Die Klimakatastrophe – nichts als heiße Luft?

Was ist wirklich dran an der Klima-Katastrophe? Handelt es sich um das größte und drängendste Problem unserer Zeit? Oder geht es dabei nur um das Phantasieprodukt einiger Wissenschaftler? Wer hat Recht? IPCC oder Klimaskeptiker?

Meiner Meinung nach hat niemand recht. Der Klimawandel ist inzwischen ein Medien-Hype, der weite Teile der Öffentlichkeit beschäftigt. Die Diskussion wird inzwischen auf öffentlicher und selbst auf wissenschaftlicher Ebene mit einer ideologischen Verbissenheit geführt, die mit Sachlichkeit nichts mehr zu tun hat. Ein verbaler Krieg ist ausgebrochen. Und wie immer stirbt in einem Krieg die Wahrheit zuerst.

Bei all dem, was in den Medien kursierte, grassieren Übertreibungen, Verzerrungen, gespenstische Szenarien und eine Verdrehung von Fakten von beiden Seiten. Doch auch vonseiten der Politik kommen Argumente und „Schlüsse“ zum Thema Klimawandel, die sich bei halbwegs rationaler Betrachtung nur als amorphes Produkt von Unwissenheit, schierem Populismus, Voreingenommenheit, wenn nicht sogar als gezielte Propaganda entpuppen. Fanatisierte Klimaskeptiker und Klimakatastrophen-Hysteriker werfen mit aus den Fingern gesogenen Argumenten um sich, die von der Bevölkerung in Ermangelung jeglichen Grundlagenwissen dann für voll genommen und nachgeplappert werden. Inzwischen kursiert zum Thema Klima in der Öffentlichkeit bedeutend mehr Unsinn als Wahrheit.

Da in den deutschen Medien derzeit die Vertreter der Klimakatastrophe die Oberhand haben, konzentriere ich mich in diesem Artikel vor allem auf Falschaussagen aus dieser Richtung. Dies bedeutet keinesfalls, daß man allen Argumenten der Klimaskeptiker vorbehaltlos glauben sollte. Viele der „unabhängigen“ Skeptiker spüren zwar, daß viele Aspekte der Klimakatastrophe völlig übertrieben sind, haben jedoch von der Materie wenig bis keinerlei Ahnung und nutzen Argumente, die ebenso an den Haaren herbeigezogen sind wie die ihrer Gegner. Und es darf als sicher gelten, daß sich unter den „professionellen“ Klimaskeptikern jede Menge Lobbyisten der Öl- und Kohleindustrie tummeln.

Doch auch die Gegenseite ist inzwischen von Lobbyisten durchdrungen, deren Einkommen, Ansehen und teilweise sogar Lebenszweck von der gefühlten Bedrohung durch CO2 und andere Treibhausgase abhängt. Neben ideologisierten Möchtegern-Weltrettern tummeln sich hier längst auch Vertreter staatlich und privat finanzierter Klimawandel-Forschungsgruppen, PR-bedürftige Spendeneintreiber, Entwickler und Hersteller von teilweise völlig ineffizienten, subventionsbedürftigen Klimaschutz-Technologien und Lobbyisten, deren Auftraggeber ihr Geld mit dem Handel von CO2-Zertifikaten verdienen.

Darüber hinaus entwickeln viele Klimaforscher – selbst wissenschaftlich arbeitende – einen erstaunlichen Tunnelblick. Da sie sich nur mit einem Thema befassen, meinen sie, dieses Problem müsse das drängendste und wichtigste sein. Zudem ist „Klima“ überall, weshalb man sich Zusammenhänge zu jedem Problem vorstellen (oder zumindest einbilden) kann. So gilt der Klimawandel heute in der Öffentlichkeit als das mit Abstand wichtigste Problem unserer Zeit als Problem des Umweltschutzes, der Armuts- und Krankheitsbekämpfung, des Artenschutzes, der Weltwirtschaft und des Katastrophenschutzes.

Hinzu kommen Reporter auf der ständigen Suche nach Sensationen, wodurch dann besonders häufig die Aussagen extremer Klimaskeptiker und puristischer Verfechter der Klimakatastrophe ihren Weg in die Medien finden. Sie sind dann auch gerngesehene Gäste in Talk-Shows. Klimaverschwörungs- und Klimakatastrophentheorien als „Realitäten“ verpackt geben einfach bessere Vorlagen für Sensationsstorys als gemäßigte, sachliche Aussagen. Oft entpuppt sich der – speziell in der deutschen Presse – für alles und jedes Übel verantwortlich gemachte Sündenbock ‚Klimawandel’ als Hirngespinst sensationsgieriger Journalisten oder Politiker, die sich unbedingt mal wieder in die Nachrichten drängeln wollen. Oft sind die wahrscheinlichsten Ursachen viel naheliegender, aber eben auch weniger spektakulär. Dieser Artikel soll helfen, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen und einige Verzerrungen, Märchen und Falschaussagen aufzuklären.

 

Klimawirksamkeit von CO2

Extreme Klimaskeptiker behaupten, es sei nicht sicher, ob CO2 das Klima überhaupt beeinflußt. Auf der anderen Seite stehen die Verfechter einer anthropogen verursachten Klimakatastrophe und präsentieren Prognosen, in denen bei einem bestimmten Anstieg der atmosphärischen CO2-Konzentration der Temperatur-Effekt auf das Grad genau bestimmt wird.

Beides ist unseriös und hochgradig irreführend. Unbestritten steht fest, daß CO2 das Klima beeinflußt. Die Stärke dieses Effektes ist jedoch keinesfalls sicher, und mit gleicher Sicherheit darf konstatiert werden, daß die unterschiedlichen Klimata wiederum auch den CO2-Wert beeinflussen. Die Schätzung der Klimasensitivität von CO2, die Aufschluß darüber gibt, welcher Temperaturanstieg durch eine Verdoppelung des Gehalts der Atmosphäre verursacht wird, ergibt eine sehr breite Spanne. Beim IPCC (‚Intergovernmental Panel on Climate Change’) reicht diese Spanne von 1,5°C bis 4,5°C. Der höchste Wert ist immerhin dreimal größer als der niedrigste. Selbst höhere oder niedrigere Werte werden für möglich, wenn auch für sehr unwahrscheinlich gehalten.

Ermittelt werden solche Werte beispielsweise durch statistische Methoden, etwa die Hauptkomponentenanalyse der Klimaschwankungen der Vergangenheit. Da aber über Zeiträume von Jahrhunderten überhaupt keine Meßdaten vorliegen, schon gar nicht weltweit, muß man sich dabei auf sogenannte Proxy-Daten stützen und verlassen. Also verfügbare Daten, aus denen indirekt die Klimadaten früherer Perioden geschätzt werden können – etwa Baumringe, Pollenfunde in Sedimenten oder Gaseinschlüsse in Gletschereis. Obwohl die dabei benutzten Statistik-Programme, z.B. SPSS, exakt arbeiten, können die Ergebnisse nie genauer sein als die dazu eingegeben Werte. Und noch eines ist zu diesen Statistik-Programmen zu sagen: Wenn man wichtige Faktoren nicht eingibt – gewollt oder unbeabsichtigt -, übertreibt oder unterdrückt die Berechnung Zusammenhänge.

Dieses Manko besteht auch bei der derzeitigen Klimaforschung. Denn ein Problem der heutigen Klimaforschung ist, daß derzeit nicht nur die Stärke einzelner Faktoren berechnet werden muß, vielmehr ist noch nicht einmal klar, ob man schon alle Einflußfaktoren kennt. Und so wetteifern gleichermaßen ideologisierte Klimaskeptiker und Vertreter der Klimakatastrophe darum, mit welcher Kombination betrachteter Faktoren und Auswertungsmethoden die Computer eine zur eigenen Vorstellung passende Klimasensitivität für Treibhausgase auswerfen. Man kann heute oft schon vor der Erarbeitung einer Studie ziemlich genau bestimmen, ob die letztendlich ermittelte Klimasensitivität über oder unter dem Wert der IPCC liegen wird. Man muss sich nur vorab über die Meinung der jeweils beteiligten Wissenschaftler informieren. Ebenso kann man schon vorhersagen, wer die Studie anschließend als fehlerhaft oder gar „unwissenschaftlich“ darstellen wird – eben die Fraktion mit der gegenteiligen Meinung. Und die Klimasensitivität ist nicht das einzige Forschungsfeld der Klimaforschung, für das dies gilt. Mit einem wissenschaftlichen Arbeitsethos – dem Auftrag objektiver Wahrheitsfindung – hat all dies nichts mehr zu tun.

So kamen Berechnungen der Klima-Skeptiker Nir Shaviv und Veizmann auf einen wahrscheinlichsten Wert von 2°C (deutlich innerhalb der Spanne, die das IPCC annimmt). Nachdem sie in ihren Berechnungen aber auch die kosmische Strahlung berücksichtigten, fiel dieser Wert auf 1,3°C. Von der Klimakatastrophe überzeugte Wissenschaftler, darunter z.B. Stefan Rahmstorf vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK), befanden jedoch die Ergebnisse für wissenschaftlich schlecht begründet, unter anderem weil die Proxy-Daten von 50 Meteoriten für signifikante Statistiken nicht ausreichen. Dies könnte aufgrund des langen Zeitraums, um den es hierbei geht, durchaus stimmen. Zudem wurde Shaviv und Veizmann eine zu selektive Verwendung von Daten vorgeworfen. Rahmstorf nannte dies eine „Anpassung von Daten“.

Nun mag diese Kritik gerechtfertigt sein, doch zeigt sich hierbei auch eine selektive Wahrnehmung von Rahmstorf. Es ist inzwischen zu einem regelrechten „Hobby“ von Rahmstorf geworden, jede Kritik an der Klimakatastrophe im Keim zu ersticken und Gegenstudien zu unterstützen, selbst wenn es sich dabei um Themen handelt, die nicht in sein Spezialgebiet (Meeresströmungen) fallen. Geht es dabei jedoch um Studien, die für die Klimakatastrophe sprechen, spricht Rahmstorf diesen ungeprüft wissenschaftliche Signifikanz und Vertrauen aus (mehr dazu später unter „The day after tomorrow“).

Niemand kann heute genau sagen, wie stark der Einfluß des CO2 und anderer Treibhausgase wirklich ist. Klar ist nur, daß es ihn gibt. Die grundlegende Frage lautet daher nicht – wie von Vertretern der Klimakatastrophe und extremen Klimaskeptikern oft in den Raum gestellt –, ob menschliche oder natürliche Prozesse die Temperaturveränderung im 20. Jahrhundert bewirkt haben. Die Frage ist vielmehr: Wie groß sind die natürlichen und wie groß die menschlichen Anteile daran? Im Rückblick auf die Klimageschichte der vergangenen Jahrtausende halte ich den fast ausschließlich menschlichen Einfluß, von dem das IPCC und in noch höherem Maße die Klima-Fundamentalisten ausgeht für ebenso unwahrscheinlich wie die „nahe Null“-Aussagen extremer Klimaskeptiker. Dennoch ist eine bedenkenlose Freisetzung von CO2 ganz sicher nicht ratsam. Immerhin läßt sich nicht abschätzen, welche Konsequenzen eine Temperaturänderung hat – unabhängig davon, wie stark sie ist (siehe „Klimavorhersage oder -szenario?“ und „Heißhunger“).

Jedoch machen fast alle der jetzt unter massivem PR-Aufwand gestarteten staatlichen Maßnahmen, die unter hohen Kosten den CO2-Ausstoß senken sollen – die Entwicklung von CO2-Sequestrierung oder der zwangsweise Einsatz von Bio-Ethanol (siehe „Alkoholprobleme“) wenig Sinn. Eine gezielte CO2-Vermeidung ist ökologisch nur von Wert, wenn sie auch ökonomisch Sinn macht, etwa als Nebeneffekt anderer ökonomisch oder ökologisch sinnstiftender Maßnahmen (z.B. Wärmedämmung, Effizienzsteigerung von Maschinen, etc.). Ökonomisch unsinnige – weil zu teuer erkaufte – CO2-Vermeidung bindet hingegen Mittel, die an anderer Stelle in Umweltschutz- und Hilfsprojekten wesentlich wirkungsvoller eingesetzt werden könnten (siehe „Krank vor Wärme“ und „Einen Bären aufbinden“).

 

Klimavorhersage oder -szenario?

Da dem Thema Klima eine große Aufmerksamkeit zukommt, wird versucht, mittels komplexer Computersimulationen den möglichen bzw. wahrscheinlichen Klimawandel langfristig vorherzuberechnen. Erst diese Modelle rückten den bisher kaum mit medialer Aufmerksamkeit bedachten Bereich der Klimaforschung ins Rampenlicht und sicherten ihm gewaltige Budgets, von denen andere Umweltprojekte nur träumen können. Die so erstellten Modelle können die Auswirklungen einer Temperaturerhöhung scheinbar exakt berechnen.

Die erstellten Klimamodelle basieren zumeist auf den für Wettervorhersagen entwickelten meteorologischen Modellen. Dabei hatte die Entwicklung der relativ kurzfristigen „Wettermodelle“ gegenüber den heutigen langfristigen Klimamodellen mehrere Vorteile. Wettermodelle sind deutlich weniger komplex als Klimamodelle. Während beispielsweise Meeresströmungen, Bodenvegetation und chemische Zusammensetzung der Atmosphäre auf Tagesbasis als konstant angenommen werden können, können diese Faktoren langfristig nicht nur vom Klima beeinflußt werden, sondern auch ihrerseits das Klima beeinflussen. Schon die dabei entstehende gegenseitige Beeinflussung von Organismen ist chaotisch und nicht vorhersagbar, selbst unter Laborbedingungen.

