– der Versuch eines Blicks hinter die Kulissen religiöser Verblendung –

Mag sein, daß die folgenden Gedanken das Gros der rund 2,7 Milliarden Menschen, die heute noch den monotheistischen mosaischen Religionen[1] angehören, empört aufschreien, friedlichstenfalls vielleicht den Kopf schütteln lassen. Mutmaßlich gibt aber vielleicht ein Teil der sich angesprochen Fühlenden der Toleranz oder zumindest dem Interesse die gebotene Chance.

Sollte das Folgende aber zu differenziertem Nachdenken anregen oder gar zu Umdenken gereichen, könnten sich Verfassen und Lesen gleichermaßen gelohnt haben, vor allem aber ergäben sich Chancen für eine friedlichere Zukunft im Zusammenleben einer Gattung, die sich homo sapiens sapiens[2] nennt, bislang jedoch erschreckend insapienter [3] mit sich und ihren Artgenossen umgeht.

Im folgenden will und werde ich niemanden mit ausschweifenden Diskursen durch Bibel, Talmud oder Koran, einen Streifzug durch die Genesis oder einzelne Evangelien, belehrungsheischende Quellenzitate oder Exegese-Diskussionen quälen. Vielmehr will ich – nicht mehr und nicht weniger – aufzeigen, daß diese unsere Welt sich erst dann aus der Klammer unmenschlicher (und menschenunwürdiger) seelischer, geistiger und physischer Vergewaltigung – regelmäßig in Manipulation, Korruption, Krieg und Verelendung mündend – befreien wird, wenn wir den psychologischen und dialektischen Hintergrund buchstäblich aller Religionen, insbesondere der monotheistischen (als der heute materiell/funktional mächtigsten und brutalsten), schonungslos offenlegen. Das mag Manchen vielleicht schmerzen, Andere empören. Ich halte dieses Vorgehen aber für die einzige Möglichkeit, wirklich einen Weg zu Frieden und Freiheit, Autonomie und Authentizität im menschlichen Miteinander zu finden, statt davon in 10.000 Jahren bewußter Menschheitsgeschichte und 3.000 Jahren Philosophie nur zu träumen.

Das Menetekel des ‚Vertrages von Amiens’ (1802) [4] und der darin enthaltenen düsteren Prophezeiungen wird erst dann seine diabolische Kraft verlieren, wenn ein genügend großer Teil der Menschen bereit ist, aufzuwachen, mitzudenken, mitzuentscheiden und mitzuhandeln.

Religionen – worum geht es dabei überhaupt?

Wer sich mit Religionen und Religiösität diskutativ befaßt, hat traditionell schlechte Karten. Er läuft von vornherein Gefahr, in (unvermeidliche) Verallgemeinerungen zu verfallen, mißverstanden und fehlinterpretiert zu werden. Vor allem aber berührt die Thematik einen höchst individuellen Gefühlsbereich, der sich eo ipso nur ungern der Auseinandersetzung öffnet, als sehr privat betrachtet sehen will und zumeist mit persönlichen Überzeugungen vertreten wird, die per se nicht diskutabel sind. Religion ist merkwürdigerweise ein allgegenwärtiges, höchst öffentlich gepflegtes Tabu.

In kaum einem Haushalt fehlt – je nach dem – eine Ausgabe des Talmud, der Bibel oder des Koran, gelesen wird darin aber recht selten.

In allen drei Religionen leiten klare Regeln, Gebote und Vorschriften den Menschen zu einer gottgefälligen und jenseitiges Heil versprechenden Lebensweise an, aber nur Wenige halten sich an das überlieferte ‚heilige Wort’. Da dies wie selbstverständlich vorausgesetzt wird, bietet die Schrift praktischerweise auch gleich die entsprechende Vorgehensweise zu Buße und Rehabilitation, Errettung vom Übel und drohender Verdammnis, Rückführung auf den Pfad des Lichts, der Versöhnung mit dem Allmächtigen und die Abkehr von, wie dies verständnisvollerweise betont wird, nur allzu menschlicher Sünde. Als Belohnung winkt ewiges Seelenheil. Der Strafenkatalog der denen droht, die sich ‚göttlichem Geheiß’ versagen, ist hingegen furchteinflößend drakonisch.

Die geradezu dogmatisch vorausgesetzte ‚Sündhaftigkeit’ erfüllt, psychologisch betrachtet, natürlich ihren Sinn; sie hält das Menschlein in einer, quasi seiner Unvollständigkeit zuzuschreibenden Abhängigkeit – womit wir unmittelbar beim Wortstamm, der etymologischen Wurzel des Begriffes ‚Religion’[5] ankommen. Religion will also binden und verpflichten. Aber wen und warum? Wer bestimmt, wer sich wem und wie zu welcher Lebensweise verpflichtet zu fühlen hat? Wer legt(e) die Regeln fest, wer wacht über deren Einhaltung und welches Endziel verfolgt das Ganze eigentlich?

Ursprung und Sinn aller Religiösität

Der ‚ursprüngliche’, aus der Evolution eines heute von der Wissenschaft auf etwa 3,5 Milliarden Jahre geschätzten Entwicklungsprozesses des organischen Lebens entstandene ‚homo erectus[6] kannte noch keinen Gott, Götter und Göttinnen. Er kämpfte nach guter Väter Sitte und natürlicher Gegebenheit um sein Überleben, zeugte und gebar seine Nachkommenschaft, kämpfte auch um deren Überleben und lehrte diese, selbst für das eigene Fortkommen zu sorgen – nicht anders, als uns dies alle Tiere bis heute vorexerzieren.

Erst mit der – mutmaßlich den Menschen vom Tier unterscheidenden – ‚Entwicklung des Bewußtseins’ trat eine entscheidende Veränderung ein: Der Mensch begann, im Verlauf von (geschätzt) etwa 1 bis 1,2 Millionen Jahren, sich seiner Umwelt bewußt zu werden, diese gedanklich zu erfassen, zu sortieren und nach bestimmten Kriterien zu ordnen. Der Instinkt erhielt einen rasch stärker werdenden Mitstreiter – den Verstand. Mit dessen Entwicklung, vor allem dem Schluß der Hirnbrücke, die rechte und linke Hirnhälfte miteinander verbindet, ging eine Einzigartigkeit einher, die uns von allen anderen Lebensformen und Spezies unterscheidet: Wir lernten zu abstrahieren, Gegenwart von Vergangenheit einerseits und Zukunft andererseits zu unterscheiden. Aus gutturalen Lauten, Balz- und Warnrufen entstand eine differenzierte Sprache, die den uns umgebenden Entitäten Namen gab, Begrifflichkeiten zu Gegenständen werden ließen, uns untereinander beschreibend zu kommunizieren ermöglichte und uns gestattete, Gedanken und Gefühle zu verbalisieren, auch wenn diese nicht in konkreter Form, haptisch und unmittelbar sinnlich (er)faßbar vorlagen.

Damit einher ging aber auch, neben vielem anderen, daß die Vergleichbarkeit und das (Be)Werten, Einzug in unser Leben hielt und unser interaktives tägliches Erleben mehr und mehr zu dominieren begann. Damit verbunden war aber auch zunehmend die Abgrenzung von abstrakten Wertbegriffen und -vorstellungen, was dann Grundlage der (aktiven und passiven) Beurteilung, Grundlage eines Verständnisses von ‚gut(besser)’ oder ‚schlecht(er), mehr oder weniger wertvoll – im Vergleich mit dem Stammesnächsten – wurde. Und letztlich liegt hierin auch die Ursache für das, was dem Menschen bis heute so arges Kopfzerbrechen bereitet: Er/Sie entdeckte die ‚Frage nach dem Sinn’, der Zweckmäßigkeit!

Die Entwicklung einer ‚abstrakten Neugier’, die den Menschen – losgelöst von unmittelbar Erlebtem – nach dem Grund, der Ursache und übergeordneten Zusammenhängen fragen ließ, beschleunigte einerseits den Vorsprung des Menschen gegenüber der gesamten übrigen belebten Natur, andererseits schuf diese Fähigkeit des Denkens und Hinterfragens erst das Problem, mit dem sich der Mensch – anders als der Rest des irdischen Lebens – in immer gravierenderem Maße seither herumschlägt: Auf jeden Zugewinn an Verständnis um Zusammenhänge, jede Entdeckung und Entschlüsselung eines Phänomens folgte unmittelbar ein praller Sack neuer Fragen, auf die der wißbegierige Mensch nun wiederum nach Antworten suchte, um die Dinge in den Griff, unter Kontrolle zu bekommen, sie sich dienstbar zu machen und dies, wenn möglich, noch vor dem Nachbarn, da das dann einen Vorsprung, einen persönlichen Vorteil im Wettbewerb mit der Umwelt sicherte.

Nun gab es vor allem zu Beginn dieses Prozesses noch jede Menge Phänomene und Entitäten, die sich dem Verständnis des archaischen Menschen völlig entzogen; Blitze und Donner, die Gezeiten und der Wechsel von Tag und Nacht, Regen, Hagel, Schnee und Nebel, die Wandlung von Wasser zu Eis, das Wachsen, Gedeihen und Sterben von Tier und Pflanze, generell die Phänomene von Leben und Tod, waren dem Menschen in grauer Vorzeit unbegreiflich. Einerseits weil Unbekanntes nicht nur Neugier, sondern auch Angst und Unsicherheit generiert, andererseits aus dem intellektuellen Drang, nicht Erklärbares wenigstens halbwegs zu erfassen, zu benamen und in seiner Unerklärbarkeit verstehbar zu machen, griff bereits der Mensch des Altertums zu einem „genialen“ Trick: Er erfand das Wesen einer für Unerklärbarkeiten zuständigen Institution – GOTT -, wobei der noch etwas simpler gestrickte antike Mensch jeder Unerklärbarkeit eine eigene Gotteszuständigkeit unterjubelte, das Kaleidoskop der Phänomene ‚sinnvoll’ gruppierte und als dessen ‚Ursache’ dann Gottheiten benamte, die ihrerseits – höchst menschenähnlich – in Gruppen lebten, Stärken und Schwächen, friedliche oder eben mehr kriegerische Naturen hatten und alle menschlichen Tugenden und Eigenschaften widerspiegelten, bis auf eine: Sie waren unsterblich, lebten also mit den ihnen zugeschriebenen Phänomenen ewig und seit jeher.

Zum festen ‚Inventar’ der unterschiedlichen Stämme und Völker gehörten also neben unterschiedlichen Sprachen und sich allmählich herausbildenden Kulturen, Riten und Gesängen vor allem unterschiedliche Götter, die geschützt und verteidigt wurden, mit denen man sich gütlich zu stellen versuchte, die man ehrte, ihnen Opfer darbrachte und die man (mehr oder minder vorsichtig) darzustellen versuchte. Man schrieb ihnen auch gerne – weniger aus intellektuellen Motiven, sondern wohl eher als positive Erklärung für das eigene Nichtverstehen – übermenschliche Kräfte und Fähigkeiten zu und stattete sie häufig mit in der Natur beobachteten Attributen – flugtauglich, bärenstark, gazellenflink, wild und mächtig – aus. Vermittler zu diesen Göttern waren jeweils ganz spezielle (Gruppen von) Personen, denen ein spiritueller Sonderstatus zuerkannt wurde, was diese aber mitunter nicht davor schützen konnte, dem jeweiligen Gott geopfert zu werden – schönen Dank auch!

Diesen Göttern wurden Geschenke aller Art gereicht, Feldfrüchte und Opfergaben, wertvolle Metalle und Edles aller Art (mitunter auch Menschen, z.B. Feinde) – kleine Geschenke erhielten schon immer die Freundschaft.

Außerdem galt es, auch darin unterscheidet sich der heutige vom früheren Menschen kaum, schon mal vorab um Nachsicht für eigene Fehler und Unzulänglichkeiten zu bitten, also für künftige Versäumnisse bittstellerisch Vorsorge zu treffen. Dies galt (und gilt bis heute) vor allem für anstehende Kriege, bei denen es sich als sehr zweckdienlich erwies, einerseits den Gegner durch den Diebstahl und die Zerstörung dessen Gottheiten zu demoralisieren und ihn am Lebensnerv zu treffen, andererseits natürlich sicherzustellen, daß man selbst die wehrhafteren Götter an seiner Seite wußte und sich auf diese auch verlassen konnte. Nun, die Epen vergangener Zeiten künden reichlich und blutig von heroischen Schlachten um Ländereien, Frauen und Vieh, Macht, Ruhm und Ehre, wobei den Helden dann jeweils mehr oder minder pfiffige Götter zur Seite standen oder den Daumen senkten, sich mitten ins Getümmel warfen oder, etwas feige abseits stehend, Intrigen spannen oder taktische Anweisungen gaben. Mitunter verloren sie aber auch mit dem unterlegenen Trupp ihre Göttlichkeit und verschwanden entweder ganz oder wurden ins Göttergefüge der siegreichen Truppen integriert. Manche fristeten auch eine Art geistigen Exils – in der Erinnerung der Mythen und Sagen der Geschichte und der sporadischen oder periodischen Reminiszenz ihrer Verehrer, die sich, wiederum ein genialer Trick des Menschen, ihre Götter eben einfach unsterblich machten.

