistungen immer aufs neue ins Rampenlicht zu stellen, sein Interesse an Anderen hingegen dient stets seinem Vorteil und beschränkt sich – von keinerlei wirklicher Empathie getragen – ausschließlich auf deren Nutzbarmachung für seine Ziele und Wünsche, und dafür sucht er sie rücksichtslos zu nutzen. Sein Sprachstil, seine Gestik und Mimik wirken sehr häufig gehetzt und nicht wirklich authentisch. Sein Schreibstil ist aufgesetzt, blumig und ausschweifend; er übertreibt und nimmt es weder mit der Grammatik noch mit der Interpunktion allzu genau, was unser Narziß dann gerne mit ‚Zeitmangel‘ oder ‚legasthenischer Schreibschwäche‘ erklärt. Sein Vertrauen zu Anderen ist ebenso gering wie zu sich selbst. Er ist sprunghaft, oberflächlich und egozentrisch, aber auch durchaus großügig und hilfsbereit – so bindet man nutzbare Menschen…
Sehr genau jedoch nimmt er es mit der wachsamen Kontrolle seines Umfeldes. Er trachtet danach, über alles informiert zu sein, kennt Alles und Jeden, schert sich aber kein bißchen um achtungsvolle Distanz. Solange er aus der Beziehung zu einem Anderen Vorteile ziehen zu können hofft, gibt er sich freundlich bis kumpelhaft, leutselig und anekdotenreich. Melden sie hingegen eigenes DenkFühlen, gar Ziele und Wünsche an oder begegnen Sie ihm gar mit Kritik, zweifeln an seiner Kompetenz oder verweigern sich seiner Selbstherrlichkeit, zieht sich unser Narziß blitzschnell beleidigt und ohne Vorwarnung zurück. Glänzte er bereits vorher nicht durch Zuverlässigkeit, kooperatives Teamwork und Ehrlichkeit, so stellt er nun jegliche Kommunikation ein, igelt sich vollends ein, intrigiert hemmungslos und verweigert sich komplett. Von einer allseits dienlichen Bereitschaft zur Findung vernünftiger Lösungen ist er meilenweit entfernt. Er nimmt sogar das Ausufern eines Problems in eine Katastrophe sehenden Auges in Kauf.

Ein Narziß hat keinerlei Überzeugungen (im Sinne aus gewissenhaftem Nachdenken resultierender Meinungsbilder). Vielmehr paßt er sich blitzschnell (er nennt es ‚flexibel‘) situativ an; das macht ihn für sein Umfeld so unberechenbar und stiftet oftmals Chaos. Seine Flexibilität beschränkt sich jedoch auf instinktiv erfaßte Notwendigkeiten und rücksichtslos genutzte Gelegenheiten zur eigenen Vorteilsnahme, oder um sich selbst in Szene zu setzen. Ansonsten ist unser Narziß völlig beratungsresistent. Er spürt jedoch genau, was sein Umfeld – Wähler, ‚follower‘, Claqueure und Bewunderer – von ihm erwartet und hören will. Wirkliche Freunde und tiefe Beziehungen haben Narzißten ganz selten – sie haben regelrecht Angst davor.

Erkennen Sie hier personelle Muster aus Ihrem privaten oder beruflichen Umfeld? Dann seien Sie gewarnt: Dieser Typus ist zumeist nicht bereit, sich selbst zu hinterfragen und kritisieren zu lassen. Nur im äußersten Notfall geht er Kompromisse ein, wobei er sich selbst schuldig ist, bei nächster sich bietender Gelegenheit „Revanche“ zu nehmen.
Sofern sie sich seinem Machtgebaren und Führungsanspruch bereit sind zu beugen, mögen sie mit einem Narzißten zwar für eine Weile gut fahren, nicht jedoch auf Dauer, und er ist es, der das Ende der Zusammenarbeit bestimmen möchte, wobei die Schuld für das Ende dieser Beziehung selbstredend bei Ihnen, nicht bei ihm liegt.
Suchen Sie jedoch ein kooperatives Miteinander, machen Sie auf dem Absatz kehrt (sobald sie hinter seine Maske blicken) und suchen Sie sich bessere, i.e.: empathischere, verläßlichere, ehrlichere und emotional gesündere Partner – beruflich wie privat!

Wir werden es vor allem in der Politik immer wieder mit (männlichen wie „weiblichen“) Narzißten zu tun haben – ob Trump und Schulz, Fischer oder Schröder, Kohl oder Merkel, v.d. Leyen oder Roth, Nahles oder Trittin, Guttenberg oder Schäuble sowie Legionen weiterer „Eliten“ in Berlin und Luxemburg, Paris und London, Washington, Moskau, Pyongyang und überall auf der Welt, wo krankhafter Ehrgeiz, Machthunger, Minderwertigkeitskomplexe, Versagens- und/oder Verlustängste sowie (daraus resultierende) Geldgier als funktionale Vehikel für pathologische Zweibeiner dienen können. An dieser Stelle sei, pars pro toto, auf folgende wichtige Dokumentation verwiesen: Die US-Präsidenten und der Krieg (WDR 2016).

Wie lange wir es jetzt mit einem Narziß Trump (oder hierzulande ab September vielleicht mit Herrn Schulz) zu tun haben werden, weiß zur Stunde noch keiner. Sicher bin ich mir aber, daß eine H.Clinton noch bedeutend gefährlicher gewesen wäre.
Und ich wage die Vorhersage, daß Trump nicht eine volle Amtszeit „residiert“; entweder wirft er sein „Spielzeug“ ‚Presidency‘ ganz plötzlich gelangweilt hin – das tun Narzißten bedenkenlos –, oder sein biophysisches System bricht abrupt zusammen (Narzißten neigen z.B. zu Schlaganfällen), oder irgendeinem seiner Landsleute gehen die Nerven durch. Bis dahin wird er stetig und vergnüglich für Unterhaltung sorgen, bisweilen wohl für Kopfschütteln, Erstaunen und bitteres Lachen.
 
Hans-Wolff Graf

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10. Februar 2017

30 Jahre Anthropos e.V. und 10 Jahre PERSPEKTIVE ohne Grenzen e.V. – Geburtstagsgeschenk an den Gründer

10. Februar 2017|Crossthinker, News, Querdenker-Blog|Kommentare deaktiviert für 30 Jahre Anthropos e.V. und 10 Jahre PERSPEKTIVE ohne Grenzen e.V. – Geburtstagsgeschenk an den Gründer

30 Jahre – eine lange aktive, sinnstiftende, freudvolle und erfolgreiche Zeit!

Lieber H.-W.,

Teaser Website H.-W. Graf_414x339zum diesjährigen 30. Geburtstag des Anthropos e.V. – Für die Kinder dieser Welt und zum 10-jährigen Jubiläum des PERSPEKTIVE ohne Grenzen e.V. im letzten Jahr möchte ich Dir, als Gründer beider Vereine, auf diesem Wege für Deinen horrenden Einsatz einmal danken und dieses „Geburtstagsgeschenk“ überreichen:

Website für Hans-Wolff Graf: www.hans-wolff-graf.de

Vielen Dank auch an Maria und René, die mir bei der Umsetzung so engagiert und hilfreich zur Seite standen!

Viel Freude mit Deiner neuen Website; möge sie Dir gefallen und weiterhin Erfolg bescheren!

Herzliche Grüße
Nicola

9. Januar 2017

Trump und die Geheimdienste

9. Januar 2017|Querdenker-Blog|Kommentare deaktiviert für Trump und die Geheimdienste

Politische Scharlatanerie – und keinerlei Einsicht!

Wenn irgendjemand nicht das mindeste Recht hat, sich darüber zu beschweren, daß ausländische Geheimdienste sich in innenpolitische Belange per Computer einmischen, dann ist dies die Politmafia in Washington, die sich selbst gegenüber „befreundeten“ Nationen nachrichtendienstlich als denkbar feindlich geriert. Davon abgesehen, daß bis heute jeglicher Beweis für die empörten Vorwürfe der politisch verdroschenen Demokraten um Obi und Killary fehlt.
„Friedens“nobelpreisonkel Obama hat acht Jahre sehr verschwenderisch sein Amt ausgelebt, aber immer lässig-locker, und dabei viel versprochen, ohne das Mindeste zu halten. Vielmehr weitete er das Schuldendesaster der USA (trotz rekordniedriger Zinsen) aus, wie kein Präsident vor ihm und provozierte wohl mehr Haß in der Bevölkerung auf das arrogante Politestablishment, als selbst G.W.Bush. Und Hillary Clinton darf mit Fug und Recht als die verhaßteste Frau in den USA bezeichnet werden – quer durch alle sozialen Schichten.