Ein erheblicher Nachteil der Klimamodelle ist außerdem der Mangel an Möglichkeiten, die Modelle an der Realität zu testen. Anders als Klimamodelle sind Wettermodelle bereits jetzt tausendfach getestet. Es wurden immer wieder Prognosen erstellt und anschließend konnte beobachtet werden, ob sie eintreffen. Man wußte daher bald, wie zuverlässig bzw. unzuverlässig die Modelle waren und konnte anhand von Fehleranalysen Korrekturen vornehmen. Schon am nächsten Tag konnte man die Verbesserungen erneut in der Realität testen. Die Wettervorhersage ist daher mit Unterstützung von Sattelitendaten zumindest für kurze Zeiträume einigermaßen verlässlich geworden.

Langfristige Klimamodelle hingegen können bisher nur im „Rückwärtstest“ anhand ungenauer und nicht global bekannter Klimadaten vergangener Jahrhunderte überprüft werden. Die Modelle sind daher keineswegs exakt. Ihre Ergebnisse konnten noch nicht an der Realität gemessen werden. Wenn Sie jetzt meinen, das wären nur typische Argumente eine Klimaskeptikers, sollten Sie sich die Stellungnahme des Max-Planck-Instituts für Meteorologie zu den Artikel Peinlicher Fehler im Klimamodell von Volker Mrasek ansehen. Auf Mraseks Behauptung hin, das Modell simuliere, wie sich das Klima in Deutschland im Zuge der Erderwärmung im 21. Jahrhundert verändern werde, korrigierte man wie folgt: „Wir betonen stets den Szenariencharakter. Deshalb benutzen wir in diesem Zusammenhang immer den Konjunktiv. Wir sagen NICHT das Klima voraus, sondern geben Entwicklungsmöglichkeiten des Klimas für die Zukunft an.“ Auf die Aussage, daß das Remo-Klimamodell falsche Niederschlagsmengen berechne, hieß es: „Diese Aussage von Herrn Mrasek ist erst in einigen Jahrzehnten überprüfbar, denn bis dahin weiß natürlich niemand, ob unsere simulierten zukünftigen Niederschläge korrekt sind.“. Kurz gesagt: Es handelt sich nicht um Vorhersagen, sondern um mögliche Entwicklungen, von denen niemand weiß, ob sie so eintreffen werden. Und ebenso wenig kann man sie auch vorab überprüfen.

Wann immer Klimaforscher behaupten, man könne bei einem gegebenem CO2-Ausstoß die Durchschnittstemperatur und Niederschlag in einem Jahrhundert an einem bestimmten Ort der Erde vorhersagen, gaukelt man der Bevölkerung eine Sicherheit vor, die es in der Klimaforschung derzeit noch nicht annähernd gibt. Nicht einmal das Max-Planck-Institut als Entwickler eines Klimamodells ist bereit, für die Richtigkeit der damit ermittelten Ergebnisse die Hand ins Feuer zu legen. Dennoch werden die Ergebnisse teilweise als „unumstößliche Wahrheit“ verkauft. Politik und Bürger sollen sich auf diese Modelle verlassen und gemäß deren Ergebnissen Milliarden in fragwürdige Projekte wie Bioethanol (siehe „Alkoholprobleme“) oder CO2-Sequestierung stecken.

Während sich gemäßigte Klimaforscher dieser Problematik bewußt sind und diese auch öffentlich ansprechen, erkennt man Klima-Ideologen daran, daß sie dieses Faktum ignorieren, leugnen oder zumindest versuchen, es vor der Öffentlichkeit zu verschleiern. Ein Beispiel ist die Aussage des PIK-Professors Stefan Rahmstorf zu einen Kommentar des Amateur-Klimaskeptikers Horx: „Am Ende bringt Horx sogar das ebenso alte wie falsche Argument, das Klima ließe sich nicht voraussagen, weil wir „nicht einmal Regen und Sonnenschein für Kleindettelhausen in sieben Tagen vorhersagen“ könnten. Ich weiß nicht, ob Horx selbst nicht zwischen Wetter und Klima unterscheiden kann, oder ob er einfach nur hofft, daß seine Leser dies nicht können.“ (Quelle: Stefan Rahmstorf).

Obwohl ich Horx in Sachen Klima für ziemlich stümperhaft, unwissenschaftlich und für völlig unqualifiziert halte, ist seine Kritik in diesem einen Punkt gerechtfertigt. Klima ist das durchschnittliche Wetter. Klimamodelle basieren auf den Modellen, die das Wetter vorhersagen. Mehr noch: Lokale Durchschnittstemperaturen, durchschnittliche Niederschläge und Sturmwahrscheinlichkeiten in 100 Jahren lassen sich sogar noch deutlich schlechter vorherberechnen, als das lokale Wetter in einer Woche. Rahmstorf zeigt mit dieser Kritik einmal mehr, daß er ein ebenso verblendeter Ideologe wie viele der ihm so verhaßten Klimaskeptiker ist. Es genügt ihm nicht, tatsächlich falsche Argumente der Klimaskeptiker zu entlarven. Er muß jede Kritik an der Klimakatastrophe als Unsinn diffamieren, selbst wenn ein Argument gerechtfertigt ist. Die Vermittlung eines falschen Glaubens an die Zuverlässigkeit und Genauigkeit lediglich rückwärtsgetesteter Klimamodelle ist eines der größten Probleme der Klimadebatte.

 

Zu schnell für die Natur…

Die Geschwindigkeit der Erwärmung beweist, daß der Klimawandel ausschließlich durch den Menschen verursacht wird. Die beobachtete Temperaturänderung ist die stärkste Erwärmung seit 10.000 Jahren. Sie ist so schnell, daß ein Massensterben stattfinden wird.

Diese Argumente hört man öfters. Doch ist es wirklich so, daß die hohe Geschwindigkeit der Erwärmung ein Novum ist? Ich empfehle jedem, der sich für Klimatologie und insbesondere für Klimaänderungen interessiert, sich einmal mit der Jüngeren Dryas zu befassen. Die Jüngere Dryas war ein plötzlicher Rückfall in die Eiszeit. Die eigentliche Eiszeit war vor rund 12.800 Jahren bereits vorbei und das Inlandeis Europas und Nordamerikas war weit zurück geschmolzen. In Mitteleuropa und Teilen Skandinaviens hatten sich wieder Wälder ausgebreitet. Doch plötzlich gab es einen drastischen Temperatursturz. In nur 30 Jahren sanken die durchschnittlichen Temperaturen in Mitteleuropa und Skandinavien um 10°C, so daß die gerade erst nachgewachsenen Wälder erfroren. Die Tundra breitete sich wieder aus und ein kleines Tundra- und Hochgebirgsgewächs namens Dryas octopetala, dessen Pollen man in den meisten Bodenproben aus dieser Zeit finden konnte, gab der Klimaperiode ihren Namen. Erst nach rund 1.200 Jahren kehrte die Temperatur binnen 50 Jahren wieder auf Werte zurück, die sich mit den heutigen vergleichen lassen.

Was waren schon 1,5 °C Temperaturanstieg in Mitteleuropa des 20. Jahrhunderts im Vergleich zu den 10°C Temperaturanstieg binnen gerade mal 50 Jahren am Ende der Jüngeren Dryas? Zwar wirkte sich die Jüngere Dryas in den Tropen nicht annähernd so stark aus wie in Europa und Nordamerika, und Teilen der Südhemisphäre, aber dies trifft auch auf die derzeitige Erwärmung zu. Temperaturerhöhungen hohen Ausmaßes traten also auch ohne menschliche Treibhausgas-Emissionen auf. Die Vertreter der Klimakatastrophe drücken sich geschickt um dieses Thema, indem sie regelmäßig vom „größten Temperaturanstieg seit 10.000 Jahren“ reden. Das Ende der Jüngere Dryas lag knapp außerhalb dieser Periode, womit man die Wahrheit verschweigt, ohne lügen zu müssen.

Falls Ihnen also jemand erzählt, die „nie zuvor beobachtete Geschwindigkeit“ des Klimawandels beweise, daß der Mensch der einzig mögliche Verantwortliche für einen solchen Temperaturanstieg ist, konfrontieren sie ihn/sie mit der Jüngeren Dryas. Fragen Sie, ob der Temperaturanstieg von damals auch nur mit anthropogenem Einfluß begründet werden kann. Eine Ursache kann übrigens sicher ausgeschlossen werden – die anthropogene Emission von Treibhausgasen.

Es wäre allerdings ein grober Trugschluß, aus der Jüngeren Dryas zu schlußfolgern, der Mensch hätte keinen Einfluß auf die derzeitige Erwärmung. Aber durch die Jüngere Dryas werden viele Prognosen in Bezug auf das Verhalten von Ökosystemen und das Artensterben schlicht ad absurdum geführt, denn praktisch alle heute lebenden Arten existierten auch schon während des Endes der Jüngeren Dryas. Und sie überlebten offensichtlich, trotz einer deutlich extremeren Temperatursteigerungen als dies die schlimmsten Prognosen des IPCC für das kommende Jahrhundert prognostizieren. Wenn etwas diese Arten in den kommenden Jahrzehnten ausrottet, dann sicher nicht der Klimawandel, sondern andere menschliche Einflüsse (siehe „Einen Bären aufbinden“).

 

Einen Bären aufbinden

Ein Werbeplakat zeigt eine Eisbärenmutter und zwei Jungtiere, die im offenen Meer auf einer treibenden Eisscholle sitzen. Darüber strahlt eine gleißende Sonne und läßt die Eisscholle langsam schmelzen. Nebulös fordert das Plakat „Retten Sie seinen Lebensraum! 3 Euro für den Klimaschutz.“.

Auf der Internetseite des WWF findet man die bedrückende Nachricht: „Nur noch 20.000 – 25.000 Eisbären bevölkern den Nordpol.“ – Bitte merken Sie sich die Worte „nur noch“! Direkt im Anschluß erscheint das Spendenformular zu folgendem Text: „Immer schneller schmilzt das Eis der Arktis. Der Lebensraum des Eisbären schrumpft in bedrohlichem Tempo. Ursache ist der Klimawandel.“

Auch Al Gore greift das Szenario auf und verbreitete es in seinen Film „Eine unbequeme Wahrheit“, wo er es mit der Computeranimation(!) eines schwimmenden und verzweifelt nach Land suchenden Eisbären dramatisch visualisiert. Al Gore untermauert das Ganze mit der Bemerkung, daß bereits ertrunkene Eisbären an Land gespült worden seien. Andere hochemotionale „Forschungsberichte“ handeln davon, daß Eisbären in den letzten Jahrzehnten hungern mussten, im Schnitt um 50 Kilogramm leichter sind und daher sogar zu Kannibalismus gezwungen seien. Berichtet wird von Männchen, die – angeblich aus Hunger – Weibchen und Jungtiere fressen und sogar von Selbstmord. So richtig in die Öffentlichkeit kamen die Horrorszenarios in Deutschland aber erst mit der weltweiten Medienpräsenz des putzigen Eisbärenjungen Knut seit Anfang des Jahres 2007. Im September 2007 legten sich die Forscher dann fest und datierten das Aussterben der Eisbären auf 2040, dem Jahr, ab dem es gemäß der Prognosen im Sommer vermutlich kein Packeis mehr geben werde.

Was hat es aber mit den Eisbären und dem Klimawandel wirklich auf sich? Der Eisbär stand in der Tat kurz vor der Ausrottung durch den Menschen. Durch die Jagd wurde die Population in den 60er Jahren auf zeitweise etwa 5.000 Stück dezimiert. Jagten die Ureinwohner die Tiere früher nur in begrenztem Umfang mit einfachen Mitteln, so setzte man ab der Mitte des 20. Jahrhunderts auch Flugzeuge und Schneeraupen zur Ortung, Anfahrt und Abtransport ein. Außerdem jagten nun auch zunehmend Trophäenjäger den König des Eises, um ihren „Mut“ und ihre „Männlichkeit“ zu beweisen. Hierzu kann ich nur sagen, daß man weder ein „Mann“ sein noch „Mut“ haben muß, um sich zu einem ahnungslosen Eisbären chauffieren zu lassen und das ahnungslose Tier aus der Distanz mit einer großkalibrigen Waffe zu erschießen.

Kanada und die USA – die mit Alaska ebenfalls einen bedeutenden Lebensraum des Eisbären kontrollieren – reagierten erst in den 60er und 70er Jahren auf die Bedrohung der Eisbären. Sie stellten die Art unter Schutz und unterbanden damit die Jagd. Und das wiederum hatte einen durchschlagenden Erfolg. Die Population hat sich binnen 30 Jahren wieder vervier- bis verfünffacht. Danach gab es in den letzten 10 Jahren weder ein nennenswertes Wachstum, noch eine nennenswerte Schrumpfung der Bestände. Es ist daher davon auszugehen, daß die Eisbären inzwischen wieder die ökologische Tragfähigkeit ihres Lebensraums erreicht haben, welche durch Überfischung und im Westen Kanadas möglicherweise durch das Robbenschlachten kanadischer Fischer eingeschränkt ist.

Während also früher die Gewehre der Jäger die Population begrenzten, ist es nun das begrenzte Nahungsangebot. Somit erklärt sich auch, daß die Eisbären im Schnitt 50 kg leichter wurden, bei einer Spezies mit einem Gewicht von 500 – 800 kg ist dies jedoch nichts Lebensbedrohliches, Eisbären können sich bis zu 150 kg Fett anfressen. Jedoch werden durch den Anstieg der Population auch die Revierkämpfe heftiger – außerhalb der Paarungssaison sind Eisbären strikte Einzelgänger. Fremde Jungtiere werden als potentielle zukünftige Rivalen getötet, was die Muttertiere jedoch nach Möglichkeit zu verhindern versuchen. Geht ein Kampf tödlich aus, so ist Kannibalismus keine Seltenheit – wie übrigens bei vielen Raubtieren. Es kann sogar vorkommen, daß gut genährte Zoo-Eisbären ihre Jungen fressen, wie der Zoo in Nürnberg erst kürzlich feststellen mußte. Wildtiere haben sich noch nie an christliche Moralvorstellungen gehalten.

