EURO-Krise

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5. September 2013

Abwarten, Hoffen und Harren sind keine Lösung der EURO-Krise!

5. September 2013|Querdenker-Blog|Kommentare deaktiviert für Abwarten, Hoffen und Harren sind keine Lösung der EURO-Krise!

Abwarten, Hoffen und Harren be-/verhindern eine Lösung der EURO-Krise
– es gilt zu handeln!

Gemäß der Maxime: ‘Keine Kritik ohne Alternative!’ wurde das beigefügte Dossier* erarbeitet. Es geht an Wirtschaftsexperten, Lehrstuhlinhaber für Volks-, Wirtschafts-, Finanz- und Betriebswirtschaft sowie ausgewählte, mir zum Teil persönlich bekannte Personen, deren Interesse an der Lösung der ‘Euro-, Finanz-, Wirtschafts-, Banken- und Sozialkrise’ ich voraussetzen zu können glaube, und die ihrerseits nicht qua Amt oder Funktion im Öffentlichen Dienst, bei interstaatlichen Organisationen oder öffentlichen Lehranstalten sowie in Parteien in ihrer Beurteilung oder Entscheidungsfindung mehr oder weniger stark (oder völlig!) eingeschränkt sind.

Diese Ausarbeitung kann ohne Rückfrage beim Autor, aber jeweils mit Quellenangabe, beliebig weitergegeben und verwendet werden. Im Sinne der notwendigen Veränderungen, die wir aktiv angehen müssen, statt uns darauf zu verlassen, daß Politiker oder Parteien bereit sind, grundsätzliche Veränderungen vorzunehmen, sollten diese Gedanken jeden potentiell Interessierten erreichen. Insofern bin ich für jede Weitergabe dieser Gedanken ausgesprochen dankbar.

Für kritische Anregungen und Hinweise, aber auch für Rückfragen stehe ich selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Mit besten Wünschen

H.-W. Graf

* Der Autor ist seit 1972 als Finanzberater, Vermögensverwalter, Autor und Journalist (Wirtschaft, Politik und Psychologie) tätig.

Lösung der Euro-Krise, Hans-Wolff Graf.pdf

29. August 2013

Märchenstunden im Wahlk(r)ampf

29. August 2013|Politik|Kommentare deaktiviert für Märchenstunden im Wahlk(r)ampf

Ganz offensichtlich halten die Gralshüter politischer Weisheit das niedere Wahlvolk für durchgängig mit Alzheimer geschlagen; im ohnehin höchst larmoyanten Wahl“k(r)ampf“ drängeln die Granden und Grandinchen sämtlicher Parteien – die Alternative für Deutschland (AfD) mal ausgenommen – um das Wertvollste, was ein Volk politisch so zu bieten hat – die meinungsarme Mitte. Und dabei hoffen die Grünen darauf, daß der Wähler vergessen hat, daß sie es (in der Koalition mit den Roten) waren, die uns das Finanzdebakel besorgten, was 2008 in die Bankenkrise mündete. Nach wie vor gerieren sie sich als Bevormunder, Allesregler, Bessermenschen und naturbelassene Gutbürger; die Aufklärung über die Aufhebungsversuche des Inzest-Paragraphen und pädophil-affine Vergangenheitsgeräusche sollen tunlichst auf die Zeit nach der Wahl verschoben werden (die katholische Kirche läßt grüßen!), und über allem hebt der Flaschen-Pfand-Onkel Tritti(h)n schelmisch grinsend die gütigen Hände.

