Freunde, Querdenker und Zwangskammergegner,

 

zum nachfolgenden Antwortbrief von Herrn Friedhoff Antwort an Herrn Klementz, der sich in der hoffnungsfrohen Erwartung wähnte, er könne mit einem FDP-Bundestagsabgeordneten vernünftig über den IHK-Zwang diskutieren, kann ich nur anmerken:

Quält weder Euch, noch Paulchen länger; der wohlgenährte, öffentlich-(un)rechtliche Versorgte hat wirklich keinen Schimmer von der Realität:

  • da wir keine ‘Verfassung’ sondern nur ein ‘übergangsmäßig gültiges Grundgesetz’ haben (Innenterrorist Schäuble war der Drahtzieher, die Umsetzung des Art 146a zu verhindern!), hätte das BVerfG gar keine “Verfassungsmäßigkeit” feststellen können; hat es auch nicht: Es nahm die Frage gar nicht mehr zu einer neuerlichen Klärung an;
  • Alternative zu ‘Zwang’ (durch die IHKs) ist für den feisten Paule ‘Zwang’ durch den Staat; das entspricht der grenzdebilen Intelligenz eines nur noch systemisch-verdickten Etatisten;
  • natürlich würde der ‘Druck der Großunternehmen’ aktiv abnehmen, nur der passive, der Druck auf die Großunternehmen, der nähme zu – weil sie künftig unsere Zwangsgelder nicht mehr als "Schutzgelder" erpressen könnten, ihre Shows und Reisen, ihr öffentliches Gepränge, Prachtbauten, Feiern und Pöstchen selbst finanzieren müßten. Aber auch das versteht kleines dickes Paulchen ebensowenig; welcher Politiker hätte sich auch jemals Gedanken um die
    Finanzierung seiner elitären Lebensführung gemacht?!?

Paul Klemens ‘hofft’ auf ‘Frieden’ – nomen est omen -, um Verständnis und Verstehen geht’s PKF dem
Wohlversorgt-Sorglosen doch gar nicht!
Als Marie-Antoinette, die Gattin des französischen Königs, ob einer Demonstration des Volkes erstaunt
frug, was “die denn wollen?” und ihr ein Lakai zuflüsterte, die Menschen hätten Hunger und kein Brot, antwortete die Dame reichlich
realitätsentrückt: “Na und, warum essen die dann nicht Kuchen?!”
Genau dies erleben wir anno 2008: Kleine dumme, verwöhnte, zynische und verantwortungs- wie realitätsferne Antoinettes posieren im politischen Asgard
in Berlin, an den Fürstenhöfen in den Landeshauptstädten, in Behörden und Ämtern sowie in öffentlich-(un)rechtlichen Institutionen wie den IHKs – weil
ihnen dies die (selbstkomponierten) Gesetze gestatten und solange es dem sie finanzierenden Volk nicht zu bunt wird. Dann nämlich kann es sehr schnell
kippen – siehe Juni 1776 in den ‘New Colonies’ (heute USA), Juli 1779 in Frankreich, September 1917 in Rußland und November 1989 in der DDR …..
Doch die Paulchens und Marie-Antoinettes in Berlin sind hoffnungsfroh: “Die Deutschen und eine wirkliche Revolution – eher friert die Hölle zu!”

Bitte löst Euch, sorry, von der benevolenten, kindlichen Hoffnung, die Staatslakaien und Parasiten des öffentlichen Aerars hätten auch nur das geringste Interesse, gar eine genügend entwickelte ethische Einstellung, intellektuelle Kapazität oder den humanistischen Horizont, etwas zu verändern, was vornehmlich bis ausschließlich ihnen selbst nützt.
Wer’s malin einer systemisch-verkrusteten Partei – und dazu gehören CDU/CSUSPDGRÜNROTFDP gleichermaßen – an die Futtertröge der Macht und optimaler Versorgung gebracht hat, beißt doch nicht die (öffentliche) Hand, die ihn/sie füttert!

Wir müssen andere Wege finden (www.d-perspektive.de/verein/unsere-ziele.html), die Menschen über Zusammenhänge (und wirkliche Alternativen) informieren, aber doch nicht mit den Kollaborateuren des bestehenden Systems Zeit verschwenden.

Wie sagte schon G.B. Shaw: “Vor langer Zeit habe ich gelernt, nicht mit Schweinen zu spielen; ich werde dreckig, aber ihnen macht es Spaß”

Und unser Dichterfürst wußte:“Hoffen und Harren macht Menschen zu Narren!”

Mit herzlichen Grüßen (außer an Paulchen)

H.-W. Graf

 

Hier die heutige Antwort des FDPlers Friedhoff:

 

http://www.abgeordnetenwatch.de/paul_klemens_friedhoff-650-5840.html

Antwort von Paul Klemens Friedhoff, 16.07.2008:

 

Werter kopfschüttelnder Herr Klementz,

Sie können mir glauben, dass ich die vergangenen vier Monate noch anderes zu tun hatte als Ihre Frage zu beantworten. Wenn Sie aber glauben, dass man einfach Zeit verstreichen lassen könnte, um dann schwierige Fragen mit Ja oder Nein zu beantworten, sollten Sie sich mehr mit der Politik auseinandersetzen.
Simplifizierungen mögen Populisten liegen, verantwortlichen Politikern jedenfalls nicht. Ein einfaches – zugespitztes – Beispiel noch hierzu wider ein
vereinfachendes Schwarz/Weiß-Denken: Wenn Sie heute Menschen auf der Straße fragen: “Möchten Sie Steuern und Kernkraftwerke abschaffen ?”
können Sie leicht ein Ja erhalten; wenn Sie am nächsten Tag fragen: “Möchten Sie steuerfinanzierte Schulen und Straßen und bezahlbare Energie?”
wird die Antwort ähnlich sein….

Nun – trotz all Ihrer Polemik – noch ein letztes mal zur Sache:

  1. Die IKG-Pflichtmitgliedschaft ist gesetzlich vorgeschrieben; das IHK-Gesetz wurde mehrfach vom Bundesverfassungsgesetz in seiner Verfassungsgemäßheit
    bestätigt. Eine Möglichkeit zum Austritt aus der Kammer würde dazu führen, dass beitragsstarke Großunternehmen Druck ausüben können
  2. Sicher könnten die Aufgaben der Kammern (Ausstellung von Ausfuhrbescheinigungen, Abnahme von Lehrlingsprüfungen, Existenzgründungsberatung usw.) auch von staatlichen Stellen wahrgenommen werden, wie dies in manch anderen Ländern der Fall ist. Der Sinn der Pflicht zur Mitgliedschaft in der Organisation
    der wirtschaftlichen Selbstverwaltung ist jedoch gerade die Vermeidung staatlicher Bürokratie. Wenn Sie lieber mit einer Behörde zusammenarbeiten als mit einer von Unternehmern frei gewählten Selbstverwaltung, in der jeder Unternehmer gleiches Stimmrecht hat, so ist dies Ihre Sicht. Aus liberaler Sicht sollte die Staatsverwaltung nur diejenigen Aufgaben wahrnehmen, die die Wirtschaft und Ihre Selbstverwaltung nicht besser ausführen kann.
  3. Bevor Sie versuchen, mich zur Marktwirtschaft zu belehren, sollten Sie bedenken, dass, wenn eine Behörde die Aufgaben der Kammer übernähme, wettbewerbliche Elemente bei der Preisbildung nicht gerade zunähmen.

Freundliche Grüße

Friedhoff

 

Für Nachschreiben an sein Wahlkreisbüro = info@paul-friedhoff.de