Daß der von kaum jemandem für möglich gehaltene Sieg Trumps weniger ein Votum für ihn, als vielmehr eine Abwahl der verhaßten Figuren O(h)bama und Clinton war, mag die Letztgenannten unverhofft getroffen und maßlos entsetzt haben. Dieses Votum der US-Bürger aber jetzt Putin in die Schuhe schieben zu wollen, ist an Billigkeit und Lächerlichkeit kaum zu überbieten; da wagt doch glatt ein fremder Staat in gleicher Weise – so die Entrüstung der düpierten Washingtoner Clique – vorzugehen, wie es unstrittig ausschließlich den USA zusteht – eine Frechheit ohnegleichen.
Kompliment an Putin, der souverän und besonnen reagiert und nunmehr sogar die ersten Truppen (nebst des russischen Flugzeugträgers) aus Syrien abzieht, während Washington säbelrasselnd die nächste Panzerbrigade ins Baltikum schickt und seit Juli letzten Jahres 32.000 Mann nach Osteuropa verlegte.
Das veranlaßt leider „my dear friend Angela“ (O-Ton, Schleimer Obama) noch lange nicht zu Überlegungen, die Sanktionen gegen Rußland (die Deutschland wesentlich mehr geschadet haben als Rußland!) zu überdenken. Aber wir sind ja viel mehr mit der „Flüchtlings“krise beschäftigt …………..

Und in all dieser Gemengelage wundert sich immer noch die Systempresse, warum die AfD derartigen Zulauf erlebt?!? Für wie bescheuert hält der Polit“adel“ eigentlich seine Bevölkerung? Wer traut den Gabriels, Merkels, Schäubles, Maas, Nahles & Co denn noch im mindesten?
Wir dürfen gespannt sein, wie groß das Wahl-Desaster für CDU, Rot und Grün aufgrund deren bockiger Realitätsverweigerung werden wird; die US-Demokraten lassen grüßen. Aber auch dann wird man wiederum in Putin den Verursacher sehen.

H.-W. Graf

Lesen Sie hierzu:
www.alles-schallundrauch.blogspot.de/2017/01/bezeichnet-trump-obamas-geheimdienste.html

27. Dezember 2016

Jeder Terror ist ein Akt gegen die Menschlichkeit und Political Correctnes als Meinungsterror

27. Dezember 2016|News, Querdenker-Blog|Kommentare deaktiviert für Jeder Terror ist ein Akt gegen die Menschlichkeit und Political Correctnes als Meinungsterror

[In Ergänzung zu den folgenden Links bzw. angehängten PDFs, die nichts von ihrer Aktualität eingebüßt haben.]

Wer in jedwelcher Form Terror auf Andere ausübt, ist entweder zu beschränkt oder zu bequem, nach Alternativen zu suchen, um seinen Standpunkt zu verteidigen. Wer hierbei sogar aus dem Hinterhalt handelt, muß sich auch noch der Feigheit zeihen lassen.

Lesen Sie hierzu:
Political Correctnes als Meinungsterror
Jeder Terror ist ein Akt gegen die Menschlichkeit

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27. Dezember 2016

Intrigen – Wenn die Seele weint

27. Dezember 2016|Psychologie|Kommentare deaktiviert für Intrigen – Wenn die Seele weint

Jeder von uns kennt sie: Menschen, denen man nicht traut, weil sie dazu neigen, ihnen zur Kenntnis Gelangtes nicht nur weiterzuerzählen, um sich damit wichtig oder bei anderen „lieb Kind“ zu machen, sondern dabei auch nach Belieben eigene Gedanken, Meinungen und Bewertungen hinzuzudichten, also auf Wort– und Sinntreue wenig geben.

Es macht uns betroffen, wütend oder traurig, wenn wir dann von dritter Seite erfahren, was diesen als wahr hinterbracht wurde und in welch übler Weise dabei die Wahrheit verzerrt, entstellt oder gar in ihr Gegenteil verkehrt wurde.

Empört versuchen wir dann, das dieserart falsch Übermittelte richtig zu stellen, zu erklären und nicht Erwähntes hinzuzufügen, um der Wahrheit wieder auf die Beine zu helfen. Wir fühlen uns betrogen und verraten, ins falsche Licht gerückt und hintergangen.

Nun beschließen wir, diesem Intriganten gegenüber vorsichtiger zu sein, ihm künftig mehr zu mißtrauen und weniger zu vertrauen. Nicht selten registrieren wir dann jedoch, daß dieser Intrigant nun beileibe nicht sein maliziöses Treiben einstellt oder zumindest reduziert; weit gefehlt – jetzt geht es erst richtig los, und sämtliche Drohungen und Abmahnungen helfen dabei wenig. Der Ertappte versucht nun umso subtiler, seine korruptiven Spielchen weiter zu verfolgen.

Gehen wir in die Offensive und stellen wir den Intriganten offen bloß und zur Rede, wird dieser – je nach Mentalität – entweder heftig und aufbrausend jeden Vorwurf von sich weisen oder (mehr oder weniger geschickt) abzulenken versuchen. Er kramt dann aus einem unsichtbaren, aber stets sorgsam geordneten und „griffbereit“ gehaltenen „Säckchen“ Einzelheiten, Erinnerungsbruchstücke und Geschehnisse (z.B.: „Du hast damals wörtlich gesagt …“), die mit seiner Intrige selbst überhaupt nichts zu tun haben. Sie verfolgen eigentlich nur einen Zweck: alle am Gespräch Beteiligten zu verwirren und von den – sehr wohl empfundenen – Schuldgefühlen des Intriganten abzulenken.

Das Zerwürfnis ist perfekt, die Verwirrung auch. Bis die Beteiligten an einem derartigen (offengelegten) Intrigenspiel wieder zueinander finden und in zweckmäßiger Weise wieder miteinander umgehen, können Wochen und Monate, mitunter sogar Jahre vergehen. Mißtrauen begleitet jeden der Beteiligten von nun an wie ein dunkler Schatten.

Warum intrigiert ein Mensch, obwohl er doch wissen muß, daß die Verbreitung falscher Informationen irgendwann doch ans Tageslicht kommt (und dies zumeist im denkbar ungünstigsten Moment)?

Nun, oftmals deshalb, weil dem Intriganten selbst überhaupt nicht klar ist, daß er intrigiert.

Noch paradoxer: Unterstellt man ihm intrigantes Treiben, würde ihn dieser Vorwurf unsäglich erschüttern und entweder wütend oder traurig machen. Er ist sich der fehlerhaft oder nur fragmentarisch übermittelten Botschaft und deren Inhalte selbst gar nicht bewußt. Er gibt einfach das weiter, was ihm dienlich erscheint. Nur in den seltensten Fällen intrigieren wir bewußt und vorsätzlich.

Dies ist auch der Grund dafür, daß selbst hochintelligente Menschen oftmals auf so verblüffend dumme Art und Weise intrigieren, daß die Gefahr der Entdeckung der Intrige beinahe unausweichlich vorprogrammiert ist.

Was sind die Motive eines Menschen, der intrigiert?

Zuvorderst sind dies Minderwertigkeitskomplexe, das Gefühl, hintangestellt zu sein, nicht der eigenen Leistung entsprechend honoriert und geachtet zu werden. Dahinter kann sich Eifersucht verbergen, verletzter Stolz, das Gefühl der Nichtbeachtung oder das vermeintliche Bewußtsein um eigene Schwächen, die auf diese Art und Weise kaschiert werden sollen.

Stellen Sie sich dazu ein Gesellschaftsspiel vor. Es gehört schon eine gewisse Charakterfestigkeit dazu, nicht zu schummeln, wenn sich einem dazu die Gelegenheit bietet. Auf der anderen Seite: Wir alle kennen das Gefühl, einen Sieg gar nicht richtig auskosten zu können, wenn wir ganz genau wissen, daß wir geschummelt, also betrogen haben.

Warum intrigieren wir dann aber oftmals gegen Menschen, die wir eigentlich lieb haben, deren Vertrauen uns wichtig ist und die wir um Himmels willen nicht verlieren wollen?

Hier könnten wir Altvater Goethe zitieren: „Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft“. Doch das Problem ist damit nur unzulänglich erklärt.

Schon eher hilft uns der klassische Satz weiter: „Zwei Seelen leben – ach – in meiner Brust“. Und so ist es tatsächlich: In jedem von uns wohnt ein ICH, das höchst liebevoll und warmherzig, vertrauensvoll und menschlich-nahe mit seiner Umwelt korrespondieren möchte. Dieses ICH ist glaubensfähig und geradezu kindlich-naiv, heiter und lustvoll-lebendig, eben natürlich. Nennen wir dies das helle ICH.