Solange man in die Göttergeschichtlichkeit menschlicher Kreativität zurückblickt, stechen zwei Phänomene dabei besonders hervor: Zum einen die Angst – verständlich aus der Tatsache, daß es sich ja hierbei um vermenschlichte ‚Geistwesen’ handelte, die bei allen guten Beziehungen immer etwas furchtgebietend und ominös blieben -, zum anderen den vorausgesetzten ‚Anspruch auf Vertrauen’ – auch kein Wunder; was nur nebulös beschrieben und (v)erklärt werden kann, kommt ohne Vertrauen (= den bewußten Verzicht auf Beweisbarkeit) nicht aus. In beidem liegen aber die mitunter grenzenlose Macht und psychologische Unangreifbarkeit, derer sich diese Geistwesen bedienen durften und sicher wähnen konnten, solange sich nicht die Götter der Gegenseite als die besseren, stärkeren und gewitzteren entpuppten.

Diese Zusammenhänge erkannten natürlich auch recht schnell die jeweiligen Heerführer. Um nun ihre Truppen noch heißer auf den Kampf, mutiger, unbedenklicher, opferbereiter und brutaler zu machen, stellten sie zum einen ihre Regentschaft unter den Schutz gerade opportuner Götter, achteten sorgsam auf eine gelebte Religiösität in ihrem Volk und suggerierten den Kämpfern, ihnen winke im Fall des Sieges nicht nur fette Beute und weltlicher Ruhm, sondern für den Fall des vorzeitigen Ablebens auch reichliche Ehre im Jenseits und gar manche überirdische Labsal. Na, wenn das keine Motivation ist; vor allem für diejenigen, die im irdischen Hier und Heute mit Armut, Not und Elend reichlich zu kämpfen haben. Dieserhalb ist einfach zu verstehen, warum wir als geschichtliche Zaungäste bisweilen fassungslos vor der Tatsache stehen, daß sich Menschen – jener Zeit wie auch heute – so naiv und hemmungs- wie bedenkenlos vor den Karren von Präsidenten und Königen, Pharaonen und Fürsten, Kaisern und Päpsten, Kardinälen und Rabbis, weltlichen „Leuchttürmen“ und Irrlichtern spannen lassen. Für die Unsterblichkeit und reichlich Jungfrauen kann man schon mal sein Leben opfern.

Um diesen, jeder Intelligenz spottenden Wahnsinn mitzutragen, galt (und gilt) es natürlich, jedes Hinterfragen und Untersuchen, Infragestellen oder Bezweifeln mit dem Hinweis auf das alles bemäntelnde Glaubensdogma zu verhindern, notfalls unter strengste Strafe zu stellen. Um das einzuüben, quasi schon mit der Muttermilch einzuflößen, bemächtigte sich der Clan der göttlichen Vermittler – zumeist mit Duldung des weltlichen Führers (wenn dieser nicht praktischerweise auch gleichzeitig der göttlicherseits berufene Chef war), da ihm dies ja nur nützlich sein konnte (außer wenn die Priesterkaste zu gierig wurde und fleißig Intrigen spann) – sinnvollerweise des spirituellen Wesens des jeweiligen Volkes: Hierzu galt es, im Jahresablauf bestimmte Rituale so manifest zu verankern, daß dem Volk immer wieder ins Gedächtnis gerufen wurde, zu welcher Götterwelt es, bitte schön, zu gehören habe. Höchst natürliche Geschehnisse im periodischen Jahresablauf gehörten hierzu ebenso, wie ganz spezifische, die jeweilige Religion (in Abgrenzung zu „feindlichen“) betreffende Rituale, zu denen das Volk jeweils aufgerufen, versammelt und darauf eingeschworen wurde. Unterlag ein Volk, kostete das zwar mitunter auch ihre Götter die künftige Verehrung, sinnstiftende Riten wurden aber von den Siegern gerne miterobert und dem eigenen Ritus beigemischt. So nimmt es kaum Wunder, daß z.B. kein einziges Symbol, kein Ritual und kein Feiertag der christlichen Kirchen originär ist; ob Jungfrauengeburt oder Himmelfahrt, die dubiose Übergabe der Zehn Gebote, der Heldentod (incl. Auferstehung) des Jesus und vieler seiner Jünger, der Propheten und Märtyrer, Ostern und Weihnacht, Taufe und Abendmahl – tut mir leid, Ihr Gläubigen, hatten wir alles schon mal. Das gilt sogar für die diversen Wunder und göttlich niederträchtigen Gottesstrafgerichte. Bevor nun orthodoxe Juden zustimmend nicken: Guckt mal in die Veden und die Baghavadgita!

Glaube – als (mitunter strafbewehrtes) Verdikt für hinterfragendes Denken – ist seit jeher eine scharfe Waffe. Kein Wunder, daß zu allen Zeiten das ‚Wissensmonopol’ (Stichwort: Herrschaftswissen) eifersüchtig bewacht wurde (und bis heute wird). Wissen eröffnet Chancen der Lebensgestaltung, geistiger (und real-gelebter) Freiheit, i.e. Unabhängigkeit, aber auch weniger Möglichkeit der Manipulierbarkeit, und genau das lag zu keiner Zeit im Sinne und Interesse der weltlichen und religiösen Führerschaften. So war es Jahrtausende lang nur den Führerkasten bzw. von ihnen abhängigen Spezialisten vorbehalten, Schriftgut einzusehen, zu horten und zu fertigen. Wer lesen und schreiben lernen, sich fortbilden oder studieren wollte, mußte sich dazu staatlicher/religiöser Einrichtungen bedienen. Privates Bildungsstreben galt vordem als verdächtig, nicht selten gar als Teufelswerk und wurde zeit- und ortsweise sogar mit der Todesstrafe belegt.

Alles, was die wichtigsten Vehikel der Macht anbelangt(e) wurde/wird unter das Verfügungsdiktum der weltlichen/religiösen Oligarchie gestellt, stand/steht ihnen allein zu Gebote, und allenfalls Unbedenklichen wurde – unter argwöhnischer Observation und nur portionsweise – Einblick in die Sphären höherer Bildung gewährt. Das staatliche Bildungsmonopol kennen wir in weltlich orientierten Staaten bis heute – von fundamental religiös gesteuerten Staaten ganz zu schweigen. Je enger die Allianz von Religion und Staatsmacht war/ist, desto stringenter waren/sind die Individuen, das Volk in summa, zu lenken, zu leiten und unter Kuratel zu halten. Wer diesem Monopol zuwiderhandeln, es in Frage zu stellen wagt(e), muß(te) den („heiligen“) Zorn der Monopolisten fürchten.

Die monotheistischen Religionen

Legten sich frühere Herrscher bei ihren Kriegszügen bisweilen noch mit ganzen Geschlechtern von Göttern an – und jedes Volk, das etwas auf sich hielt, bot seine eigene Kollektion an -, so kam es erstmals beim Judentum zu einer Verballung der Göttervielfalt auf eine zentrale Gottgestalt, dem nur hilfreicherweise einige Nebenfiguren, quasi als Emissäre und Interpreten göttlichen Willens, zur Seite gestellt wurden – auch dies nichts sensationell Neues.

Mit dem Judentum, das sich bis heute auf Urvater Moses beruft [7], hatte die Vielgötterei ein Ende. Er, Jahwe, war nun eindeutig als alleiniger Schöpfer, keinerlei Beschränkung unterstellter Chef und Richter, maßgebender Wegweiser, segnende und strafende Instanz und sogar Herr über hiesiges Leben, den Tod und die postmortale Perspektive „identifiziert“ und festgeschrieben. Widerstand zwecklos.

Die Gebote, zehn an der Zahl (wir werfen gleich mal einen Blick darauf), galten/gelten als irdischer ‚Ariadnefaden’ und alleingültige Richtschnur, wobei von vornherein deren Interpretation durch den ach so fehlbaren Menschen insofern Tür und Tor geöffnet wurde (und bis dato wird), als der ursprüngliche Text – in Ton geritzt, also relativ transportfreundlich, andererseits nicht ganz bruchsicher – nicht mehr ganz vollständig verfügbar ist, andererseits in ignoranter Verkennung seiner Bedeutung heute an vier verschiedenen Stellen sorgsam unter Verschluß gehalten wird. So ganz einig scheinen sich auch die Juden nebst ihren erlauchten Generalinterpreten nicht immer zu sein, was zum einen die Unsicherheit der Gefolgschaften – Zweck der Übung – schürt, zum anderen, daraus resultierend, deren unselbständige Abhängigkeit. Erklärbar ist das ganze Tohuwabohu auch noch ganz schlicht mit dem von menschlicher Beschränktheit nie zur Gänze erfaßbaren Mysterium des nunmehr solistisch herrschenden Alleingottes. Gelehrt wird dieses Gotteswort in unterschiedlicher Dichte und nach unterschiedlichen Schulmeinungen. Zudem kann und darf der fleißige Adept über jede Menge völlig kontroverser Aussagen und Vorgaben brüten, da nicht nur die allem voranstehenden fünf Bücher des Moses sowohl zu barmherziger Milde als auch zu unbeugsamer Unnachgiebigkeit (gegenüber Verneinern seiner Lehre, laut geäußertem Zweifel und gewahrter Unbelehrbarkeit) aufrufen. Der Talmud [8] schraubt die Verwirrung und die Kunst der zielgerichteten Kontradiktion in geradezu schwindelerregende Höhen, wobei zwei psychologisch interessante Phänomene (mit leider gefährlichen Auswirkungen) sofort auffallen (und, Jahwe sei Dank, die Zahl intelligenter Abweichler zusehends wachsen läßt): Die in der Thora, dem jüdischen „Katechismus“ postulierte Intoleranz allen Andersdenkenden gegenüber und die unverhohlene Überheblichkeit des eigenen Standpunktes, der festen Überzeugung dahingehend, daß sich, nur wenig vereinfacht, nur der strenggläubige Jude als Mitglied der „besseren“, der „auserwählten Rasse“ wähnen darf. Nimmt man diese (nur fragmentarisch veröffentlichten) Texte der Thora wörtlich, so könnte man von einem geradezu fanatischen – im ursächlichen Wortsinn sogar faschistischen[9] – Anspruch sprechen.

Ich stelle hierbei gar nicht auf die klaren Anleitungen ab, wie Ungläubige oder auch „Falschgläubige“ (damit sind die Anhänger der beiden anderen mosaischen Religionen gemeint) zu behandeln, zu überzeugen, notfalls auch zu zwingen und zu bedrohen erlaubt bzw. geboten ist [10], sondern auf die jede aufgeklärte, intelligente und humanistische Haltung mit Füßen tretende, apodiktische Aussage, nur ein Angehöriger des streng-orthodoxen jüdischen Glaubens könne sich dem „auserwählten Volk“ zurechnen.

Nun entschuldigt dies keines der unzähligen Pogrome, denen sich die Juden während der letzten 2500 Jahre immer wieder ausgesetzt sahen, zumal davon die lautstärksten Protagonisten dieser aberwitzigen „Lehre“ so gut wie nie betroffen waren, aber es erklärt, warum geistige Irrlichter mit anti-jüdischen Parolen so oft, so leicht und derart radikal die dumpfen Massen zu verblenden und zu irrwitzigem Hass aufzustacheln vermochten, was dann wiederum der – von bestimmten Personen/Organisationen trefflich genutzten – Schaffung einer geschichtlich einmaligen Märtyrerrolle des Judentums sehr zupass kam.

Nun hat der hier gegeißelte egozentrische (und reichlich alberne) Alleingültigkeitsanspruch durchaus Methode, denn Jahwe scheint, pardon, werte/r Leser/in, ein hochgradig pathologischer Fall eines von Minderwertigkeitskomplexen gebeutelten Zeitgenossen älteren Baujahrs zu sein. Denn das Wichtigste scheint ihm der Anspruch zu sein, der ‚einzige und wahre Gott’ zu sein, der seinesgleichen nicht neben sich duldet. Nun, dagegen kann man, mit entsprechender Therapie heute schon wahrhaft wunderbare Erfolge erzielen – Einsicht und Therapiefähigkeit vorausgesetzt.