Und was hat es mit den ertrunkenen Eisbären auf sich? Der Lebensraum der Eisbären ist zum größten Teil ein Inselarchipel, daher sind sie oft gezwungen, auf Streifzügen größere Strecken im Wasser zurückzulegen. Es ist für ausgewachsene Eisbären keine Seltenheit, Dutzende Kilometer am Stück schwimmend zurückzulegen. Gelegentlich wird ein Eisbär bei seinen Schwimm-Touren von Stürmen überrascht. Abgetrieben vom Sturm und meterhohen Wellen ausgesetzt, überlebt auch ein Eisbär im Wasser nicht lange – und wird dann tot an Land gespült. Es handelte sich bei den Funden übrigens um ganze 4 Stück, was Al Gore natürlich verschweigt. Ein Indiz für ein beginnendes, Klimawandel-bedingtes Massensterben ist dies jedenfalls nicht.

Doch wie sieht es mit dem Packeis als Jagdrevier aus? In der Tat wird das Packeis verschwinden, sollte der Trend der vergangenen 30 Jahre noch weitere 30 Jahre andauern. Jedoch sind Robben für die Aufzucht ihrer Jungen auf festen Untergrund angewiesen. Sollte das Packeis verschwinden, werden sie ihre Aufzucht an die Küsten verlagern. In der Tat geschieht dies bereits bei einigen Walross-Arten in Alaska und Nordkalifornien. Aber statt daraus die Schlußfolgerung zu ziehen, daß sich Tiere offensichtlich sehr schnell Temperaturveränderungen anpassen können, wird diese natürliche Anpassung von Klima-Hysterikern als Katastrophenmeldung verkauft. Ebenso wie Walrosse und Robben werden auch die Eisbären in Zukunft ihr Jagdrevier verlagern. Die Lebensgrundlage der Eisbären ist daher nicht gefährdet. Ich bin bereit, jede Wette einzugehen, daß die Eisbärenpopulation 2040 größer sein wird als 1960 – vorausgesetzt, die Menschen dezimieren die Nahrungsgrundlage nicht noch stärker und die Eisbärenjagd bleibt auch weiterhin unterbunden.

Flora und Fauna der polaren, subpolaren und kalt-gemäßigten Klimazone haben im Laufe der letzten 500.000 Jahre mehrere dramatische Temperaturänderungen durchgemacht. Sie sind daher an Temperaturänderungen gewöhnt und werden dadurch eher verschoben denn zerstört. Pflanzen und Tiere kommen problemlos mit einem durchschnittlichen Temperaturanstieg von einigen hundertstel Grad pro Jahr (mehr sind es selbst in pessimistischen IPCC-Szenarien nicht!) zurecht.

Nota bene: Gemäß den Eisbär-Untergangspropheten müßten diese bereits in früheren, zeitweise sogar wesentlich stärkerer Wärmeperioden, in denen sie bereits mehrfach großer Teile ihres Lebensraumes beraubt wurden, ausgestorben sein. Es gibt sie hingegen erfreulicherweise immer noch!

Bisher ist durch den derzeitigen Klimawandel keine einzige Spezies ausgestorben, auch wenn die Klimakatastrophen-Lobby versucht, das Aussterben einer auf den Seychellen beheimateten Schneckenart und das Amphibiensterben auf den Klimawandel zu schieben. Jedoch sind in beiden Fällen ganz andere Ursachen viel wahrscheinlicher und die Klimaschock-Hypothesen ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Die meisten Wissenschaftler halten die direkte Zerstörung des Lebensraums und den Eintrag von Schadstoffen für die Hauptursache. Hinsichtlich des Amphibiensterbens steht unter anderem das weltweit eingesetzte Totalherbizid Round Up von Monsanto unter Verdacht.

Hauptursache des Amphibiensterbens ist jedoch eine tödliche Pilzkrankheit, ausgelöst durch den Chytridpilz. Die Herkunft des Pilzes ist ziemlich klar, afrikanische Krallenfrösche tragen den Erreger auf ihrer Haut und sind gegen diese Krankheit immun. Der Mensch hat diese Frösche für Schwangerschaftstest und als Labortiere eingesetzt und sie dabei mitsamt dem Erreger nach Amerika und Europa eingeschleppt. Entkommene Krallenfrösche haben sich inzwischen in Europa und auch in Amerika verbreitet. So wurde auch der Erreger vom Menschen nach Mittelamerika eingeschleppt, wo er auf ohnehin durch Abholzung und Schadstoffe geschwächte Amphibien traf. Die Amphibien hatten zudem gegen den Pilz, mit dem sie im Laufe ihrer Evolution nie zuvor konfrontiert wurden, keine Abwehrkräfte. Interessanterweise ist dieser Pilz bei niedrigen (!) Temperaturen für die Amphibien besonders tödlich, weshalb der daraus geschlußfolgerte Zusammenhang zur globalen Erwärmung ziemlich konstruiert wirkt, zumal die Veränderungen durch den Klimawandel in den Tropen besonders schwach sind.

Menschliche Einflüsse, die Tiere und Pflanzen aussterben lassen, sind fast immer auf den ersten Blick sichtbar oder zumindest nachweisbar – Abholzung, Gewässerverschmutzung, Schadstoffeintrag, das Einschleppen fremder Arten und Krankheiten. Bei größeren Tieren ist die Jagd der Hauptgrund menschlich bedingten Aussterbens. Wo immer die Menschliche Spezies in den letzten 100.000 Jahren neu auftauchte, verschwanden plötzlich 80% aller Tierarten mit einem Gewicht von über 100 kg (Overkill-Hypothese). Und man kann davon ausgehen, daß dies keine Folge des anthropogenen Klimawandels war.

Die Liste der Opfer der Menschheit ist endlos: Vom Auerochsen über Stellers Seekuh, Dodo, Riesenalk und Beutelwolf, Karolinasittich und Felsengebirgsschrecke bis hin zum St.-Helena-Olivenbaum oder der Karibischen Mönchsrobbe. Doch leider sind diese ganz offensichtlichen menschlichen Ursachen für das Artensterben scheinbar zu unspektakulär. Sie sind im Laufe der Klimadebatte in den Hintergrund getreten, und die fiktive Klima-Bedrohung zahlreicher Arten geriet in den Vordergrund. So müßte es beim WWF eigentlich heißen „Durchsetzung des Jagdverbotes zeigt Wirkung! Es leben wieder (sie erinnern sich noch an das „nur noch“?) 20.000 – 25.000 Eisbären in den nördlichen Polarregionen – ein Riesenerfolg für den Tier- und Umweltschutz!“ Doch statt den Erfolg zu feiern und sich ernsthaft bedrohten Tierarten zuzuwenden, wird dem Eisbären nun die Rolle des bedürftigen Klimawandel-Opfers zugeschrieben. Seit Jahren kümmert man sich so mit viel Medienrummel um eine Tierart mit einer stabilen Population im fünfstelligen Bereich.

Den Chinesischen Flußdelphin – eine rapide schrumpfende Spezies mit (1996 geschätzt) weniger als 100 Tieren – ignorierte man weitgehend. Wozu sich mit der Flußverschmutzung in China beschäftigen? Oder damit, wie die dortigen Flüsse zumindest in Teilen naturnah belassen werden können? Warum die chinesische Regierung für ihr Versagen im Umweltschutz an den Pranger stellen? Ganz einfach: Chinesische Flußdelphine kennt kaum jemand, sie sind nicht so niedlich wie junge Eisbären, und man kann Europäern und Amerikanern mit der Umweltzerstörung in China keine Schuldgefühle einreden. Also geht man den Weg des höchsten Spendenaufkommens und tischt der Bevölkerung hypothetische, CO2-bedingte Untergangsszenarien auf. Und erreichte mit viel Engagement beispielsweise, daß Eisbären aus diesem Grunde in die Liste der bedrohten Art aufgenommen wurden. Ziemlich genau zur gleichen Zeit wurde bekannt, daß der Chinesische Flussdelfin vermutlich ausgestorben ist. Ich sehe dies als Versagen von WWF und Greenpeace an und als weiteren Beleg dafür, daß die derzeitige Fixierung großer Teile der Umweltbewegung auf den Klimaschutz dem Umwelt- und Tierschutz nicht hilft, sondern ihm nachgerade schadet, indem er ein Übermaß an finanziellen Mitteln, Engagement und Aufmerksamkeit bindet.

 

Krank vor Wärme

Man hört immer wieder, Krankheiten wie Malaria würden sich durch die globale Erwärmung ausbreiten; selbst Deutschland werde davon betroffen sein. Die steigende Zahl der Malariaerkrankungen in vielen Industrieländern wird als Indiz gezeigt. Als Beweis wird häufig auf das West-Nil-Fieber verwiesen, das sich seit 1999 in den USA ausbreitet.

Auch Al Gore verweist in „Eine unbequeme Wahrheit“ auf diese Krankheit als Folge des Klimawandels. Dazu erklärt er, daß sich durch den Klimawandel weitere, bereits unter Kontrolle geglaubte Krankheiten wieder ausbreiten werden. Untermalt werden seine Worte durch Bilder des Hanta-Virus, der Cholera, mehrfach-resistenter Tuberkulose, Legionellen und Coli-Bakterien.

Die Wahrheit ist, daß sich in den letzten Jahrzehnten Krankheiten, aber auch Tiere und Pflanzen zumeist nicht wegen Klimaveränderungen, sondern aufgrund immer schnellerer und häufigerer Langstreckentransporte und Fernreisen ausbreiten. Das von Gore beschriebene West-Nil-Fieber wurde mit großer Sicherheit durch ein israelisches Flugzeug aus Tel Aviv eingeschleppt. Die Epidemie begann in New York, danach breitete sich die Krankheit in alle Richtungen aus – im Norden bis nach Kanada, wo sogar aus Yukon Krankheitsfälle gemeldet worden – Aus der subpolaren Klimazone! Damit sollte klar sein, daß die Ausbreitung des West-Nil-Fiebers in den USA nichts mit dem Klimawandel zu tun hat – die Krankheit wurde schlicht und ergreifend per Flugzeug eingeschleppt.

Auch die meisten Krankheiten, deren Bilder Gore während des Vortrags seiner Schreckensvision zeigt , werden sich durch ein wärmeres Klima nicht ausbreiten. Das Hantavirus wird beispielsweise in Deutschland von Nagetieren übertragen, vor allem von den einheimischen Rötelmäusen, die selbst während der kleinen Eiszeit hier lebten. Cholera wiederum ist heute auch in kalten Gebieten Rußlands verbreitet, und nach dem 2. Weltkrieg gab es sie auch in Deutschland. Cholera-Epidemien sind eine Folge von Defiziten bei der Ernährung und Hygiene sowie im Gesundheitswesen, aber nicht aufgrund gestiegener Temperaturen. Das Auftauchen der mehrfach-resistenten Tuberkulose wiederum ist vermutlich dem übermäßigen Einsatzes von Antibiotika zu verdanken; im Zusammenhang mit dem Klimawandel wird die Krankheit nur von Al Gore gezeigt. Legionellen wiederum verbreiten sich vor allem in Schwimmbädern und Warmwasserleitungen. Schwimmbäder und Warmwasserleitungen verbreiten sich für Gore aber vermutlich nicht wegen des zunehmenden Wohlstands und Tourismus’, sondern ebenfalls wegen des Klimawandels.

Die kurz am Bildrand zu sehenden Coli-Bakterien wiederum sind der größte Witz des Klimapapstes Gore. Sie gehören zur natürlichen Darmflora von Menschen und Tieren. Lediglich einige Stämme sind krankheitserregend. Sie verbreiten sich vor allem durch mangelnde Hygiene und fehlenden Gewässerschutz, beispielsweise, wenn Flüsse als Entsorgungswege für mit Fäkalien verunreinigte Abwässer und gleichzeitig als direkte Trinkwasserquelle dienen. Leider ist dies in Entwicklungsländern üblich und eine der Hauptursachen der dort verbreiteten Durchfallerkrankungen. Durch Bau von einfachen Kläranlagen und Brunnen, die Wasser aus Uferfiltrat gewinnen, wäre hier übrigens leicht Abhilfe zu schaffen.

Alles in allem hat Gore in seinen Grafiken eine Ansammlung von Krankheiten gezeigt, die den Zuschauern bekannt sind und eine Atmosphäre der Angst erzeugen sollen. Einen Zusammenhang mit dem Klimawandel sucht man bei den meisten Krankheiten vergebens. Niemand kann die Ausbreitung im Darm des Menschen beheimateter Bakterien mit dem Klimawandel in Verbindung bringen, ohne ausgelacht zu werden – außer Al Gore. Der bekommt für solchen und ähnlichen unwissenschaftlichen Unsinn noch einen Nobelpreis. So weit reicht die Verdummung durch die Klimakatastrophe bereits.