image006Frau Merkel schwelgt im Klimaschwindel-und Euro-Wahn, versteigt sich zu völlig absurden Drohbehauptungen („Noch nie haben Menschen mit einer gemeinsamen Währung Krieg gegeneinander geführt“. Schon mal was von ‚Bürgerkrieg‘ gehört?!) und überläßt es ihrem in 10 Legislaturperioden zynisch-gestählten Fahrensmann Schäuble, dem Wahlvolk immer wieder neue Märchen aufzutischen; der hatte schon im Mai 2010 ein Rettungspaket von € 110 Milliarden für Griechenland als ‚final‘ bezeichnet, um im Juli 2011 weitere € 109 Mrd. nachzuschieben, die sich im Zuge der durch „Unklarheiten“ ergebenen Verzögerungen bis Februar 2012 auf € 130 Mrd. erhöhten. Und nunmehr verkündet der ehrenwerte Finanzminister ein drittes „Hilfspaket“ (Höhe noch unklar) als alternativlos. Dabei hatte maßgeblich er die Verträge von Maastricht mitgestaltet, von denen heute kein Politiker mehr etwas wissen will.
Die CSU und ihr Vorturner Seehofer halten sich aus wirtschafts- und währungspolitischen Diskussionen vorsichtshalber ganz heraus; sie reiten (bereits zum 4. Mal) das probate Wahlschlachtroß „Maut für Ausländer“. Und die Troika der SPD liest unschuldigen Kindern lustige Märchen vor. Mindeststundenlohn und Kitas, Bildungsfonds und Betreuungsgelder, Mindestrenten und Infrastrukturmaßnahmen – darüber sind sich Regierung und Opposition einig. Das dafür nötige Gesamtvolumen in Höhe von knapp € 56 Mrd. (bis 2015) wollen Rote und Grüne mit neuen Steuern stemmen – also einfallslos wie immer –, wohingegen Schwarze und Gelb-Blaue das Thema Steuererhöhungen lieber auf nach der Wahl verschieben. Über letztere, geführt vom weinseligen aber umso unfallgefährdeteren Brüderle und dem lustigen FDP-Philipp hüllen wir schon mal gnädig den Mantel des Schweigens.

Die wirklich brisanten Probleme, die Finanzierung bankrotter Staaten und Kommunen – hier geht es um hunderte von Milliarden Euro – artikuliert einzig die Alternative für Deutschland (AfD). Die Frage, ob das ganze System überhaupt überlebensfähig ist, stellt leider keine der sich in Berlin tummelnden Parteien.

Thyssen-Krupp, der Baumarkt Praktiker, Solarworld, als letzter Solar-Riese gerade noch an der Pleite vorbeigerutscht – viele DAX-Unternehmen und Großkonzerne leben derzeit (noch) vom billigen Geld, fürchten aber nichts mehr, als daß die FED und ihre europäische Schwester EZB im Gleichschritt das Quantitative Easing reduzieren und die Zinsen allmählich anheben.
Was dies für die Wirtschaft (Konzerne, Banken, etc.) und die öffentliche Hand (Staaten, Länder und Kommunen) bedeuten würde, ist heute schon auf der anderen Seite des Atlantiks auszumachen: Das wirtschaftliche Mekka der 70er und 80er Jahre, Detroit, ist mit mehr als 18 Mrd. US-$ restlos pleite; ganze Regionen, z.B. Jefferson County, mit 4,2 Mrd. US-$ verschuldet (bei Steuereinnahmen von 2 Mrd. US-$) und etwa 50 weitere größere Städte krempeln ihre gesamte Verwaltungsstruktur um, schließen Schulen und öffentliche Gebäude, Feuerwehren und Polizeistationen, kürzen Pensionen und staatliche Zusatzleistungen.
Insgesamt sitzen in den USA Bundesländer und Gemeinden auf ungedeckten Pensionszusagen von mehr als 4 Billionen US-$ und können ausgegebene Anleihen von über 3,7 Billionen US-$ nicht mehr in vollem Umfange bedienen.
Laut Meredith Whitney, die immerhin den Crash von 2008 korrekt vorausgesagt hatten, stehen mehr als 100 Städte und Gemeinden der USA vor der Pleite. Nicht viel besser steht es hierzulande um mehr als die 60% aller Kommunalhaushalte (siehe: Schuldenhochburgen), vor allem in Berlin, Bremen/Bremerhaven und NRW.