Doch bevor sich jetzt Angehörige der beiden christlichen Kirchen süffisant zu mokieren beginnen: Wie lautet denn, mit Verlaub, das erste Gebot? Stimmt, da finden wir den gleichen, nicht weniger pathologischen Ansatz, und mit dessen Fortsetzung, dem 2. Gebot, setzt sich dieser arrogante Anspruch nahtlos fort, und den Muslimen geht es mit ihrem Allah auch nicht besser.

Weil wir gerade dabei sind: Sämtliche Gebote sind zum einen eigentlich Verbote, zum anderen fordern sie entweder zwanghafte Unterwerfung ein oder erschöpfen sich in Banalitäten; Diebstahl, Mord etc. galten bereits in vormosaischer Zeit, seit Jahrtausenden und in bis zu 1500 Jahren älteren Schriften, als Frevel und todeswürdige Verbrechen. Warum man seine Eltern lieben ’muß’, egal was sie ihren Kindern Gutes oder Schlechtes tun, wie sie leben (und ob sie ihrerseits gläubig sind oder nicht!), vermag irgendwie nicht so ganz einzuleuchten.

Die Dogmatik, mit der vom Taufbecken bis zum Urnengang alles ‚von oben’ geregelt und eingefordert wird, gleichwohl jeglicher Sinngehalt nebulös verbrämt oder schlicht verweigert wird, kann – jegliche Bereitschaft zum fruchttragenden Disput vorausgesetzt – allenfalls als überheblich, sicherlich aber nicht als sonderlich erwachsen bezeichnet werden.

Nein, Scherz beiseite, sämtliche mosaischen Religionen haben zwar – ein wahrer Beweis intelligenten Fortschrittes und in der Konsequenz einer zunehmend wissenschaftlich erforschten Welt, in der eben das Gros der uns umgebenden Phänomene geklärt wurde – die Summe aller restverbliebenen Göttlichkeiten gebündelt und in einer Generalgottheit vereint, aber damit hat es sich auch schon. Ansonsten geht es, recht schmählich archaisch, inhuman und krankhaft egozentrisch, ausschließlich um Macht, einen höchst korruptiven Herrschaftsanspruch, der sich am wenigsten und zu allerletzt um das vorgebliche „Subjekt“ bemüht zeigt, den Menschen.

Mag sein, daß sich Juden-/Christentum abfällig überheblich und angewidert über den Islam als die rückständigste und primitivste der mosaischen Religionen äußern zu dürfen glauben, uns als von Renaissance und Aufklärung geprägte Westeuropäer/Nordamerikaner/Kaukasier das fundamental-islamische Erlöser-/Märtyrertum, das religiös-fanatische Opferbewußtsein geradezu lächerlich und infantil anmutet. Aber dann sollten wir nur wenige Jahrhunderte zurückblättern. Die Greueltaten von mehr als 250 Päpsten und der unter ihrer Regie, zumindest aber mit ihrem Segen geführten Kriege mit Millionen von Toten (das holt der Islam in 1000 Jahren nicht auf), die Not und das Elend betrachten, das mit gesegneten Waffen und den flammenden Aufrufen Tausender von Gottfrieds [11] über die Menschheit incl. der hilflos neben uns existierenden Fauna und Flora von Christen gebracht wurde, sollte uns ganz schnell verstummen lassen.

„Ihr Christen habt in Eurer Obhut ein Dokument mit genügend Dynamit in sich, die gesamte Zivilisation in Stücke zu blasen, die Welt auf den Kopf zu stellen oder stattdessen dieser kriegszerrissenen Welt Frieden zu bringen.“

Mahatma Gandhi
Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung (1869 – 1948)

Unser Kommentar: Ähnlich wie Jesus stieß auch Gandhi zumeist mit seinen Mahnungen und Warnungen auf taube Ohren. Beider Philosophen Worte wurden von korrupten Ideologen zur Rechtfertigung eigener Machtgier und unmenschlichster Brutalität mißbraucht, ihre grundsätzlich friedliche Lehre verraten.

Und wenn wir mit dem Zurückblättern fertig sind, können wir uns schamhaft der nicht minder brutalen und korrupten Religionsgeschichte der Gegenwart widmen – mit einem rasch steigenden Ekel- und Abscheugefühl.[12]

Religionen haben per se korruptiven Charakter

Man mag es drehen und wenden, wie man will, gar mahnend auf liebevolle, höchst hilfsbereite Zeitgenossen verweisen, die als Angehörige einer Religion ein hohes Ethos im Umgang mit ihren Mitmenschen aufweisen; um die geht es überhaupt nicht, denn sie würden mutmaßlich auch ohne diese Vereinsmitgliedschaft Großartiges leisten. Nein, es geht um die Institutionen und die Tatsache, in welch niederträchtiger Weise sie das Denken, Fühlen und Handeln ihrer Umwelt, unserer Zeit (und Vergangenheit) brutal und machtversessen beherrscht und ausgenutzt haben, wobei sie dabei höchst intolerant und egoistisch ausschließlich eigene Ziele verfolg(t)en und völlig skrupellos mit der Unwissenheit ihrer Mitmenschen, den Ängsten und Unsicherheiten der in ihrem Machtbereich lebenden Menschen ihr perfides „Spiel“ treiben/trieben. Gerade diese Ängste sind den Religionen – zugegeben, nicht nur den monotheistischen mosaischen, aber vornehmlich diesen, die gleichzeitig und besonders nachhaltig über die technischen und finanziellen Mittel des Machtausbaus und -erhaltes verfügen – ausschließlich Mittel zum Zweck. Dabei war/ist ihnen kein (eigentlich ihren fundamentalen Forderungskatalogen diametral widersprechendes) Mittel zu nieder, kein Verbrechen zu infam und inhuman, als daß sie es nicht zur Durchsetzung ihrer Interessen einsetz(t)en. Dies zu hinterblicken müßte eigentlich schon jedem halbwegs intelligenten Menschen Grund genug sein, diesen korruptiven Vereinen ohne Zögern und sofort den Rücken zu kehren.

Was hält nun selbst ethisch hochstehende, höchst ehrenwerte Menschen in diesen Zwängen?

So interessiert der Mensch, insbesondere der junge, an Neuem ist, so sehr ängstigt ihn das Nicht-Verstehbare, insbesondere dann, wenn es existenzielle Bereiche betrifft – die Fragen nach dem Sinn des Lebens, dem Ursprung der Welt und ganz besonders die Frage nach dem ‚Danach’, verbunden mit der „liebevoll“ geschürten Todesangst. Wer thematisch dieses Feld besetzt, hierfür Antworten bietet und gleichzeitig ins ideologische Abseits stellt, was sich diesen „Antworten“ widersetzt, hat eine gute Chance, das Gros der Menschen hinter sich zu versammeln. Zumindest kann er es beeindrucken, zweifeln (und hoffen) lassen, in jedem Falle aber übt derartiges „Wissen“ per se eine Faszination besonderer Art aus, und kaum jemand käme auf die Idee, oder besser: hätte den Mut, dahinter infames Kalkül, bösartigen Machtanspruch und brutalste Form von Zwang zu vermuten.

„Mich beunruhigen gerade diejenigen Bibelstellen, die ich verstehe.“

Mark Twain
Schriftsteller (1835 – 1910)

Unser Kommentar: Drohungen und Tröstliches, Banalitäten und Verquer-Philosophisches – das ist der Stoff, aus dem geistig-seelische Fesseln geflochten werden, mit Hilfe derer die Menschen dienstbar gemacht und so trefflich eingeschüchtert werden können, Motivation und Manipulation wahlweise eingesetzt werden und die Menschen in Spannung zu halten sind.

Religionen, und beileibe nicht nur die monotheistischen, bieten also ‚bequeme’ Lösungen für unangenehme Fragen, die realiter keine entsprechenden ‚logischen’ Schlußfolgerungen zulassen. Sie verzichten auf rationale Beweisführung und sie personifizieren das nicht-Denkbare, das Unverstehbare. Gerade in dieser ‚Personifikation’ liegt das höchst Sympathische, das dann, mit den nötigen Wiedererkennungseffekten ausgestattet, Vertrauen, Ruhe, Geborgenheit und Frieden suggeriert. Man kann sich in den Schoß dieses Gottes, seiner Allmacht flüchten, wie wir dies ebenso in frühen Kindertagen bei der Mutter konnten. Das patriarchalische Element hingegen darf nicht fehlen. Voilà, das finden wir im zürnenden, strafenden, unbedingten Gehorsam einfordernden Gott. Fertig ist das Schutz, Liebe und Sicherheit gewährende, uns der eigenen Wahl, Zuständigkeit und Verantwortlichkeit enthebende und damit gleichzeitig entmündigende Gerüst jeder Religion. Wir werden genau in der kindlichen Abhängigkeit gehalten, die uns in der Familie – quasi der ‚göttlichen Trainingsstube’ – so hilflos und abhängig, leicht manipulierbar und letztlich auch berechenbar sein läßt. So wie die wenigsten Eltern ihre Kinder (rechtzeitig) los- und mündig werden lassen, da sie damit einen erheblichen, oftmals geradezu existenziellen Sinnverlust gewärtigten, so wenig kann den Protagonisten (und Parasiten) der Religion daran gelegen sein, ihre (wahlweise) ‚Kinder’, ‚Schäfchen’ (der gute ‚Hirte’!), den ‚schwachen Sünder’ tatsächlich eigenverantwortlich, reif und erwachsen (im Sinne von selbständig) werden zu lassen; sie gerieten außer Kontrolle, wären nicht mehr leit-, lenk-, form- und manipulierbar. Man stelle sich nur vor, daß die Imame, Rabbis, Priester und sonstige Amtsbefugte der besonderen Kategorie für ihr Aus- und Einkommen selbst sorgen müßten, Päpste und andere Religionsführer keine (höchst weltlichen) Machtbefugnisse mehr hätten, demzufolge keine Kriege führen, Reichtümer anhäufen und Millionen von Menschen ihrem Geheiß unterstellen könnten.

Bei Licht betrachtet ging es den religiösen Institutionen niemals darum, Menschen – in ihrer impersonellen Gesamtheit – zu helfen, sie zu retten, ihnen Wege zu persönlichem Glück und einer starken, sinnstiftenden Lebensweise zu bieten (von ‚schenken’ kann ohnehin nicht die Rede sein). Es ging schlicht darum, in intellektuell immer ausgefeilterer Form das Phänomen ‚Mensch’ in den Griff zu bekommen. Hieraus wird übrigens verständlich, warum den etablierten Religionen die Bildung von neuen Strömungen (vulgo: Sekten, Freikirchen usw.) so schrecklich gegen den Strich geht. Diese ‚Abtrünnigen’ bedienen sich zumeist einer moderneren Denkweise, benutzen intelligentere Formen der Beeinflußung, bieten attraktivere „Lösungen“ und verzichten auf die konventionellen, oftmals geradezu lächerlich anmutenden Ritualitäten.

Hier fürchten die religiösen ‚Platzhirsche’ um ihre Pfründe, gewohnte Etabliertheiten, Macht und Einkünfte. Das gleiche finden wir aber auch bei den weltlichen ‚Religionen’, den Parteien (und Gewerkschaften). Auch diese stellen sich jeder Neugründung vehement in den Weg, und zum gegenseitigen „Schutz“ gehen sie dafür sogar Zweckbündnisse ein (Fünf-Prozent-Klausel, Fraktions-Mindestgröße, etc).

Zurück zu den Religionen. Der Mensch ist ein sinnliches Wesen, also gilt es, seine Sinne anzusprechen, diese attraktiv zu motivieren und hinterhältig zu manipulieren. Hierzu dient den Religionen ein üppiges Gepränge (Kleidung der „Vorturner“, wertvolle Ausgestaltung der Bauten, die natürlich auch beeindruckend hoch oder voluminös sein müssen). Je höher Dome, Kathedralen und Minarette sind, desto näher ist man Gott (und desto besser wird das Gehöft gesehen). Auch der Geschmacks- und der Geruchssinn wollen berührt werden; Weihrauch und Wein, Myrrhe und die „leckere“ Oblate, die immer so unangenehm am Gaumen klebt, helfen dem Halt und Glaubensstärke heischenden Menschen in die rituellen Schuhe.