Andererseits tragen wir in uns ein zweites ICH, welches von unerfüllten Träumen und Wünschen, Niederlagen und fiktiven Ängsten arg gebeutelt sein Unwesen treibt. Dieses zweite ICH, das dunkle, kennt den Schmerz des Verlustes, des Alleingelassen-Seins, der Zurückweisung und des Weniger-Wert-Seins. In diesem zweiten ICH finden wir all die negativen Bannbotschaften verankert, mit denen wir im Laufe unserer Erziehung in Kindheit und Jugend „vertraut“ gemacht wurden („das klappt sowieso nicht“ oder „das darfst/kannst Du nicht“, etc.), es ist das adaptierte und höchst un-natürliche genormte ICH.

In diesem zweiten ICH erarbeiten wir all die Umwege und (vermeintlichen) Abkürzungen, die   – so hoffen wir – uns an die erstrebten Ziele bringen, ohne daß wir Fehler machen (vor denen wir schon deshalb Angst haben, weil sie regelmäßig mit Strafe, Vorwurf, Mißachtung oder Spott aus unserem Umfeld geahndet werden). Beinahe jedes Mittel ist uns recht, wenn es darum geht, Verluste zu vermeiden, den eigenen Wert nicht hintangestellt zu sehen, nicht zweiter Sieger zu sein.

Gerade wenn uns Menschen lieb und teuer sind, versuchen wir, deren Nähe notfalls auch zu erzwingen, sie von anderen fernzuhalten, die wir als Bedrohung für uns selbst empfinden. Daß dabei auch der geliebte Mensch nicht selten getroffen und verletzt, ins schlechte Licht gerückt und regelrecht verraten wird, kommt uns in diesem Moment gar nicht zu Bewußtsein.

Wie findet der Intrigant willige Opfer seiner Intrigen?

Nun, der Intrigant beweist bei seinem Vorgehen oftmals ein erstaunlich gutes Gespür dafür, wem er mit welchen Falschmeldungen am besten zuleibe rückt. Intrigen gedeihen am besten als Dialog zwischen zwei (oder mehr) ICHs der dunklen Art. Das dunkle ICH des Intriganten adressiert also ganz intuitiv und höchst subtil das dunkle ICH seines Gegenüber, bei dem er spürt, wie gierig der korruptive Inhalt der Botschaft aufgesaugt und als wahr ins eigene Meinungsbild gebettet wird.

Man könnte sagen: Zwei verletzte ICHs korrespondieren herrlich miteinander, weil sie unter ähnlichen Verlust- bzw. Versagensängsten leiden.

Träfe nämlich der Intrigant auf einen freien, authentischen Gesprächspartner, würde dieser bereits beim geringsten Verdacht, daß es sich um Wichtigtuerei, Tratsch oder eine handfeste Intrige handelt, den Intriganten unterbrechen und entweder denjenigen ins Gespräch ziehen, um den gerade eine Intrige geflochten wird, oder er würde sich jede Art intriganten Geschwätzes tunlichst verbitten.

Welcher Mittel bedient sich der Intrigant?

Er appelliert, wie bereits erwähnt, an die fiktiven Ängste seines Gegenübers und dies vornehmlich unter dem „Siegel der Verschwiegenheit“. Er verkauft sein (angebliches) Wissen dabei entweder völlig „uneigennützig“ oder zeigt – diese „Verpackung“ wird besonders gerne genommen – eigene Bestürzung, Trauer oder Empörung ob des (angeblich) Gesagten oder Getanen.

Je verletzter und empörter der Intrigant ist, umso willkürlicher flicht er Einbildung und Wunschdenken, Trauer und Wut um die tatsächlichen Geschehnisse. Er reißt aus dem Zusammenhang, zitiert bruchstück- und fehlerhaft, verweist auf (scheinbar) logische Zusammenhänge mit anderen Ereignissen (die damit zumeist überhaupt nichts zu tun haben). Je bereitwilliger das dunkle ICH seines Gegenüber die maliziösen Inhalte der Intrige aufnimmt, desto mehr steigert sich der Intrigant in seine eigene Intrige.

Anthony Greenwald, ein Hirnforscher, spricht hier von einem „totalitären Ego, das durch Interpretationen die eigenen Erfolge unangemessen hervorhebt und den Anteil Anderer schmälert“. Hierbei werden Erinnerungen nicht von Fakten, sondern von Meinungen bestimmt und, wie der Psychologe Don McAdams von der North-Western University in Illinois bekräftigt, konstruiert die subjektive und ausschmückende Erzählung die Vergangenheit. Dieses totalitäre Ego geht bei der Weitergabe von derartigen „Informationen“ oft so geschickt vor, daß es höchst vertrauenswürdig wirkt und nur dann weitergegebene Halb- und Unwahrheiten ans Tageslicht kommen, wenn der mit Desinformationen versorgte Gesprächspartner diese zu hinterfragen die Gelegenheit hat und sich die Zeit nimmt – was oftmals nicht möglich ist – und versuchterweise eben dadurch unterbunden wird, daß man die weitergegebenen Botschaften unter das „Siegel der Heimlichkeit“ stellt. „Wissens“vorsprung suggeriert Macht, Überlegenheit und steigert das Eigenwertgefühl des totalitären Egos.

Wir versuchen, so der Psychologe John Koter, „unser Erwachsenenalter wie Künstler zu durchlaufen, indem wir ständig das Selbstportrait übermalen, das wir erstmals in der Jugend anlegten“.

Speziell in Disstreß*-Situationen spielt uns unser Gedächtnis, bedingt durch die großen Mengen an ausgeschüttetem Cortisol (ein Streßhormon, das durch unsere Eingeweide tobt), einen Streich, wobei Isabella Heuser, Professorin am Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim, den Verdacht äußert, daß eben dieses Cortisol Nervenzellen im Hippocampus, dem wichtigsten informationssteuernden Zentrum im Gehirn, nachhaltig schädigt – offensichtlich ein Hinweis darauf, daß negativer Dauerstreß für das Gedächtnis nicht gut ist. So kommt es speziell bei Trauer und nach Todesfällen zu einer Art Depression, die dann von einer erhöhten Cortisol-Ausschüttung begleitet wird. Es scheint also etwas daran zu sein, wenn der Volksmund sagt: „Streß macht alt“ – wobei hier präziser von negativem, also Disstreß, gesprochen werden muß. So erhöht sich unter Disstreß die Herzfrequenz, der Schlaf leidet, und es scheint, daß Disstreß-reiche Situationen den Alterungsprozeß beschleunigen. Zwanghafte Vorstellungen, die mit Versagens- und Verlustängsten einhergehen, können also buchstäblich Halluzinationen hervorrufen, die den davon Geplagten zwischen Wahrheit und Angst-stimulierten Irrealitäten nicht mehr unterscheiden lassen.

Zusammengefaßt: Hinter Intrigantentum, dem berühmten Hinter-dem-Rücken-Reden, dem Anschwärzen und Verleumden steckt also vornehmlich ein ganzes Arsenal von Versagens- und Verlustängsten, Autoritäts- und Minderwertigkeitskomplexen, Verlassenheitsphobien, manischen Selbstwertzwängen und anderen seelischen Traumata, deren Ursachen weit in die Kindheit zurückreichen, dort manifestiert und in unseren Lebensbaum eingegraben („engrammiert“) wurden. Diese Engramme wieder aufzuarbeiten und zu glätten ist insofern schwierig (manchmal sogar unmöglich), als dazu die Bereitschaft des Menschen gehört, sich auch dem Schmerz der Wiedererkennung zu stellen – vergleichbar mit der Angst vieler Menschen vor Spritzen, von denen wir zwar glauben (bzw. sogar wissen), daß sie uns helfen, deren Einstichschmerz (und das manchmal begleitende Druckgefühl, Übelkeit, etc.) wir jedoch beinahe noch mehr fürchten.

Viele dieser Menschen fühlen sich auch subjektiv „beschwerdefrei“ – wir kennen dies alle: Niemand hat Zahnschmerzen, wenn er im Wartezimmer des Zahnarztes sitzt.

Ein weiteres Problem ist die Tatsache, daß sich die meisten Intriganten – Intrige ist ja kein

24-Stunden-Job – oftmals auch sehr gewinnend und sympathisch, hilfsbereit und herzlich geben, man ihnen also ihr intrigantes Treiben (was ja spontan und in Schüben auftritt) eigentlich gar nicht zutrauen mag.