image006-1Der Unterschied ist nur, daß in den USA sowohl Städte und Gemeinden, als auch die Bundesstaaten nicht von der Regierung in Washington unterstützt und subventioniert werden; jede hat eigene Wege zu finden, um aus den Kalamitäten herauszukommen. In Europa hingegen baut man auf willfährige (oder leichtfertige) Versprechungen, um schlußendlich aber doch wieder den in ihren Traditionalitäten verhafteten Südländern benevolent unter die Arme zu greifen, bis schließlich auch den (noch) starken Partnern der Euro-Zone buchstäblich die Luft ausgeht.
Daß dies keine Dauerlösung sein kann, müßte eigentlich auch der inkompetenteste Politiker längst begriffen haben. Aber Politiker, Konzerne und Wahlvolk sitzen wie Hasen in der Sasse, pflegen ihr Fell und wärmen sich gegenseitig. Jeder wartet darauf, daß irgendetwas oder irgendjemand den beinahe komatösen Ruhezustand beendet. Die wirklichen Überraschungen werden uns wohl erst nach dem 22. September ins Haus stehen.
Ich hoffe eigentlich nur darauf, daß genügend Menschen in vier Wochen sämtlichen Regierungs- und Oppositionsparteien die Quittung dafür geben, daß dieses Land nicht geführt, sondern an die Brüsseler Illusionistentruppe verschachert wurde.

Interessante Frage: Was muß eigentlich noch passieren, bis auch der letzte Wähler erkennt, daß das Experiment Euro gescheitert ist und wegen Unbezahlbarkeit beendet werden muß?

Insofern ist wohl die AfD die einzig wählbare Partei!

H.-W. Graf

26. August 2013

Still ruht der See

26. August 2013|Gesellschaft, Innenpolitik, Politik, Steuer- und Finanzpolitik|Kommentare deaktiviert für Still ruht der See

– das spiegeln nicht nur die Indizes, sondern auch die tägliche Nachrichtenlage; Gustl Mollath, die Wahlkampf-Schimäre um den NSA-„Skandal“, der Wiederanpfiff der Bundesliga, die Doping-Debatte (zurück bis ins späte 20. Jahrhundert) – all das ist uns wichtiger als das Donnergrollen, das einen aufziehenden Sturm ankündigt. „Deutschland wird zu einem Brüsseler Protektorat“, unkt Dr. Martin Weiss, und „Die Notenbanker und Politiker riskieren den Zusammenbruch ganzer Gesellschaften und Völker“ mahnt Marc Faber, der in Hongkong residierende Nestor der Vermögensverwalter.

Doch hierzulande scheint alles in bester Ordnung; die Kandidaten der Bundestagswahl haschen mit teilweise putzigen Sprüchen und Versprechen nach Wählern – tolle Idee der Grünen, einen landesweiten ‚Veggie‘-Kantinentag (= fleischlose Kost für alle) einzuführen –, und insbesondere der DAX signalisiert – justament zum 25. Jubiläum seiner Einführung – deutsche Börsenqualität.
Aber schauen wir uns das Geburtstagskind etwas näher an, könnte sich die Stimmung verdüstern: nach außen eine grandiose Erfolgsstory – der DAX legte in 25 Jahren um 561% zu – kommt nach und nach die Wahrheit ans Licht, denn immer mehr setzen sich die internationalen Bilanzregeln nach IFRS (‚International Financial Reporting Standards‘) durch, die vom IASB (‚International Accounting Standards Board‘) über den Kopf nationaler Bilanzvorschriften hinweg festgelegt werden. Von den 30 DAX-Unternehmen – nur 15 sind seit Beginn dabei, der Rest ist vom Börsen-„Speisezettel“ verschwunden (teils durch Pleiten, teils durch Fusionen) – sind nur 5 im „grünen“ Bereich (Beiersdorf, BMW, Infineon, Münchner Rück und K+S, wobei K+S seit Januar 2013 fast 28% an Wert verloren hat), während die übrigen 25 erhebliche Probleme akkumuliert haben.