Die protestantischen Kirchen verkehren dieses Moment der Katholiken und Orthodoxen ins genaue Gegenteil; sie beeindrucken mit demonstrativer Schlichtheit. Kein Wunder: Als sie sich – von England (Heinrich VIII) ausgehend und im 16./17. Jahrhundert in Europa – als Gegenbewegung zu Rom etablierten, verfügten sie über wenig Mittel. Sie machten also aus der Not (Armut, geringe Einkünfte) eine Tugend (entsprechend dem ‚Ruf zu gottgefälliger Bescheidenheit’), was ja auch gut ankam. Aber man sieht, wohin es führt, wenn man den Menschen zuviel Freiraum läßt: Aus dem Protestantismus entwickelten sich bis heute fast 100.000 Freikirchen und verschiedene Sekten. Da haben die katholische und die orthodoxen Kirche(n) – na gut, von letzteren gibt es auch immerhin 12 national unterschiedliche – ihre Truppen schon noch besser im Griff. Andererseits: Gerade die Sekten und Freikirchen gewinnen zunehmend an Einfluß – nicht zuletzt durch die Suche vieler Menschen nach moderneren Alternativen. Zwar haben die Orden und ‚Geheimbünde’ (incl. des Geheimdienstes) speziell der katholischen Kirche auch enge Bande zu Wirtschaftsunternehmen und –zirkeln, aber die Sekten und Freikirchen laufen ihnen zunehmend den Rang ab[13].

Feste Riten schaffen für den verunsicherten Menschen die Berechenbarkeit, die ihm Ruhe, Ordnung und damit Sicherheit vermitteln. Den als unangenehm empfundenen Zwangscharakter nimmt man eben billigend in Kauf. Insoweit ging es sämtlichen Religionen, so benevolent sie dies auch jeweils beteuern, auch nie um wirklichen Frieden und weltlichen Wohlstand für die Menschen; Kriege, Armut, Hunger und Not treiben die schutzsuchenden Massen den Religionen in die Arme. Reichtum hingegen macht die Menschen zumeist träge und fett, vor allem aber abhängig[14]. Sie müssen aber von Zeit zu Zeit daran erinnert werden, wem sie was zu verdanken haben – ein gewichtiges Argument für das Verständnis der Entstehung so vieler Religionskriege und der willfährigen Beteiligung der Religionen an sämtlichen weltlichen Kriegen. In diesem ‚Denken’ verbirgt sich aber auch der (psychologische) Ansatz für die Entstehung der Geheimbünde, Orden und klandestiner Organisationen (bis hin zu Geheimdiensten) vor allem der katholischen Kirche, die – teils einander höchst feindlich gesinnt, teils in enger Kooperation – „die wahre Lehre“ zu verteidigen vorgaben, irdische Herrschaft zu kontrollieren trachteten, vor allem aber die eigene Macht zu wahren, den eigenen Reichtum zu mehren suchten. Eben diese Geheimbünde, Orden, etc., denen anzugehören Potentaten aller ‚Gewichtsklassen’ und Herkunft, Prominenten und billigen Selbstdarstellern (quasi den Bohlens, Friedmanns und Schröders aller Zeiten), ja selbst Dichtern, Denkern und Kunstschaffenden jeweils zur Ehre gereichte, Die klerikalen Geheimdienste mischten an Höfen und in Kanzleien mit, notfalls verbandelten sie sich mit der weltlichen Herrscherkaste, stellten sich mit den irdischen Regenten gut, um sich bestimmte Rechte und Privilegien zu sichern. Um die ihnen zu Füßen knieenden „Schäfchen“ ging/geht es ihnen nie. So verdient die russisch-orthodoxe Kirche heute am (steuerfreien) Verkauf von Alkoholika und Tabakwaren, so wie sie früher die Allmacht besaß, an der kein potentieller Thronaspirant vorbeikam. Die beiden ‚christlichen’ Kirchen Deutschlands verfügen (als einzige!) sogar über eine eigene Sozialgesetzgebung, waren seit jeher vielfach steuerbegünstigt und lassen ihre (gesetzliche!) Kirchensteuer (Stichwort: Konkordat) vom Staat eintreiben (gegen ein bescheidenes Verwaltungskostendisagio, versteht sich). Diese Kirchensteuer wird sogar – verfassungsrechtlich mehr als bedenklich – generell von Arbeitslosen erhoben, auch wenn diese überhaupt keiner Kirche (mehr) angehören, und auch bei Betrieblichen Altersversorgungen wird Kirchensteuer verlangt, auch wenn weder Arbeitgeber noch -nehmer in der Kirche sind. Die beiden ‚christlichen’ Konfessionen sind auch von der Grund(erwerb)steuer sowie der Grundveräußerungsteuer befreit – ein bis heute unangetastetes „Geschenk“ Adolf Hitlers an Papst Pius XI aus den Zeiten des Konkordats zwischen beiden ‚Partnern’. Pfarrer/Priester und Bischöfe ordern deshalb eigenen Grunderwerb einfach über ihre ‚Arbeitgeber’, et voilà!

Angst – der „Nährstoff“ der Religionen

Mögen die christlichen Religionen in den meisten europäischen Staaten nach außen nur noch wenig reale Macht verkörpern, im Denken und emotionalen Erleben der meisten Menschen, im täglichen Leben, den maßgebenden Gesetzen, vor allem aber in Kunst und Kulturen der ‚abendländischen’ Welt sind ‚christliche Werte’ noch fest verankert und höchst lebendig. Taufe und Ehe, rituelle Versammlungsorgien (die zumeist viel älterer Bauart sind) und Feiertage, Verfassungs(mein)eide und juristische Formalien – gar überall mischt der Klerus mit – manchmal unauffällig, häufig pompös, aber omnipräsent.

Gerade in unsicheren Zeiten – im Krieg, bei Seuchen, Elementarschäden und Hungersnöten –, bei drohender Gefahr (und vor Prüfungen), spätestens aber im Angesichts des Todes flüchten sich die ansonsten so ‚souveränen’ Erdlinge zahlreich und flugs in die schützenden Arme überirdischer Macht und deren terrestrischem Bodenpersonal. Von permanenter ‚Gläubigkeit’ sind vor allem die armen und ärmsten Länder der Welt betroffen – auch dies kein Phänomen nur unserer Zeit. Die Ängste des Menschen sind vor allem vom Grade seiner Bildung, seinem erworbenen Wissen und dem Zugang zu Informationen und Lehrinhalten bestimmt. Genau deshalb werden (und wurden) bestimmte Informationen von weltlichen und geistlichen Managern der Macht – von Führern hierbei zu sprechen wäre sicherlich falsch, eher von Verführern – so hermetisch unter Verschluß gehalten. Genau deshalb wurde über Jahrhunderte in der katholischen Kirche lateinisch gesprochen und gelehrt. Bestimmtes Wissen ist bis heute der Masse vorenthalten. Auf diesem Boden gediehen Geheimgesellschaften, Orden und Bünde aller Art. ‚Kabbalismus’ wurde zum Synonym für nicht Jedermann zugängliche Informationen, und deren Verrat wurde (und wird) nicht selten mit dem Tode bestraft. Wer als Außenstehender hierüber spekuliert, wird als Häretiker beschimpft, der Teufelsanbetung geziehen oder als ‚Weltverschwörer’ verlächerlicht. Dabei können sich die ‚Gralshüter der Macht’ der weitgehenden Zustimmung der Masse durchaus sicher sein, denn nichts fürchtet die Masse mehr, nichts lehnt sie bereitwilliger ab, als die Unbequemheit ‚Neuen Denkens’, da dies regelmäßig mit dem schmerzlichen Eingeständnis eines bisher gepflegten Irrtums verbunden ist – wie peinlich! Lieber verharrt man in ‚Altem Denken’, traditionellen Überzeugungen und weiß sich dabei im schützenden Konsens mit der Mehrheit. Innere Zweifel werden dann im Kreis der Verwandtschaft, Gleichgesinnten, notfalls dem örtlichen Himmelsvertreter verdrängt und weggewischt.

Dabei fußt die Macht der mit speziellem Wissen ausgestatteten Zeitgenossen zu allermeist auf der Unwissenheit der Massen. Moses, ein schlauer Druide, verblüffte (und erschreckte) die armen Israeliten noch mit seiner Fähigkeit, einen Stab zur Schlange werden zu lassen. Dabei weiß heute jeder halbwegs Gebildete, daß es sich hierbei um eine in der Nachtkälte erstarrte (völlig ungiftige) Sandnatter handelte, die durch Moses’ „magische“ Handwärme flugs zu neuer Beweglichkeit fand.

Nun, solche Scharlatane können es auch heute noch weit bringen – in den Religionen wie auch in der Politik (nur heißen sie dann eben Bush, Blair oder SchrödFischer). Wichtig für diese System-schmarotzer ist nur ein entsprechendes Maß an Angepaßtheit, bedenkenloser Machthunger und – bitte schön – keinerlei Skrupel.

Zwar räumen in den reichen Industrieländern nur noch zunehmend wenige Menschen der Religion eine große Bedeutung ein, aber unterschwellig bestimmen gerade die mosaischen Religionen weit mehr unser alltägliches Leben, als wir dessen zumeist gewahr werden.

In einer Untersuchung des „The PEW Global Attitudes Project“ wurde u.a. die ‚Gläubigkeit’ der Menschen in 44 Ländern untersucht. Dabei ergab sich ein klares Verhältnis der Religiösität zur wirtschaftlichen Situation; je ärmer und sozialpolitisch unterentwickelter ein Volk ist, umso dominanter ist i.d.R. der Einfluß der jeweiligen Religion(en). So ergab die Umfrage z.B. für Indonesien (95%), Indien (92%), Bangladesh und die Philippinen (je 88%) und alle 10 untersuchten afrikanischen Länder (insbes. Senegal, Nigeria und Elfenbeinküste) jeweils Zustimmungswerte von über 80%. Auch in Guatemala (80%), Brasilien (77%) und Mexiko (57%) bzw. Argentinien (39%) beweist sich o.g. These. In UK (33%), Kanada (30%) und selbst dem katholischen Mutter-/Vaterland Italien (27%), Deutschland (21%) und Frankreich (11%) spielen Religionen – angeblich – nur eine geringe Rolle, und auch in Osteuropa (Polen 36%, Ukraine 35%, Rußland 14%, Bulgarien 12%, Tschechei 11%) und dem entwickelten Asien (Südkorea 24% und Japan 12%) bestätigt sich der „Hang“ zur Säkularisierung.

Erstaunliche Ausnahme: Die USA! 59% der US-Amerikaner messen der Religion eine hohe Bedeutung bei. Hier dürften die historische Entwicklung und ethnische Hintergründe, vor allem aber die enorme Durchsetzung der gesellschaftlichen Schlüsselfunktionen (Medien, Finanzen, Kommunikation, etc.) maßgebend sein. Nirgendwo spielen das Judentum, der Katholizismus und 130.000 (!) protestantische Splitterreligionen und Sekten (bis hin zur Heilsarmee) eine derart große Rolle. So leben z.B. 90% aller weltweiten „Kreationisten[15] und rund 85% aller Mormonen im gottgefälligen Amerika.

God bless it and them“.

Die Mesalliance[16] von Religion und Staat

Weltliche wie geistliche Machthaber suchen verständlicherweise nach Mitteln und Wegen, die in ihrem Einflußbereich Stehenden in (für sie selbst) bequemster und nachhaltigster Weise unter Kontrolle zu halten, um die Systemik ihrer Macht nicht gefährdet zu sehen. Hierbei wenden sie, wen mag es wundern, bestimmte Mechanismen an, die sie im Laufe der Jahrtausende zunehmend perfektionierten. Alle haben aber eines gemeinsam: Sie bedienen sich des gesprochenen Wortes und der Körpersprache (nonverbale Sprache). Auf letztere fallen wir herein, wenn wir auf martialische Gesten und Beteuerungen bzw. Interesse oder Bedenken signalisierende Mimik unserer Politiker und Gewerkschaftler hereinfallen. Vor allem aber hallen gesprochene Schlüsselworte, die sich mit dem Geist der Zeit wandeln, in unseren Köpfen nach, die den Auftrag haben, sich in unserem Bewußtsein einzunisten, uns von der Lauterkeit des Absenders zu überzeugen, ihm zu vertrauen. Hier befleißigen sich weltliche und religiöse Machtgierlinge verblüffend ähnlicher Vorgehensweisen, womit wir beim Ursprung der geistig/seelischen Korruption sind, deren Werkzeug die Manipulation ist[17].