Schmerzlich beschämend ist für den Intriganten, der, wenn ihm seine Intrige brachial nachgewiesen wird, sich selbst nicht versteht, daß er sich und seiner Umwelt sein intrigantes Tun überhaupt nicht erklären kann. Die Einsicht darein, illoyal gewesen zu sein, unfair gehandelt zu haben und womöglich ihm liebe Menschen verraten und getäuscht zu haben, wirkt auf den Intriganten mitunter wie ein Schock. In der Folge zweifelt er an sich selbst, das Mißtrauen gegenüber der eigenen Urteilskraft, eigenem Tun und Handeln nimmt peu à peu zu und verunsichert ihn sogar noch zunehmend.

Intrigen wirken also – wenn sie nicht sauber erkannt, besprochen und offengelegt werden – wie ein Teufelskreis, durch den sich der Intrigant zunehmend selbst vergiftet – mit fatalen Folgen für sein eigenes System; früher oder später wird der Intrigant – abhängig von Häufigkeit und Grad seiner Intrigen – zwangsläufig körperlich, geistig oder seelisch ernsthaft erkranken, und der jeweils schwächste Teil seines Gesamtsystems wird dabei als erstes in Mitleidenschaft gezogen. Leider werden die daraus erwachsenden gesundheitlichen Schäden – seien dies Allergien oder Kreislaufstörungen, Ödeme oder Magengeschwüre bis hin zu verschiedenen Krebserkrankungen – dann nur medikamentös oder operativ (also exogen, d.h. von außen) therapiert, als daß – was äußerst schwierig ist und die meisten Humanmediziner auch völlig überfordert – auf die Ursachen der körperlichen Fehlfunktionen eingegangen wird.

Die Tendenz dazu, sich auf intriganten Pfaden Wohlwollen und Anerkennung, Liebe und Zuneigung, Dank und Lob zu sichern, erwächst aus Mustern, deren Ursachen bis weit in die Kindheit zurückreichen. Die Unfähigkeit vieler Eltern, Kindern gegenüber eigenes Versagen zu gestatten und einzugestehen, ihre Tendenz, sich dann lieber in Ausreden zu flüchten oder gar apodiktisch die eigene Schuld zu verklären („immerhin bin ich Deine Mutter“ oder „als Dein Vater werde ich wohl wissen, was richtig und falsch ist“), wird dem Kind die klare Meldung vermittelt, es gefährde die Nähe und Liebe seiner Eltern, wenn es nicht bereit sei, sich auf diese „Spielchen“ einzulassen. Da Eltern – zumindest für noch junge Familienmitglieder – per se Recht haben und nicht irren können, übernehmen die Kinder dann auch im späteren Leben diese Verhaltensmuster und nötigen damit ihren späteren Lebens- und Arbeitspartnern (sowie natürlich ihren Kindern) die gleichen Verhaltensweisen auf, deren tragische Pervertiertheit ihnen oftmals gar nicht klar ist.

Wiewohl sie spüren, daß hier etwas faul ist – bei Anderen empören sie sich ja sehr unzweideutig über deren Intrigen –, fürchten sie gleichwohl die Offenlegung ihrer eigenen Intrige, da ihnen schwant, daß sie durch die Offenlegung einer Intrige die Liebe des Anderen gänzlich verlieren (so wie ihre Liebe den eigenen Eltern gegenüber ja ebenfalls arge Einbußen erlitt, die sie sich jedoch – wiederum kultural bedingt – nicht einmal selbst einzugestehen wagen). Der eigene erlebte Vertrauensschwund (gegenüber den Eltern) wird dann auf die Umwelt projiziert, was weitere Ängste auslöst und den Intriganten immer weiter in die eigene Verhaltensweise treibt.

So gesehen ist der Intrigant ein beinahe bemitleidenswertes Opfer seines eigenen Fehl-DenkFühlHandelns. Wer im Rahmen einer Offenlegung dieser Verhaltensweisen aus diesem circulus vitiosus aussteigt – im Rahmen einer intensiven Psychoanalyse oder in psychologischen Seminaren –, kann mit diesem „Bann“ tatsächlich brechen. Er wird eine ungeheure Befreiung erleben, angstfrei zu vergeben lernen und die vormals oktroyierten Engramme auch vollständig glätten können. Selbstverachtung mündet dann in ein höchst befreiendes Selbstachtungsempfinden – vor allem wenn er registriert, daß seine Umwelt diese Wandlung nicht mit Häme und Spott begleitet, sondern diesen Umschwung ebenfalls erleichtert und freudvoll registriert.

Fazit: Je authentischer, d.h. ehrlicher und echter ein Mensch sein Leben lebt, er mit Siegen und Niederlagen gleichermaßen zu leben lernt und keine Zuflucht zu „Umwegen“ sucht, desto weniger Disstreß-behaftet wird er sein Leben führen – privat wie beruflich – und umso gesünder wird er sein System, seine „Triade“ aus Körper, Geist und Seele erhalten und genießen können.

Hans-Wolff Graf

* negativer Streß

27. Dezember 2016

Jeder Terror ist ein Akt gegen die Menschlichkeit.

27. Dezember 2016|Gesellschaft|Kommentare deaktiviert für Jeder Terror ist ein Akt gegen die Menschlichkeit.

Um es gleich vorwegzunehmen: Weder die Vereinigten Staaten von Amerika, noch sonst ein Staat, ein Volk oder eine Nation haben ‚den Terror’ oder ‚Terrorismus’ erfunden. Vielmehr leitet sich der Begriff ethymologisch vom lateinischen ‚terror’ (dtsch.: Angst, Schrecken) ab, mithilfe dessen Anwendung ggü. Dritten man zu erzwingen sucht, was man auf zivilisiertem Wege – durch Verhandlung, Überzeugung, Tausch – nicht zu erreichen vermag. Daraus darf grundsätzlich abgeleitet werden: Terror ist per se ein Akt der Hilflosigkeit, also ein eklatanter Beweis von Schwäche. Dabei ist Terror, den einer (als Einzelner wie auch als Gruppe/Staat) gegen einen anderen ausübt, beileibe nicht auf physische Gewalt beschränkt, vielmehr bedient sich der Terror Ausübende fallweise körperlicher (als Staat eben z.B. militärischer), aber auch emotionaler Mittel, der Androhung von unliebsamen Folgen und Strafen, um sein Ziel ggf. auch per Zwang durchzusetzen. Ob also ein Mensch dem anderen Gewalt androht, um dessen Brieftasche zu ergattern, oder George W. Bush dem Iran mit ‚ernsten Konsequenzen’ droht (für den Fall, daß dieser sein Atompropramm nicht aufgibt), ist prinzipiell dasselbe. Aber auch der Vater, der mit Prügeln sein Kind ‚zur Räson’ zu bringen versucht oder mit Essensentzug droht, übt damit Terror auf den mutmaßlich Schwächeren aus. Zumeist verkannt (zumindest jedoch unterschätzt) wird aber, daß auch die Inaussichtstellung von Ausgrenzung aus einer Gemeinschaft, deren Zugehörigkeit und Schutz man sucht, beim davon Betroffenen Ängste auslösen kann. Dieses Mittels – Liebesentzug, Schüren von Verlassenheitsängsten, Verlust des Arbeitsplatzes, etc. – bedienen sich Menschen und Sozialitäten/Sozialgemeinschaften unterschiedlicher Größe und Couleur (Familie, Bürogemeinschaft, Firma, Gewerkschaft, Partei), um den Willen des Individuums zu brechen, die systemische Ordnung aufrechtzuerhalten, Vorschläge (und allzu neue Ideen) abzublocken und drohende Veränderungen, d.h. Abweichungen von der bisher gültigen Norm zu unterbinden. Mit dem Mittel des Terrors versucht also eine Seite, ihren eigenen (vermeintlich bedrohten) Vorteil zu wahren – ohne Rücksicht auf die Interessen des Anderen.

Nun ließe sich einwenden, daß die Bedrohung eines Anderen geradezu ein ‚Naturgesetz’ sei – immerhin droht ein Löwe, dessen Fang sich Hyänen allzu frech nähern, auch mit physischer Gewalt. Dem ist allerdings zu entgegnen, daß ‚naturgebotene Gewalt’ nicht grundsätzlich Terror darstellt; ist nämlich der Hunger des Löwen gestillt – was er den Hyänen übrigens in seiner Körpersprache signalisiert –, kümmert es ihn in keiner Weise, wenn sich dann die Hyänen, die selbst wenig jagdtauglich sind, am Rest der Beute schadlos halten. Will sagen: Nicht jede Form der Gewaltanwendung ist eo ipso Terror; hingegen ist jede Art von Terror mit Gewalt verbunden, auch wenn diese nur theoretisch angewandt, also in Aussicht gestellt wird.

