Immunität – was ist das wirklich?

Immunität – was ist das wirklich?

Das Lexikon definiert ‚Immunität‘ als ‚angeborene oder durch Impfung erworbene Unempfänglichkeit für Krankheitserreger oder deren Gifteund ergänzt: „Eine einmal überstandene Krankheit verleiht oft langjährige Immunität gegen neue Ansteckung„. Daneben wird Immunität als verfassungsrechtlich garantierter Schutz vor Strafverfolgung (für Bundes- und Landtagsabgeordnete) ausgewiesen, und auch international gelten z.B. Diplomaten als immun. Gleiches gilt für Mitglieder der BIZ und weiterer internationaler Organisationen – begründungs- und bedingungslos!
Kurz gesagt: Nach gängiger Lesart und allgemeinem linguistischen Verständnis bezieht sich ‚Immunität‘ (ausschließlich) auf die Körperlichkeit einer Person – Tiere und Pflanzen genießen allenfalls ‚Artenschutz‘.
Um diese Immunität zu unterstützen, bzw. aufrechtzuerhalten sind wir gehalten, auf unsere Hygiene, Ernährung und körperliche Fitness zu achten. Wir duschen und baden, cremen und salben uns, klassifizieren unsere Nahrung, pflastern unsere Lebensmittel mit Warn- und Inhaltshinweisen, kontrollieren den Anbau von Obst, Gemüse und Korn, regulieren jegliche Tierzucht und den Transport unserer Nahrungsmittel sowie deren Verpackung, kurz: Tausende von Behörden, Kontrolleuren und jede Menge an Gesetzen, Vorschriften und Verordnungen regeln vorgeblich unsere Nahrungsaufbereitung, deren Verzehr, Verpackung, Transport und Entsorgung. Der Staat überschlägt sich mit entsprechenden Wohltaten fürs Volk. In den gleichen Kontext fallen die Sorge um Luft und Umwelt, Energie und der Wohnungsbau, sämtliche Arbeitsschutzgesetze, kurz: nahezu alle Lebensbereiche von der Wiege bis zur Bahre.
Und in der Tat, unsere körperliche Sicherheit ist im Laufe der Jahrhunderte rasant gestiegen, und mit ihr unsere Lebenserwartung und -qualität. Den Widerspruch, daß ein Übermaß an Zucker, Fett, Salzen und ungesunden „Genußmitteln“ wie Drogen, Alkohol und Nikotin sowie der stetig steigende Medikamentenkonsum uns zwar immer älter werden lassen, dies aber beileibe nicht immer mit einem gesünderen Älterwerden einhergeht, nehmen wir dennoch (mangels Alternativen) in Kauf. Und wenn seit kurzem die durchschnittliche Lebenserwartung in einigen Ländern sogar zu sinken beginnt – die USA und Großbritannien (Finnland und Deutschland scheinen die nächsten Kandidaten zu sein) –, denkt kaum jemand darüber nach, woran dies wohl liegen könnte. Ein Sieg der Wissenschaft, besserer Lebensbedingungen und staatlicher „Fürsorge“: Seit Ende des
19. Jahrhunderts hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung (in Westeuropa) verdoppelt.

Wer jedoch gründlicher nachdenkt und sich bewußt macht, daß es neben der schieren ‚Körperlichkeit‘ auch unsere Gedanken– und Gefühlswelt gibt – bedienen wir uns hierzu der Begriffe ‚Geist‘ und ‚Seele‘ –, könnte auf den Gedanken kommen, daß wir uns um deren Stärkung und Immunität mindestens ebenso intensiv kümmern und besorgen sollten wie um unsere – natürlich wesentlich wahrnehmbarere – Körperlichkeit.

Was die körperliche Immunität stärkt und schützt ist weitgehend bekannt – Pharma-forschung/-industrie und Medizin(technik) gehören zu den Billionenmärkten unserer Zeit. Apotheken, Arztpraxen, Kosmetikstudios und Bioläden gibt es an allen Ecken zuhauf –, hingegen deutlich weniger Angebote für ein geistiges und emotional-seelisches Wohlergehen bzw. -gesunden.  [….]