Bereits in den Urzeiten menschlicher Rudelbildung formierte sich die Bipolarität der hiesigen, funktionalen wie auch der spirituellen Welt, die nach dem nicht greifbaren ‚Davor’ und ‚Danach’ frug. In diese Klammer zwischen ‚Hiesigem’ und ‚Jenseitigem’ galt/gilt es also, den Stamm, das Volk, die zu beherrschende Masse möglichst frühzeitig und dauerhaft einzubinden. Dem dienen die ‚Handbücher der Macht’[18], mit denen wir von Kindesbeinen an nach und nach zu leben lernen. Vieles dort Enthaltene hat zwar ganz zweifellos seine Berechtigung, das meiste spiegelt aber Banalitäten grundsätzlicher Regularität, ohne die ein Zusammenleben mehrerer Menschen schlicht unmöglich wäre, was hingegen keiner schriftlichen Erwähnung bedürfte, da sich auch des Lesens nicht mächtige Wirbeltiere höherer Ordnung bereits seit Jahrmillionen danach richten.

Da sich aber nun dies- und jenseitige Inhalte gegenseitig bedürfen, vielfach gemeinsame Interessens- und Handlungsfelder haben, spielt(e) sich der Kampf um die Macht jeweils vornehmlich zwischen den Vorturnern der Religion (beginnend bei den Medizinmännern und Druiden grauer Vorzeit, heute den Päpsten und Patriarchen, Rabbis und Ayathollas, Imamen und sonstigen Religionsführern) einerseits und der weltlichen Staatsmacht (früher Häuptlinge, später der Adel, heute Parteien) andererseits ab. Dauerhaft erfolgreich waren Reiche, die eine gute Verbindung beider Pole (und ihrer Seilschaften) zuwege brachten, oder sogar beide „Positionen“ in einer Person vereinten[19]. So tasten heutige Vertreter der beiden ‚christlichen’ Konfessionen tunlichst das Grundgesetz nicht an und Vertreter der politischen Parteien (manche führen gar im Parteinamen an, was sie in praxi nicht leben) geloben eilfertige Treue („so wahr mir Gott helfe“)[20].

Die frühzeitige Einübung in die zweckdienliche Religions- und Staatstreue erfolgt im Elternhaus und in der Familie[21], wo dazu meist nur wenig ausgebildete, aber bereits sattsam ins System eingebundene (V)Erwachsene Religion und Staat den systemfreundlichen Nachwuchs sichern und sukzessive zuführen sollen. Auch bei Kindergärten/-horten und Schulen arbeiten Religion und Staat (bisweilen auch mal zähneknirschend) Hand in Hand. Unis und Krankenhäuser, Forschungsstätten und Bibliotheken, Medien und Wohlfahrtsorganisationen – die o.g. konkordialen[22] Bündnispartner stützen sich in vereinender Machtgier trefflich und einigen sich bei etwaigen Mißverständnissen zumeist recht schnell. Noch viel gravierender und offensichtlicher als in den ‚christlich’ dominierten tritt dieses Phänomen in den Ländern der ‚Dritten Welt’, insbesondere den nord- und schwarzafrikanischen sowie den moslemischen Ländern Asiens und des Nahen Ostens zutage. So hält in Saudi-Arabien das dortige Herrscherhaus, ein Clan von etwa 30.000 Familienangehörigen der Nachfahren von Ibn Saud [(ca. o,12% der Bevölkerung, denen ca 95% des gesamten Reichtums des Landes gehören – mit geheimdienstlicher, finanzieller und militärischer Unterstützung der USA] ein ganzes Volk (noch) in Schach. Der König ist gleichzeitig Oberhaupt der Wahhabiten, die sich als die wahren Interpreten Mohammeds verstehen. Dort verzichtet man natürlich gleich ganz auf Parteien. Gottkönig Fahd Ibn Abdel-Aziz al Sa’ud hat seit 1982 als Staats-/Regierungs- und Religionschef (noch!) alles unter Kontrolle. Immerhin ist er ja auch „Beschützer“ der ‚heiligen’ Pilgerzentren Medina und Mekka. Nirgendwo weltweit herrscht ein vergleichbar rigides, in archaischer Enge erstarrtes System. Doch dürfte es bereits in naher Zukunft in Riad zum Umsturz kommen – was auch die USA sehr wohl befürchten. Auch unter diesem Aspekt – Saudi-Arabien und der Irak halten die beiden größten (bekannten) Erdölvorräte! – muß der gerade zu Ende gehende zweite Golfkrieg gesehen werden.

Kurz und zurück zum Thema: Es hat sich als sehr probat herausgestellt, die Macht im Lande auf zwei Säulen zu errichten. Beide – politische Parteien[23] [wenn’s geht nur zwei oder max. drei (um das Märchen von der ‚Demokratie’ aufrechtzuerhalten)] mit ihren subversiven Unterorganisationen und dem feingesponnenen wirtschaftlichen Netzwerk einerseits und die Jenseitsverwalter mit ihren himmlischen Strukturvertrieben andererseits – beäugen sich argwöhnisch, damit keiner sich erdreistet, in ‚Nachbars Garten’ zu wildern. Solange man (gemeinsam) das Volk unter Kontrolle hat, läuft’s für beide Seiten und ihre Heloten prächtig.

Die wirtschaftlich und sozialpolitsch katastrophale Lage der arabischen und der schwarz-afrikanischen, der lateinamerikanischen und asiatischen Entwicklungsländer ist eine direkte Folge der korrupten und brutalen Mesalliance der weltlichen und religiösen Machthaber der reichen Länder mit denen der armen. Von den Geldern der Weltbank und der „Entwicklungshilfe“ der Reichen fließt nahezu alles in die Taschen der Machthaber der Entwicklungsländer – und das wissen UNO, UNICEF, IWF und Weltbank nur zu gut.

Aber die Staats-/Religionsführer der sog. ‚Dritten Welt’, wo immer noch Abermillionen Hunger leiden, keinen Zugang zu sauberem Wasser und kaum Bildungsmöglichkeiten haben, arrangieren sich mit den Religions- und Staatsvertretern der reichen Welt vortrefflich. Sie bieten Bodenschätze, Erdöl und strategische (Militär-)Basen, sichern andererseits ihre eigene Macht durch Korruption und den Verrat an ihren Bevölkerungen. Ob es sich dabei um „gewählte“ Staatsoberhäupter oder Diktatoren handelt, ist dem Westen und den Religionen gleichermaßen völlig egal. Hauptsache ist die Erschließung neuer Absatzmärkte für Waffen und die Sicherung eigener Vorteile. Dabei mischen die Religionen aller Couleur völlig bedenkenlos mit[24]. Wer einmal mit einer wirklich humanitären Nicht-Regierungsorganisation (NGO) über längere Zeit (und mit tieferem Einblick) in Entwicklungsländern gearbeitet hat, wird mir sicherlich beipflichten, wenn ich behaupte, daß die übelste und wohl menschenverachtendste Form materieller, geistiger und emotionaler/spiritueller/seelischer Korruption in der ‚Zusammenarbeit’ der höchsten Gremien von Staaten und Religionen sowie der von ihnen geschaffenen internationalen Organisationen zu finden ist.

Kleiner Einschub: Zum besseren Verständnis der Perfidie der Zusammenarbeit der staatlichen und religiösen Machtinhaber stellen Sie sich ein Dreieck vor, dessen Basis links mit G (Geist, Verstand), rechts mit S (Seele, Spiritualität, Gefühlsleben) und dessen Spitze mit K (Körper, Funktionalität) gekennzeichnet wird. Nun können Sie sich (und jeden Mitmenschen) privat, beruflich und als Mitglied jedweder Sozialität in all Ihrem Tun und Treiben vollständig diesem Dreieck zuordnen: Für rein funktionale Tätigkeiten ist das K zuständig. Hier liegen neben dem Konsum-/Beauty-/Gesundheitswahn u.a. auch der gesetzliche Wehr-/Ersatzdienst, die Besteuerung, das Finanzwesen und die Abgabenordnung. Auf der KGVerbindungslinie finden wir das Schul-/Universitätswesen, die geltenden Gesetze und Verordnungen, aber auch die hehren „Leuchtreklamen“ der ‚Demokratie’, des ’Sozialstaates’, der ‚Chancengleichheit’ und ähnlicher Verlogenheiten. Auf der KS-Verbindung hingegen regieren die Religionen, deren Werbesprüche von ‚Nächstenliebe’, ‚Brüderlichkeit’ und ‚Gottesdienst’ künden.

Durch die (buchstäbliche) ‚Umschenkelung’ des Lebensdreieckes jedes Mitgliedes der Societas haben nun Staat und Religionen alles ‚fest im Griff’. Daß aber die wirkliche Entfaltung einer Individualität, Freiheit, eine autarke Lebensführung und –gestaltung geradewegs auf der GS-Verbindungslinie liegen, weiß kaum jemand[25]. Und wird er sich dessen bewußt, drängt er gar nach persönlicher Freiheit und Selbstverwirklichung, kollidiert er mit den ‚Schenkelmächten’, die alles brauchen können, nur keine selbständig/eigenverantwortlich denkfühlhandelnden’ BürgerInnen (wenngleich sie so gerne und oft davon fabulieren). Diese Kombattanten ‚genuiner Korruption’ und ihre willfährigen (und deshalb so vielfach privilegierten[26]) Lakaien und Büttel promotieren sich gegenseitig ständig und zu beiderseitigem Vorteil. So gäbe es ohne den freiheitswidrigen Einfluß der Kirchen in Deutschland schon längst keine Sonn– und Feiertagsarbeitsbeschränkungen mehr (vom weltweit einzigartigen Ladenschlußgesetz ganz abgesehen). Auch die Zwangskirchensteuer (sogar zulasten der Konfessions-losen, aber unter Ausschluß aller anderen Religionen), konfessionell gebundene (und deshalb so wenige private) Schulen u.v.m. gehörten der Vergangenheit an. Die Parteien [nebst der von ihnen durchseuchten „öffentlich-(un)rechtlichen“ Suborganisationen (incl. der Medien und rund 35.000 weiterer ‚weltlicher’ kommerzieller Unternehmen)] wiederum stellen ihre Tätigkeiten immer folgsam unter das ‚christliche’ Diktat der beiden großen Kirchen. Das ist in den USA und anderen Ländern zwar grundsätzlich ebenso, doch nirgendwo in derart zugespitztem Maße. Zudem verteilt sich die religiöse Klientel in den USA auf rund 130.000 Religionen, Sekten und himmlische Organisationen. All das, diese omnipräsente Indoktrination wird mit ‚staatlicher Fürsorgepflicht’ oder ‚Tradition’ (Kirchengebimmel, Muezzingeschrei, 5-malig tägliche Gebetspflicht, Fastenriten, religiöse Verklei-dungsvorschriften u.v.m.) sinnstiftend umschrieben, in Wahrheit dient es nur der gezielten Manifestierung der Macht und der allgegenwärtigen Zurschaustellung (und Abgrenzung) gegenüber Andersdenkenden.

Die perfide Machtpolitik der Religionen

Konzentrierten wir uns bislang vornehmlich auf die großen Weltreligionen (und hier besonders die monotheistischen), so wollen wir die (geschätzt) weltweit etwa 200.000 kleineren Religionen, Sekten und animistischen (Natur-) Religionen nicht ganz vergessen. So haben sich in fast allen, noch so kleinen Stämmen und Völkern dogmatische Religionen und spirituelle Ausprägungen entwickelt, die mit dem Abstrakten, Spirituellen, Außersinnlichen hantieren und das nichtweltlich-funktionale Leben und Erleben ihrer Menschen bestimmen. Alleine in den 54 afrikanischen Ländern zählen Ethnologen etwa 35.000 rituelle Entitäten, die uns von der „Aufklärung“ geprägten (nur vermeintlich ‚über den Dingen stehenden’) Europäer oftmals putzig und recht archaisch anmuten. Es dürften aber gerade diese ‚religiösen’ Mechanismen sein, die viele Stämme und Völker Afrikas, Lateinamerikas und weiter Teile Asiens noch in Bann halten, fürchterliche okkulte Riten vollziehen, barbarische Kriege führen und Massaker anrichten lassen. Denken Sie an Beschneidungen unterschiedlichster Art, das Femen menstruierender Frauen, die Tötung mißgebildeter Kinder, das Aussetzen Kranker und Sterbender, heute noch übliche Menschenopfer, die Beschneidung von Mädchen und Frauen (unter zumeist katastrophalen hygienischen Bedingungen), Zwangsheiraten, rituelle Vergewaltigungen und Witwen-verbrennungen (nicht nur in Indien!). Insbesondere dieses Verharren in vorzeitlich-gestrigem DenkFühlHandeln verwehrt vielen Millionen Menschen den Eintritt in die Moderne, eine Entwicklung der Individualität und das, was man Fortschritt nennen könnte. Es hält sie in archaischer Sklaverei und geistiger, emotional-spiritueller und funktional-wirtschaftlicher Abhängigkeit.