Etwas komplizierter ist der Zusammenhang bei der Malaria. Die steigende Zahl der Malariakranken in vielen nicht-tropischen Regionen ist ebenfalls ein Resultat zunehmenden Flugverkehrs und von Abenteuerreisen in malariaverseuchte Gebiete der Schwellen- und Entwicklungsländer. Praktisch alle Betroffenen sind Fluggäste oder leben oder arbeiten in der Nähe von Flughäfen. Die Verbreitung der Malaria beschränkt sich heute weitestgehend auf die Tropen. Daher gilt Malaria heute als typische Tropenkrankheit. Dies verursacht bei Laien den Trugschluß, daß diese Krankheit von tropischen Temperaturen abhängig ist. Schaut man sich die Geschichte der Malaria an, stellt man fest, daß die Beschränkung der Malaria auf die Tropen einen völlig anderen Zusammenhang hat, als dies Al Gore und die Vertreter der Klimakatastrophe die Öffentlichkeit glauben machen wollen.

Malaria war selbst während der kleinen Eiszeit fast weltweit verbreitet. Die Krankheit war teilweise unter anderen Namen bekannt, etwa als WechselNerven-, Sumpf– oder Marschenfieber. Zu den prominenteren Opfern zählte neben Oliver Cromwell, der sich vermutlich 1658 in Irland ansteckte und auch Friedrich Schiller, der sich 1786 im damals noch sumpfigen Rheintal infizierte. Selbst Westsibirien – nicht gerade für ein tropisches Klima bekannt – war ein Malaria-Epidemiegebiet. Ich empfehle jedem, sich die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegebene Weltkarte der der dominanten Malaria-Vektoren (Überträger) anzusehen. Man sieht deutlich, daß selbst die gemäßigten Breiten bis an den Rand der Subpolaren Klimazone potentielle Malariagebiete sind.

Andererseits gibt es heute tropische und subtropische Gebiete die als malariafrei oder nur minimal gefährdet gelten. Beispielsweise die Nordküste Australiens, der Norden Venezuelas, Südost-Brasilien, Singapur oder Taiwan.

Die Wärmehypothese stimmt schlichtweg nicht. Wo immer es früher größere Mückenpopulationen gab, war auch die Malaria verbreitet. Und entgegen dem Volksglauben reduzieren kalte Winter die Mückenpopulation bestenfalls im Frühjahr. Durch die exponentielle Vermehrung wird spätestens im Sommer die Zahl der Mücken nur noch durch Nahrungsangebot, Brutgewässer (Pfützen und Teiche) und die Zahl der Freßfeinde bestimmt – was die Mückenplagen in Westsibirien stichhaltig beweisen.

Erst gezielte Gegenmaßnahmen des Menschen haben die Malaria in vielen Regionen ausgerottet. Nur wenigen ist bekannt, daß dies noch gar nicht so lange her ist; beispielsweise ist Europa erst seit 1960 malariafrei. Früher konzentrierte man sich auf die Dezimierung der Mücken durch die Trockenlegung von Sümpfen, später auch durch den Masseneinsatz von Insektiziden, etwa im Rahmen des Global Eradication of Malaria Program der WHO. Dies hatte jedoch den Nachteil, daß die Mücken gegen die eingesetzten Insektizide – insbesondere DDT – immun wurden. Außerdem dezimierte man damit auch viele Freßfeinde der Mücken, die sich am Ende des DDT-Einsatzes – im Gegensatz zu den Mücken – nur langsam von den Verlusten erholten. Bei enger begrenzten Malariagebieten reichte jedoch eine zeitweise Dezimierung in Kombination mit Malariabehandlungen, um zumindest den Malaria-Erreger auszurotten. Bei großflächigen Malariagebieten versagte das Verfahren jedoch und man gab es in den 70er Jahren auf.

Derartig drastische Maßnahmen sind jedoch auch gar nicht zwingend notwendig. Es genügen auch mückensichere Schlafräume in Kombination mit einem funktionierenden Gesundheitssystem, um die Malaria unter Kontrolle zu bringen. Die Grenze der Malariaverbreitung ist daher heute eine Grenze zwischen Armut und Wohlstand. Und „Wohlstand“ bedeutet in punkto Malaria teilweise schon das Vorhandensein von Mückennetzen und die medizinische Behandlung von Malariainfizierten. In solchen Regionen kann sich Malaria dann auch nicht epidemisch ausbreiten und auch nicht als Epidemie fortbestehen. Will man die Malaria bekämpfen, gilt es, hier anzusetzen. Die temperaturbedingte Grenze der Malaria ist im Gegensatz zur „Armutsgrenze“ heute praktisch bedeutungslos. Doch nun erklären uns Gore und Co., der wahre Weg, die Malaria in der 3. Welt unter Kontrolle zu bringen bestünde darin, in den Industriestaaten Billionen in die Vermeidung von CO2-Emmissionen zu stecken. Was für ein Irrsinn! Wir sollen einen Großteil der verfügbaren Mittel für das aberwitzige Projekt einsetzen, die Temperatur des Planeten konstant zu halten!

Man kann fest davon ausgehen, daß jeder einzelne Euro, der für Mückennetze ausgegeben wird, die Malaria deutlich besser eindämmt als eine Million Euro, die in die CO2-Vermeidung investiert wird. Die WHO rechnet mit Kosten von 2,5 Mrd. Euro pro Jahr, um die Zahl der Malariaerkrankungen bis 2015 halbieren zu können, jedoch werden mangels Medienpräsenz hierfür keine ausreichenden Mittel zur Verfügung gestellt. Zum Vergleich: Allein das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz kostet den deutschen Steuerzahlern 3,2 Mrd.

Malaria mit rund 2 Millionen Toten jährlich ist dabei nur eines von vielen Krankheitsproblemen der Entwicklungsländer, die mit – global gesehen – minimalem Aufwand in den Griff zu bekommen wären. Daneben stehen AIDS mit 2,9 Millionen Toten, Durchfallerkrankungen (z.B. Cholera) mit 2,1 Millionen Todesopfern und Tuberkulose mit 1,6 Millionen Toten. Sie alle könnten binnen weniger Jahre mit einem Bruchteil dessen eingedämmt werden, was derzeit in Projekte zur CO2-Vermeidung investiert wird. Ganz zu schweigen von 40.000 Kindern unter 5 Jahren, die täglich an Unterernährung und deren Folgen sterben.

„Klimaschutz“ ist also kein „Humanismus“, der die Gesundheit der Bewohner der Entwicklungsländer bewahrt oder gar fördert Mit Gore’scher Methodik werden wir die Krankheiten und Ernährungsprobleme in den Entwicklungsländern nicht unter Kontrolle bringen, stattdessen bänden wir die Ressourcen, mit denen dies wirklich erreicht werden könnte. Die gezielte Vermeidung einer Tonne CO2 kostet nach heutigen Schätzungen etwa 20 €. Möchte man die weltweiten Emissionen von 30 Mrd. Tonnen bei diesem „Preis“ halbieren, würde dies 300 Mrd. Euro pro Jahr kosten.

 

Heißhunger

Vom IPCC bis hin zur Presse hagelt es Negativ-Prognosen zu den Auswirkung der Erwärmung auf die Landwirtschaft. Die Erträge der Landwirtschaft werden sinken, Hungersnöte werden die Folge sein, besonders in der 3. Welt. Al Gore beschreibt beispielsweise in „Eine unbequeme Wahrheit“, daß höhere Temperaturen zur Verwüstung führen, da sie den Boden austrocknen.

Interessanterweise erfährt man so gut wie nie etwas über die Vorteile der globalen Erwärmung. Man ist geradezu erpicht darauf, daß jede Region durch die Erwärmung mehr Nachteile als Vorteile hat. Wie ein chaotisches System, wie es das Klima darstellt, derartig selektiv vorgehen kann, wird natürlich nicht erklärt. Selbst in Regionen, bei denen dies in keiner Weise einleuchtet – wie beispielsweise Skandinavien, Kanada oder Sibirien – sollen durch die Erwärmung mehr Nach- als Vorteile entstehen. So wird in den Prognosen für Skandinavien angemerkt „zusätzliche Hochwasser“ würden die Vorteile einer längeren Wachstumsperiode wieder zunichte machen. Um wie viel Prozent müßten die Hochwasserschäden wohl steigen, um eine Ausdehnung der Wachstumszeit hunderttausender Quadratkilometer Wald, Weide und Ackerland sowie die Reduktion von Heizkosten für mehrere Millionen Haushalte zu kompensieren? 100%? 1.000%? 10.000%? Nein, viele Regionen in den gemäßigten und subpolaren Klimazone werden profitieren, so viel ist sicher. Schon jetzt beginnt man auf Grönland versuchsweise wieder Landwirtschaft zu betreiben – zum ersten Mal seit dem mittelalterlichen Klimaoptimum, als die Grænlendingar dies in geringem Umfang taten.

Doch was hat es nun mit der Ausbreitung der Wüsten in den subtropischen und tropischen Zonen auf sich? Nach ihren Ursachen unterteilt gibt es viele Arten von Wüsten. Angefangen von edaphischen Wüsten über Wendekreis-, Relief-, Binnen- bis hin zu Küsten-, Wind-, Kälte- und Eiswüsten. Nur nach einer Wärmewüste werden Sie vergeblich suchen. Was der Allgemeinheit kaum bekannt ist: Wärme ist nicht der Auslöser einer Wüstenbildung. Es gibt keine Region auf der Erde, in der eine hohe Lufttemperatur das Pflanzenwachstum verhindert.

Zwar stimmt natürlich Gores (banale) Aussage, daß durch höhere Temperaturen die Verdunstung aus den Böden steigt. Doch daraus die Schlußfolgerung zu ziehen, daß dadurch automatisch mehr Wüsten entstehen, ist ein Trugschluß. Höhere Temperaturen führen zu mehr Verdunstung – insbesondere über den Meeren -, und dies wiederum führt zu höheren Niederschlägen. Es sei denn, bestimmte Faktoren – wie etwa die Planetarische Zirkulation, Gebirge oder eine große Entfernung zum Meer – stehen dem im Wege. Da diese Faktoren aber wenig (Planetarische Zirkulation) bis gar nicht (Gebirge, Meeresferne) von der globalen Durchschnittstemperatur abhängen, dürften sich die Wüsten weit weniger ausbreiten, als von vielen befürchtet. Falls sie dies überhaupt tun, denn die Ungunsträume, die nicht von den erhöhten Niederschlägen profitieren können, sind zumeist bereits jetzt Wüsten. Schaut man auf die Niederschlagsverteilung der Erde, sieht man deutlich, daß – abgesehen von den erwähnten Wendekreis- und Binnenwüsten – die Niederschläge zur wärmeren Äquatorregion hin zunehmen.

Beobachtungen der Warmperioden der Vergangenheit zeigen dann vielerorts das genaue Gegenteil der heutigen Drohszenarien. Viele Regionen hatten bei einem wärmeren Klima eine dichtere Vegetation. Die Kaltzeiten waren hingegen zumeist trocken und in jedem Fall die Zeiten mit der geringsten Biomasse-Produktion. Während des ersten Holozänen Optimums – die Temperaturen lagen teilweise über den heutigen – waren große Teile der heutigen Sahara noch Savannen- und Steppengebiete. Sedimente, Isotopenuntersuchungen, Pollenanalysen und sogar Höhlenzeichnungen der steinzeitlichen Bewohner belegen dies. Auch die heutige Wüste Thar in Indien beherbergte damals eine Hochkultur. Selbst die heute lebensfeindliche Wüste Rub al-Chali auf der Arabischen Halbinsel war teilweise von Vegetation bedeckt. Auch die meisten Gebiete Mittelmeerraums (einschließlich des südlichen Spaniens) waren noch vor 5.000 Jahren von Laubwäldern bedeckt. All diese Regionen wurden erst durch Prähistorische Klimaänderungen, Entwaldung, Überweidung oder eine Kombination daraus verwüstet.

Auch die Wüstenbildungen des vergangenen Jahrhunderts wurden nicht durch den Klimawandel verursacht, sondern durch unangepaßte Landnutzung (Abholzung, Überweidung, ungeeignete Ackerbaumethoden in Halbwüsten etc.). Hinzu kam in den letzten Jahrzehnten ein eklatantes Mißmanagement mit ober- und unterirdischen Wasservorkommen. Auch das gerne ins Feld geführte Verschwinden des Tschadsee und des Aralsee gehört dazu – ihre Zuflüsse wurden in überdimensionierte Bewässerungsprojekte (vor allem für Baumwolle) umgeleitet, wodurch fast das gesamte Wasser verdunstet, bevor es die Seen erreicht. Darüber hinaus wurde im Einzugsbereich des Tschadsees eine massive Überweidung betrieben, was sich ebenfalls negativ auf den Wasserhaushalt auswirkte. Abflußlose Seen reagieren dabei bereits auf kleine Schwankungen des Zufluß mit erheblichen Änderungen des Wasserspiegels, so auch das Kaspische Meer.

Unter dem Strich läßt sich kaum sagen, ob durch eine globale Erwärmung das Nahrungspotential der Erde eher zu- oder abnehmen wird. Sicher ist jedoch, daß das Nahrungspotential in Zukunft vor allem davon abhängt, wie gut die regionale Landwirtschaft an die gegebenen Verhältnisse angepaßt wird. Der Versuch, bei einem extremen Bevölkerungszuwachs traditionelle Viehwirtschaft (Sahelzone) oder Brandrodungswanderfeldbau (Afrika, Südamerika) fortzuführen hat in der Vergangenheit ebenso zu großflächiger Verwüstungen geführt wie der Versuch, auf mitteleuropäische Verhältnisse zugeschnittene Ackerwirtschaft in Halbwüsten (Zentralasien) oder Regenwaldgebieten (Amazonasbecken) zu etablieren. Die Zukunft der Nahrungsversorgung – insbesondere der Entwicklungsländer – wird daher davon abhängen, angepasste Nutzungsformen zu entwickeln oder wiederzuentdecken und der Bevölkerung zu vermitteln. Beispiele, wie diese aussehen kann sind die Nutzung von Terra Preta oder Agroforstwirtschaft. Solche Nutzungsformen führen nicht nur zu einer Sicherung der Nahrungsversorgung, sondern machen durch ihre Nachhaltigkeit auch die ständige Zerstörung weiterer Gebiete überflüssig.