a) Verluste aus Übernahmen, die vorgetragen werden, statt daß sie in den Bilanzen abgeschrieben wurden. Diese sog. ‚Goodwill‘-Abschreibungen belaufen sich inzwischen auf über 50 Mrd. €;
b) Unterdeckungen in Pensionsverpflichtungen von über 14,5 Mrd. €, wobei die Frage erlaubt sei, wie einige der Unternehmen in den nächsten Jahren die bereits heute feststehenden Pensionsverpflichtungen von mehr als 300 Mrd. € stemmen wollen;
c) Werthaltigkeitsdaten aus Übernahmen in Höhe von 225 Mrd. €, die vom Prinzip Hoffnung getragen sind und
d) bilanztechnisch „ausgelagerte“ Leasingverträge im Wert von über 60 Mrd. €.

Allein die 30 DAX-Unternehmen halten damit (nicht bilanzierte/bilanzierbare) Risiken von mehr als 600 Milliarden Euro „im Feuer“.

Pars pro toto steht hier Siemens: Der ehemalige Vorzeigekonzern, in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts einer der drei finanzstärksten Unternehmen der Welt (neben Daimler Benz und der Allianz), verzeichnete 2012 einen Umsatz von 78,296 Mrd. €. Davon entfielen auf Deutschland jedoch nur noch 14,14% (11 Mrd. €), während in Nord– und Süd- Amerika 29,2% (22,9 Mrd. €), in Asien knapp 20% (15,523 Mrd. €) und im übrigen Europa sowie Afrika und Nahost fast 51% (39,9 Mrd.€) umgesetzt wurden.
Dagegen arbeiteten rund 30% der insgesamt 370.000 Mitarbeiter in Deutschland (bzw. unter deutscher Steuerbarkeit). Wesentliche Felder mußte Siemens inzwischen aber seinen Konkurrenten ABB und GE überlassen, bzw. sich mit geringeren Margen und hohen Subventionen (Verluste werden in Deutschland sozialisiert und vom deutschen Steuerzahler subventioniert) zufriedengeben (Rußland, Nahost). Bisweilen ließ sich der Münchener Konzern auch kräftig löffeln (z.B. von den Chinesen, die ihre Hochgeschwindigkeitszüge und -trassen nun doch lieber selber bauen).

Wir sind gespannt, wann die Erfolgs“blase“ DAX – mutmaßlich mit heftigem Knall – platzt.

Derweil wandeln die US-Amerikaner beim künstlichen Aufblasen ihrer Wertschöpfung und der Berechnung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf viel kreativeren Wegen: Mithilfe der hedonischen Berechnung (Güter mit höherem technischem Wert oder größerer Leistungsfähigkeit werden bei gleichbleibenden Preisen mit einem höheren Prozentsatz im BIP gewichtet) und der geometrischen Berechnung [steigt ein Gut in einer Klasse (z.B. Brot) im Preis, wird ein preisstabiles Gut der gleichen Klasse (z.B. Kuchen) höher bei der Berechnung des BIP gewichtet] steigerte die US-Wirtschaft das Gesamt-BIP flugs um 1,4% (560 Mrd. $); nach der herkömmlichen Berechnungsmethode läge der Zuwachs nur bei 0,87%.

