Politischer Zehnkampf – Volksverdummung

Politischer Zehnkampf – Volksverdummung

Politischer Zehnkampf – Volksverdummung als systemisches Konzept

– sind unsere Politiker nur dumm und dreist oder tatsächlich schizophren? –

Die Spielregeln, nach denen die Parteien in unserer Demokratur – von einer wirklichen Demokratie sind wir meilenweit entfernt – agieren, sind eigentlich frappierend simpel. Wer sich daran hält, kann es im Politadel ganz nach oben schaffen, und wenn er als Landesminister oder gar Ministerpräsident denn doch einmal stolpert, wird er flugs ins Bundeskabinett gehievt.

  1. Zunächst gilt es, die wahlträgen Bürger, idealerweise gleich auch noch die Anhänger des Gegners, fürchterlich zu erschrecken, auf eklatante Mißstände in der Konzeption des Gegners zu verweisen – nachgerade durch erhebliche Zweifel an der Finanzierbarkeit der Vorschläge der konkurrierenden Partei und mithilfe des Vorwurfs des unsozialen Handelns. Das zieht!
  2. Diesem Angriff folgen dann vollmundige Versprechen der Durchführbarkeit der überlegenen eigenen Pläne, deren soziale Komponente ebenso wenig außer Frage steht wie deren Finanzierbarkeit. Sprechblasen-Visionen begeistern und ersparen eigenes Denken!
  3. Es folgt die Beruhigungsphase – natürlich nur für den Fall, daß man in die Regierung gewählt und damit in die Lage versetzt wird, die eigenen Pläne auch umzusetzen. Hierbei ist der Aspekt der langfristigen Sicherung möglichst häufig einzuflechten. Ehrlichkeit und Wahrheit schaden dabei oftmals nur!
  4. Keine Skrupel dürfen dabei den ausgebufften Politiker befallen, die eigenen Konzepte zu beschönigen – möglichst unter Heranziehung dem eigenen Denken nahestehender Wissenschaftler und diverser Beispiele aus dem Ausland, deren reale Vergleichbarkeit gar nicht nachgewiesen werden muß; vollmundig Behaupten geht über Beleg und Beweis!
  5. Wichtig ist dabei, sich verbaler Finessen zu bedienen, gängige Wertbegriffe zu euphemisieren – Marketing ist alles, und was in der Werbung gang und gäbe ist, sollte den Politikern doch nur recht und billig sein. Dabei dürfen auch verbale Querschläger und sinnloses Synonymisieren völlig diametraler Begriffe nicht fehlen. Den Unterschied zwischen sozial und sozialistisch, Ethik und Moral, Philosophie und Ideologie, Erziehung und Dressur, selbständigen Unternehmern und Managern von Unternehmen oder Chancenfreiheit und Gleichmacherei kennt ohnehin kaum einer der Wenigen, die den politischen Schwadroneuren heute noch das Ohr leihen. Und warum soll man von Politikern ein tieferes Denken erwarten, als von den Rezipienten ihrer „Weisheiten“?
  6. Einlullen heißt das Zauberwort; den tumben Wähler in der tiefen Gewißheit wiegen, daß zumindest unsere Politiker die Sache im Griff haben, sie genau wissen, worum es geht, auch wenn sie von der Praxis dessen, worüber sie als Minister entscheiden und als Abgeordnete befinden, nicht die geringste Ahnung haben
  7. Wichtig ist die völlige Verunmündigung des Bürgers, gleichzeitig ihm aber die Illusion zu vermitteln, daß den Politikern Gesundheit, Wohlergehen und die Fürsorge um die unmündige Bevölkerung oberstes Handlungsgebot ist. Eben deshalb legen sie Mindestlöhne und Mindestrenten fest, begrenzen Arbeitszeiten und Ladenöffnungs-zeiten, legen Bildungsinhalte als geistige Richtgrößen fest und schützen ihre infantile Wählerschar bei Tag und Nacht in nimmermüder Zugewandtheit.