Es wäre es also die falsche Entscheidung, zur Verbesserung der Nahrungssicherheit in Entwicklungsländern in den Klimaschutz investieren. Durch Klimaschutz wird in der 3. Welt niemand satt und es schafft der Bevölkerung vor Ort auch keine Alternative zu Überweidung, Abholzung und Armut. Stattdessen muß vor Ort in die technische und ökologische Bildung der Bevölkerung investiert werden. Im Gegensatz zu den nicht nachweisbaren Effekten der Treibhausgas-Vermeidung macht es sich langfristig in vielen Bereichen bezahlt – von der Umwelt über die Ernährung und Wirtschaft bis hin zum Gesundheitssystem.

 

The Day after Tomorrow

Es gibt einige Klimamodelle, die ein Abreißen des Golfstroms vorhersagen und damit für große Teile Europas eine starke Abkühlung prognostizieren. Zu nennen ist hierbei das zum Beispiel das Szenario von Rahmstorf und Ganopolski vom PIK (Publikation Rahmstorf/Ganopolski).

Auch der völlig unwissenschaftliche Klimaschocker „The Day after Tomorrow“ greift dieses Thema auf. Im kalten Winter 2005/2006 veröffentlichten Reporter das wissenschaftliche Szenario. Zeitgleich berichtete ein Team von Meeresforschern um Harry Bryden, der Golfstrom habe seit 1957 um 35% abgenommen. Sogar noch mehr: Der Golfstrom habe für 10 Tage ganz ausgesetzt. Prompt stand in den Zeitungen, der relativ kalte Winter sei der Vorbote der kommenden Kälteperiode in Mitteleuropa.

Verwiesen wird bei diesen Horror-Szenarios auf das Hudson-Bay-Ereignis vor rund 13.000 Jahren, bei dem einer Theorie zufolge ein Eisdammbruch gewaltige Mengen kalten Süßwassers freisetzte und den warmen Nordatlantikstrom binnen weniger Monate zum Erliegen brachte. Dieses Ereignis gilt als möglicher Auslöser der bereits erwähnten Jüngeren Dryas (siehe „Zu schnell für die Natur…“). Laut einer Theorie soll das langsam schmelzende Eis Grönlands in Zukunft den gleichen Effekt hervorrufen, obwohl zwischen den jährlich freigesetzten Wassermengen mehrere Größenordnungen liegen. Was ist dran an Brydens Ergebnissen und dem Szenario? Dutzende seriöser Wissenschaftler betonten bereits damals, daß es sich bei der gemessenen Abnahme der Strömung mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Meßfehler oder Zufall handelt. Kurze Aussetzer seien nichts ungewöhnliches, aber eine starke langfristige Abschwächung müßte spürbar sein. Es sei gar nicht möglich, die Entwicklung der mittleren Durchflußmenge mit Hilfe einer derartig begrenzten Zahl von Messungen halbwegs signifikant zu ermitteln. In der Tat lagen die Ergebnisse fast noch in dem Bereich, der laut Statistik als theoretisch zu erwartender Zufall gilt.

Außerdem sind neben dem Thermohalinen Zyklus auch Wind und Corioliskraft treibende Kräfte der Meeresströmungen. Carl Wunsch, Professor für Ozeanische Physik vom MIT, meinte gar ironisch, um den Golfstrom versiegen zu lassen, müßte man nur das Windsystem oder die Erdrotation abstellen, oder beides. Ein Abreißen des Golfstroms in den nächsten 10 Mio. Jahren hält er für unwahrscheinlich. [Wunschs Aussagen wurde von Klimaskeptikern in „The Great Global Warming Swindle“ mißbraucht, indem impliziert wurde, er bezweifle, daß es einen Zusammenhang zwischen Mensch und Klimawandel gebe. Wunsch sieht jedoch einen solchen Zusammenhang sehr wohl, hält die Aussagen des IPCC jedoch in soweit für bedenklich als es seiner Meinung nach aufgrund der Komplexität unmöglich ist, den Anteil des menschlichen und natürlichen Einflusses genau zu bestimmen. Ich teile diese Meinung.]

Auch in diesem Fall zeigte sich übrigens wieder Rahmstorfs selektive Wahrnehmung von Forschungsergebnissen. Aus seinem Interview mit „Die Zeit” vom Dezember 2005 zu Brydens Meßergebnissen:

Zeit: „[…]Wie beurteilen Sie diese Erkenntnis?“

Rahmstorf: „Mich hat das Messergebnis überrascht.

Zeit:Zweifeln Sie es an?

Rahmstorf: „Überhaupt nicht. Harry Bryden ist ein seriöser Ozeanograph, seit Jahrzehnten im Geschäft und das Messergebnis ist signifikant. […]“

Zeit:Irgendwie scheinen Sie doch an den Messungen Ihrer britischen Kollegen zu zweifeln, oder?

Rahmstorf:Nein, aber sie werfen viele Fragen auf.[…]“

Sie erinnern sich noch an Rahmstorfs Bewertung der Studie des Klimakritikers Nir Shaviv? (siehe „Klimawirksamkeit von CO2). Bei den Studien, die für eine große Klimakatastrophe sprechen, hat er hingegen keine Zweifel, selbst wenn die Ergebnisse ihn in seinem eigenen Fachbereich verwirren und sie von anderen Wissenschaftlern bereits angezweifelt werden. Entweder hatte er den Ergebnissen Signifikanz zugesprochen, ohne sie zu überprüfen. Oder er hatte die mangelnde Signifikanz unter den Tisch fallen lassen. Rahmstorf selbst betonte später, er habe die damals prognostizierte Eiszeit nicht unterstützt, obwohl er eine Abkühlung Europas ab 2100 natürlich weiterhin für möglich hält. Daß er 2005 die fehlerhafte Bryden-Studie ungeprüft als signifikant einstufte und gegenüber der Presse jeden Zweifel daran ausräumte, wird von ihm natürlich nicht erwähnt…

Das ist nicht der einzige Fall, in dem Rahmstorf (ebenso wie einige seiner Glaubensgenossen) wissenschaftliche Fehler an Pro-Klimakatastrophen-Szenarios übersieht oder verleugnet. Al Gore reicht ein schwerer Hurrikan, um einen Zusammenhang zur globalen Erwärmung zu beweisen. Etwas, das selbst bei umfangreicheren Messungen noch längst nicht bewiesen ist (siehe Klima-Hurrikan). Und was meint Rahmstorf? „Insgesamt ist für mich in den Zeitungsberichten kein ernstzunehmendes Argument der Kritik an Gores Film zu finden – lediglich die übliche Liste von Scheinargumenten jener, die das Klimaproblem nicht wahrhaben wollen.“ (Rahmstorf zu “Eine Unbequeme Wahrheit”). Dabei äußerten nicht nur Klimaskeptiker Kritik am Film, insbesondere an dessen mangelnder wissenschaftlicher Basis und der Darstellung von Einzelereignissen als Beweis für einen Zusammenhang mit dem Klimawandel. Selbst einige Vertreter der anthropogenen Klimakatastrophe, wie Mojib Latif, äußerten diese Kritik.

In den folgenden Monaten nach Brydens Veröffentlichung zeigten dann weitere Messungen, daß der Golfstrom wie bisher strömte – welch glückliche Fügung. In der Tat war die Analyse Brydens fehlerhaft, sie basierte auf nur fünf Datensätzen. Jochem Marotzke, Direktor am Max-Planck-Institut für Meteorologie: „Er hat zufälligerweise zu einem Zeitpunkt gemessen, als die Strömung recht schwach war.“ Es ist schon sehr auffällig, daß ein Zufall bei einem Vertreter der Klimakatastrophe zu einem Ergebnis führt, das für die Klimakatastrophe spricht. Und daß dies dann medienwirksam veröffentlicht wird, wobei es von seinen Apologeten bei sagenhaften fünf Meßreihen über 50 Jahre hinweg auch noch als „signifikant“ bestätigt wird. Man könnte es natürlich auch Absicht nennen, oder „zweckdienliche Anpassung von Daten“…

Sie erinnern sich bei diesen Worten an den Fall der Klimaskeptiker Shaviv und Veizmann (siehe „Klimawirksamkeit von CO2)? Nun wissen Sie, daß die Verfechter der Klimakatastrophe mit ebenso unwissenschaftlichen Mitteln vorgehen.

Ein weiteres Jahr später wurden von anderen Forschern Ergebnisse veröffentlicht, die dem Golf- bzw. Nordatlantikstrom im langjährigen Mittel eine hohe Stabilität und keine nennenswerten Veränderungen seit dem Beginn der Aufzeichnungen bescheinigten. Doch das interessierte nur wenige Vertreter der Presse. Entwarnungen bringen im Gegensatz zu Sensationsmeldungen keine Auflage und keine Einschaltquoten. Und so spukt nun seither in den Köpfen von Millionen Menschen das Märchen herum, die Meeresströmungen würden bereits wegen des Klimawandels verrückt spielen.

 

Klima-Hurrikan

Bis vor einigen Jahren interessierte sich die lokale Presse nur am Rande für das Wetter außerhalb Europas. Als die USA 2005 dann vom Hurrikan Katrina getroffen wurden, überschlugen sich die Nachrichten. Und in den zahlreichen Artikel nur selten Andeutungen, der Sturm sei die „Quittung für mangelnden Klimaschutz“.

Vertreter der anthropogenen Klimakatastrophe gingen 2005 davon aus, daß es nun in dieser Form immer weitergehen würde und immer häufiger Stürme dieser Stärke Verwüstungen anrichten würden. Doch die erwartete Super-Hurrikan-Saison 2006 und 2007 gab es nicht, die Zahl der Hurrikans ging sogar stark zurück. Katrina scheint ein singuläres Ereignis gewesen zu sein, den Aussagen Gores zum Trotz. Heute sehnen sich Fundamentalisten der anthropogenen Klimakatastrophe nach der Aufmerksamkeit, die ihnen nach Katrina zukam. Aus dem Blog “Klima der Gerechtigkeit” der den Grünen nahestehenden Heinrich-Böll-Stifung: „Braucht die Welt einen zweiten Hurrikan Katrina? Ein “klimapolitisches Pearl Harbour“? Ich hoffe wirklich nicht, daß die Vereinigten Staaten erst aus Schaden klug werden. Doch wenn, dann brauchen wir solch einen Schock bald. Die Zeit läuft ab, in der wir noch die Chance haben, den gefährlichen Klimawandel zu vermeiden.“ Die Klima-Fundamentalisten wünschen sich die Katastrophe herbei, die sie angeblich verhindern wollen. Man will nicht, wie man vorgibt, Schäden von den Menschen abhalten. Man will Recht behalten und die den Rest der Bevölkerung zum eigenen Glauben bekehren, und wenn dies Tausende von Toten kostet. Es ist, als wünschten sich Vertreter von Brot für die Welt, daß möglichst bald wieder eine Hungersnot ausbricht.

Inzwischen zeigt sich, daß derKlimawandel nicht der Haupteinflußfaktor für die Sturmhäufigkeit in der Karibik ist. Folglich dürfte die CO2-Emmission der USA keinen nennenswerten Einfluß auf die Hurrikan-Häufigkeit in der Karibik haben. Die Erkenntnis stammt im übrigen nicht von einem Klimaskeptiker, sondern von Mojib Latif, der fairerweise auch dann Ergebnisse veröffentlicht, wenn sie nicht für die Klimakatastrophe sprechen.

Tatsächlich ist man in den USA jedoch für die Sturmschäden teilweise selbst verantwortlich, jedoch nicht wegen mangelnden „Klimaschutzes“. Die Bevölkerung der USA verlagert sich seit Jahrzehnten aus dem durch Schwerindustrie geprägten „Rust Belt“ des Nordostens in Richtung Südstaaten und Westküste, oftmals „Sun Belt“ genannt. Neben Entlassungen in der Kohle-, Stahl- und Automobilindustrie des Rust Belts ist hierfür vor allem das veränderte Freizeitverhalten verantwortlich. Ein warmes, sonniges Klima wurde den US-Bürgern wichtiger als Sicherheit – beispielsweise vor Erdbeben, die regelmäßig Kalifornien heimsuchen. Oder vor Stürmen, die seit jeher die südlichen Bundesstaaten der USA heimsuchen.

Doch die übliche Leichtbauweise aus Holz wurde fortgeführt. Dank milder Winter, geringer Preise und hoher Mobilität sind auch Wohnwagen und Wohnmobile als Eigenheime weit verbreitet. Den örtlichen Gegebenheiten ist dies nicht angepaßt: Trifft ein schwerer Sturm auf eine solche Leichtbau-Siedlung, bleibt meist nichts als ein Trümmerfeld übrig.

Auch die lokale Infrastruktur hätte an die steigende Bevölkerungszahl angepaßt werden müssen. Dicht besiedelte Gebiete wie New Orleans hätten ausreichend eingedeicht werden müssen. Doch die weit entfernte Regierung in Washington stopfte in den vergangenen 20 Jahren lieber Billionen Dollar an Steuermitteln in Panzer, Flugzeuge und Militärinterventionen statt in Bagger, LKWs und Deichbau. Eine Sturmflut, wie sie 2005 durch Hurrikan Katrina ausgelöst wurde, hätte in den Niederlanden nur wenig Schaden angerichtet, obwohl dort weite Gebiete deutlich tiefer liegen als New Orleans (siehe „Horrorprognosen und Pseudoexperten“).