Im EURO-Raum rutschen Frankreich, Italien und Spanien immer mehr in die Krise, – politische Reformen: Fehlanzeige; das Volk verweigert die Gefolgschaft –, und deren Volkswirtschaften nähern sich rapide den Verhältnissen in Griechenland, Malta, Zypern, Portugal und Irland. Insolvenzen und Arbeitslosenzahlen steigen in gleichem Maße wie BIPs und Exportquoten sinken.
Aber während sich die Völker noch immer ebenso hilflos und vertrauensselig auf ihre Politiker glauben, verlassen zu können, merkt kaum jemand, daß die wirkliche Politik längst nahezu ausschließlich in Brüssel betrieben wird. Aber die Sitzungsprotokolle der Europäischen Zentralbank (EZB) bleiben der Öffentlichkeit verborgen; sie verschwinden für 30 Jahre in den Aktenschränken, und selbst, wenn einige Notenbanker, sehr zum Mißfallen von EZB-Chef Mario Draghi, für mehr Öffentlichkeit plädieren, ändert dies überhaupt nichts; dann finden die wirklich wichtigen Gespräche eben nicht in offiziellen Sitzungen statt, und die Öffentlichkeit wird mit nichtssagenden Erklärungen abgespeist, wie dies nach G7/G8/G20-Treffen regelmäßig der Fall ist.
Und die Bürger warten ab; still ruht der See!

H.-W. Graf

23. August 2013

Doping in der Politik

23. August 2013|Politik, Wirtschaftspolitik|Kommentare deaktiviert für Doping in der Politik

Die Welt zeigt sich erschüttert und entsetzt – zumindest die der Sportfans; acht der neun letzten Tour-de-France-Sieger waren gedopt und neun der zehn schnellsten 100-m-Läufer wurden ebenfalls des Dopings überführt. Nicht viel anders sieht es in nahezu allen Einzelsportarten aus – Mannschaftssportler sind da etwas vorsichtiger (aus gutem Grunde).

Worüber echauffieren wir uns eigentlich? Die Sportwelt und Millionen (zumeist passiver) Sportfans wollen Siege und (wenn möglich) ständig neue Rekorde sehen. Dafür locken Millionen an Gehältern und Prämien, vor allem aber lukrative Werbeeinnahmen. Die Sponsoren ihrerseits hoffen auf weiter wachsenden Konsum und steigende Gewinne, was wiederum sowohl den Aktionären als auch den Finanzministern nur recht sein kann. Dabei läuft hier ein albernes Spiel ab: Ein Mitarbeiter der größten Doping-„Küche“ (in der Nähe Wiens) erklärte mir vor kurzem grinsend: „Natürlich wird in nahezu allen Sportarten gedopt, sonst wären die heute geforderten Leistungen völlig unmöglich. Wir müssen bei unseren Mixturen immer neue Wege gehen und sind dabei den Kontrolleuren immer zwei bis fünf Jahre voraus.

Aber, mal ehrlich: Was ist denn der Unterschied, ob sich ein Sportler mit EPO oder Eigenblut-Doping zu höheren Leistungen manipuliert, oder sich Banker, Manager und Politiker mit Kokain, Alkohol oder Tabletten dopen?
Die jeweiligen „Kollegen“ wissen ganz genau, was „läuft“, und keiner würde es wagen, den Konkurrenten dafür hinzuhängen. Nur wer es übertreibt, wer allzu offensichtlich unbotmäßig ins Rampenlicht drängt (oder sich einfach als zu blöde erweist), wird ausgegrenzt, öffentlich „geoutet“ und zum „Abschuß“ freigegeben. Daß unsere Politiker sich nur allzu gerne dopen lassen – als „Berater“ (auch wenn sie von der Materie keinen Schimmer verstehen) und Vorzeige-„Hofnarren“ von der Wirtschaft – weiß jeder ganz genau.

Und wir, die Sportbegeisterten, Konsumwütigen und Politiker-Hörigen akzeptieren diese uns angebotene Scheinwelt nur allzu bereitwillig.

So erklärt man uns polymedial und tagtäglich, daß die Euro-Finanz-, -Wirtschafts- und -Bankenkrise „im Griff“ und weitestgehend gelöst sei, die Problemländer „beachtliche Fortschritte“ (Schäuble) vorzuweisen hätten, sich also weder heutige noch künftige Generationen „wirklich Sorgen machen müßten“.

Nun, die Realität ist eine gänzlich andere (siehe nachfolgende Grafiken) und beweist eindeutig, daß unsere politischen BänkelsängerInnen entweder vorsätzlich lügen oder schlicht nicht wissen, wovon sie überhaupt reden.
Welches Dopings sie sich hierbei bedienen, ist völlig nebensächlich.