Hinzu kommt bei der Frage, wann Gewalt angebracht ist, ein nicht unerhebliches Unterscheidungsmerkmal: Das menschliche Gehirn, was uns (zumindest theoretisch) in die Lage versetzt, unsere Rechte als Individuum nicht nur mit Gewalt durchzusetzen, vor allem aber niemals mit jedweden Mitteln des Terrors.

Mit anderen Worten: Die Verteidigung eigener Rechte mag zwar mitunter den Einsatz von Gewalt bedingen, zum Terror wird Gewalt aber erst, indem ich die (Verteidigungs-)Rechte eines Dritten mißachte und ihn zur Aufgabe dieser Rechte zu zwingen versuche, um daraus einen zusätzlichen Gewinn/Vorteil zu ziehen.

Ein weiterer Aspekt: Terror entspringt einem Mangel an Intelligenz (im Sinne der Unfähigkeit des Ersinnens eines alternativen Vorgehens). Wer Terror ausübt, ist entweder zu bequem oder geistig nicht dazu in der Lage, ein Ziel zu erreichen. Dementsprechend setzt er eigene Überlegenheit ein, um mittels Terror etwas zu erzwingen – z.B. per körperlicher Überlegenheit (als Räuber oder gar als Vergewaltiger) –, was ihm auf freiwilliger Basis verwehrt und verweigert würde. So würde ein mutiger, selbstbewußter Mann niemals zum Vergewaltiger; entweder er geht einen fairen Tauschhandel ein und zahlt für einen Bordellbesuch, oder er arbeitet an seiner Sozialkompetenz und Kommunikabilität, um sich dem Ziel seiner Begehrlichkeit freudvoll nähern zu dürfen – ohne Einsatz von Terror und unter Wahrung und Achtung der Rechte des anderen Individuums. Auf die psychologischen Aspekte und die psychopathologischen Hintergründe des Einsatzes von Terror komme ich im weiteren noch zu sprechen.

Aber auch den Eltern, die dem seine individuellen Grenzen ausforschenden (und dabei Vater und Mutter manchmal auf die Nerven gehenden) Kind mit strafbewehrter Befehlsgewalt begegnen, weil dies bequemer ist, als Erklärungen zu liefern, lösen damit bei ihrem Kind Angst und Schrecken (eben Terror) aus. Ein Verständnis um Zusammenhänge, ein sinnstiftender Lerneffekt dergestalt, daß das Kind den Sinn eines Verbots oder eines alternativen Verhaltens erkennt und bejaht, kann nur aus Erklärungen resultieren, die aber eben Zeit und ein kindgerechtes Heranführen an Probleme verlangen und voraussetzen. Zwar muß sich das Kind – physisch unterlegen und materiell wie auch seelisch völlig abhängig – dem ‚Recht des Stärkeren’ (und dessen Terror) beugen, aber tief in seiner Seele reißt dies eine Wunde, die ohne nachgereichte Erklärung nie ganz verheilt und deren Narben irgendwann wieder aufzubrechen drohen – dann nämlich, wenn dieses Kind selbst zum Stärkeren heranreift und dann mit den gleichen Mitteln gegen Andere (dann Schwächere) vorgeht, die es selbst zu spüren bekommen hat.

Und jetzt kommen wir auf den Kern des Übels ‚Terror’ – nämlich die Frage: Wodurch wird der Mensch eigentlich zum Terroristen, wo es sich dabei doch ganz offensichtlich um ein Verhaltensmuster handelt, was weder (im ursprünglichen Sinne des Wortes) natürlich ist, noch um ein Mittel, was geeignet ist, Probleme auf Dauer zu lösen?

Terror definiert sich als die Summe der fiktiven (Schmerz-, Versagens- und Verlust-)Ängste, die bereits während der Primärsozialisation in uns verankert werden. Sofern diese eingebildeten/fiktiven Ängste nicht mit Erklärungen unterfüttert und aufgelöst werden, erleben wir sie passiv auch in den nächsthöheren Sozialitäten, in die wir als Jugendliche und später als Erwachsene hineinwachsen, und verwenden sie aktiv gegenüber Dritten, um Anderen unseren Willen und unsere Überzeugungen aufzuzwingen. Damit verstoßen wir aber gegen jede natürliche Menschlichkeit und unser grundlegendes Ethos, egal, wodurch die Anwendung von Terror unter moralischen Gesichtspunkten (Staat, Religion, Political Correctness, etc.) scheinbar gerechtfertigt wird.

Wie bereits erwähnt, ist die Anwendung von Terror keine natürliche Verhaltensweise; ausschließlich der Mensch bedient sich des Terrors als Mittel zum Zweck zur Erzielung eines Vorteils, und dies unter bewußter Mißachtung der Rechte eines Dritten.

Nun hat die Bewußtheit von Terror in unserem Leben eine lange Tradition. Sie geht zurück bis in unsere Kindertage, also in das Stadium der Primärsozialisation – in der kleinsten Sozialität, die wir als Familie bezeichnen. Terror, respektive die Angst davor, Terror erleiden zu müssen, sich in seiner Klein- und Schwachheit terrorisiert zu fühlen und diesem Terror ausgesetzt zu sein, ohne sich wehren zu können, stellt eines der traumatischsten Erlebnisse in unserer Kindheit dar. Und hier läßt sich an einem guten Beispiel erklären, was der Unterschied zwischen (natürlichem) Erschrecken und (widernatürlichem) Terror bedeutet: Jedem Kind flößen bestimmte Ereignisse – lautes Türenschlagen, Blitz und Donner, das wütende Bellen eines Hundes – Schreck ein. Erhält es dafür eine Erklärung vonseiten der Eltern, kann es diesen Schrecken verarbeiten – ohne seelische Narben, eben weil es verstanden hat, was ihn erschreckt hat. Wird das Kind jedoch erklärungslos mit diesem Schrecken alleine gelassen oder das schreckeinflößende Moment sogar als drohende Strafe mißbraucht, so führt genau diese Bedrohung zu einer Verankerung des Schreckens – aus einem natürlichen Ereignis wird eine latente Bedrohung; ein natürliches Erschrecken erweitert sich zu einer ständig im Hinterkopf gehaltenen fiktiven Angst.

Nicht selten benutzen Eltern derartige Schreckmomente, um allzu temperamentvolle und kreative Kinder zur Raison zu rufen, ohne dabei zu bedenken, welchen enormen Schaden sie damit anrichten können.

In gleicher Weise wirkt die ständige Bedrohung des Kindes vonseiten der Eltern mit Prügeln, Essens- und Schlafentzug, Stubenarrest in einem dunklen Zimmer sowie die strikte Verweigerung des Miteinander-Sprechens, der Zuwendung von Liebe und menschlicher Wärme verheerend; die Angst vor diesen physischen und emotionalen Schmerzen kann tiefe Wunden in die noch junge Seele reißen, und wie bei einer Wunde, die nicht sorgsam gepflegt wird und deshalb narbenlos heilen kann, wirkt die ständig wiederkehrende Bedrohung dann auch zunehmend als dauerhafte Angst (wenn auch nur fiktive) – eben als Terror.

Eine von derartigen Momenten der Angst durchwirkte Erziehung mag zwar für die Eltern den Vorteil haben, daß sich das Kind bequemer kontrollieren und disziplinieren läßt, die Eltern legen damit aber den Grundstein dafür, daß ihr Kind ein Angsthase, Duckmäuser und Feigling wird, sich selbst einer an sich natürlichen Kreativität und Neugier enthält und später zum angepaßten Mitläufer wird. Darüber hinaus entwickelt sich damit eine ‚Terroranfälligkeit’, die das Kind im späteren Erwachsenenleben auch leichter zum Opfer anderer Terrorismen werden läßt. Alternativ lernt und übernimmt das Kind aber auch diese Mechanismen, um sie seinerseits im späteren Leben einzusetzen.

So ganz nebenbei erfährt das Kind, während es in die zweite Stufe der Sozialität (erweiterter Familienkreis, Nachbarschaft) hineinwächst, daß derart dauerhaft verankerte Ängste anscheinend irgendwie zum Leben dazugehören. Es erlebt die Angst der Älteren vor Krankheit und Arbeitslosigkeit, Unfällen und Überfällen, Krieg und Tod; das Moment des Erschreckens und Erschrecktwerdens gewinnt an Permanenz. Nach und nach gräbt sich ins Bewußtsein des Kindes/Jugendlichen die Überzeugung ein, daß das Leben insgesamt eine Aufeinanderfolge von Gefahren, Bedrohungen und schmerzvollen Augenblicken ist. Die eigentlich natürliche und unser Werden und Wachsen stimulierende Welt verdichtet und verdunkelt sich zunehmend zu einer permanenten Gefahrenzone.