 

  1. Dabei gilt es natürlich ständig zu kontrollieren, daß die Schar derer, die das eigene Leben auch selbst zu planen gedenkt, möglichst klein bleibt. Speziell der Mittelstand, Selbständige und vermögendere BürgerInnen müssen deshalb durch immer dichtere Maschen im Netz der Gesetze und Verordnungen an der Gestaltung eines eigenen Lebensweges gehindert und gleichgeschaltet werden. Daß Politiker zur Erarbeitung eines Gesetzes durchschnittlich drei Jahre benötigen, wohingegen es intelligenten Mitmenschen durchschnittlich nur drei Stunden abverlangt, einen legalen Weg zur Umgehung eines neuen Gesetzes zu finden, ist den Politikern natürlich klar. Deshalb gilt es ja auch, diese unbeugsamen Querdenker auszugrenzen, zu kriminalisieren und als unsozial zu brandmarken. Im übrigen müssen die Kontrollen eben noch weitergehend verschärft und die Strafen erhöht werden.
  2. Geht dann, wie in aller Regel nicht anders zu erwarten, der Schuß nach hinten los, und erweist sich Politikers „Weisheit“ als für die Praxis untauglich, gilt die Devise des Schuldverweises, des Abschiebens von Verantwortung – entweder auf den politischen Gegner oder die üblichen Feindbilder (Unternehmer, Betuchte, Steuerflüchtlinge und Schwarzgeldhorter). Notfalls verweist man auf die gesamtpolitische Lage, Umwelt-katastrophen oder harte Winter.
  3. Den Abschluß dieses politischen Zehnkampfs stellt die Disziplin gnädiges Vergessen’ dar. Hierbei können die Politiker getrost auf die dementsprechend konditionierte Gesellschaft vertrauen; die Vielfalt der heute tagtäglich auf uns einströmenden Geschehnisse und Ereignisse, der Themen und Probleme, aber auch die Komplexität unserer Lebensinhalte verschleiern mit nahezu 100%iger Sicherheit gnädig, was uns die Politiker aller Couleur an Unsinn erzählen, an Fehlern einbrocken und an finanziellen Mühlsteinen an den Hals hängen.

Das Endresultat: Die Bürger trauen ihren politischen Schergen ebenso wenig, wie sie deren Machtmonopol als scheinbar unangreifbar erkennen; sie resignieren. Erfolgreiche Partei-politiker dürfen sich nicht von eigener Inkompetenz irritieren lassen; Machtgier und parteiliche Loyalität kompensieren noch immer menschliche wie fachliche Schwäche, und was soll`s: Die von ihnen angehäuften Schulden, die monströse Geldverschwendung und die zu Lasten künftiger Generationen ausgestellten Schecks müssen von ihnen weder ausgeglichen noch strafrechtlich verantwortet werden.

Politiker sind das Schwemmgut ihrer Parteien und die teuersten Lehrlinge der Nation. Man muß sich allen Ernstes fragen, ob unsere Politiker in ihrer grenzenlosen Machtgier einfach nur dumm sind und dementsprechend töricht handeln, oder ob wir es hier mit einem klassischen Fall von Schizophrenie zu tun haben. So war bereits mit der Entscheidung, die zehn neuen ost- und südosteuropäischen Partner in die EU aufzunehmen klar, daß insbesondere Deutschland (und nachgerade die neuen Bundesländer) von Billiglohnanbietern überschwemmt werden würden. Diesem Problem nun mit Mindestlöhnen – aberwitzigerweise zum „Schutz“ (!) der deutschen Arbeitnehmer – und geradezu grotesken Ergänzungen zum Entsendegesetz begegnen zu wollen, verrät einen derartigen Mangel an Verständnis um die Zusammenhänge, daß man diesen Zeitgenossen – Gewerkschaftsführern wie Politikern –, schnellstens das Ruder aus der Hand nehmen, ja sie eigentlich in Gewahrsam nehmen müßte, um größtes Unheil für den Mittelstand zu verhindern. Und über all dem thront unser smarter Bundes-Gerhard, macht in larmoyantem Optimismus und empört sich so putzig über „egoistische“ Unternehmer, die ums Überleben kämpfen. Keiner schwätzt so banal, wie dies Schröder vermag.

Vielleicht wäre es am besten, zu allererst Fachprüfungen für Politiker einzuführen, ihre Konten zu durchleuchten, vor allem aber ihre Wochen- und Lebensarbeitszeit zu begrenzen!

H.-W. Graf