Psychologie des Schmerzes

Psychologie des Schmerzes

Wer kennt sie nicht: Schluckbeschwerden und Halsschmerzen, verstauchte Hände und Füße, Zahn- oder Ohrenschmerzen? Schmerzen begleiten uns ein Leben lang – von den Geburtsschmerzen bis zum Tode. Wir genießen ihre Absenz und fürchten sie, wenn sie auftreten. Schon der Gedanke an sie berührt uns unangenehm; die „Vorsorge-„Pharmaindustrie und ihre Werbestrategien verdienen prächtig an unserer Angst.

Vielleicht helfen die folgenden Gedanken, das „Feindbild“ Schmerz ein wenig zu relativieren, die Angst davor zu verlieren und ihn als das anzunehmen, was er eigentlich ist: Ein lebenslanger treuer Begleiter.

Schmerzen als Warnsignale

Gemeinhin wird mit Schmerz ein physischer Defekt beschrieben, der uns unterschiedlich intensiv am wünschenswert normalen Gebrauch unserer Glieder und Organe hindert. Wir empfinden einen Schmerz als Beeinträchtigung unserer körperlichen Unversehrtheit und suchen, ihm, soweit es irgend geht, auszuweichen. Taucht er dennoch – unvermutet und überraschend – auf, so schrillen bei uns alle Alarmglocken, und je nach Kenntnis um die Hintergründe des Schmerzes, Gewohnheit, den zeitlichen Umständen und Situationen greifen wir dann zu mehr oder weniger wirkungsvollen Hausmitteln, Medikamenten, Tees und Salben oder statten dem Arzt oder gleich der Klinik einen Besuch ab.
In jedem Fall ist unser Bestreben, diesen spezifischen Schmerz so schnell wie irgend möglich wieder loszuwerden.
Doch was sind Schmerzen eigentlich natürlicherweise?
Schmerzen signalisieren uns einen Defekt. Sie sind ein Warnsignal unseres unglaublich komplizierten Körpers und all der biologischen, bioenergetischen und biochemischen Prozesse, die wir – zumeist ohne Kenntnis von deren Zusammenspiel – schlicht als ‚Leben‘ bezeichnen.
Dabei sind diese Warnsignale ein Schutzmechanismus, wie wir es im täglichen Leben von Rauch- und Feuermeldern, Signalhörnern und Sirenen, Ampeln und Blinklichtern kennen und durchaus zu schätzen wissen. Die Alarmsignale unsere Körpers hingegen empfinden wir als Bedrohung, Einschränkung und nicht selten sogar als persönlichen Defekt, den es zu verschleiern und auf schnellstem Wege abzustellen gilt.

Wäre es da nicht weitaus klüger, sich zu aller erst beim noch so gut funktionierenden eigenen Alarmsystem zu bedanken und sich darüber zu freuen, daß das Warnsignal uns rechtzeitig auf einen bestehenden Mangel – die Überlastung eines Gliedes, die Zufuhr von zuviel Wärme oder Kälte, eine Vergiftung oder Ähnliches – hingewiesen hat? Nichts wäre für unser Wohlbefinden oder sogar Leben gefährlicher, als wenn dieses Warnsystem außer Kraft gesetzt wäre, nicht mehr funktionierte.
Nur aufgrund dieses Schmerzes werden wir uns der Überlastung oder drohenden Gefahr überhaupt bewußt und haben die Möglichkeit, den signalisierten Defekt zu beheben, also die drohende Gefahr, die uns durch den Schmerz bewußt gemacht wurde, abzuwenden, bzw. ihr sinnvoll zu begegnen oder vorzubeugen – angstfrei und souverän ruhig.

Der Schmerz, Dein Freund und Helfer

Wenn wir uns dieser Zusammenhänge bewußt sind, [….]