Zu den Fakten: Die öffentlichen Schulden in Europa wachsen – trotz der historisch niedrigen Zinssätze! – weiter. So stieg der Schuldenstand im Euro-Raum inzwischen auf über 92% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) – allein in den letzten drei Monaten um 1,6%-Punkte. Vom 31.3.2012 (8,3 Billionen Euro) bis 31.3.2013 wuchs der Schuldenberg um 450 Milliarden Euro auf 8,75 Billionen. Die Maastricht-Kriterien (u.a. eine Schuldenobergrenze von 60%) sind längst Makulatur. Wuchtige Worthülsen (‚Fiskalpakt‘) und irreführende Abkürzungen [ESM, EFSF, EFSM, ESFS und FSB (gemeint ist nicht der russische Geheimdienst, sondern der ‚Finanzstabilisierungsrat‘)] dienen lediglich der Verwirrung und intellektuellen Entmutigung derjenigen, die diesen ganzen Unsinn zu bezahlen haben, auf deren Rücken dieses (finanz-)politische Theater veranstaltet wird – Sparer und Steuerzahler.
Zwar sanken dank weiterer Rekordsteuern Deutschlands Schulden im ersten Quartal 2013 um 15 Milliarden (auf nunmehr 81,2% des BIP), dafür kämpfen immer mehr Kommunen hierzulande mit dem drohenden Bankrott. Und im gleichen Atemzug stieg die Gefahr für den bundesdeutschen Steuermichel um mehr als das Vierfache (62 Mrd.), denn der irische Schuldenstand stieg im gleichen Zeitraum um 7,7%, der belgische um 4,4% und der spanische um 4%. Noch schlimmer steht die Lage in Griechenland (+ 24,1%) und Portugal (14,9%). Von den ebenfalls weiter steigenden (Jugend-)Arbeitslosenraten wollen wir an dieser Stelle gar nicht sprechen. Auch hier wird munter weiter fabuliert und gelogen; so image002
meldete Spanien für den Juni erstmals wieder sinkende Arbeitslosenzahlen. Dahinter stehen jedoch eine Veränderung der Berechnungsgrundlagen und die Flucht vieler Spanier aus ihrem Heimatland, wodurch sie automatisch aus der Statistik fallen.
Gleichzeitig versuchen sich viele Staaten ihrer Schulden teilweise dadurch zu entledigen, daß sie staatliche/kommunale Unternehmen privatisieren (siehe der Anstieg der Verschuldungen bei Nicht-Finanzunternehmen in Graphik 1).

Graphik 2 zeigt eindrucksvoll die Entwicklung der Renditen zehnjähriger Staatsanleihen, wobei der „Spread“ (= Unterschied) zwischen Italien, Frankreich und Deutschland heute prozentual weitaus höher ist als 1990 (bei der „Zeugung“ erst des ECU und dann des Euro), obwohl alle diese Länder dem Währungsverbund, den man mithilfe der gemeinsamen Währung zu erzwingen versuchte, angehören.
Nicht nur Griechenland und Italien haben sich mit mehr oder weniger erlogenen Statistiken in die EU geschmuggelt. Und die Kohls, Waigels, Schäubles, Schröders, Fischers & Co. wußten es – entgegen ihrer heutigen Lügen – ganz genau.

Wir können fest darauf setzen, daß (und dies gilt weltweit) die Zinsen auch weiterhin niedrig bleiben werden und die Notenbanken – Not-getrieben! – dafür weitere Billionen an Euro, Dollar, aber auch Yen und Yuan drucken werden. Stiege nämlich der Zins auf sein historisches Durchschnittsniveau (etwa 4%), bräche binnen weniger Monate das gesamte politische „Kartenhaus“ in sich zusammen (siehe Graphik 2, rechts).

