– Wer Europa wirklich liebt, sollte es nicht vergewaltigen –

Der Traum von einem ‚vereinten Europa‘ ist so alt wie die Geschichte des ‚homo sapiens europaensis‘. Griechen und Römer haben sich ebenso daran versucht wie Engländer und Franzosen, Deutsche, Österreicher und Russen. Unzählige Geschlechter und Herrscherhäuser unterschiedlicher Provenience versuchten sich daran; manche wollen die Idee Karl dem Großen unterjubeln, andere Napoleon, Peter dem Großen oder Maria Theresia.

Die Konstrukteure des jüngsten Versuchs der Schaffung eines ‚Vereinigten Europas‘ berufen sich auf die „Römischen Verträge“ (1957 – EWG, Montanunion, Euratom). Hierbei stand erstmals nicht die Machtphantasie eines testosteronüberladenen Größenwahnsinnigen im Vordergrund, sondern vielmehr der Wunsch und innige Traum der Befriedung eines Kontinents, der seit fast 2.000 Jahren nahezu ununterbrochen von Kriegen weltlicher und religiöser Herrscherhäuser gepeinigt worden war – es ging darum, das Fundament für ein ‚Europa in Frieden‘ zu gießen.

So verständlich und aller Ehren wert dieser Gedanke tatsächlich ist und war, so sehr droht dieses Vorhaben aber nunmehr aufgrund der Prinzipienstarre politischer Seiltänzer wiederum zu einem Gewaltmonopol ganz anderer Art zu werden; statt den über fast 2.000 Jahre gewachsenen kulturalen Unterschieden Raum zu geben und für bislang Trennendes gleichzeitig verbindliche, einigende Angebote bereitzustellen, wird nunmehr von den Protagonisten möglichst alles vereinigt, vereinnahmt und vereinheitlicht, was diese natürliche Buntheit und Unterschiedlichkeit dereinst kennzeichnete. Buchstäblich alles soll über einen Kamm geschoren, denaturalisiert und gleichgeschaltet werden, was heute noch sehr liebenswert an Unterschieden existiert. Alles, was nach Unterschiedlichkeiten „riecht“, muß ausgemerzt und europäisch „genormt“ werden – gleiche Lebensbedingungen und -inhalte vom Nordkap bis nach Sizilien (oder gleich noch inkl. der Maghreb-Staaten sowie der frankophonen Länder Afrikas) und von der Algarve bis zum Ural – bzw.: Wo endet eigentlich Europa im Osten?
[Immerhin reicht Rußland, was ja beim Eurovision Song Contest und den Europameisterschaften zu Europa zählt, bis ans Chinesische Meer, und 92% der Türkei, die ebenfalls Europa zugerechnet wird, liegen östlich des Bosporus und mithin in Asien.]
Ist Europa im Osten überhaupt von Asien abgrenzbar? Gehören Israel und der Nahe Osten noch zu Europa oder sollen sich die arabischen/muslimischen Staaten wahlweise zu Europa, Afrika oder Asien gehörig entscheiden? Und was ist mit den 14 Gebieten in der Karibik und im Pazifik, die heute noch zu Spanien, Frankreich, Holland und zum United Kingdom gehören?

Egal, darüber denken die „Architekten“ des ‚Vereinten Europas‘ ohnehin nicht nach; je mehr Ländern und Nationen man die „Idee“ eines vereinten Europas schmackhaft machen kann, desto besser – Quantität kennt kein Pardon und Näheres brüten die Eurokraten in Brüssel, Straßburg und Luxemburg schon als Gesetze aus. Ob und inwieweit damit die kulturelle Vielfalt und das natürlich gewachsene Empfinden der (ohne jegliches demokratisches Mitspracherecht) „unterworfenen“ Menschen damit verletzt und ausgehebelt werden, interessiert die EU-trunkenen PolitikerInnen nicht im mindesten.