Keiner Kolonialmacht, die mit dem arroganten Anspruch der Überlegenheit ‚traditionell’ gepflegte Religiösität abzuschaffen und deren Ausübung unter Strafe zu stellen versuchte, ist die vollständige Ausrottung vieler dieser Riten und Gebräuche gelungen. Auch eine vor kurzem erschienene langjährige Studie schweizer Ethnologen kam zu dem Schluß, daß es oftmals gerade diese religiösen Verstrickungen (Hexenbann, Flüche) und Traditionen sind, die weite Teile Afrikas massiv am sozialen, wirtschaftlichen, politischen und intellektuellen Fortschritt hindern. Das gibt der vielfach geäußerten Meinung Nahrung, der Mensch benötige einfach eine Religion für seine eigene Identifikation, für sein Leben. Und in der Tat haben alle politischen Systeme, die ‚Gott’ zwangsweise abschaffen wollten – wie z.B. der Sozialismus/ Kommunismus oder diverse Diktaturen und Militärregime – regelmäßig Ärger bekommen. Entweder flüchteten sich die Menschen verstärkt in verschiedene Formen von Aberglauben (Rußland ist hierfür wohl das beste Beispiel), entwickelten Heldenbilder und gebaren Mythen und Kulte neuer Art (z.B. Falun Gong in China), oder der Rauschgift- und Alkoholkonsum stieg ins Unermeßliche. Eine ähnliche Tendenz gewärtigen wir in den Ländern, in denen sich die Menschen angewidert von den traditionellen Religionen abwenden und ihr ‚Heil’ in esoterischen[27] Zirkeln, spiritistischen Kongregationen, Satanismus und anderen Kulten suchen. Es scheint, als ob der Mensch auch nach Zehntausenden von Jahren geistiger Entwicklung noch nicht in der Lage ist, die Diskrepanz von rational determinierter Hiesigkeit und metaphysisch-spiritueller Abstraktion seiner Selbst in den Griff zu bekommen. Nun, das ist sicherlich keine Frage der Genetik, sondern zuvorderst eine adaptionistische Behinderung, die wir vor allem den Organisationen – deshalb nenne ich sie in höchstem Maße ‚korrupt’ [28] – zu verdanken haben, die jedes Interesse daran haben, den Menschen spirituell unselbständig, ängstlich und abhängig zu halten – den Religionen!

Religionsinhalte und -werte stellen quasi ‚per definitionem’ auf nichtbeweisbare Inhalte ab. Sie hantieren genau mit den Ängsten, Zweifeln und Unwägbarkeiten, denen sich der Mensch – aller Neugier und Kreativität, philosophischer Erkenntnisfähigkeit und wissenschaftlicher Erforschbarkeit zum Trotz – hilf- und erklärungslos gegenübersieht, seit er über ein hinterfragendes Bewußtsein verfügt. Damit reihen sich die Religionen – Mittel zum Zweck schieren Machterwerbs/-erhaltes – in die Phalanx der Ideologien ein, die – im Gegensatz zu Philosophien – nicht einen ethisch-geistigen Zugewinn, eine humanistisch orientierte Entwicklung beabsichtigen, sondern aus völlig egoistischen Motiven handeln und diese rücksichts- wie bedenkenlos einsetzen. Wo weltliche Ideologien (verpackt in den Spruchweisheiten und Programmen von Volksparteien und Gewerkschaften oder einzelner Volksbeglücker, wie z.B. Karl Marx) als „Heilsbringer“ materieller Sehnsüchte auftreten und auf möglichst primitiver, wenig Fachwissen, Sachverstand und eigenes Nachdenken fordernder Basis als „Rattenfänger“ fungieren[29], besetzen religiöse Ideolog(i)en den metaphysischen, spirituellen, seelischen „Kampfplatz“ der menschlichen Existenz. So sehr es der Mensch als Sieg des Verstandes betrachtet und empfindet, immer mehr über linksdrehende Milchsäuren, den uns umgebenden Kosmos und die intimsten Innereien des menschlichen Genoms zu erfahren, so unerklärlich und damit angsteinflößend ist ihm die Frage nach dem ‚Woher’, ‚Warum’ und ‚Wohin’, also das ganze Spektrum der ‚Kausalität’ der menschlichen, noch spezifischer: seiner eigenen Existenz.

Hierbei geht es nicht um reales, wissenschaftlich überprüfbares Wissen, sondern wissensfeindlichen Glauben. Dies erklärt, weshalb es sämtlichen Religionen seit jeher eifrigst darum zu tun war, störende Frager, neugierige Forscher, Zweifler und wirkliches Wissenschaffen-Wollende unter Kuratel zu stellen. Sie wurden bespitzelt und verfolgt, notfalls in Acht und Bann geschlagen, für ‚vogelfrei’ erklärt oder ermordet. Die ‚Kriminalgeschichte der Kirche’ läßt hier nichts aus und steht dem heutigen Auftreten des Islam und des Hinduismus in ihren jeweils fundamentalistischen Erscheinungsformen in nichts nach. Völker und Nationen galt es, auf den ‚einzig wahren, gottgefälligen Weg’ zu zwingen, zur Kasse zu bitten (um den Klerus, seinen Luxus und seine Raubzüge zu finanzieren). ‚Religiöse Moral’ wurde/wird zur Maxime irdischen Lebens und gottgefälliger Lebensführung mit himmlischem Pensionsanspruch erhoben, um damit von der Wiege bis zur Bahre alles unter Kontrolle zu behalten. Schulen und Universitäten, Lehre und Forschung, die Gestaltung des gesamten Lebens standen (und stehen) unter religiöser Dominanz; kein Wunder, daß es sich auch der Adel (heute Politiker) und sonstige weltliche Potentaten lieber nicht mit den göttlichen Stellvertretern verscherz(t)en, die sich munter in alles einmisch(t)en, was Macht, Prestige und fette Beute versprach/erwarten läßt. Im Namen des ‚Allmächtigen’ wurde schon seit jeher lustig intrigiert. Da wurden Kriege veranstaltet, Throne verschachert und das Volk gnadenlos ausgebeutet. Dazu dient(e) vor allem die ständige Bedrohung der intellektuell wie emotional kontrollierten Bevölkerung mit dem ‚himmlischen Strafgericht’ („Erlösung“) und ein fortwährend geschürtes ‚Sünder’-Bewußtsein. Hiervon zeugt(e) insbesondere eine perfide Sexualfeindlichkeit und ein geradezu perverses Frauenbild. Was die ‚christlich’-abendländischen Nationen heute dem Islam vorwerfen, praktizierten die ‚christlichen’ Kirchen über Jahrhunderte – teilweise auch noch heute – in nicht minder übler Form. Bis heute ist der weibliche Unterleib dem römischen Oberhirten ein arges Greuel. Er brandmarkt Empfängnisverhütung als Gotteslästerung, und selbst im Zuge einer Vergewaltigung gezeugte Kinder sind für ihn ein ‚Gottesgeschenk’. Die Frau hat, so will’s der ‚Herr’, nach wie vor dem Manne untertan zu sein und dementsprechend zu denken und zu leben. In welch archaischem Denken und unter welch katastrophalen, wahrlich menschenunwürdigen Verhältnissen noch heute in vielen afrikanischen, südostasiatischen und lateinamerikanischen Ländern eine nicht ernährbare Zahl von Kindern gezeugt wird, rührt den ‚pontifex’ kein bißchen. Beten hilft immer, mögen die sozialen, hygienischen und wirtschaftlichen Verhältnisse auch noch so himmelschreiend sein.

Auch im Judäismus finden wir ein ähnliches Denken (mit der Einschränkung einer freudvoller gelebten Sexualität), weswegen nicht erstaunt, daß die streng-orthodoxen Juden auf eine durchschnittliche Kinderzahl von 12 stolz sind, wobei bei fundamentalistischen Orthodoxen sogar eine weltliche Arbeit abgelehnt und gar staatliche Steuerzahlung strikt verweigert wird. Nun ja, dafür gibt es Almosen und staatliche Beihilfen, notfalls zapft man andere Nationen – die Deutschen werden hierfür immer gerne genommen – an. Im Gegenzug verleiht man dann Bundeskanzlern und Außenministern höchste jüdische Orden, die deren Eitelkeit bauchpinseln, auch wenn Andere – die korrumpierten BürgerInnen mit ihren Steuern – dafür bezahlen. Man muß nur mit dem ‚Judenstern’ winken (der gar keine Erfindung der Nationalsozialisten war) und die dunklen Zeiten der deutschen Vergangenheit anmahnen, schon rollt der Rubel (zumeist in die falschen Taschen).

Zurück zum ‚Jenseitsmonopol’: Auch die ‚christlichen’ Kirchen versprachen/garantieren Sponsoren, wackeren Gotteskriegern und reuigen Sündern postmortale Logenplätze und ewige Seeligkeit (obgleich, bei vernünftigem Nachdenken, wohl in der „Hölle“ wesentlich mehr los sein dürfte). Auf Beweise wird verzichtet; Glaube macht selig, ersetzt Wissen und unterbindet Fragen!

Angst war und ist es, worauf sämtliche Religionen ihre Reiche errichtet, womit sie ihre Macht gewahrt und diese ruchlos gegen die Menschen mißbraucht haben und es bis heute tun. Zwar gehen „moderne“ Seelenfänger, Patriarchen und Päpste „zeitgemäßer“, subtiler und weniger primitiv zuwerke, am grundsätzlichen Duktus und ihrem pervers-inhumanen Denken und Handeln hat sich nichts geändert. Das beweisen, den obigen Ergebnissen der Befragung zum Trotz, die Massenveranstaltungen zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten, Tauf-, Heirats- und Beerdigungszeremonien, ständige Lärmbelästigungen durch Glocken und Muezzine, ein staatlich geduldeter Drogenhandel (Weihrauch!) und ein klerikal-bestimmter Kalender, dem sich kein Politiker zu entziehen wagt. „Spätestens auf dem Totenbett wird auch der Ketzer fromm“, argwöhnte einst Nietzsche. Zumindest eben die überwältigende Masse.

Nur am Rande sei nochmals erwähnt, daß sich die ‚christlichen’ Religionen ausnahmslos heidnischer Symbole bedienen, es wissen nur die wenigsten ihrer ‚Schäfchen’, und die Bibel dürfte das meistgekaufte, in mehr als 2000 Sprachen übersetzte aber am wenigsten gelesene Buch der Weltliteratur sein. Andererseits: Einzelne Koranverse auswendig zu lernen, macht einen Menschen noch nicht zum Alphabeten, und wer seinen Kopf zu oft gegen eine [Klage(?)-] Mauer schlägt, muß einen ‚Dachschaden’ gewärtigen.

„Die Bibel ist Sprengstoff für unser Leben. So hat ihre Lektüre in allen Jahrhunderten immer wieder das Leben von Menschen verwandelt.“

Kardinal Karl Lehmann
Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz

Unser Kommentar: Das vierte Wort ist wohl das entscheidende. Das haben ideologische Kampfschriften – z.B. auch der Talmud und der Koran, aber auch ‚Das Manifest’, ‚Mein Kampf’ und Maos ‚Rotes Buch’ generell so an sich.

Was ist denn nun aber „GOTT“?

Eine allgemeingültige Antwort muß ich Ihnen hier schuldig bleiben, denn jeder definiert diesen Begriff für sich selbst ganz individuell (wenn er/sie sich überhaupt die Mühe macht, darüber länger nachzudenken).

Den meisten genügt es, von den Religionen ‚in Ruhe gelassen’ zu werden. Sie genießen die kalendarisch verordneten Feiertage, halten sich aber aus dem Rummel ansonsten weitestgehend heraus. Wenn die Steuerlast zu hoch wird, treten sie aus dem Verein aus (außer, sie wohnen auf Dörfern, wo die ‚political correctness’ aufjault, wenn ein ‚Schäfchen’ den Pferch verläßt). Doch zunehmend zeigen auch Kleinstädter Mut (den man in der Anonymität der Großstadt nicht benötigt), oder ihre Kirchenzwangsabgabe wächst exorbitant. Andererseits kann man als Gutverdiener mit den ‚Himmelsexperten’ auch über eine Abweichung vom üblichen Obolus verhandeln. Für Reiche geben die Kirchen, marktwirtschaftlich bestens geschult, auch Rabatt.