Unter pädagogisch wertvoller Observation nehmen dies die Eltern wahr und können durch Gespräche, vor allem aber durch ein positives Vorleben, dem Kind früh- und rechtzeitig die aufkeimende ‚Angst vor dem Leben’ nehmen. Sind jedoch die Eltern mit ihren eigenen Ängsten zu sehr beschäftigt, und machen sie sich das Leben als Eltern allzu einfach, so fehlt ihnen der Blick für diesen pädagogisch wichtigen Aspekt der Erziehung. Sie verkennen dabei aber, daß gerade in der frühesten Kindheit dem kleinen Spatzen noch jede Möglichkeit fehlt, sich intellektuell und emotional mit diesen Bedrohungen auseinanderzusetzen. Gerade kleine Kinder ahmen instinktiv erst einmal das nach, was ihnen die Umwelt vorlebt. Insbesondere die Eltern, die frühesten Bezugspersonen des Kindes, spielen dabei die entscheidende Schlüsselrolle. Hinzu kommen weitere, dieses Problem nährende, tagtäglich erlebte Einflüsse aus den Medien – Kriegs-/Horrorfilme, tägliche, von Gewalt strotzende Berichte, Killerspiele.

Ob und in welchem Maße ein Kind als ängstlich und verschüchtert in seine Jugendzeit hineinwächst oder bereits als Kind lernt, mit Interesse, Neugier und Lebensfreude ins Leben zu stapfen, entscheidet sich daher in der frühesten Kindheit.

Verängstigte Kinder werden zu verängstigten Jugendlichen. Sie setzen damit das Erbe ihrer Kindheit und deren Inhalte fort. Ein mit gesunder Lebensfreude und einem natürlichen Umgang mit den Vor- und Nachteilen unterschiedlicher Verhaltensweisen ausgerüstetes Kind wird auch als Jugendlicher weniger schnell zum Opfer von Terror und Einschüchterung. Sein natürliches Warnsystem wird es Gefahren schneller erkennen lassen und es wird lernen, diesen eher auszuweichen, als daß es zum naiven Opfer von Cliquen und schlechtem Umgang wird. Ein in der Kindheit nicht mißbrauchtes, sondern genährtes Vertrauen wird das Kind auch als Jugendlichen dazu befähigen, sich mit Neuem interessiert, aber auch kritisch auseinanderzusetzen. Es wird sich in natürlicher Homogenität in die nächstgrößeren Sozialitäten (Schule, kommunales Umfeld und Beruf) hineinarbeiten, über neue Eindrücke und Erlebnisse reflektieren und kommunizieren, Gemeinsamkeiten wie auch Widersprüche entdecken und angstfrei bewältigen.

Natürlich wird es auch Krankheiten und Unfälle als nicht zu vermeidende Geschehnisse im Leben begreifen – aber eben angstfrei. Es wird Mitgefühl mit davon Betroffenen empfinden, aber nicht in Mitleid verfallen und eigene, tief in der eigenen Erinnerung vergrabene Ängste wiederentdecken und davor erschrecken. Es wird Vorsicht walten lassen, nicht hingegen überängstlich an Neues, Unbekanntes herangehen. Und es wird sich seine natürliche Neugier, sein Interesse an Andersartigkeiten, fremden Kulturen und Lebensformen bewahren und diese suchen, näher kennenzulernen und zu verstehen.

Fazit I: In unserer Kindheit werden also bereits die Weichen dafür gestellt, ob wir im späteren Leben mit Vorurteilen und Ressentiments an uns später begegnende Unterschiedlichkeiten in der Berufs- und Lebenswelt herangehen, oder diese mit hohem Interesse und natürlicher Neugier zu erfahren versuchen. In gleicher Weise wird aber schon in der Kindheit festgelegt, ob wir uns leicht erschrecken und ins Bockshorn jagen lassen. Ein von Terror unbelastetes Kind wird später aber auch nicht selbst zum Mittel des Terrors greifen, um sich damit einen Vorteil zu ergattern, den es auf andere Weise glaubt, nicht erzielen zu können.

Religiös und staatlich organisierter Terror

Die vorsätzliche Ausnutzung von fiktiven Ängsten ist jedoch beileibe nicht auf die Beziehung einzelner Menschen miteinander beschränkt; auch Organisationen bedienen sich fiktiver Ängste der Menschen, um diese möglichst umfassend und effektiv in ihrem DenkFühlHandeln unter Kuratel zu bringen und zu halten.

So lebt jede Religion davon, ihre Mitglieder (und potentielle neue) einerseits in einen Kranz von Lebens- und Verhaltensvorschriften für möglichst alle Belange des Lebens einzubinden und andererseits einen Katalog von Versprechungen für den Fall anzubieten, daß diese Regeln eingehalten werden, bzw. eine Liste von Drohungen parat zu halten, die denjenigen terrorisiert, der gegen diese “göttlichen” Verbote verstößt. Genau hieraus generieren die Religionen ihre Macht und ihren Einfluß. Ihr Fußvolk – hierarchisch sorgsam geordnet und trainiert wie ein Strukturvertrieb – spielt dabei perfekt auf dieser Klaviatur subtiler Ängste (Krankheit, Seuchen, Hunger, Tod, vor allem jedoch mit der Inaussichtstellung auf “ewige Qual ohne Erlösung” im Jenseits, auf dessen genauen Beschrieb sie gleich noch einen Alleinwissensanspruch erheben). Gleichzeitig offerieren sich diese Statthalter des jeweiligen Gottes als benevolente Vermittler für ein freudvolles Lebens und ewige postmortale Glückseligkeit. Einzige Bedingung dafür ist die widerspruchslose Akzeptanz ihres Regelkatalogs, der selbstredend göttlichen Ursprungs ist und in jeweils recht kreativer Weise seinen Weg zu uns Menschen gefunden hat.

Mithilfe dieser Drohkulisse, eines Katalogs von Strafen und Belohnungen festigt die jeweilige Religion ihre Systemik, hält ihre Mitglieder bei der Stange und genießt – insbesondere in Deutschland – ihre Privilegien. Das System selbst fußt also auf einer jeder Aufklärung spottenden, sich jeder Überprüfbarkeit verweigernden Desinformation – eben mithilfe des an die emotionalen Ängste appellierenden Terrors. Und da wir per se “allzumal Sünder” sind, verstößt Jeder täglich mehrmals gegen “göttliches Gebot”. Alleine dieser Satz grenzt mutmaßlich an Häresie und dürfte dem Autor postmortal Dekaden an Dunkelhaft bei Schwefeldampf und sonstiger Unbill einbringen.

Im Rahmen dieser ideologisch verquasten Terrorsystemik führ(t)en die Religionen – egozentrisch und intolerant gegen jedes andere religiöse Terrorsystem abgegrenzt – Kriege, erober(t)en Länder und ganze Kontinente, saug(t)en die Bevölkerung mit eigenen Steuergesetzen und Abgabenverpflichtungen aus, um ihrerseits ubiquitär Gotteshäuser zu errichten, Statthalter einzusetzen und Reichtümer anzuhäufen. Wo dies opportun war, arrangierten sich die Religionen problemarm mit Despoten und Diktatoren, Fürsten und Kaisern, heutzutage mit Staatsformen aller Couleur, deren Waffen sie segnen, Heere begleiten und Gesetze sanktionieren; kein Wunder, daß weltliche Potentaten immer auch die Nähe zur jeweils stärksten Religion suchten, um ihre Macht durch deren Placet auch göttlich abgesichert zu sehen. Wer sich diesem Gesetz widersetzte, verlor binnen kurzem auch seine Macht. Staat und Religion war also aus wechselseitigen Interessen stets an einem beiden Seiten dienlichen Miteinander in höchstem Maße gelegen.