image003Zum jetzigen Zeitpunkt bezahlen Sparer, die auf Geldwerte (Sparbücher, Festverzinsliche, Anleihen, etc.) nach Abzug von Steuern und Inflationsraten Negativzinsen einfahren, und immer höher belastete Steuerzahler das Festmahl für unsere gedopten Politiker. Doch irgendwann kommt die (bereits heute ersichtliche) monströse Rechnung, denn keiner unserer Politsportler und keines ihrer Teams (Parteien) hatten a) die Kompetenz und b) den Mut, dieses ‚Wahnsinnsprojekt‘ ‚EUro‘ bereits vor fünf Jahren als gescheitert zu erkennen und dies öffentlich zu erklären, da sie fürchteten, von aufgeschreckten Wählern aus dem Amt gejagt zu werden.
Und hier schließt sich der Kreis: Sportfans wollen leider genauso belogen und hinters Licht geführt werden wie Steuerzahler, Konsumenten und Wähler. Feinsinnig, wenngleich wohl anders gemeint, drückte dies Ilse Aigner, Verbraucherschutzministerin, aus: „Privat ist privat, und Politik ist Politik“. Und schon EZB-Chef Mario Draghi ließ uns wissen, daß man als Politiker eben notfalls lügen müsse. Warum nimmt man Sportlern gleiches Verhalten übel?

H.-W. Graf

8. Mai 2013

Wir dürfen nicht passiv zuwarten.

8. Mai 2013|Querdenker-Blog|Kommentare deaktiviert für Wir dürfen nicht passiv zuwarten.

Liebe PERSPEKTIVE-Mitglieder,

wenn ich mich heute “exclusiv” an Sie/Euch (und einige QuerdenkerInnen) wende, dann deshalb, weil vieles darauf hindeutet, daß in der nächsten Zeit – seien dies Wochen oder Monate – Umwälzungen erheblichen Ausmaßes auf uns alle – nicht nur in Deutschland und auch nicht nur in der EURO-Zone – zukommen werden.

Darauf deutet nicht nur die Gründung der AfD (und deren wachsende Wahrnehmung in den öff.-(un)rechtlichen Medien) hin, sondern auch die (in deutschen Medien zumeist verschwiegene oder nur spärlich erwähnte) Verschärfung der allgemeinen
Lebensbedingungen in den süd- und südosteuropäischen Ländern hin. So werden in Griechenland, Frankreich, Spanien, Italien und sogar Portugal inzwischen Politiker (schriftlich und öffentlich) bedroht. In Ungarn macht sich ein massiver Rechtsruck mit seit fast 70 Jahren nicht mehr gehörten Thesen und Vokabeln breit.

Im gesamten EU-Raum (26) und der €-Zone (17) driften die ‘(sozial)politische’ und die ‘realwirtschaftliche’ Welt immer mehr auseinander, was zur Reduktion des Mittelstandes, einer immer weiter klaffenden Separierung von Unter- und Oberschicht, zunehmender (Jugend-)Arbeitslosigkeit, steigenden Belastungen für die nationalen Sozialbudgets und sinkenden nationalen Bruttoinlandsprodukten führt. Dem Diktat der “Troika” (EZB, IWF/BIZ und EU-Kommission) unterstellt – weil ansonsten sofort bankrott – ziehen sich die nationalen Politiken, parteipolitisch zunehmend zerstritten und realpolitisch völlig überfordert, auf “Austeritäts-Programme” zurück, die vor allem die Schwächsten und Ärmsten, Kinder, schlecht ausgebildete Jugendliche und das berühmte “Prekariat” treffen, die entweder emigrieren (notfalls illegal) – Deutschland verzeichnete 2012 die höchste
Nettozuwanderung (nach Abzug der Auswanderer sowie ausländischer “Heimkehrer”) seit 1999 – oder zu rebellieren beginnen.
Zudem sinkt bereits spürbar der deutsche Exportanteil in die finanz- und sozialpolitisch zunehmend schwächelnde Problemstaaten des EURO-Raums. Wir sitzen hier nicht auf einer “Insel der Glückseligkeit”.

