Aktives und reaktives DenkFühlHandeln

Aktives und reaktives DenkFühlHandeln

– natürliche Freiheit statt (pseudo-)demokratischer Zwangsherrschaft –

Nicht jede Wahrnehmung (hier gemeint als Aufnahme durch einen unserer fünf Sinne) löst einen Bewußtseinsimpuls dahingehend aus, daß wir uns mit dem Wahrgenommenen beschäftigen. Dafür sorgt die pre-selection, eine Art Filter, die verhindert, daß der Mensch durch die Vielzahl der auf ihn einströmenden Reize buchstäblich „durchdreht“.

Was lösen aber Wahrnehmungen aus, die unser System als wichtig und bemerkenswert erachtet? Was geschieht mit Wahrnehmungen, die sich in unsere Reflexionsräume einschleichen und dort Gefühle, ein Nachdenken und ggf. auch Handlungen auslösen? Und noch wichtiger: Wie autark sind wir dabei, bzw. inwieweit sind wir überhaupt fähig, uns in nicht-manipulierter Weise mit Wahrgenommenem vorurteilsfrei, emotional ungebremst und den Verhältnissen wie der Angelegenheit angemessen mit einer Wahrnehmung auseinanderzusetzen?

Das menschliche Gehirn gleicht einem Hypercomputer, dessen Fassungsvermögen nach unseren Vorstellun-gen schier unermeßlich ist. An die menschliche Kapazität reichen auch die größten bislang von Menschen konstruierten Rechenmaschinen nicht im Entferntesten heran. Was das menschliche Gehirn jedoch von den Supercomputern unterscheidet, ist die Fähigkeit, im Moment der Datenaufnahme (analog: Wahrnehmung durch einen unserer fünf Sinne) sofort zu sortieren – nach wichtig [interessant, (be)merkenswert, (un-)ge-fährlich, etc.] oder unbedeutend/belanglos. Dies macht auch (noch) die Überlegenheit des menschlichen Geistes gegenüber aller bisher entwickelter Technik aus. Dazu gesellt sich jedoch noch ein zweiter Aspekt: Alle nicht als banal (im Sinne von bedeutungslos) „erkannten“ Wahrnehmungen lösen (in unterschiedlicher Stärke) emotionale, geistige und körperliche Impulse aus, die dann – als Folge dieses DenkFühlens – nach Bedarf (und Gelegenheit) zu einem Handeln führen. Wir können uns das Ganze etwa wie folgt vorstellen: Unser System (nennen wir es unser Ich) gleicht einem Haus. Nun „klingelt“ eine Wahrnehmung an der Tür. Der „Butler“ (unsere pre-selection) öffnet und entscheidet (kraft seines Amtes), ob er diese Wahrnehmung einläßt oder abweist. Gesetzt, er entscheidet sich für ersteres, betritt eine Wahrnehmung unser Lebenshaus (aus den „Elementen“ Körper, Geist und Seele bestehend). Bereits in der „Vorhalle“ gibt die Wahrnehmung ihre „Visitenkarte“ ab, die der „Butler“ dem „Hausherrn“ (bleiben wir zum besseren Verständnis bei der maskulinen Form, obwohl es sich natürlich auch um eine „Hausherrin“ handeln könnte) überbringt. Nun befindet sich der Hausherr jedoch u.U. im Badezimmer – d.h. er ist nackt (ungeschützt), sehr mit seiner Körperlichkeit beschäftigt – oder im Eßzimmer, wo er gerade genüßlich die aufgetischten Speisen zu sich nimmt (und vielleicht nur ungern gestört werden möchte). Er kann sich jedoch auch gerade im Hobbykeller beim Basteln aufhalten – in lockerer Freizeitkluft, aufgeräumt und bester Stimmung – oder in der Bibliothek (tief versunken und Dante`s Inferno studierend). Er kann sich aber auch gerade auf der Terrasse im Liegestuhl und in der warmen Sonne räkeln oder in seinem Arbeitszimmer schwierige Verhandlungen per Telefon mit einem säumigen Zahler (oder ungeduldigen Banker) führen.

Es geht also hierbei um die Unterscheidung der möglichen Ist-Zustände, in denen wir uns just zu dem Zeitpunkt befinden, in der uns ein Geschehnis (gleichsam unser Besuch) antrifft; wir können un- oder vorbereitet sein (diesen Besuch also erwartet haben), der Besuch kann gelegen kommen oder uns in (positiv oder negativ) emotionalisiertem Zustand antreffen; er kann uns erfreuen oder nerven, wir können ihm mit Neugier begegnen oder ihn als störend empfinden.

In jedem Fall ist die Wahrnehmung als „Besucher“ schon einmal in unserem Haus, d.h. durch die Nicht-abweisung des „Butlers“ (pre-selectors) tritt er in unser Bewußtsein und damit in unser Leben.