Dem sakralen Terror steht der säkulare Terror – früher durch Gottkaiser und Pharaonen, später durch Fürsten und Könige (“von Gottes Gnaden”!), heute durch mehr oder minder undemokratische Regierungen – in nichts nach. Offiziell immer am Wohl des Volkes (“sozial“) und vor religiös fundiertem Hintergrund (“christlich“, “islamisch“, “hinduistisch“) herrscht die jeweilige weltliche Elite mithilfe eines breitfächrigen, möglichst undurchlässig-dichten Gesetzes- und Vorschriftenkatalogs, der einerseits Wohltaten und Sicherheit des Individuums zu sichern und zu garantieren vorgibt, andererseits aber jede Andersartigkeit, jedes Abweichen von einer obrigkeitlich verordneten Systemik mit Argwohn registriert oder unter Strafe zu stellen versucht. Die Enge dieses Gesetzeskatalogs einerseits und der Aufbau von Feindbildern (gegenüber anderen Staaten, inneren Feinden und möglicherweise drohenden Gefahren des Alltags) festigt und sichert die Macht des jeweiligen Staates bzw. der ihn regierenden “Eliten”. Je enger das Netz der Verordnungen und staatlichen Eingriffe und Kontrollen – natürlich alles zum Wohl der Bürgerschaft –, desto verunfreiheitlichter lebt die jeweilige Bevölkerung; man muß es ihr nur entsprechend euphemistisch verkaufen – die Kernaufgabe der jeweiligen Parteien und ihrer Fackelträger.

Darüber hinaus unterhält der Staat ein Millionenheer an Beamten und Bediensteten, Systemträgern der in alle Bereiche des Familien- und Arbeitslebens reichender [öffentlich-(un)rechtlicher] Organisationen – wiederum von unendlicher Fürsorge getrieben –, die nach offizieller Lesart nur dem Schutz der Bevölkerung nach innen und außen sowie dem “sozialen Ausgleich” dienen. In Wahrheit entmündigt der Staat seine BürgerInnen, verunfähigt sie ganz bewußt, ja vorsätzlich, und generiert damit eine – natürlich für viele recht bequeme – Abhängigkeit, mittels derer er seinen Machtanspruch sichert. Hierzu dienen Feindbilder und Drohkulissen aller Art: der böse Nachbarstaat als möglicher Angreifer, die Fährnisse der Umwelt, Krankheiten und alltägliche Gefahren des Lebens, die Folgen ungesunder Lebensführung und ausbeuterischer Arbeitsbedingungen, soziale Ungerechtigkeiten und ein gefährdeter Lebensabend – eine illustre Fülle drohender Momente, die zu begrenzen und zu bezwingen nur dem Staat und seinen willfährigen Bütteln, vor allem aber den Berufspolitikern in ihrer grenzenlosen Weitsicht und Weisheit obliegen kann. Auch diese Subsysteme des Staates bedienen sich des Vorschriften- und Ahndungskatalogs ihres obersten Heerführers, des Gesetzgebers, obgleich dessen “Chef”, die Bürgerschaft als (offiziell) oberster Souverän, dem Gros der Gesetze niemals zustimmen würde. Von Demokratie wird deshalb zwar offiziell und bei jeder sich bietenden Gelegenheit geschwafelt, realiter spielt sie jedoch nicht die mindeste Rolle.

Trefflich in die Hand spielt dem staatlichen System dabei das dichte Geflecht seiner Informationsnetze sowie die Fülle staatlich geführter Mediendienste, die den politischen Kurs, die ‘political correctness’ vorgeben. Sich dem Bevormundungs- und Überwachungsstaat zu versuchen zu entziehen, ist gefährlich, denn auch die Justiz ist alles andere als unabhängig; wer an eine Karriere als Richter oder Staatsanwalt denkt, wähle klugerweise die richtige Parteimitgliedschaft und befolge geflissentlich ‘interne Anweisungen’.

Im Namen der ihm obliegenden (in Wahrheit: hoheitlich angemaßten) Schutzfunktion bestimmt die Führungsclique über Krieg und Frieden, Militäreinsätze oder die Verwendung von Milliarden für Einsätze “befreundeter” Nationen und die Finanzierung von „befreundeten“ Diktatoren (vulgo:Entwicklungshilfe’). Sie verfeinert mit erheblichem Aufwand das staatliche Kontroll- und Überwachungsnetz, erläßt zusätzliche Gesetze und Verordnungen, fördert Systemdienliches und verunfreit, was sich ihr in den Weg stellt. Man müßte wort- und sinntreu von ‘Parteiendemokratur’ sprechen.

Der “Kampf gegen den Terror” ist in Wahrheit nur die systemische Abgrenzung gegenüber anders denkenden Religionen, Staaten und Nationen (die ihrerseits mit weltlichen und religiösen Terrorismen ihre Bevölkerung intellektuell und emotional verdummen und versklaven), ein subtiler Terror des Staates gegenüber der eigenen Bevölkerung, der damit die Kreation neuer Gesetze und Maßnahmen “legitimiert”, die seinen Machterhalt noch weiter zu sichern hilft, die Abhängigkeit der Bevölkerung noch weiter vorantreibt und das Verwaltungs- und Informationsnetz noch dichter werden läßt.

Hieraus wird ersichtlich, welchem Zweck Geheimdienste und unter Verschluß gehaltene Informationen tatsächlich dienen – beileibe nicht der Bevölkerung und deren Schutz, sondern ausschließlich dem Systemerhalt des jeweiligen politischen Klüngels. Spätestens hier entlarvt sich der Staat, respektive seine politische “Elite” selbst – weit jenseits jeglichen Demokratieverständnisses – als gefährlicher Terrorist, bzw. strafrechtlich potentiell als kriminelle Vereinigung.

Fazit II: Terror geht beileibe nicht primär von einzelnen Menschen aus; vielmehr benutzen sakrale wie säkulare Systeme vorsätzlich und filigran organisiert den ganzen Katalog fiktiver (und als real suggerierter) Ängste, um Feindbilder aufzubauen, ihre Macht zu sichern und auszubauen sowie zur Abwehr von jedwie anderem Denken. Religionen und Staaten ist dabei jedes Mittel recht, selbst das der Rechtsbeugung und eines Verfassungsbruchs – notfalls “geheilt” mithilfe von “Notgesetzen”, neuen Verordnungen oder geheim(dienstlich)en Aktivitäten. Hinter jedem Terrorakt, den uns Medien und Politiker als solchen verkaufen, steht eine weltliche oder religiöse Organisation, denn kein Einzelner käme je auf die Idee, einen Staat, eine andere Nation oder eine fremde Religionsgemeinschaft anzugreifen, wenn er nicht zuvor entsprechend desinformiert, manipuliert und emotional wie intellektuell korrumpiert wird. Er verstieße damit nämlich gegen jedes natürliche Ethos.

Terror setzt den “Segen” und ein entsprechendes Lohnversprechen vonseiten einer dahinterstenden systemischen Organisation voraus. Ob es sich dabei um Orden, Titel und Positionen oder ewiges Glück inmitten von Jungfrauen (zum einmaligen Gebrauch) und unsterblichen Ruhm handelt, ist primär ohne Belang. Ob wir uns i.p. Sprache (“political correctness“) und Lebensstil bzw. der Gestaltung unserer Arbeitswelt oder bei den Fragen der Sozial- und Altersvorsorge von einem allgegenwärtigen Staat kujonieren, entmündigen und zunehmend bevormunden lassen, dafür wird der Grundstock bereits in frühester Kindheit und Jugend gelegt.

Aufgabe einer pädagogisch wertvollen Erziehung durch Eltern und Lehrer sollte also sein, selbst auf Terrorismen jeglicher Art zu verzichten und dem Kind/Jugendlichen eine terrorresistente Lebensführung vorzuleben. Nur damit entwickeln Kinder/Jugendliche auch ein feines Gespür dafür, was falsch und echt, manipulativ oder motivatorisch, korruptiv oder kooperativ ist. Nur: Wer lehrt dies erst einmal die Eltern und Erzieher? Etwa unser (wiederum) staatliches “Bildungs”system?!?

Nein, dafür müssen wir schon selbst sorgen – so unbequem und zeitaufwendig dies auch sein mag.

Hans-Wolff Graf

27. Dezember 2016

‚Political Correctness‘ – Meinungsterror!

27. Dezember 2016|Gesellschaft, Kultur und Geschichte, Psychologie|Kommentare deaktiviert für ‚Political Correctness‘ – Meinungsterror!