Waterworld

In seinem Film „Eine Unbequeme Wahrheit“ redet Al Gore von einem Anstieg des Meeresspiegels um sechs Meter. Er spricht von untergehenden Küstenstädten und erwähnt dabei Städte wie London oder New York. Seine Grafiken zeigen einen seit Jahrtausenden stabilen Meeresspiegel, der seit etwa 100 Jahren plötzlich steigt.

Was steckt dahinter? Der Anstieg des Meeresspiegels ist ein langfristiger Trend, der mit kurzen Unterbrechungen seit dem Ende der letzten Eiszeit anhält. Auslöser ist die noch immer anhaltende Freisetzung der seit der letzten Eiszeit in Gletschern, Inlandeis und Permafrostböden gebundenen Wassermassen, aber auch die thermische Ausbreitung des Meerwassers. Lediglich kurze Kälteperioden, wie etwa die „kleine Eiszeit“ zwischen 1400 und 1850, sorgten zwischenzeitlich für einen Stopp oder gar eine Umkehrung dieser Prozesse.

Oft wird von Verfechtern der Klimakatastrophe der stagnierende bis rückläufige Meeresspiegel vom 18. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts als Beweis angeführt. Oder man zeigt Grafiken, deren Zeitraum sich über 12.000 Jahre erstrecken, so daß der Anstieg der letzten fünf Jahrtausende vom 120 Meter-Anstieg am Ende der Eiszeit völlig überdeckt wird. Dadurch wird wiederum der Eindruck erweckt, der Meeresspiegel sei seit Jahrtausenden konstant. Beide Darstellungszeiträume verschleiern die wirkliche Entwicklung. Sie implizieren beim Laien den falschen Schluß, der Meeresspiegel würde zum ersten Mal seit mehreren Jahrtausenden wieder ansteigen. Schaut man sich jedoch Grafiken über einen Zeitraum von 7.000 Jahren an, kommt man zu ganz anderen Schlüssen:

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(Quelle: Behre, Karl Ernst; Die Schwankungen des mittleren Tidehochwassers an der deutschen Nordseeküste in den letzten 3000 Jahren nach archäologischen Daten)

 

Man sieht in diesem Maßstab die Auswirkungen mehrerer Wärme- und Kälteperioden (letztere grau hinterlegt) im Detail. So etwa wie die „Kleine Eiszeit“, eine Kälteperiode zwischen 1400 und 1850, die den Meeresspiegel sogar um rund einen Meter zurückgehen ließ. Die Grafik zeigt aber vor allem, daß der Meeresspiegel vor 3.000 Jahren noch immer vier Meter unter dem heutigen Niveau lag. Mit Schwankungen – bedingt durch Warm- und Kaltzeiten – stieg das Meer auch danach im Schnitt um rund elf Zentimeter pro Jahrhundert. 5% des Meeresspiegelanstiegs der letzten 3.000 Jahre entfallen auf die 5% des Zeitraums nach der Industriellen Revolution: Dieser Zeitraum ist also keineswegs außergewöhnlich, vielmehr war der stagnierende oder rückläufige Meersspiegel der vorherigen „kleinen Eiszeit“ eine Ausnahmeerscheinung. Wir werden also mit einem Anstieg des Meeresspiegels leben müssen, wenn keine neue Kaltzeit ausbricht.

Durch Archäologie, Geomorphologie und Geologie lassen sich die Folgen des Meeresspiegelanstiegs vor der kleinen Eiszeit recht genau nachvollziehen. Ein gutes Beispiel ist Helgoland. Noch vor etwa 6.000 Jahren war Helgoland Teil des Festlands, wurde jedoch in den folgenden 2.500 Jahren durch den steigenden Meeresspiegel zu einer Insel. Auch das heutige Watt ist zu großen Teilen erst in den letzten 6.000 Jahren entstanden, als ehemalige Landflächen überflutet wurden.

Vor rund 1.200 Jahren hatte Helgoland noch eine Fläche von rund 200 Quadratkilometern. Auf Mittelalterlichen Karten ist zwischen Sylt, Helgoland und Dietmarschen noch mehr Land als Wasser eingezeichnet. Doch diese Landflächen existieren nicht mehr oder sind durch den steigenden Meeresspiegel zu kleinen Inselchen zerstückelt worden. Das heutige Helgoland ist nur noch ein zwei Quadratkilometer großer Felsen, der früher die Insel überragte. Ohne diesen hoch aufragenden Sandsteinblock wäre Helgoland – wie so viele flache Inseln in der Nordsee – bereits während des Meeresspiegelanstiegs in Folge der mittelalterlichen Wärmeperiode vollends verschwunden.

Doch wie hoch wird der kommende Anstieg des Meeresspiegels ausfallen? Selbst die pessimistischsten Prognosen des IPCC gehen nur von einem Anstieg des Meeresspiegels von 58 cm aus, optimistischere Prognosen des IPCC rechnen mit 19 cm. Nicht berücksichtigt sind hierbei die Antarktis und Grönland, wobei derzeit die Eismenge der Arktis einen Zuwachs aufweist, der den Verlust auf Grönland ausgleicht.

Zum Vergleich: Der Anstieg des Meeresspiegels zwischen 1850 und 2000 betrug etwa 18,5 cm. Keine Stadt ist dadurch versunken; außer ein paar Wissenschaftlern und vielleicht Fischern bekam kaum jemand den Anstieg mit. Gores sechs Meter sind ein Szenario, das selbst nach pessimistischsten Szenarien des IPCC erst in mehreren Jahrhunderten eintreten dürften. Gore macht bewußt keine Angabe zum Zeitraum, von dem er spricht. Alle anderen gemachten Angaben im Film beziehen sich auf eine Zeitspanne von nur 100 Jahren, womit er beim Zuschauer impliziert, diese sechs Meter bezögen sich ebenfalls auf diese Zeitspanne. Auch weitere Angaben Gores sind völlig unwissenschaftlicher Humbug. So erwartet niemand in absehbarer Zeit ein komplettes Abschmelzen oder gar Abrutschen des grönländischen Inlandeises. Sie erinnern sich sicherlich noch an Rahmstorfs Aussage zu Gores Film?

 

Tuvalu

In einer Szene von „Eine unbequeme Wahrheit“ wird Tuvalu gezeigt, ein Staat dessen Territorium aus einigen flachen Atollen im Pazifik besteht. Verzweifelte Bewohner der Inseln waten im Salzwasser, das bereits ihre Felder überflutet hat. Man klagt die Industriestaaten an, die für die Flut auf Tuvalus Atollen verantwortlich sind.

Was hat es mit der von Al Gore gezeigten „Flut“ auf sich? Das Wetter auf den gezeigten Aufnahmen ist sonnig und es ist nahezu windstill. Um eine Sturmflut kann es sich nicht handeln. Wie kommt das Wasser auf die Felder, wenn der Anstieg des Meeresspiegels gar nicht so stark ist?

Die Antwort liegt in der örtlichen Klimatologie und Ozeanographie, die jedoch kaum einem seiner Zuschauer bekannt sein dürfte. Die Inseln unterliegen einem Phänomen namens King Tide („Königsflut“). Diese Flut ist rund einen halben Meter höher als die normale Flut und überspült periodisch große Teile der flachen Inseln. Al Gore verwendet in „Eine unbequeme Wahrheit“ Aufnahmen einer solchen Flut, reißt diese jedoch völlig aus dem Zusammenhang, indem er impliziert, die gezeigte Flut sei ein Zeichen des weltweiten Anstiegs des Meeresspiegels. Und wieder wurden Millionen Zuschauer vom Klimapapst an der Nase herumgeführt. Daß ein Anstieg des Meeresspiegels von derzeit rund drei Millimetern im Jahr visuell nicht wahrnehmbar ist, sollte einleuchten. Selbst bei Windstille sind die Wellen im Pazifik hundertmal höher. Pflanzen wären aufgrund des ansteigenden salzhaltigen Wassers im Boden bereits seit Jahrzehnten abgestorben, ehe sie vom Salzwasser überflutet würden.

Was bedeutet dies alles nun für die Zukunft Tuvalus? Der steigende Meeresspiegel und die Erosion, die bei jeder Welle, jedem Regen und jeder Flut etwas Boden der Insel abträgt, werden die Inseln weiter schrumpfen lassen. Als erstes wird die Landwirtschaft immer stärker eingeschränkt und schließlich unmöglich. Schlußendlich bleibt nur noch eine Sandbank wie das Kingmanriff übrig. Nichts kann diesen Prozess stoppen, vorausgesetzt, es gibt keine neue Eiszeit. Jedoch dauert es bis dahin noch viele Jahrzehnte, eventuell sogar Jahrhunderte.

Nun kann man zurecht sagen „Wir müssen alles tun, um zu helfen“. Doch die Frage ist, wie diese Hilfe aussehen soll. Al Gore und andere Klimaschutz-Lobbyisten meinen, wir müßten Billionen in die Vermeidung von CO2 stecken, um Tuvalu und andere Inseln zu retten. Doch der Untergang Tuvalus und einiger anderer flacher Atolle in den nächsten Jahrzehnten bis Jahrhunderten läßt sich ebensowenig verhindern wie ein Sturm, ein Vulkanausbruch, ein Erdbeben oder ein Tsunami. Der Mensch ist nicht allmächtig. Er kann den Meeresspiegel auf subtile Weise beeinflussen, aber er kann ihn nicht so weit kontrollieren, daß flache Atolle dauerhaft zu retten wären.

Was also tun? Ein Vorschlag des sozial-romantisch angehauchten Don Kennedy, der aus Tuvalu stammt, sieht vor, die Inselbewohner schnellstmöglich als Ganzes auf die Fidschi-Insel Kioa zu evakuieren, um die Kultur zu bewahren. In der deutschen Presse und auch von der Klima-Lobby wird dies als erklärter Wille ganz Tuvalus dargestellt. Doch viele der Inselbewohner sind von diesem Plan gar nicht begeistert. Denn die von der Klima-Lobby verbreitete Untergangspanik bei der Bevölkerung gibt es gar nicht. Die lästige King Tide kommt, aber sie geht auch wieder. Auch Tuvalus Premierminister Maatia Toafa sieht den steigenden Meeresspiegel aktuell nicht als Bedrohung an, deretwegen man die Menschen evakuieren müßte. Schon gar nicht auf eine Insel ohne ausreichende Infrastruktur. Viele lieber würde er für die Bevölkerung in Neuseeland oder Australien Land kaufen und, wenn es denn irgendwann so weit ist, dorthin umsiedeln. Nicht verwunderlich, denn Tuvalu ist ein ärmliches Entwicklungsland fast ohne Infrastruktur, dessen Ökonomie fast ausschließlich auf Entwicklungshilfe, Briefmarkenexport, Landwirtschaft, Fischerei und der Vermarktung der Top-Level-Domain „.tv“ beruht, wobei letzteres das Bruttosozialprodukt verdoppelte. So erklärt sich auch das Interesse vieler, besser heute als morgen in die entwickelten, wohlhabenden Staaten Neuseeland oder Australien auszuwandern. Man ist daher auf der Suche nach ausreichend Geld und Unterstützung, um sich in Australien oder Neuseeland einkaufen und ansiedeln zu können. Die Unterstützung der Klima-Lobby kommt da wie gerufen. Selbst eine Klage gegen die entwickelten Länder erwähnt man – um später mit dem Schadenersatz in einem dieser Länder leben zu können…

Die oft in den Medien kursierende Zahl von jährlich 75 Flüchtlingen, die derzeit von Neuseeland wegen des Klimawandels und aus Schuldgefühlen aufgenommen werden, ist wiederum eine von der Klimakatastrophen-Lobby gepuschte Zeitungsente. Es handelt sich nicht um ein Sonderprogramm wegen des drohenden Untergangs, sondern um die üblichen Einwanderungsquoten, die Neuseeland für jedes pazifische Entwicklungsland vergibt. Da Einwanderungsquoten am anderen Ende der Welt aber keine Story machen, wurde wieder einmal eine Verbindung zur Klimakatastrophe gesponnen.

Was aus Tuvalu wird, bleibt abzuwarten. Nach einem schnellen Untergang sieht es derzeit jedoch nicht aus. Bleibt es bei 3 mm Anstieg im Jahr, sollten die meisten Atolle Tuvalus nach Schätzungen von Geographen noch rund 100 Jahre bewohnbar bleiben, ehe eine Evakuierung notwendig wird.

 

Horrorprognosen und Pseudoexperten

Dr. Klaus Müschen vom Bundesumweltamt erklärte im März 2007 gegenüber Die Welt: „Es ist denkbar, daß die Region [Berlin-Brandenburg, Anm. d. Autors] wegen des Anstiegs des Meeresspiegels Klimaflüchtlinge etwa aus Holland und anderen tief liegenden Regionen aufnehmen muß.“ Gegenüber der Westfalenpost äußerte er darüber hinaus im Januar 2007, er rechne bis 2050 mit jährlichen Schäden von 100 Milliarden Euro durch extreme Klimaphänomene allein in Deutschland.

