Perspektive  
25.10.07

Von: Max Müller, Patrick Diebold, André Gensch


Michael Mann war der Erstautor der beiden sogenannten „Hockey-Stick“-Veröffentlichungen, die zuerst 1998 im Fachjornal „Nature“ und 1999 in „Geophysical Research Letters“ erschienen. Mit seiner Veröffentlichung hat Michael Mann behauptet, die Temperaturen der nördlichen Halbkugel der letzten tausend Jahren rekonstruiert zu haben. Nach den Daten, die Michael Mann errechnete und veröffentlicht hatte, haben die Temperaturen seit dem Jahre 1000 n. C. nach und nach abgenommen, um dann von 1900 an stark anzusteigen. Die Kurve, die dabei entsteht, ähnelt dem eines Hockeyschlägers, was ihr letztendlich auch den Namen gab. Seit dieser Zeit gilt Michael Mann als ungekrönter König der Klimaforschung.

Gegenwind bläst Michael Mann schon seit längerer Zeit entgegen, wobei die beiden berühmtesten Kritiker die beiden Forscher Ross McKitrick und Stephen McIntyre sind. Die beiden Kanadier versuchten, Manns oft zitierte Studie nachzuvollziehen, wobei sie auf eine ganze Reihe von Fehlern stießen. Nach der Analyse der beiden Kanadier, die auf den gleichen Daten basierten wie Manns Studie, war die Temperatur im 15. Jahrhundert schon einmal genauso hoch wie heute, was aber in der „Hockey-Stick“ von Michael Mann nicht berücksichtigt wurde. Die weiteren Untersuchungen beider Kritiker förderten zutage, daß Mann anscheinend die statistischen Methoden entweder falsch angewendet oder einfach unterschlagen hatte und daher nicht nur die errechneten Daten von Michael Mann, sondern auch das Hockey-Schläger-Diagramm statistisch sinnlos seien. Die Schlußfolgerungen von McKitrick und McIntyre sind alarmierend, da beide behaupten, daß in der Klimaforschung etwas vollkommen falsch gelaufen sei und das Ganze an die Grenze des Betruges rückt. McIntyre behauptete hierzu, daß die Paläoklimatologen der Öffentlichkeit nicht die ganze Wahrheit gesagt hätten. Die beiden kanadischen Forscher traten danach in eine zweijährige erhitzte Diskussion mit Michael Mann. Sie baten Mann mehrmals, die Daten sowie sein Berechnungsprogramm offenzulegen, die er zur Errechnung der Hockeystick benutzt hatte, was er jedoch energisch ablehnte. Michael Mann hüllt sich nach wie vor in Schweigen und denkt nicht daran, seine Daten zu veröffentlichen.

Ein weiterer Kritiker ist der bekannte Professor für Meteorologie Ulrich Cusbach. Cusbach ist an der FU Berlin beschäftigt und war Mitautor des IPCC-Berichts 2007. Cusbach und sein Wissenschaftsteam untersuchten ebenfalls die sog. Hockeystick und kamen ebenfalls auf ein überraschendes Ergebnis. Cusbach äußerte sich hierzu folgendermaßen:

„Auch meine Forschergruppe arbeitet an der Kurve. Ich hatte eine Doktorantin darauf angesetzt, Manns Arbeit nachzuvollziehen. Sie kam recht bald zu dem Schluß, daß sie sein Diagramm nicht reproduzieren konnte. Wir haben uns bemüht, die Steine umzudrehen – und prompt jede Menge Würmer gefunden. Was das Ganze noch problematischer macht, ist die Tatsache, daß Michael Mann seine Daten nicht offenlegt, weil dieses Thema politisch so brisant ist!“

Die Hockeystick-Kurve des IPCC nach Michael Mann:

Die Kurve suggeriert einen drastischen Temperaturanstieg ab Mitte des 20. Jahrhunderts, der konform geht mit der Industrialisierung der westlichen Welt. Die korrigierten Daten nach McIntyre und McKitrick weisen eindeutig darauf hin, daß im mittelalterlichen Optimum die Durchschnittstemperaturen der Atmosphäre wesentlich höher waren als heute, was nicht auf die Verbrennung fossiler Brennstoffe zurückführbar ist und dem daraus resultierenden CO2-Ausstoß. Aus der Kurve ist weiterhin zu ersehen, daß es in den letzten Jahrhunderten etliche Temperaturschwankungen gegeben hatte, die anscheinend natürlichen Zyklen zuzuordnen sind. Wesentlich an der „Hockeystick“ ist die Tatsache, daß das sog. mittelalterliche Optimum, deren Durchschnittstemperaturen höher waren als im 20. Jahrhundert, in der Kurve von Michael Mann nicht berücksichtigt wurde, da er andere Datensätze verwendete, über deren Herkunft er sich nach wie vor in Schweigen hüllt. Die korrigierte Kurve wird der Öffentlichkeit vorenthalten.

 
     
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