(mehr …)

8. Mai 2013

Hervorragendes Editorial aus WiWo

8. Mai 2013|Querdenker-Blog|Kommentare deaktiviert für Hervorragendes Editorial aus WiWo

Dieses hervorragende Editorial aus der Wirtschaftswoche wollte ich Ihnen nicht vorenthalten.

Quelle: blog.wiwo.de | Veröffentlicht: 04.05.13

Roland Tichy – Mach mir den Italiener
Laut jammert Europa über das deutsche Spardiktat in der Euro-Krise; Berlin ist isoliert. Könnten wir auch anders? Ein Gedankenspiel…

Lesen Sie weiter unter:
blog.wiwo.de/chefsache/2013/05/04/mach-mir-den-italiener/

23. Januar 2013

62% der Deutschen mißtrauen dem EURO!

23. Januar 2013|Querdenker-Blog|Kommentare deaktiviert für 62% der Deutschen mißtrauen dem EURO!

Dem Berliner “Neo-Adel” ist das völlig egal; die Politiker wissen eben, was – jenseits aller Demokratie – gut ist für den tumben Bürger.

Lesen Sie dazu folgenden Artikel:

Quelle: Spiegel online | Veröffentlicht:22.01.13

Schuldenkrise: Die meisten Deutschen trauen dem Euro nicht

Die Schuldenkrise in Griechenland, Geldwäschevorwürfe gegen das strauchelnde Zypern: Die Euro-Krise schadet dem Kontinent nicht nur finanziell – sie zerstört auch das Ansehen der gemeinsamen Währung. In einer Umfrage sprechen ihr nur vier von zehn Deutschen volles Vertrauen aus…

Lesen Sie weiter unter:
www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/die-meisten-deutschen-trauen-dem-euro-nicht-a-879075.html

22. August 2012

Meinhard Miegel auf 3sat zu den wirklichen Hintergründen der “EURO-Krise”!

22. August 2012|Querdenker-Blog|Kommentare deaktiviert für Meinhard Miegel auf 3sat zu den wirklichen Hintergründen der “EURO-Krise”!

Sehenswerter Beitrag:
Meinhard Miegel
auf 3sat zu den wirklichen Hintergründen der “EURO-Krise”!

www.3sat.de/mediathek/?display=1&mode=play&obj=32013

14. August 2012

Wolfson Economics Prize 2012

14. August 2012|Finanzen / Wirtschaft, Wirtschaftspolitik|Kommentare deaktiviert für Wolfson Economics Prize 2012

Der von dem englischen Lord Simon Adam Wolfson ausgelobte ‚Wolfson Economics Prize 2012’ suchte weltweit nach einer ‚Beschreibung des besten Auswegs aus der EURO-Zone sowie Perspektiven für den Verbleib der übrigen Mitglieder’.
Namens und im Auftrag des ‚PERSPEKTIVE ohne Grenzen e.V.’ verfaßte ich nachstehenden Wettbewerbsbeitrag.

Wenngleich wir es mit unseren Vorschlägen (die mutmaßlich zu alternativ waren) nicht in den Kreis der fünf Finalisten schafften, erlaube ich mir, Ihnen meine Gedanken zur Lektüre anzubieten, da ich der festen Überzeugung bin, daß wir geistig völlig aus dem bisherigen System ökonomischen Denkens aussteigen müssen, um wirkliche Lösungen für die Banken-, EURO- und Euro-Zonen-Krise – in Wahrheit handelt es sich um eine monströse (internationale) Staatsschuldenkrise – zu finden, wenn wir nicht gewärtigen wollen, daß uns das internationale Finanzsystem um die berühmten „Ohren fliegt“ – mit unabsehbaren finanziellen, wirtschaftlichen und (vor allem) sozialen Folgen.

H.-W. Graf

Vorstand PERSPEKTIVE ohne Grenzen e.V.

Wegen der vielen Anfragen aus dem Ausland jetzt auch in Englisch.

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