Von den Problemen der ‚Unterschicht‘

Von den Problemen der ‚Unterschicht‘

Wie Pseudoexperten die Realität verzerren und Problemlösungen verhindern

Sie ist zur Zeit in aller Munde, die Studie, die vor einiger Zeit von der SPD-nahen FriedrichEbert-Stiftung in Auftrag gegeben wurde, um die Lebenssituation der Bevölkerung zu analysieren, die Studie, die die Gesellschaft der Einfachheit halber in Kategorien sortierte und jeden Menschen in eine dieser Schubladen steckte. Schon dieses Schubladen-Denken, Millionen Individuen zu gleich denkenden, gleich fühlenden und gleich agierenden „Klassen“ zusammenzufassen, zeigt die geistig-ideologischen Wurzeln dieser Studie. Eigens für die Klasse der am meisten von „Armut“ Betroffenen führte man eine neue Wortschöpfung ein, um das Wort „Unterschicht“ zu vermeiden. Es hätte sich „Proletariat“ angeboten, doch man wollte die Menschen wohl nicht zu sehr mit der Nase darauf stoßen, daß es sich bei der starren Klasseneinteilung der Gesellschaft um einen marxistischen Denkansatz handelt. So erfand man die Kategorie „Bevölkerung in prekärer Beschäftigungssituation“, kurz das „Prekariat“.

Die Probleme des sogenannten „abgehängten Prekariats“ im Einzelnen:

Wenig verwunderlich ist, daß ein Großteil der Vertreter dieser „Klasse“ arbeitslos ist. Doch sie ernährt sich auch schlechter als andere Teile der Bevölkerung – insbesondere von Fast Food –, sie leidet häufiger an Übergewicht, raucht deutlich häufiger und neigt zu übermäßigem Alkoholkonsum. Ihre Kinder erzielen in den Schulen im Durchschnitt schlechtere Leistungen und treten in der Öffentlichkeit vor allem durch Gewalt oder Vandalismus in Erscheinung. Das Schlimmste aber ist, daß sich die meisten Vertreter dieser „Klasse“ mit der Situation abfinden und keinen Willen mehr zum Aufstieg aufweisen. Mitglieder des Prekariats neigen zu Resignation und innerer Abkehr.

Kaum war die relativ sachliche Studie veröffentlicht, stürzten sich Dutzende „Wissenschaftler“ darauf, um sie zu interpretieren und die Ursachen der Probleme zu finden. Die Betroffenen wurden dazu weder befragt, noch beobachtet. Statt dessen zitierten sich die „Experten“ gegenseitig sowie die Vorgängergenerationen von Sozialwissenschaftlern. Führt man die Quellen bis an die Wurzeln zurück, landet man fast immer bei Marx und Engels, die in ihrer Schaffenszeit um 1850 nie mit einem Sozialsystem heutiger Prägung konfrontiert wurden. Anders als bei echten Forschern stand für viele „Sozialexperten“ daher aus ideologischer Blindheit das Ergebnis schon vor der „Untersuchung“ fest: Die materielle Armut ist an allem schuld! Die Fakten mußten nur noch entsprechend zurechtgebogen werden.

Warum ernährt die Unterschicht schlecht und konsumiert Fast Food im Übermaß?

Die zumeist linken Soziologen meinen, man könne sich in der Unterschicht gesundere Nahrung einfach finanziell nicht leisten und sei auf Fast Food angewiesen.

Die meisten Bürger haben aufgehört, sich eigene Gedanken zu machen und „Experten“ zu hinterfragen. Sie akzeptieren diese Aussagen einfach, besonders dann, wenn deren Meinung in das reinweg ideologische Weltbild paßt, das ihnen seit Jahr(zehnt)en eingetrichtert wurde, und jede andere Erklärung unterliegt als „politisch inkorrekt“ der kollektiven Selbstzensur.

Doch geben wir uns mit dieser Antwort nicht zufrieden: Was kostet ein Menü samt Getränk und Nachspeise für eine 4-köpfige Familie bei McDonalds/BürgerKing & Co. oder beim Pizzadienst ihres Vertrauens? Sie wissen es nicht? Nun, 4 „Maxi-Sparmenüs“ samt Eis als Nachspeise kosten etwa 22 €. Vier Pizzen kosten ebenfalls 16 – 20 €, mit Nachspeise und koffeiniertem Zuckerwasser (Cola) ist man wieder bei deutlich über 20 – 30 €.

Was würde es kosten, die Familie mittels Brot, Margarine, Käse, gekochten Eiern und Obst satt zu bekommen? Ein Brot (2 €), eine Packung Margarine (1 €), 400 g Käse (4 €) und 4 Eier (1 €), dazu 4 Äpfel (2 €). Und 2 Liter kühles Leitungswasser (nahe 0 €) als Getränk. Für ganze 11 € bekommt man die gesamte Familie satt, etwa die Hälfte der Kosten von Schnellimbißtempeln und noch dazu wesentlich gesünder und kalorienärmer. Geldmangel kann also tatsächlich nicht das Problem sein.

Was ist also der wahre Grund, warum die Vertreter der „Unterschicht“ häufiger Fast Food zu sich nehmen? Es ist „uncool“, sich eine Scheibe Brot zu schmieren, von der Werbung läßt man sich einreden, daß Fast Food „in“, „bigger“, „better“ oder „liebenswert“ ist. Doch auch das ist keine hinreichende Erklärung. Menschen lassen sich selten zu etwas überreden, was für sie nicht wenigstens scheinbar Vorteile hat. Wo liegen die Vorteile gegenüber dem „Slow Food“? Die Zutaten müßten gekauft werden, das Brot müßte geschnitten und geschmiert, die Eier müssen gekocht, die Äpfel müßten abgewaschen werden und am Ende des Essens warten Abräumen und der Abwasch. Bequemlichkeit hat sich breit gemacht, und man läßt sich von dieser stärker beeinflussen als vom schlechten Gewissen oder öffentlich verlautbartem Gesundheitsbewußtsein.

Warum breitet sich in der Unterschicht Übergewicht aus?

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