Das Schicksal des EURO, der Schulden-, Banken- und Wirtschaftskrise, der Wettbewerbsfähigkeiten der nationalen Ökonomien wie auch der Eurozone insgesamt sowie der Wandel in den sozialpolitischen Strukturen der europäischen Länder – all dies hängt davon ab, für welchen Weg wir uns entscheiden.

Fest steht, wohl ohne größeren Dissens, daß das über Jahrzehnte entartete System am Ende ist, weil es auf die biometrischen, wirtschafts- und sozialpolitischen Fordernisse nicht mehr adäquat reagieren kann. Das haben, außer realitätsblinden Bürokraten und machtgeilen Politikern sowie in den Hängematten des “Sozial”staates zum Teil bereits in zweiter Generation fläzende Zeitgenossen, inzwischen fast alle kapiert.

Nun gibt es zwei diametral unterschiedliche Wege, zwischen denen es sich zu entscheiden gilt, und je länger wir diese Entscheidung in ängstlichem Abwarten und irrealem Hoffen aufschieben oder zu verdrängen suchen, desto teurer werden die daraus resultierenden Folgen:

  1. Wir geben dem Größenwahn einer grün(dunkel)rotschwarz lackierten Europa-Superstaat-Fraktion grünes Licht und freie Bahn, vergessen jegliches nationalstaatliche Denken und verabschieden uns vom Gedanken eines Vielvölker-Kontinentes Europa. Wir unterstellen uns von Hammerfest bis Syracus und von Vincent bis – ja, bis wohin im Osten soll es denn gehen? – einer zentralen Europa-Regierung (à la Washington D.C), – das schlösse sämtliche, bislang nationalstaatliche Strukturen sowie die Haushaltshoheit ein. Alle nationalen Unterschiede werden eingestampft und in unseren Pässen steht unter dem Rubrum ‚Nationalität’ künftig ‚USE’ (‚United States of Europe’ – natürlich mit Englisch als erster Amtssprache. Skandinavier und Südeuropäer, Spanier und Polen, insgesamt rund 40 Länder mit 25 unterschiedlichen Sprachen opfern ihre bisherige Identität und sind künftig eine singulare Nation.Alle bisherigen sprachlichen, kulturellen und historisch gewachsenen Unterschiede werden nach und nach eliminiert – notfalls per Dekret aus Brüssel oder Luxemburg. Sämtliche Lebensbereiche, Schulen und Berufsleben, Sozial- und Wirtschaftssysteme, Verwaltung, Rechtswesen und die dafür notwendige Bürokratie – von der Wiege bis zur Bahre – werden innerhalb von etwa drei Generationen komplett vereinheitlicht (und in GB fährt man dann rechts!). Daß dies nicht nur das Ende individueller Identitäten der Völker Europas, sondern auch des in Agonie noch kläglich flackernden Restgedankens der Demokratie bedeutete, müßte/sollte jedem Verfechter dieser Idee klar sein; ein unverstellter Blick in die Riesenreiche auf unserem Planeten – USA, Rußland, China, Indien und Brasilien – beweist dies; sie alle stehen vor der drohenden Gefahr des Zerfalls und der Auflösung.

 