Viele sind traditionell, von Kindesbeinen an so nachhaltig ‚gläubig’ erzogen und trainiert, daß sie Obrigkeiten institutioneller Couleur einfach das Recht einräumen, ihr DenkFühlHandeln zu regeln und zu beherrschen. Diese Menschen lieben Religionen und Staat besonders. Sie hinterfragen nicht, erweisen sich als pflegeleicht und gut handhabbar („good guy“) und, wie dereinst Luther forderte, „mit sich, dem Staat und Gott im Reinen“. Dazwischen tummeln sich alle Mischarten von halbherzig Aufbegehrenden (Feiertage werden trotzdem gefeiert), Verängstigten, die dem Thema lieber ausweichen und Kecken, die sich in die jeweils angesagte esoterische oder realphilosophische Üblichkeitsecke kuscheln.

Für mich, falls das jemanden interessiert, ist Gott (und ‚Göttlichkeit’) ein Synonym für die saubere und klare Ausprägung meiner eigenen Authentizität, den Grad meiner Selbstverwirklichung auf der geistig-emotional-spirituellen Verbindungslinie[30] von ‚Geist’ und ‚Seele’, also das Maß, mit dem ich meine eigenen Fähigkeiten einsetze und zu erweitern/verbessern suche, um diese für mich und mein Umfeld dienlich zu nutzen. Je mehr ich also meine genetisch und adaptiv ‚verliehenen’ Stärken ausbaue und verantwortungsbewußt einsetze, desto mehr entspreche ich[31] dem, was ich als ‚Logik der Natur’, als ‚Gott-gemäße’ Lebensführung bezeichne. Regulativ hierbei ist für mich die Ethik, die mir endogen und unbestechlich zu jeder Zeit signalisiert, was richtig – im Sinne von authentisch, sauber und ehrenwert – ist. Man könnte dieses Moral-unabhängige ‚Ethos’ auch schlicht als ‚Gewissen’ bezeichnen. Ich nehme dabei klaglos in Kauf, daß ich bis zum Ende meiner Tage nicht alles wissen und verstehen werde, so z.B. und unter vielem anderen auch, wie und wann dieser Kosmos schlußendlich aufs Reißbrett gezogen wurde und wer/was ihn zu welchem Stichtag letztlich auflösen wird. Ich verzweifele aber auch nicht ob der Tatsache, daß mir der Aufbau von Quarks und deren Masse erhebliche Schwierigkeiten bereitet und ich mich (manchmal bedauerlicherweise) als technisches Rindvieh bezeichnen muß.

Wichtig scheint mir vor allem die Bereitschaft und der Mut, Fragen zu stellen, mich nicht mit Gegebenem sanctum sanctorum zufrieden zu geben und die Gestaltung meines Lebens selbst-verantwortlich zu übernehmen, statt mich unter exogen definierte Parameter zu stellen bzw. stellen zu lassen. Wer aufhört, zu fragen und weiter zu lernen, wird zum perfekten Opfer der staatlichen und religiösen Korruption. Natürlich verzichtet man dafür auf die Ehrungen des Systems (das Bundesverdienstkreuz und die Heiligsprechung), aber damit kann ich gut leben.

In diesem ‚Bild’ ist auch sehr wohl Platz für ‚Engel’. Ich rede dabei nicht von ‚himmlischen Heerscharen’, die unter der Leitung der (christlichen) vier Erzengel ihre jeweiligen Günstlinge küren und ansonsten als eine Art ‚öffentlicher Dienst’ des obersten himmlischen Generalstabs’ fungieren. Meine Engel sind Menschen, die mich gedanklich liebevoll und kritisch begleiten, mir Ratgeber, Mahner und Vorbild sind, mich verstehen lassen und trösten – auch wenn sie teilweise gar nicht mehr leben und ich sie vielleicht gar nur aus Erzählungen und Biographien kenne und verinnerlicht habe.

Der „natürliche“ (in Wahrheit von menschlichem Ungeist gezeugte) Feind der ‚Ethik’ ist hingegen die ‚Moral’, das Komplexum exogen oktroyierter „Pflichten“, vorgegebener Denk- und Handlungsmuster, denen sich der ‚brave’ Bürger – unter Verrat seiner Ethik – zu unterstellen habe, um damit im Sinne des Systems zu handeln.

Dem sich zu verweigern ist oftmals schwierig, unbequem und bisweilen mit erheblichen Nachteilen, Konfrontation, Ablehnung und Vorwurf verbunden, da es nicht dem ‚mainstream’, der ‚social’ und ‚political correctness’ entspricht. Für mich ist das aber eine Frage der Authentizität, individueller Selbstverantwortlichkeit und souveräner Lebensgestaltung. Angemaßte, institutionell vorgegebene Autorität hat dann natürlich keinen Platz mehr, umso mehr aber Treue, Mut und Klarheit. Ich stelle mich damit, ich weiß, außerhalb der konventionellen ‚Moral’, dafür halte ich hingegen sehr viel von ‚Ethik’, dem natürlichen Regulativ in jedem von uns, das uns ganz genau und unüberhörbar signalisiert, was ‚richtig’ und ‚falsch’, ‚sauber’ und ‚ehrlich’ ist. Von exogen verordneter Göttlichkeit, heilsversprechender „Erlösung“ bei einer dem System dienlichen Lebensweise und zugunsten einer Kaste von Psychoterror verbreitenden Korrupteuren – seien sie weltlich oder jenseitig – halte ich weniger als gar nichts[32].

Summa summarum: Ja, ich halte die Religionen für die ältesten, menschenfeindlichsten und inhumansten Korruptionskartelle der menschlichen Geschichte. Jetzt habe ich mich ‚geoutet’!

Die Sklaverei fesselt viele Menschen, doch weitaus mehr Menschen fesseln sich in Selbstversklavung.

Seneca
(4 v. Chr. bis 65 n. Chr.)

Solange es Religionen gibt, wird es keinen Frieden geben.

Spätestens mit dieser These werde ich es mir mit einigen LeserInnen gründlich verderben, aber lassen Sie mich zumindest erläutern, was ich damit meine.

Jede der Religionen – und das gilt nicht nur für die monotheistischen – wähnt sich im Besitz des alleinseligmachenden ‚Grals’, des einzig wahren Glaubens. Diese egozentrische, geradezu obsessive ‚Überzeugung’ äußert sich in einer pathologischen Überhöhung des eigenen Wertekatalogs, einer egomanen Intoleranz jeder anderen Religiösität gegenüber und einer unbeugsamen Versperrtheit, die sich, jedem wirklich ökumenischen Denken zum Hohn, auf keinerlei Kompromisse einläßt. So ruft der ‚Heilige römische Stuhl’ regelmäßig zum ‚Frieden in der Welt’ auf, nicht ohne gleichzeitig den römisch-katholischen als den ‚einzig wahren Glauben’ zu postulieren und einzufordern. Wundert uns da noch, daß dies Islam, Judentum und sämtliche Orthodoxen, aber auch Hindus und Sikhs in gleicher Weise und mit gleicher „Berechtigung“ tun?

Auch ein „eucharistischer Generalkonvent“, auf dem sich alle Religionen (selbst wenn nur die großen) auf ein ‚religiöses Grundkonzept’ einigen sollten, wie dies der von Rom geschaßte orthodoxe Querdenker (eigentlich ein Paradoxon in sich!) Hans Küng fordert, ist zum einen naiver Kinderglaube, zum anderen würde dies das Problem gar nicht lösen, da jede Religion auf die zutiefst korrupte (emotionale und seelische) Vergewaltigung und Manipulation der Menschen angewiesen ist, um überhaupt überleben zu können. Welche Religion wäre dazu bereit, würde sie sich doch damit selbst das Lebenslicht ausblasen!

Mit der katholischen Kirche ist es ähnlich, wie mit deren weltlichem Pendant, den USA; auch die Vereinigten Staaten sehen sich als die Nr. 1 der Welt. Der amerikanische Präsident muß sich nicht um seine Wähler scheren, die sind mit ein paar Eimern Popcorn, hübschen cheerleaders, Paraden und Show-haftem Gepränge bei Laune zu halten – notfalls stimmt man die Nationalhymne an. Aber neben der fest in chasarisch-jüdischer Hand [33] befindlichen Finanzwelt darf er es sich um alles in der Welt nicht mit den christlichen Kirchen, dem Jewish World Council und mit den Mormonen verderben. Jede andere ‚Schweinerei’ wird ihm eher verziehen.

Die Religionen beherrschen in eifersüchtiger, weltlich-hiesiger Weise Schulen und Universitäten, das Finanz- (und damit das Börsen-) Wesen, die schreibenden/sendenden Medien und sie unterhalten sogar ihre eigenen Geheimdienste. Das Kanzelwort, den Spruch des Imam und den gewährten (oder verweigerten) Segen des jeweiligen Religionsführers fürchtet(e noch) jeder weltliche Herrscher. So würde weder hierzulande, noch in den USA, anderen Ländern Europas, Asiens, des Nahen Ostens oder Australiens ein erklärter Atheist zu höheren politischen Ämtern oder Würden gelangen.

Die Religionen mischen – teils offensichtlich, teils subtil und heimlich, aber immer bestens informiert und ohne die geringsten Skrupel – in der nationalen und internationalen Politik mit. An ihrem ‚Placet’ kommt keine weltliche Macht vorbei. Ob es um die Verteidigung eigener Landesgrenzen oder die Annektierung eines fremden Gebietes – mit Blick auf dessen Bodenschätze oder Märkte, strategische Allianzen oder die Ablenkung von innenpolitischen Problemen – geht, ohne Zustimmung der Religionen läuft gar nichts. Hierbei achten die Religionen sehr argwöhnisch darauf, daß über den weltlichen Motiven auch ihre ureigenen Interessen bedient, ihre Vorteile gewahrt werden und lauern, was für sie dabei herausspringt. Von gierigem Machthunger geprägte Interessen sind jedoch Gift für jeden wirklichen Frieden und ein tolerantes Miteinander, nur aus dem heraus ein gegenseitiges Verstehen, von-einander-Lernen und wahrer Humanismus erwachsen können.

Drohungen und Rache, Brutalität und giftiger Neid, arrogante Selbstherrlichkeit und ein gnadenloser(!) Machthunger, unbeugsame Intoleranz und zynische Menschenverachtung sind die fundamentalen ‚Bausteine’ aller existierenden Religionen – mögen sie auch noch so inbrünstig schmachtend von seligmachender Nächstenliebe, Frieden und Freiheit faseln. Erst mit der Befreiung von den Ängsten, auf denen die Macht der Religionen allsamt fußt, wird der Mensch in der Lage sein, sich wirklich zu dem zu entwickeln, was – als Geschenk der Natur – in ihm schlummert. Erst in der friedlichen Koexistenz seiner geistig-rationalen Fähigkeiten einerseits und seiner seelisch-spirituellen, emotionalen Kräfte andererseits – beides gilt es liebevoll, angstfrei und nach den Prinzipien von Neugier, Interesse und Lust zu fördern – sowie aus einer daraus entwickelten Kooperation kann eine wirklich authentische, angstfreie Zukunftsfähigkeit der Spezies ‚Mensch’, der Völker und Nationen und ein verantwortungsvoller Umgang mit der gesamten belebten und unbelebten Natur entstehen. Erst das Ende des ‚Zeitalters der Religionen’ wird uns Menschen zukunftsfähig werden lassen.

Und dafür gibt es deutliche Anzeichen der Hoffnung – sowohl auf weltlicher als auch auf religiöser Basis: Religiös motivierter Fanatismus, Fragen unterbindende Ideologien und profane Gier werden à la longue dem wachsenden Informationsbedürfnis, enger vernetzten Kommunikationsmöglichkeiten und dem damit einhergehenden Wandel des Selbstbildes kommender Generationen Rechnung tragen müssen, wozu sie aber per definitionem nicht in der Lage sind. Der heute diskutierte ‚clash of civilizations’ wird zu einem Überlebenskampf der staatlichen und religiösen Gestrigkeit. Auch die zahlenmäßigen Verschiebungen der Rassen und Völker (Geburtenraten in den nicht-europäischen Ländern und Kontinenten, speziell in den Entwicklungsländern) und eine noch zunehmende Migration aus den armen in die reichen Länder werden Religionen wie weltliche Kartelle vor wachsende Probleme stellen, für die sie allesamt keine Lösungen parat haben.

Die generelle Friedensunwilligkeit und -unfähigkeit sämtlicher heutiger Religionen (und ihrer weltlichen Äquivalente) wird zu einem unweigerlichen Zusammenbruch der derzeit noch so uneinsichtigen Machtstrukturen führen – ähnlich (und so relativ überraschend schnell) wie wir dies bei früheren Weltreichen (und jüngst am Beispiel des ‚real existierenden Sozialismus’ und der DDR) erleben konnten.