Was hat es mit den von Dr. Klaus Müschen angekündigten flüchtenden Niederländern auf sich? Die Niederländer ringen dem Meer seit Jahrhunderten Flächen ab, die das steigende Meer in den Jahrtausenden zuvor überflutet hatte. Rund ein Viertel des Landes liegt unter dem Meeresspiegel, der Zuidplaspolder beispielsweise ganze 700 Zentimeter. Aber ein Anstieg des Meeresspiegels um 19 bis 58 Zentimeter soll nun die Niederländer veranlassen, ins Exil zu gehen? Die Niederländer selbst sehen den Anstieg des Meeresspiegels ziemlich gelassen; außer einigen Hysterikern glaubt dort niemand an den von Dr. Müschen aus den Fingern gesogenen Massenexodus. Statt dessen baut man weiter Häuser und Fabriken unterhalb des Meeresspiegels – und natürlich die berühmten Deiche. Die Ruhe der Niederländer ist verständlich: Sie können durch ihren Wohlstand schneller Deiche bauen, als der Meeresspiegel steigt. Verehrter Herr Müschen, wenn Sie sich schon Sorgen machen, dann bitte um die Bürger von Bangladesch. Und denen wäre am besten geholfen, wenn sie möglichst schnell so wohlhabend wie die Niederländer würden, damit sie ähnliche Deiche bauen können. Ganz zu schweigen davon, daß durch einen ökonomischen Wohlstand und Deiche auch die meisten anderen Probleme der dort lebenden Bevölkerung zu lösen wären. Schließlich wird Bangladesh schon seit Menschengedenken von Sturmfluten heimgesucht, was die Entwicklung des Landes regelmäßig um Jahre zurückwirft.

Darüber hinaus rechnet Müschen bis 2050 allein in Deutschland mit jährlichen Schäden von 100 Mrd. Euro durch extreme Klimaphänomene. Was soll man von dieser Zahl halten? Die meisten können sich derartige Zahlen nicht vorstellen und nehmen sie einfach hin. Ich beginne lieber mit aktuellen Zahlenvergleichen oder rechne diese um, um mir das Ganze vorstellbar zu machen.

Rechnen wir mal die Schäden in Einfamilienhäuser um. Der Bau eines Einfamilienhauses kostet rund 200.000 Euro. Macht bei 100 Mrd. Euro Schaden etwa 500.000 komplett zerstörte Einfamilienhäuser. Bei durchschnittlich drei Bewohnern entspricht das der kompletten Zerstörung des Wohnungsbestands einer Millionenstadt wie München. Und das jedes Jahr. Das gesamte Bauhauptgewerbe Deutschlands wäre kaum in der Lage, diese Schäden auszugleichen, geschweige denn, noch etwas Neues zu bauen.

OK, vielleicht hinkt der Vergleich. Herr Müschen sprach ja beim Agrarforum. Vielleicht meint er Ernteausfälle. Nur umfaßt die Wirtschaftsleistungen der gesamten deutschen Landwirtschaft weniger als 30 Mrd. Euro.

OK, vielleicht hatte ich bisher die falschen Methoden. Rechnen wir es in Orkane der Stärke von Kyrill um. Kyrill richtete laut dem Verband der deutschen Versicherungswirtschaft in Deutschland Schäden von rund 2 Mrd. Euro an. Macht jährlich 50 Stürme der Stärke von Kyrill, um auf 100 Mrd. Euro Schaden zu kommen. Also jede Woche einer.

Nein, ich kann rechnen wie ich will, 100 Milliarden Euro durch zusätzliche Schäden sind einfach nur noch absurd. Die Ökonomin Claudia Kemfert rechnet in den nächsten 50 Jahren durch den Klimawandel mit Kosten von 640 Mrd. Euro, also im Schnitt rund 13 Mrd. Euro pro Jahr, was aus meiner Sicht weit realistischer ist. Sie meinen jetzt vielleicht, 13 Mrd. Euro im Jahr seien ziemlich viel. Und die „Klimasünder“ müßten viel mehr für den Klimaschutz opfern, um diese furchtbare Schadenshöhe zu verhindern. Nur zahlen die deutschen „Klimasünder“ schon jetzt das Fünffache dieser Summe an „Umwelt“-Steuern – jährlich 18 Mrd. Euro an Ökosteuer und 42 Mrd. Euro an Mineralölsteuer. Und was passiert mit diesen „Umweltsteuern“? Richtig, sie werden völlig zweckgebunden und effizient für den „Umweltschutz“ eingesetzt – etwa zur Subventionierung des verpfuschten staatlichen Rentensystems oder zur Finanzierung von Beamtenpensionen. Das hilft der Umwelt ungemein.

Wie jedoch Dr. Müschen auf seine 100 Mrd. Euro kommt, weiß ich immer noch nicht. Aber wie soll man sonst die Erhöhung bestehender und die Einführung neuer Steuern begründen? Oder warum man Klimaschutzmaßnahmen vorschlägt, die mehr kosten als die „Klimakatastrophe“, die man damit verhindern will?

Wie kommt Dr. Müschen eigentlich zu solchen Aussagen? Und wie komme ich kleiner Geographie-Student eigentlich dazu, einem Akademiker wie Herrn Dr. Müschen vorzuwerfen, völligen Unsinn zu verbreiten? Ganz einfach: Sein Doktorgrad zählt nicht! Ich habe zumindest eine 1,3 in ‚Grundlagen der Klimatologie’ und durch Volkswirtschaftslehre im Nebenfach Spuren des Verständnisses für ökonomische Größen und Zusammenhänge. Dr. Müschens Vita hingegen weist ein Studium in Elektrotechnik und Sozialwissenschaften sowie Tätigkeiten als Berufsschullehrer und Hochschulassistent in Elektrotechnik aus. Worin unser Berufsbeamter seinen „Doktor“ erworben hat, dürfen sie raten. Dennoch war er 15 Jahre lang Leiter des ‚Referats für Klimaschutz’ der Berliner Senatsverwaltung und ist nun im Bundesumweltamt Abteilungsleiter für Klimaschutz, Umwelt und Energie. Er mag für den Teilbereich „Energie“ qualifiziert sein – aber das hat nichts mit der Schätzung von Kosten des Klimawandels oder Schätzungen des Meeresspiegels zu tun.

Dr. Müschen steht dabei seinem Vorgesetzten, Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, in nichts nach. Auch der verbreitet Prognosen und Verbesserungsvorschläge in Sachen Klima, hat aber mit seinem Lehramtsstudium in Deutsch, Politik und Soziologie keinerlei geeignete Qualifikation aufzuweisen! Beide vertreten in tiefster Einbildung und Selbstüberschätzung Meinungen und Prognosen, die sie vermutlich nicht mal verstehen. Aber ohne dieses hysterische Verhalten wird man eben auch nicht Abteilungsleiter im Bundesumweltamt oder gar Bundesumweltminister. Wer heute als Umweltschützer gelten will, muß möglichst große Sorgen um das Klima heucheln. Und tritt irgendwo ein Umwelt-Problem auf, muß man nur behaupten, die Treibhausgase seien schuld, schon gilt man als Experte. So einfach ist Umweltschutz heute! Die Fähigkeit, Umweltprobleme zu analysieren und in ihren Ursachen, Zusammenhängen und Auswirkungen zu begreifen, braucht man dann nicht mehr.

Doch selbst qualifiziertere Mitarbeiter, wie etwa Dr. agr. Beate Jessel, verfallen in dieses Verhaltensmuster. Seit Oktober 2007 Präsidentin des Bundesumweltamtes gab sie Anfang Januar gegenüber dem Berliner Tagesspiegel bekannt, daß man die Auswirkungen des Klimawandels in Brandenburg schon spüren könne. Die Abflußmenge der Havel sei unter anderem deshalb in den letzten 30 Jahren um 30% zurückgegangen!

Der Umfang des Rückgangs stimmt in etwa, für die erklärte Verbindung zum Klimawandel verdient Frau Dr. Jessel jedoch den Dr.-Goebbels-Preis für gezielte Volksverdummung. Vor 30 Jahren wurde von der DDR in der Lausitz Braunkohle per Tagebau gefördert. Hierfür pumpte man das Grundwasser großflächig ab und leitete es in den mit Abstand größten Zufluß der Havel, die Spree. Dies vergrößerte die Abflußmenge enorm. Die wenigen noch übrig gebliebenen Tagebaue werden heute mit modernsten Methoden (Einbringung senkrechter Sperren aus undurchlässigem Ton-Material) gegen das Grundwasser abgeschirmt. Daher muß heute das Grundwasser nicht mehr flächig gesenkt werden. Die meisten Tagebaue wurden zudem nach dem Ende der DDR stillgelegt, rekultiviert und werden nun langsam geflutet, wodurch das Lausitzer Seenland entsteht. Was Spree und Havel vor 30 Jahren noch riesige Mengen an Wasser einbrachte, entzieht ihnen heute gewaltige Mengen an Wasser. Zeitweise floß die Spree im Sommer sogar „rückwärts“, weil am Oberlauf mehr Wasser entnommen wurde, als die Quellgebiete lieferten. Ich kann mir nicht vorstellen, daß dem Bundesumweltamt mit seinen Heerscharen von hochqualifizierten und aus Stermitteln hochbezahlten Mitarbeitern diese jedermann frei und kostenlos zugängliche Information entgangen ist.

Man versucht also, die Bürger absichtlich mit Falschinformationen in Angst zu versetzen. Warum, das kann man nur vermuten. Vielleicht, um sie gefügiger für die eigenen Pläne zu machen – z.B. mehr Subventionen für die eigenen Lobbygruppen oder einen höheren Etat für die eigene Behörde. Oder einfach nur für einen höheren Bekanntheitsgrad und damit größere Chancen, innerhalb der Partei aufzusteigen.

Oder man buhlt um Verständnis für immer noch mehr Steuern. Vielleicht ist man auch einfach nur ideologisierter Überzeugungstäter und meint einfach mal ein bißchen Angst verbreiten zu müssen „um die Leute wachzurütteln“. Und weil genug Gleichgesinnte das ebenfalls tun, kommt es zu einer gegenseitigen Selbstverstärkung im Glauben (nicht Wissen) an den Umfang der drohenden Klimakatastrophe, die in der Fantasie immer absurdere Ausmaße annimmt. Praktisch alle anderen Probleme werden hingegen völlig verdrängt oder mit abenteuerlichen Begründungen als Problem des Klimawandels definiert. Daß dieser Irrsinn bereits das Bundesumweltministerium erreicht hat, läßt mich für die zukünftige deutsche Umweltpolitik nicht Gutes erwarten.

 

Jökullaup

Zwischen März und Juni 2007 verschwand in Chile ein Gletschersee. Sofort war der Klimawandel als Schuldiger ausgemacht.

So liest sich eine Meldung der dpa, die unter anderem von Greenpeace, aber auch von n-tv veröffentlicht wurde: Im Süden Chiles ist binnen zwei Monaten ein 30 Meter tiefer Gletschersee verschwunden. Einige Experten vermuten als Ursache dafür den Klimawandel. Wissenschaftler gehen davon aus, daß der Gletscher oberhalb des Sees infolge des Klimawandels viel schneller als normal abgeschmolzen und der Wasserspiegel des Sees dadurch zunächst stark angestiegen ist. […] Bewohner der nur dünn besiedelten Region vermuteten indes, daß sich bei einem Erdbeben im April ein Riss gebildet haben könnte, durch den das Wasser in den Untergrund geflossen ist.

Der größte Fehler dieses Beitrags aber ist die Behauptung, Experten vermuteten als Ursache den Klimawandel. Der See verschwand im Herbst und Winter auf der Südhalbkugel, nicht während der Gletscherschmelze im südlichen Frühjahr und Sommer. Das beschleunigte Schmelzen durch den Klimawandel war zu keinem Zeitpunkt die Theorie der Experten für Gletscherseen. Auf die Frage, ob das Verschwinden durch den Klimawandel verursacht wurde, antwortete Dr. Herbert Formayer von der Uni Wien gegenüber Bild.de: „Nein. daß Gletscherseen verschwinden, ist normal.“ Und was ist mit den angeblichen Wissenschaftlern, die den Klimawandel als Ursache vermuten? Merkwürdigerweise wird keiner namentlich genannt. Man kann davon ausgehen, daß es sie entweder nicht gibt, oder es sich um Wichtigtuer handelte, die ohne notwendige Analyse gegenüber der Presse sofort ihr Standard-Urteil fällten: „Der Klimawandel war’s!“

Der zweite Fehler ist, daß die These einer Entwässerung durch den Untergrund als naive Theorie der Bewohner abgetan wird. Wahr ist jedoch, daß diese Theorie von Anfang an durch die meisten Experten für Gletscherseen vertreten wurde, zumal dem Abfluß laut Bewohnern ein leichtes Erdbeben vorausgegangen war. Frank Wilhelms vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven meinte gegenüber Spiegel online, daß das plötzliche Verschwinden von Gletscherseen nichts Außergewöhnliches sei. Für das Ablaufen von Gletscherseen auf oder unter dem Eis hätte sich sogar das isländische Wort Jökullaup als Fachbegriff etabliert. Michael Zemp, Geologe an der Universität Zürich äußerte sich ähnlich. Zwei Monate später stellte sich heraus, daß der See sich tatsächlich einen unterirdischen Ablauf geschaffen hatte. Kurze Zeit später begann der See sich wieder zu füllen.

Das Ablaufen eines Gletschersees war ein Phänomen, das bereits vielfach beobachtet wurde und zudem überhaupt nichts mit dem Klimawandel zu tun hatte. Dennoch hatten große Teile der Presse sofort ihren Sündenbock. Die Richtigstellung war kaum einer Zeitung einen Beitrag wert. So spukt auch weiterhin in den Köpfen von zig Tausenden Lesern und Zuschauern das Märchen herum, der Klimawandel würde in Chile Seen verschwinden lassen.

Alkoholprobleme

Eine gerne als Gegenmaßnahme zur Klimakatastrophe angepriesene Energiequelle ist Biokraftstoff. Hierbei wird Biomasse zu einem brennbaren Gas oder zu einer brennbaren Flüssigkeit verarbeitet, etwa zu Ethanol-Kraftstoff (Alkohol). Da die Pflanzen beim Wachstum die gleiche Menge CO2 aufnehmen, wie bei Gärung und Verbrennung abgegeben wird, ist diese Energieform scheinbar „CO2-neutral“.

