EU – Basar der Eitelkeit und Korruption – Interview

EU – Basar der Eitelkeit und Korruption – Interview

Basar der Eitelkeit und hemmungsloser Korruption
– ein Insider enthüllt, was in Straßburg und Brüssel wirklich abläuft.

[Hans-Wolff Graf Vorsitzender des ehemaligen Vereins PERSPEKTIVE ohne Grenzen e.V. (PoG) im Interview mit dem Lobbyisten Bernhard T.*(Name geändert)]

PoG: Gerade in jüngster Zeit decken einige Medien die Verzahnung von Politik und Lobbyisten als Vertreter der verschiedenen Kartelle unterschiedlichster Branchen auf. Was ist davon zu halten?

T.: Viel Lärm und mediale Show, die wenig Substanz und Tiefe zeigt, die die wahren Zusammenhänge nur anreißt.

PoG: Wie meinen Sie das?

T.: Wahr ist, daß etwa 30.000 Makler (Lobbyisten) versuchen, allein in Brüssel/Straßburg/Luxemburg Politiker einzeln oder in Zirkeln, Tables und Commissions [politischen Interessensgruppen, PoG] dazu zu bewegen, sich für die Belange und Interessen der verschiedenen Branchen oder einzelner Konzerne national und international politisch einzusetzen und diese zu vernetzen. So verständlich und z.T. auch sinnvoll das ist, so bedenklich sind die dabei angewandten Methoden und Wege, aber auch die damit verbundenen materiellen und finanziellen Vorteile – für die gekauften Politiker wie auch für die Makler.

PoG: Können Sie das näher erläutern?

T.: Nun, ein guter Lobbyist beschäftigt sich bereits im Vorfeld sehr intensiv mit dem Politiker, den er als Kontakt im Auge hat, bevor er sich an ihn wendet. Er kennt dessen private, familiäre und finanzielle Verhältnisse, seine Vorlieben, Hobbies und Neigungen, seine Stärken und Schwächen. Ist er eitel oder harmoniebedürftig, angepaßt oder unabhängig, alkoholsüchtig, pedantisch, feige oder mutig, gierig oder bescheiden, intelligent oder etwas beschränkt – wie übrigens erstaunlich viele Politiker.
Es gibt zwei Gründe, sich intensiv mit dem Menschen zu beschäftigen, der hinter dem Politiker steckt: Zum einen kann man schneller ein persönliches Verhältnis aufbauen – gleichgelagerte Hobbies, Interessen und Erfahrungen als Gesprächsbasis und Einstiege, aber auch für kleine Geschenke, die Vermittlung von Netzwerkkontakten oder Auftritten in den Medien, für Vorträge, etc. –, zum anderen stellen Schwachpunkte und Neigungen natürlich auch Möglichkeiten dar, einen gewissen Druck auf die Politiker auszuüben und Entscheidungen zu beschleunigen.

PoG: Damit sind wir aber bereits tief in der Manipulation und sogar der Korruption.

T. (schmunzelt): Naja, ein wenig muß man schon ab und zu nachhelfen. Zum einen geht es um gewaltige Summen, zum anderen werden Politiker von derart vielen Lobbyisten „betreut“, daß Zeit zum teuren Gut wird und die Politiker schon reichlich Auswahl haben. Je besser es dem Lobbyisten also gelingt, sich in die Lebensgestaltung und -planung eines Politikers einzufühlen, desto interessanter und wichtiger kann er sich für ihn oder sie machen.

PoG: Es gilt also, sich für jeden Politiker einen eigenen „Schlachtplan“ zurechtzulegen?

T.: Richtig. Viele Politiker sind bequem und faul oder denken extrem provinziell; denen mit hochaktiven Erlebnisofferten zu kommen, ist völlig sinnlos. Andere sind sehr introvertiert, aber vielleicht unsicher, haben Zukunftsängste, benötigen Halt und Führung mit ruhiger Hand. Manche sind erlebnishungrig und risikofreudig, viele auch entsetzlich mediengeil. Der Lobbyist muß erfühlen: Will der Kandidat Karriere (vielleicht um jeden Preis) machen oder ist er bereits zu satt, alt oder vorsichtig. Junge, vielseitig interessierte Jungpolitiker, die in ihren Parteien bisher noch nicht den Durchbruch geschafft haben, sich dringend profilieren und Karriere machen möchten, springen eher an als bereits gut im Futter stehende oder mit Ämtern, Posten und Funktionen ausgelastete Profipolitiker, zu denen wir Lobbyisten mehr informelle Beziehungen unterhalten. Zu vielen Politikern entwickelt man als Lobbyist eine routinierte permanente Arbeitsbeziehung oder sogar ein freundschaftliches Verhältnis – das mündet dann in ein beiderseits dienliches Geben und Nehmen.

PoG: Dann wird Bestechung als solche gar nicht mehr wahrgenommen.

T.: Genau, es entsteht eine angenehme Beziehung, von der beide gleichermaßen verläßlich profitieren.

PoG: In welchem Bereich ist es denn am lukrativsten für einen Lobbyisten, zu arbeiten?

[….]