Dies wird das längst versprochene Zeitalter des ‚Neuen Denkens’ des ‚Age of Aquarius/Wassermann’ sein und eine Chance zu einem Aufbruch in eine Zukunft bieten, die nur der zu fürchten hat, der heute noch Anderen das Denken und Handeln überläßt, weil er selbst dafür zu feige und zu bequem ist.

Tempora mutantur!

H.-W. Graf

Auch als Broschüre erhältlich gegen eine Übersendung von 5,-€ inkl. Porto an den PERSPEKTIVE ohne Grenzen e.V.

Literaturliste:

  • Gary Allen, Die Insider – Wohltäter oder Diktatoren, VAP, Wiesbaden, 1974;
  • Karl-Otto Apel, Hermeneutik und Ideologiekritik, Suhrkamp-Verlag, Frankfurt, 1971;
  • J.J. Benitetz, Operation Jesus, Scherz-Verlag, 1993;
  • Le Bon, Psychologie der Massen, Kröner-Verlag, Stuttgart, 1911;
  • Dr. Valmar Cramer, Der Ritterorden vom heiligen Grabe – Von den Kreuzzügen bis zur Gegenwart, Verlag J.P. Bachem, Köln, 1952;
  • Prof. Robert Eisenmann/Prof. Michael Wise, Jesus und die Urchristen – Die Qumran-Rollen entschlüsselt, Bertelsmann-Verlag, München, 1993;
  • Norman G. Finkelstein, Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern – Mythos und Realität, Hugendubel Verlag, 2002;
  • John Kenneth Galbraith, Anatomie der Macht, C. Bertelsmann Verlag, München, 1987
  • Hans-Wolff Graf, Die Macht der Information, Deutscher Bundesverband für Steuer-, Finanz- und Sozialpolitik (DBSFS) e.V., Brahmsstr. 24 a, 81677 München;
  • Hans-Wolff Graf, Korruption – Die Entschlüsselung eines universellen Phänomens, Fouqué Literaturverlag, Egelsbach, 2000;
  • Hans-Wolff Graf, Souveränität als Lebensmaxime, Deutscher Bundesverband für Steuer-, Finanz- und Sozialpolitik (DBSFS) e.V., Brahmsstr. 24 a, 81677 München;
  • Hans-Wolff Graf, The Path Toward Global Survival – A Social and Economic Study of 162 Countries, World Futures/General Evolution Research Group, Gordon and Breach Publishers, 1995;
  • U. Haselstein, Entziffernde Hermeneutik – Zum Begriff der Lektüre in der psychoanalytischen Theorie des Unbewußten (Dissertation), Konstanz, 1988;
  • Horst Herrmann, Die Kirche und unser Geld – Daten, Tatsachen, Hintergründe, Rasch und Röhring Verlag, 1990;
  • Horst Herrmann, Kirchenfürsten – Zwischen Hirtenwort und Schäferstündchen, Rasch und Röhring Verlag, 1992;
  • Peter Hertel, Ich verspreche Euch den Himmel – Geistlicher Anspruch, gesellschaftliche Ziele und kirchliche Bedeutung des OPUS DEI, Patmos Verlag, Düsseldorf, 1991;
  • Peter von der Heydt, Schuldenmacher und Verschwender – Gutes Geld in öffentlichen Händen, Mittler-Verlag, 1995;
  • Julian Jaynes, Der Ursprung des Bewußtseins, rororo Sachbuch, 1990;
  • Hans Jonas, Das Prinzip Verantwortung, Insel-Verlag, 1987;
  • Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft, 1781/87;
  • Holger Kersten/Elmar R. Gruber, Das Jesus-Komplott, Langen-Müller Verlag, 1992;
  • Egmont Koch/Oliver Schröm, Das Geheimnis der Ritter vom heiligen Grabe – Die fünfte Kolonne des Vatikans, Verlag Hoffmann und Kampe 1995;
  • Lincoln Baigenent Leigh, Der heilige Gral und seine Erben – Ursprung und Gegenwart eines geheimen Ordens. Sein Wissen und seine Macht, Bastei-Lübbe, Bergisch-Gladbach, 1982;
  • H. Luepke, Historische Fälschungen als Werkzeug der Politik, Berlin, 1962;
  • Walter Michler, Weisbuch Afrika, Verlag J.H.W. Dietz Nachf., 1991;
  • Ernst Pöppel, Lust und Schmerz – Über den Ursprung der Welt im Gehirn, Sammlung Siedler, 1991;
  • Horst-Eberhard Richter, Die hohe Kunst der Korruption – Erkenntnisse eines Politikberaters, Hoffmann und Kampe Verlag, Hamburg, 1989;
  • J.M. Robinson/J.B. Cobb, The New Hermeneutic, Zürich, 1965;
  • Hans See, Kapitalverbrechen – Die Verwirtschaftung der Moral, Claasen-Verlag, 1994;
  • Karl Steinbuch, Unsere manipulierte Demokratie, Seewald-Verlag 1990;
  • Gordon Thomas/Max Morgan-Bitts, Der Vatikan – Mechanismen kirchlicher Macht, enthüllt am Schicksal und Wirken von drei Päpsten (Paul VI, Johannes Paul I, Johannes Paul II), Diana-Verlag, Zürich, 1984;
  • Gordon Urquhart, Im Namen des Papstes – die verschwiegenen Truppen des Vatikans, Droemer-Knaur-Verlag, 1995;
  • Pete Vroon, Drei Hirne im Kopf – Warum wir nicht hören können, wie wir wollen, Kreuz-Verlag, Zürich, 1993;
  • B.R. Wachterhauser, Hermeneutics and modern Philosophy, Albany-Verlag, 1986;
  • David A. Yallop, Die Verschwörung der Lügner, Drömer`sche Verlagsanstalt, 1993;
  • David A. Yallop, Im Namen Gottes? – Der mysteriöse Tod des 33-Tage-Papstes Johannes Paul I., Tatsachen und Hintergründe, Droemer-Knaur, 1984;
  • Alfred Zänker, Die Krieger Christi – Heimtücke, Korruption, Machtgier, Mafia: Die schwarze Kolonne des Papstes, Artikel aus „Playboy“ (Deutschland), Juni 1995;
  • Gladio – Die Verquickung von Nato, Bundesnachrichtendienst, Vatikan, P2-Loge und Licio Gelli (Artikelsammlung deutschsprachiger Zeitungen zwischen Oktober 1990 und Dezember 1992)

[1] Judäismus, Christentum und Islam

[2] der weise/wissende Mensch

[3] unklug (vulgo: dumm)

[4] Grundlage der klandestinen Vereinbarung der wirklich mächtigen Interessensgruppen dieser Welt, sich den Menschen untertan, lenk- und berechenbar zu machen. Neben den funktionalen Werkzeugen und Schlüsselindustrien (Kommunikations-/Informationswesen, Medien, Bodenschätze, Energie und Nahrungsmittel) spielen hierbei die Religionen eine zentrale Rolle.

[5] religare (alt: relegere ,bzw. lex: das Gesetz): zurück-/auf-/anbinden, dem Gesetz verpflichten, anspannen, in Bedenken halten

[6] der aufrecht gehende Mensch

[7] daher die Bezeichnung ‚mosaische Religionen’ für das Judentum, das Christentum und den Islam

[8] quasi der ‚Leitfaden’ zum Verständnis der göttlichen Doktrin (altes Testament) nach jüdischem Glauben

[9] fascis, (lat.: die Fackel). Ein Faschist ist quasi der ‚Fackelträger (der Wahrheit)’, dem es zu folgen gilt, will man nicht ‚im Dunkeln, alleingelassen’ herumstehen. Als Faschismus ist demnach ein höchst intolerantes

Vertreten einer Denkrichtung zu verstehen. Interessant hierzu: Wie faschistisch ist die Antifa’?

[10] womit klar die Tatbestände der „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ (§129 StGB) und „Verunglimpfung einer fremden Religions-/Glaubensgemeinschaft“ (§166 StGB) erfüllt sind

[11] gemeint ist hier Gottfried von Bouillon, der in fanatischer Weise zum ersten Kreuzzug (1099) aufrief

[12] nur pars pro toto: Irland und zwei Dutzend afrikanischer und nahöstlicher Staaten (incl. Sklavenhandel), die Genozide in beiden amerikanischen Kontinenten, weiten Teilen (Südost-) Asiens, die Verheerung Europas im 17. Jhrt., etc

[13] So gehört etwa die Hälfte des oberen Managements z.B. des Daimler-Chrysler Konzerns in Sindelfingen den Neuapostolikern an. Erwähnt werden sollen hier auch die Freimaurer sowie Bünde und Logen aller Art.

[14] Interessanterweise haben Reiche wissenschaftlich erwiesenermaßen höhere Verlustängste als Ärmere.

[15]Anhänger der orthodoxen Überzeugung, der gesamte Kosmos sei tatsächlich von einem Gott in sieben Tagen (incl. Ruhetag, der dem Bewundern des eigenen Werkes diente) geschaffen worden.

[16] Eigentlich Mißheirat, hier als Zweckheirat/-ehe zu verstehen.

[17] Im genuinen Verständnis geht es bei Korruption regelmäßig um materielle Vorteile (das sagen sogar der Duden und seine internationalen ‚Verwandten’). In Wahrheit sind die Einfallstore zur Korruption aber die ‚Desinformationen’, die uns von Kindesbeinen an geliefert werden (sh.: Literaturverzeichnis: „Korruption – die Entschlüsselung eines universellen Phänomens“).

[18] Grundgesetze und Verfassungen, aber auch Religionsstatuten wie der Talmud, die Bibel und der Koran.

[19] z.B. die Gottkönige (Pharaonen), das brit. Königshaus (ab dem 17.Jhrt).oder heutige islamische „Republiken“.

[20] Verstöße gegen den Amtseid sind seit Kohl nicht strafbewehrt, da sie laut Bundesverfassungsgericht ‚keine richtigen Eide’ sind. Na ja, hoffentlich hält sich dereinst auch das himmlische Gericht an die Vorgaben des BVerfG.

[21] Interessanterweise geht das Wort etymologisch auf das lateinische ‚famis’ (‚Hunger’) zurück, die Familie ist also viel weiterreichender als ‚Versorgungsgemeinschaft’ zu verstehen.

[22] Konkordat – [lat.: ‚im Herzen (‚cor’) vereint’]; das nur noch in Deutschland gültige Konkordat geht auf einen Vertrag zwischen Papst Pius XI und Adolf Hitler zurück!

[23] Der Leser darf hierbei (und in Deutschland mehr als weltweit anderswo) auch die Gewerkschaften getrost mit einbeziehen.

[24] Sh.: StudieUnsere Welt“, eine sozial- und wirtschaftspolitische Studie über 180 Länder, DBSFS, München undKorruption – die Entschlüsselung eines universellen Phänomens“, Fouque-Verlag

[25] Hier liegt u.a. auch der Unterschied zwischen Religionen (die moslemischen, der Hinduismus,etc.) und Philosophien/ Weltanschauungen (Buddhismus, Taoismus, Konfuzianismus,etc.).

[26] auch das himmlische Bodenpersonal ist natürlich dem deutschen Beamtenrecht sozial gleichgestellt (teilweise sogar noch besser versorgt)!

[27] Wobei die meisten Esoteriker den ursprünglichen Sinn dieses Begriffes weder kennen noch verstehen.

[28] Korruption – die Entschlüsselung eines universellen Phänomens“, Fouque-Verlag,

[29] Maßgebend für den ‚Erfolg’ ist dann nur noch, den ‚ Nerv der Zeit’ genau im richtigen Moment zu treffen.

[30]Das Lebensdreieck“, bestehend aus „Körper“, „Geistund „Seele (die beiden letzteren bilden seine Basis), aus dem Seminarprogramm der ‚pAS – private Akademie für die Selbständigkeit’, München

[31] Das hat nur marginal mit Kantskategorischem Imperativ’ zu tun, der im übrigen nicht sonderlich originell war; Heraklit, Sokrates und Perikles formulierten dieses Erfordernis menschlicher Qualitätsreifung schon zwei Jahrtausende vor Kant. Nur sprach Kant eben kein Altgriechisch.

[32] Für weitere Fragen zu meiner Lebensphilosophie stehe ich gerne persönlich zur Verfügung

[33] der ältere Name für die Ashkenasi, die im Gegensatz zu den wirklich semitischen sephardischen Juden gar nicht semitischen Ursprungs sind, sondern als Turkvolk auf ihrem Zug nach Westen in Osteuropa landeten.