Euro- und
Schuldenkrise – (wie) geht es weiter?
Als Finanz- und Vermögensberater der efv-AG
haben wir schon seit jeher immer auch die Hintergründe des wirtschaftlichen,
gesellschaftlichen, sozialen und politischen Geschehens beleuchtet und daraus
gewonnene Erkenntnisse in unsere Beratungstätigkeit einfließen lassen. Seit
2008, dem Ausbruch der sogenannten Finanz- und Wirtschaftskrise, hat sich
jedoch unsere Sensibilität für Hintergründiges noch einmal erheblich erhöht,
denn schließlich ist seitdem tatsächlich vieles nicht mehr wie es war; oder
besser gesagt, der “Blick in den Abgrund“, den uns der Ausbruch der Krise(n) gewährt
hat, hat uns unmißverständlich und konkret aufgezeigt, wie marode und fragil
große Teile der heutigen Wirtschafts-, Finanz- und Sozialsysteme tatsächlich
sind. Wir halten es daher für unsere Pflicht (und unserer Mandanten gutes Recht),
so klar und konkret wie möglich zu erklären, wie wir zu bestimmten Fragen
unserer Zeit stehen.
Nachfolgend nun einige Antworten/Einschätzungen
auf Fragen, die so (oder ähnlich) immer wieder – meist im persönlichen Gespräch
– an uns herangetragen werden. Wem die Antworten “zu einfach“ vorkommen, dem
sei versichert, daß diese auf einem langjährigen und tiefgründigen Studium der
Verhältnisse basieren und wohlüberlegt sind.
I. Was bedeutet die Euro-Krise? Ist ein
Auseinanderbrechen des Euro wahrscheinlich, und welche Folgen hat das für uns?
Die Frage, ob der
Euro auseinanderbricht (das wird er höchstwahrscheinlich) ist eigentlich zweitrangig;
das viel entscheidendere Problem aus unserer Sicht ist, daß die aufgetürmten
Schulden der Euro-Staaten und die zwischenzeitlich faktisch vollzogene
“Haftungsgemeinschaft Euroland“ nicht einmal den Hauch einer Chance auf eine
einigermaßen “elegante“ Bereinigung haben – allen Beteuerungen der herrschenden
Klasse zum Trotz. Hierbei handelt es sich nämlich im Wesentlichen um eine mathematische
und nicht um eine politische Frage. Die Eurokrise ist in Wirklichkeit
ein Schuldenkrebs im Endstadium, der sich jedoch durchaus noch in die Länge ziehen
kann. Am Ende werden sich alle Kunstgriffe an dem im Schuldenkoma liegenden
Patienten als erfolglos erweisen. Kurz: Wir haben jahrzehntelang über unsere
Verhältnisse gelebt, den falschen Politschranzen vertraut, die in ihrem
Größenwahn und unter dem Deckmäntelchen “Sozialstaat“ immer
phantastischere Potemkin’sche Dörfer errichtet haben, und dafür werden wir einen
hohen Preis zu zahlen haben.
Auf welche Folgen
müssen wir uns also einstellen?
- Finanzielle Folgen: Im Rahmen einer Schuldenbereinigung (wie unter Frage II. noch genauer
ausgeführt) werden sich die Staaten früher oder später entschulden und
Leistungsversprechen (massiv) reduzieren müssen. Die Staaten werden erst dann
wieder auf soliden finanziellen Beinen stehen, wenn Bürger, Steuerzahler und
Sparer erhebliche Teile ihres Vermögens und ihrer Ansprüche verloren haben
werden.
- Soziale Folgen: Der sogenannte Lebensstandard wird deutlich sinken; was heute noch
“hipp“ und “trendy“ ist, wird all dem weichen (müssen), was für den Einzelnen wirklich
notwendig ist. Die soziale Verrohung der Gesellschaft wird weiter
voranschreiten. Im schlimmsten Fall drohen weitreichende soziale Unruhen, unter
denen naturgemäß die Älteren und Schwächeren mehr zu leiden haben werden als
die jüngere Generation.
- Politische Folgen: Diese sind unabsehbar, aber die entscheidende Weichenstellung wird bereits
recht kurzfristig dahingehend erfolgen müssen, daß wir entweder auf eine
dezentral organisierte Bürgergesellschaft oder auf eine totalitäre
Superdiktatur (EUDSSR) zusteuern.
- Ökonomische Folgen: Solange es Menschen gibt, wird auch gewirtschaftet werden. Hier machen
wir uns die wenigsten Sorgen. Unternehmen/Unternehmer werden – wie immer – die
ersten sein, die nach erfolgtem “Schnitt“ wieder aus dem Schlamassel herauskommen
werden.