  1. Wir erkennen mithilfe des Restbestandes an humanistischer Bildung, daß wirkliche Demokratie immer nur auf lokaler/kommunaler Ebene funktionieren kann (man schlage nach bei Demokrit, Herakleitos, Solon und Perikles) und, folgerichtig, daß unsere – weltweit gepflegten und mühsam bis barbarisch verteidigten Formen von – Parteiend(a)emokraturen keine Zukunft haben (Lesen Sie hierzu auch: Das Ende der Parteiend(a)emokratur (Teil 1) – Beginn einer neuen Ära –).Nationalstaatliche Ordnungspolitik kann per se nicht demokratisch sein – es sei denn, der Staat hätte die Größe einer Kleinstadt. Nicht im Sinne kleinstaatlicher Vorgestrigkeit, sondern eigenverantwortlicher Selbstbestimmtheit wird autonomen Kommunen (lat.: communis = gemeinschaftlich) als Basis-Sozialstrukturen wieder der Vorrang eingeräumt (sh.: www.d-perspektive.de/konzepte/demokratie-und-rechtskonzept/). Sie bestimmen als grundsätzlich autarke Einheit die Sozial-, Wirtschafts- und Rechtspolitik ihrer Region (s.h.: www.d-perspektive.de/konzepte/steuer-wirtschafts-und-sozialkonzept/) und entscheiden selbständig, zu welchem Zweck und Behuf sie mit anderen Regionen zeitweilig oder dauerhaft Bündnisse eingehen – strikt nach dem absolut verbindlichen Delegationsprinzip, das auf regionaler Basis in Teilen der Schweiz, City Councils in Bundesstaaten der USA, Schweden und Norwegen bereits glänzend funktioniert. Hintergrund dieser Idee ist das logische Verständnis dafür, daß wirkliches Sozialempfinden auch nur in sozial(gemeinschaftlich)er Nähe er- und gelebt, nicht jedoch überregional oktroyiert, gesetzlich verordnet und erzwungen werden kann. Gilt dies bereits heute, auf nationaler Ebene, so umso mehr auf transnationaler, europäischer Ebene. Die sozialsten Strukturen – im Sinne zwischenmenschlicher Nähe und nachbarschaftlicher Hilfe – finden wir in dörflichen, kommunalen Entitäten, beileibe nicht auf Landes- oder staatlicher Ebene.
    Daß dies das Ende des heute sämtliche Lebensbereiche verzwängenden Bürokratismus’ sowie der parasitären Parteienmoloche mit ihren Heerscharen korrupter Lobbyisten wäre, versteht sich von selbst (und dürfte, abgesehen von den Parasiten selbst, von Jedermann begrüßt werden). Welches persönliche Engagement plötzlich freigesetzt würde, zeigen Feste, Veranstaltungen und Initiativen aller Art, die auf Gemeindeebene organisiert werden – sofern sie nicht durch hoheitliche Eingriffe be- und verhindert werden.

Wir sind – an o.g. Scheideweg stehend – von der endgültigen Verunfreiung durch die Allmachtsphantasien von Eurokraten bedroht, für die persönliche Macht weit vor dem humanistischen Ideal individueller Freiheit rangiert. Sie sprechen dem Einzelnen sowohl das Recht als auch die Fähigkeit zu einer eigenverantwortlichen Lebensgestaltung ab und euphemisieren dies mit Begriffen wie ‚soziale Verantwortung’ und ‚Fürsorge’ – in der (leider berechtigten) Hoffnung, daß das Gros der Bürger zu bequem, feige und desinformiert ist, um hinter die Kulissen zu gucken.

Nunmehr ist diese Scharade, dieses „sozial“politische Vexierspiel am (finanziellen) Gefrierpunkt; die papageiigen Roths und blasierten Tritti(h)ns, dummdreisten Özdemirs und arroganten Steinbrücks, rückgratlosen Merkels und rücksichtslosen Schäubles, westergewellten Lindners und larmoyanten von der .Leyens, naive Rößleins und feistdreiste Gabriels sind mit ihrem Latein (selbst dem kleinsten Latinum) restlos am Ende; von den Großmäulern am Po und der ‚Grande Nation’ gar nicht zu reden.
Letzten Endes entscheiden aber wir alle – ungeachtet der Tatsache, daß diese politischen Glühwürmer (vulgo: Parteien) nichts mehr fürchten als wirkliche Demokratie – ob wir diese zukunftsträchtige Entscheidung dafür völlig inkompetenten Hasardeuren überlassen, oder – auch in der Verantwortung für unsere Kinder und künftige Generationen – selbst in die Hand und Artikel 20 (Satz 4; das ‚Recht auf Widerstand’) des Grundgesetzes ernst nehmen. Wir dürfen dieses Land und seine Zukunft nicht religiösen Fanatikern und kotfarbenen Neonazis überlassen; schon Goethes Farbenlehre beweist: Rot und Grün gemischt ergibt Braun!

Wie ernst die Situation ist, werden wohl erst die nächsten Geschichtsbücher vermitteln; die jeweils betroffene Generation, das lehrt die Geschichte, mißdeutet zumeist die „Zeichen an der Wand“ und (re)agiert oftmals gar nicht oder zu spät.

Zu Panik besteht keinerlei Anlaß, sehr wohl hingegen dafür, aufzuwachen, mitzudenken und zu handeln!

H.-W. Graf