Wir alle sind (als „Rudeltiere“) darauf hin erzogen, in Harmonie mit unserer Umwelt zu leben, um Konflikte möglichst zu meiden. Der „Preis“ dafür ist, daß wir uns dem Moralcodex – der Summe der Sprach- und Verhaltensmuster – anpassen, die unser Umfeld kennzeichnen. Soweit es sich hierbei um höfliches Benehmen, Eßsitten, etc. handelt, ist dies nur zu begrüßen. In diesem Artikel soll es aber mehr um unsere nach außen gezeigten Verhaltensmuster gehen, die sich in unserer Sprachlichkeit dokumentieren. Angepaßt und bequem lebt demnach, wer sich bestmöglich dem ‚codex generalis‘ unterwirft. Da man damit aber andererseits auch immer ‚unauffälliger‘ wird, versuchen wir, zumindest in Teilbereichen unseres Lebens eine Art ‚Originalität‘ zu entwickeln bzw. zu bewahren, um uns (zumindest partiell) zu unterscheiden, individuell und unverwechselbar zu bleiben. Gerade in der geistig-seelischen Pubertät kommt es deshalb regelmäßig zu Problemen, wenn der heranreifende Jugendliche sein eigenes Profil, seine individuelle Unverwechselbarkeit sucht und zu entwickeln bestrebt ist. Je ruhiger und gelassener Eltern und Umfeld mit Interesse und Verständnis (statt mit Vorschriften, Zwang, Verachtung und Spott, Versagens- und Verlustängsten) darauf reagieren, desto leichter fällt es, Spitzen in dieser Entwicklungsphase zu „glätten“, Übersprungsreaktionen zu vermeiden und dem Jugendlichen zu helfen, einerseits seine Individualität auszuprägen, andererseits den Konnex zu seinem Umfeld (und damit den ‚Boden unter den Füßen‘) nicht zu verlieren [also keine Angst vor Eskapaden – Piercing, grellem Auftritt, pubertärer Sprache, emotionalen Ausbrüchen, etc.]. Beugt sich der pubertätsgebeutelte Jugendliche nämlich dem Anpassungsdruck zu nachhaltig (z.B. durch eine allzu ausgeprägte Angepaßtheit der Eltern), gibt der Jugendliche seine Suche nach individueller Selbständigkeit auf und führt künftig ein unauffälliges Leben in der Masse. Nur in seiner Phantasie und der Pseudo-Realität von Filmen, Trash-TV (‚DSDS‘, ‚Dschungelcamp‘) oder heimlich (z.B. in ‚Swinger-Clubs‘ und SM-Studios), in Fußballstadien, Rockergruppen oder in „offiziellen“ Ausnahmesituationen „Fasching/Karneval“, „Oktoberfest“, etc.) lebt dieser Mensch dann die kärglichen Reste von Individualität aus, die ihm ansonsten probat abtrainiert wurden (bzw. die ihm nie gestattet waren, auszuleben). Manche kommen aus dieser inneren Protestphase für den Rest ihres Lebens nie heraus. Andere suchen dann ihr Heil in sakralen Zirkeln, Religionen und Sekten, exzessiven/rücksichtslosen Karrieren, Risikosportarten oder als Politiker.

Hinter all diesen Verhaltensweisen/-störungen und unterdrückten Individualitätsmustern stecken instinktive Bedürfnisse und damit in Konflikt stehende Versagens– und Verlustängste, die Angst vor Ausgrenzung und Vorwurf, Schuld und Vereinsamung.

Diese individuelle Problematik wird aber zu einer kollektiven Verhaltensstörung, wenn einer Gruppe von Menschen, gar einer Nation, Verhaltens-, Denk- und Sprachmuster übergestülpt werden, die einzig dem Zweck dienen, sie unter Kuratel zu zwingen und kollektive Schuldgefühle aufzubauen – kurz: Abhängigkeiten zu entwickeln und Kontrolle über sie zu erhalten/behalten. Beispielhaft seien hier sämtliche Religionen erwähnt, deren Vorgaben/Gebote kein Mensch zu 100% erfüllen kann (soll er ja auch gar nicht; sonst entzöge er sich dem kollektiven Schuldvorwurf). Aber auch nach Kriegen werden die Sieger jeweils zu Despoten über die Verlierer (Deutschland kann auch nach fast drei Generationen ein „Lied“ davon singen); den Juden werfen stramme Christen bis heute vor, einen gewissen Jesus ans Kreuz genagelt zu haben; die US-Regierung zahlt bis heute Indianern Renten für den Landraub der Weißen. Das ganze Arsenal von Vorurteilen, mit denen praktisch jedes Volk (zumeist von seinen Nachbarvölkern) belastet ist, grenzt ab und aus, kollektiviert die Masse, schafft und bewahrt Feindschaften und gerinnt zu ‚Meinungsterror‘. Sich dem zu entziehen, ist umso schwieriger, je des-individualisierter der Einzelne ist.

All unser berufliches wie auch privates Tun und Handeln wird durch ein gemeinsames Faktum gebündelt – die Sprache. Mittels Sprache erfolgen alle Formen des Austauschs von Gedanken und Gefühlen, Meinungen und Ansichten, Wünschen und Forderungen, Angeboten und Befehlen. Unser gesamtes DenkFühlHandeln versammelt sich in unserer Sprachlichkeit, und insofern ist unsere Sprech-, Schreib- und Körpersprache das einzigartige und wichtigste „Instrument“, mit dem wir den Kontakt zu unserer Umwelt aufbauen und pflegen. Insofern ist leicht nachzuvollziehen, daß unsere Sprache – quasi der Spiegel unseres DenkFühlens – wie ein Ausweis unserer Personalität wirkt, und dementsprechend benutzen wir unsere Sprache: Wenn wir uns in Sicherheit, im familiären Umfeld, unter Freunden oder Gleichgesinnten wähnen, pflegen wir eine offenere Sprache; treffen wir auf Fremde, gehen wir sprachlich vorsichtiger vor (oder haben Scheu, uns überhaupt zu äußern). Ob wir Artikel schreiben oder Vorlesungen/Vorträge halten, Kundengespräche führen, neue Mandanten kennenlernen oder im Urlaub auf Unbekannte stoßen, wir versuchen, uns sprachlich auf die Situation einzustellen. Je selbstsicherer, freier und unverklemmter wir sind, desto autarker und authentischer ist auch unsere Sprache. Natürlich gilt es dabei gewisse Anstaltsregeln einzuhalten, aber unser Wunsch ist eigentlich, ehrlich zu sagen, was wir denkfühlen. Dennoch unterstellen wir uns sprachlich (mündlich wie schriftlich) unbewußt auch der verbalen Korrektheit („political correctness“), um nicht anzuecken, nicht gegen „Tabus“ zu verstoßen, nicht abgelehnt oder ausgegrenzt zu werden – je unsicherer und angepaßter wir sind, desto mehr.

Nicht selten führt diese sprachliche „Kastration“ dann aber auch zu Fehleinschätzungen (von beiden Seiten), Mißverständnissen und (zwangsläufig) späteren Enttäuschungen, wenn aus vormals Fremden allmählich Bekannte oder Freunde werden.

Fazit:Meinungsfreiheit‘ ist ein sehr ambivalenter Begriff. Es gilt, sorgsam zwischen individueller Empfindungswelt, Ansicht und Meinung einerseits sowie kollektiver Haltung andererseits abzuwägen. ‚Meinungsfreiheit‘ kann weder gesetzlich verordnet, noch politisch diktiert werden; sie ist ein individuelles Gut und ein personaler Wert, den sich niemand aufzwingen lassen sollte – man muß sich ja nicht zu allem äußern, zu allem eine Meinung haben. Insofern spiegel z.B. Umfragen zur Meinungsfreiheit zumeist mehr die Ängste der Befragten als eine faktische Entität wider. Ebenso wenig kann der Gesetzgeber eine Meinungs’freiheit‘ garantieren, denn der meisten Menschen ‚Meinung‘ ist ohnehin nicht ihre eigene, sondern der sprachliche Spiegel dessen, was sie als Ansicht von Dritten übernommen haben, denn eine (eigene) MEINung setzt eine intensive Auseinandersetzung mit thematischen Inhalten voraus, und dazu nehmen sich die meisten Menschen ohnehin nicht die Zeit. Deshalb „leihen“ sie sich lieber von Anderen, was sie dann als ihre (eigene) Meinung äußern und vertreten. Keiner muß Angst davor haben, eine (wirklich eigene) Meinung zu vertreten, wenn sie nicht gleichzeitig die Ehre, das Ansehen und die Freiheit eines Dritten verletzt. Gleichwohl gilt es, insofern achtsam mit kollektiven Ängsten/ Befindlichkeiten zu rechnen, denen sich derjenige aussetzt, der sich öffentlich zu brisanten Themen äußert. Hierbei gilt es einerseits, nicht über juristische Tretminen zu stolpern, andererseits aber auch nicht über eigene Ängste, auf Widerstand und Ablehnung zu stoßen – womit wir wieder bei der o.g. Frage angelangt sind, wie sich eine autarke, authentische Persönlichkeit von einer allen genehmen, angepaßten Person unterscheidet.

Hans-Wolff Graf