In Europa wird dank gesetzlicher Vorschriften dieser Biokraftstoff dem Kraftstoff beigemischt, wobei der Anteil im Laufe der Zeit weiter angehoben werden soll. Und alle scheinen zufrieden. Die europäische Agrarlobby findet für ihre subventionsbedingte Überproduktion einen – nochmals subventionierten – Abnehmer. Der Großteil der Bevölkerung glaubt, man tue etwas Gutes für die Umwelt. Und die Automobilbranche freut sich klammheimlich darüber, daß nun fast jeder, der einen älteren Wagen fährt, sich demnächst ein neues Auto zulegen muß. Denn die meisten alten Motoren kommen mit Ethanol nicht zurecht.

Im „Mainstream“ werden die Biokraftstoffe noch immer als umweltfreundliche Lösung für die Zukunft angesehen. Doch Forscher und Umweltgruppen haben inzwischen erkannt, daß dieser Weg eine gefährliche Sackgasse ist. Die Ethanolproduktion ist ökologisch und ökonomisch nur dann sinnvoll, wenn hierfür Biomasse verwendet wird, die vor Ort in der Landwirtschaft oder Industrie ohnehin als Abfall anfällt – etwa Gülle, Holzabfall oder Molke. Die Verwendung von eigens dafür angebauter Biomasse schadet der Natur um ein vielfaches mehr als sie nützt. Denn wird zusätzliche Biomasse benötigt, wird für deren Anbau auch mehr Flächen benötigt. Hierfür werden insbesondere tropische Regenwälder gerodet oder abgefackelt, was großflächig Lebensräume zerstört. Zusätzlich wird dadurch mehr CO2 freisetzt, als die Verwendung des so zusätzlich produzierten Ethanols auf Jahrzehnte hinaus einsparen kann. Damit wird die Produktion von Ethanol zu einem größeren Problem für die Natur als es die Verwendung gleicher Mengen an fossilen Treibstoffen vordem war. Erst recht, wenn man von einem deutlich stärkeren Treibhausgas-Einfluß ausgeht, wie etwa das IPCC. Man kann von Glück reden, daß die von Gabriel geforderte Erhöhung des Bio-Ethanolgehaltes auf Druck der Öffentlichkeit gestoppt wurde.

Es gibt vielversprechende Methoden zur Energieerzeugung ohne den Einsatz von fossilen Brennstoffen. Abgesehen von Atom- und Wasserkraft haben sie jedoch alle eines gemeinsam – sie befinden sich gerade erst in einem Entwicklungsstadium, das sie langsam ökonomisch sinnvoll werden lässt. Und keine davon kann allein in naher Zukunft die fossilen Energieträger ersetzen. Bei einigen dieser Technologien kann man jedoch davon ausgehen, daß sie in den nächsten Jahren und Jahrzehnten immer mehr an Bedeutung gewinnen werden.

Man sollte sich jedoch davor hüten, blind auf Klimaschutz-Ziele zu starren und zu subventionieren. Durch Subventionen werden immer unvorhergesehene und unerwünschte Effekte ausgelöst, deren Bekämpfung zu einem immer ausufernderen Bürokratismus führt. Bioethanol kontra Regenwald und Nahrungsproduktion ist da nur ein Beispiel.

So werden beispielsweise regenerative Energiequellen mittels Subventionen aauch n völlig ungeeignete Standorte gelockt. Deutschland ist beispielsweise kein idealer Standort zur Aufstellung von Photovoltaik-Anlagen – abgesehen von Nordeuropa gibt es in Europa keinen ungeeigneteren. Doch anderswo gibt es kein staatlich subventioniertes Förderprogramm. Also steht die Anlage teuer subventioniert bei halber Leistung in Deutschland. Warum macht der Staat solchen ökologischen und ökonomischen Unfug? Weil sich Deutschland mit hohem Anteil regenerativer Energie brüsten will?

Wenn man die regenerative Energie fördern möchte, sollte man statt dessen Energie nach der Umweltschädlichkeit ihrer Herstellung besteuern. Auf sämtliche Subventionsprogramme könnte dann verzichtet werden. Und die Photovoltaikanlage könnte dann auch in Südspanien oder Südfrankreich stehen. Bei gleicher Investition würde auf einen Schlag fast doppelt so viel regenerative Energie produziert…

Zudem sollte man sich bei den derzeit propagierten staatlichen Klimaschutz-Maßnahmen einmal die Frage stellen, warum Deutschlands heutige Energieversorgung zu 25% auf der als besonders „klimaschädlich“ geltenden Verstromung von Stein- und Braunkohle beruht. Verblendete Links-Ökologen machen dafür die Gesetze des Marktes verantwortlich und meinen, Umweltschutz sei identisch mit staatlichem Eingreifen.

Die Realität sieht anders aus. Die Steinkohle wäre in Deutschland bereits seit Jahrzehnten nicht mehr als Energieträger gefördert und zur Stromerzeugung verwendet worden, hätte der Staat sie nicht seit 1974 mittels Subventionengerettet“. Seit dem wurden über 100 Milliarden Euro Steuermittel in die Förderung der Steinkohle investiert. Gleichzeitig förderte man mit Milliarden die in Sachen CO2 relativ „saubere“ Atomenergie. Was tut man also, wenn CO2 das angeblich größte Problem der Welt ist? Richtig! Man verbietet den Bau von neuer Kernkraftwerke, schaltet die bestehenden zwangsweise ab und genehmigt den Bau neuer Kohlekraftwerke! Einen effizienten Einsatz von Steuermitteln kann man das nicht nennen. Und mit der geheuchelten Angst vor dem CO2 kann es bei Sigmar Gabriels Aussage, daß Kohle aus zukünftig “eine wichtige Rolle” spielen wird, wohl auch nicht weit her sein.

Auch die nach eigener Darstellung nicht subventionierte Braunkohle-Industrie überlebt nur dank staatlicher Unterstützung auf Kosten der Bevölkerung. Hier jedoch nicht fiskalischer, sondern rechtlicher Natur. Stellen Sie sich vor, Sie als Privatperson würde beim Grundbuchamt beantragen, die Einwohner von ein paar Dörfern zu enteignen und beim Umweltamt die Genehmigung verlangen, für Jahrzehnte kilometerweit Wälder, Wiesen und Felder in eine Mondlandschaft zu verwandeln. Welche Chancen hätten Sie? Die Betreiber von Braunkohletagebauen bekommen beides genehmigt! Ohne diese Sonderbehandlung in Sachen Umwelt und die Sonderrechte zur Enteignung, Räumung und Abbaggerung von Ortschaften wäre Braunkohle nicht annähernd so billig und hätte heute auch nicht annähernd einen Anteil von 11% an der Primärenergieversorgung. Erst langsam macht die Bevölkerung von ihrem Mitspracherecht Gebrauch und stellt sich der Zerstörung ihrer Umwelt und des persönlichen Eigentums erfolgreich in den Weg. Wir werden im Saarland sehen, wie demokratisch und rechtsstaatlich Deutschland wirklich ist.

Obwohl ich vom „reinen Klimaschutz“ wenig halte, bin ich der Überzeugung, daß sich langfristig von fossilen Energieträgern unabhängige Energiequellen durchsetzen werden und dies auch zum Vorteil der Umwelt ist. Denn trotz der geringeren Klimawirksamkeit von CO2 und der begrenzten Gefahr durch die Erwärmung sollte man mit dem Klima möglichst wenig herumspielen. Vor allem aber bleiben fossile Brennstoffe auch ohne Klima-Problematik eine ökologisch höchst bedenkliche Energiequelle. Sie verwüsten Fördergebiete – etwa durch Tagebaue und auch der Transport führt immer wieder zu drastischen Umweltproblemen, etwa durch Pipeline-Lecks oder Tankerunglücke.

Auch der Aufwand fossile Energieträger zu fördern, wird durch die Verknappung immer größer, da die leicht zugänglichen Vorkommen bereits als erstes abgebaut wurden. Das Zeitalter des billigen Öls und der fossilen Treibstoffe neigt sich dem Ende zu, die derzeitigen Fördermengen sind nur noch für 2 Jahrzehnte aufrecht zu erhalten und werden dann sinken. Schon allein dies wird die Annahme der Klimahysteriker von ständig steigenden CO2-Emmissionen ad absurdum führen – bei sinkender Förderung kann der Verbrauch nicht steigen.

Und auch der Abbau der Kohlesubventionen wird in den nächsten Jahren von ganz allein dafür sorgen, dass der Anteil fossiler Brennstoffe an der Energieversorgung Deutschlands sinken wird. Und das kostet dem Steuerzahler nicht einmal etwas, sondern spart sogar noch Geld. Doch statt hier schnell zu handeln werden immer neue Subventionsverlängerungen ausgehandelt.

Vermutlich werden dauerhaft hohe Preise für Fossile Energieträger und das Ende der Kohle-Subventionierung die regenerativen Energiequellen in Deutschland stärker vorantreiben, als sämtliche staatlichen Subventionsprogramme, die Klima-Katastrophen-Hysterie und Al Gore.

 

Fazit

Im Streit um den Klimawandel stehen sich Vertreter der Klimakatastrophe und Klimaskeptiker unversöhnlich gegenüber. Ihre Gegnerschaft ist inzwischen derart ausgeartet, daß es in der Klimaforschung längst nicht mehr um Wahrheitsfindung geht, sondern nur noch darum, die Öffentlichkeit von der eigenen Meinung zu überzeugen. Hierfür sind beiden Seiten alle Mittel recht. Auf beiden Seiten wird gefälscht, betrogen, gelogen und intrigiert. Obwohl es durchaus seriöse Klimaforscher gibt, kann man den so gewonnenen „Erkenntnissen“ nicht mehr vertrauen. Es ist Anzunehmen, daß die genauen Auswirkungen der anthropogenen Treibhausgas-Emissionen sich mit dem derzeitigen Stand der Technik nicht bestimmen lassen.

In der öffentlichen Wahrnehmung haben derzeit die Vertreter der Klimakatastrophe die Oberhand; es gelingt ihnen zunehmend, Politik und Öffentlichkeit zu beeinflussen. Der Klimawandel wird zur ‚Universal-Katastrophe’ und zur Wurzel fast jeden Übels. Klimaschutz im Sinne von Treibhausgas-Vermeidung wird von ihnen als ideale Allzweckwaffe propagiert – gegen Naturkatastrophen, Artensterben, Krankheit, Hunger, Dürren und die Armut in der 3. Welt.

Im Vergleich zu anderen Maßnahmen und den dafür notwendigen Summen ist die Wirksamkeit von Klimaschutzmaßnahmen jedoch in jedem dieser Bereiche völlig vernachlässigbar oder nicht einmal nachweisbar. Viele Klimaschutz-Maßnahmen – die natürlich global und über Jahrzehnte hinaus durchgeführt werden müßten – binden gigantische Mittel, ohne daß dies der Natur oder den Menschen einen spürbaren Nutzen bringt. Teilweise richten die Maßnahmen sogar mehr Schäden als Nutzen an. Auf lange Sicht wird die Konzentration des Umweltschutzes auf teure und praktisch nutzlose Klimaschutz-Maßnahmen den gesamten Umweltschutz als teuer und wirkungslos diskreditieren. In den Bereichen Umweltschutz und Entwicklungshilfe könnten diese Mittel wesentlich effizienter eingesetzt werden.

Das in der öffentlichen Wahrnehmung völlig übertriebene Problem der Treibhausgas-Emissionen wird sich hingegen durch die steigenden Preise für fossile Energieträger, und die langsam sinkenden Preise der in Entwicklung befindlichen regenerativen Energiequellen in den kommenden Jahrzehnten von allein lösen. In Deutschland könnte dies durch Abschaffung staatlicher Kohlesubventionen beschleunigt werden.

Treibhausgase sind daher weder das drängendste, noch das größte Problem der Menschheit und der Natur. Statt also alle Mittel darauf zu verwenden, den Universal-Sündenbock „CO2“ zu bekämpfen, sollte man überlegen, wo welche Maßnahmen im Verhältnis zu den Kosten am effizientesten umzusetzen sind. Teilweise kosten die effizientesten Maßnahmen zum Umweltschutz verhältnismäßig wenig (z.B. die Durchsetzung des Jagdverbotes bei Eisbären oder Elefanten, die Verhinderung der Einschleppung fremder Arten). Andere Maßnahmen sind in ihren Kosten überschaubar und bringen den Menschen vor Ort schnell spürbare Vorteile (Luft- und Gewässerreinhaltung in der 3. Welt, nachhaltige Regenwaldnutzung etc.). Diese sichtbaren Ergebnisse fördern nicht nur in den entwickelten Ländern die Bereitschaft, weiterhin solche Projekte zu unterstützen. Sie zeigen den Menschen vor Ort auch, daß rationaler Umweltschutz kein säkularisierter Opferkult ist, sondern ihnen auf mittlere und lange Sicht selbst zugute kommt, was wiederum dazu führt, daß Umweltschutz zukünftig in eigenen Vorhaben von Anfang an berücksichtigt wird. Etwas, was in allen entwickelten Ländern, in denen die von Umweltproblemen betroffene Bevölkerung ein Mitspracherecht hat, längst Praxis ist.

Robert Soyka

 

„Wer seinen Wohlstand vermehren möchte, der sollte sich an den Bienen ein Beispiel nehmen. Sie sammeln den Honig, ohne die Blumen zu zerstören. Sie sind sogar nützlich für die Blumen. Sammle deinen Reichtum, ohne seine Quellen zu zerstören, dann wird er beständig zunehmen.”

Siddhartha Gautama, Längere Sammlung, 31