Perspektive  
15.01.07

Von: Joachim Haller


Sozialversicherung 2007

 

Fast schon traditionell wird uns politisch auch im neuen Jahr handwerkliches Stückwerk und parteisystemischer Murks begleiten, während unsere Nachbarn, die Niederländer, auf ein Jahr funktionierender Reform ihres Gesundheitswesens zurückblicken können – mithilfe einer gelungenen Symbiose aus Abschaffung der Gesetzlichen Krankenkassen, transparenter und funktionierender Elemente von Kopfpauschale und Solidarprinzip. Die boomende Weltwirtschaft und die daraus resultierenden steigenden Staatseinnahmen, führ(t)en zwar auch bei uns zu einer verbesserten Einnahmesituation in der gesamten Sozialversicherung, der Freude über die gute Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (ALV), die ihren Beitrag nun auf 4,2% absenken konnte, stehen jedoch weiter steigende Beiträge in der Gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung gegenüber. Während mit dem Reformansatz „Rente mit 67“ in der Rentenversicherung etwas gegengesteuert wird, kommt der dicke Kostenhammer in Sachen Gesundheit nun auf alle Beteiligten zu. Neben den noch zu schulternden Zins- und Tilgungskosten aus rund € 4 Mrd. Schulden, die die Krankenkassen in ihren Büchern halten, werden u.a. die Arzneimittelkosten – getrieben von der Erhöhung der Umsatzsteuer – weiter ungebremst steigen. Die nunmehr ins Jahr 2009 verschobene Einführung des sog. Gesundheitsfonds wird dann auch noch das letzte Stück funktionierenden Wettbewerbs zwischen den Krankenkassen auf einen Restposten reduzieren. Aber auch die privat Krankenversicherten trifft es hart; für viele erhöhen sich zum 1.1.2007 die Beiträge zwischen 5 und 15% (in Einzelfällen sogar bis zu einem Fünftel).

Die aktuellen Zahlen in der Sozialversicherung 2007

a) Bemessungsgrenzen (BBG):

Die BBG, also der Höchstsatz, bis zu dem Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen sind (Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich größtenteils die Beiträge), steigt dieses Jahr deutschlandweit nur für die Knappschaftsversicherten und generell für alle Sozialversicherungsbereiche in den Neuen Bundesländern um 3,4%.

b) Beitragssätze:

Der durchschnittliche Beitragssatz in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wird wohl aufgrund der guten Konjunkturlage nur um 5% auf 13,9% ansteigen. Hinzu kommen der sog. Zusatzbeitrag von 0,9% und die sozialePflegeversicherung (SPV) mit 1,7%, bzw. für Kinderlose 1,95%.

Während die Beitragssätze in der GRV um 2% auf 19,9% steigen, sinken die eingangs schon erwähnten Beiträge zur ALV um rund 35% auf 4,2%.

Beitragssätze, Bemessungsgrenzen und Rechengrößen für 2007 auf einen Blick für Arbeitgeber und Arbeitnehmer:

Gesetzliche Rentenversicherung (GRV)
19,9%
 
Arbeitslosenversicherung (ALV)
4,2%
 
Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)
13,9%
 
Zusatzbeitrag nur für Arbeitnehmer (GKV)
0,9%
(!)
Soziale Pflegeversicherung (SPV)
1,7%
(1,95% für Kinderlose)*
Gesamtbeitrag Sozialversicherung:
40,6%
(40,85% für Kinderlose)*

 

2007
(Alle Werte in Euro)
West Ost
Monat Jahr Monat Jahr
Beitragsbemessungsgrenze (GRV) 5.250 63.000 4.550 54.600
Beitragsbemessungsgrenze
(Knappschaft)
6.450 77.400 5.500 66.000
Beitragsbemessungsgrenze
(ALV)
5.250 63.000 4.550 54.600
Beitragsbemessungsgrenze
(GKV und SPV)
3.562, 50 42.750 3.562,50 42.750
Versicherungspflichtgrenze (Jahresarbeitsentgeltgrenze)
(GKV und SPV)
3.937,50 47.250 3.937,50 47.250
Bezugsgröße 2.450 29.400 2.100
(KV: 2.450)
25.200
(KV:29.400)
Geringfügigkeitsgrenze 400   400  
Geringfügigkeitsgrenze für Azubis 325   325  
Vorläufiges Durchschnittsentgelt/Jahr 2.457,33 29.488 2.457,33 29.488
 
     
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