Alle Inhalte individueller Lebensgestaltung, Familie und Beruf, sämtliche Inhalte der Bildung und Kultur – alles wird genormt und vereinheitlicht. Traditionelle Arbeits- und Lebensgewohnheiten – vom Speiseplan bis zur (klima-)bedingten Siesta –, Nahrungs- und Genußmittelindustrie, Lohn- und Gehaltsstrukturen; Brüssel, Luxemburg und Straßburg bestimmen, wie die Menschen im „Vereinheitlichten“ Norm-Europa zu leben und zu denken, zu arbeiten und zu handeln haben.
Öffentliche Aufträge müssen selbstredend europaweit ausgeschrieben werden – allen sprachlichen und kulturellen Eigenheiten zum Trotz und mit einem immensen Kostenaufwand, der automatisch die regionalen Strukturen der klein- und mittelständischen Betriebe und deren Konkurrenzfähigkeit zunehmend ausschließt.
Da muß ein Münchener Gymnasium einen portugiesischen Deutschlehrer einstellen, während eine Hamburger Deutschlehrerin nach ihrer Heirat mit einem Bayern nicht in München als Lehrerin an einem Gymnasium zugelassen wird, weil ihre Hamburger Qualifikation nicht dem Normenkatalog des bayerischen Kultusministeriums entspricht. Der sozialistische Einheitswahn macht natürlich auch vor dem unterschiedlichen Verhältnis der Menschen zu übergeordneten staatlichen Strukturen nicht Halt. So ist z.B. der Deutsche bedeutend staatsgläubiger und obrigkeits-höriger als der durchschnittlich geprägte Spanier, Grieche oder Italiener. Macht nichts, dann müssen sich letztere eben umorientieren und umerzogen werden.
Das generelle Problem – mutmaßlich das einzige Element, das bereits heute als europaweit gleichermaßen ausgeprägt betrachtet werden kann – ist die Tatsache, daß Politiker – traditionell unter dem Diktat der sie nährenden und tragenden Parteien – nicht nur fachlich zumeist völlig überfordert sind, ihnen fehlt es auch zu allermeist an jedem psychologischen und philosophischen Grundwissen, um zu ermessen, was sie in ihrem Systemwahn anrichten und wie sich die Verzwängung von mittlerweile 420 Millionen Menschen auf deren natürliche und evolutionistisch bedeutsame Konkurrenzbereitschaft und Lebensfreude auswirkt.

Politiker und die ihnen willfährig zuarbeitende Beamtenschaft denken (und handeln) ausschließlich in Funktionalitäten, nach vorgegebenen Mustern und Ordnungsstrukturen; da wird in Individualität und jedem emotionalen und intellektuellen Freiraum mehr eine Gefahr als eine Chance gesehen. Menschen müssen für Beamte und öffentlich- (un)rechtlich Bedienstete sowie die ihnen vorgesetzten Politiker, die ihrerseits ins hierarchische Konzept der Parteien eingebunden sind, vor allem jederzeit berechenbar und lenkbar sein. Die eigentliche Aufgabe des Staates – die Sicherstellung der Abwehr von Gefahren (von innen und außen) sowie die Gestaltung der öffentlichen Ordnung – sind inzwischen einer grotesken Allmachts-Phantasie gewichen, der sukzessive alles und Jeder untergeordnet wird. Damit verlieren die Menschen genau das, was ihnen für ein selbstbestimmtes und individuell gestaltbares Leben vorschwebt – ihre individuelle Freiheit.

Als besonders perfide darf in diesem Kontext bezeichnet werden, was die politischen Führer ab dem Ende des 18. Jahrhunderts (und ff. im 19.) aus dem Erbe der Urväter der Demokratie im antiken Griechenland (Heraklaitos, Demokrit, Solon und Perikles) zurechtzimmerten und was heute in praktisch allen Ländern der freien Welt unter das Diktat der Parteien gestellt wurde: Nicht die ‚demos‘ (urspr. ionisch: das Dorf, die regionale Gemeinschaft) regiert, vielmehr bedienen sich Politstrategen und Parteien jeweils dann pathetisch des Prinzips Demokratie – völlig falsch verstanden als das ‚Bestimmungsrecht der Mehrheit über die Minderheit‘, wenn es ihnen öffentlichkeitswirksam in den Kram paßt. In Wahrheit werden der Mehrheit intern und klandestin beschlossene Gesetze und Verordnungen übergestülpt, ohne daß hierzu die Mehrheit der davon betroffenen Menschen befragt oder zur Abstimmung gebeten wird. Es geht um (partei)politische Interessen, Machterhalt und den Ausbau der Kontrolle einer sich als politische Elite empfindenden Minderheit über die Masse der Bevölkerung.

Demokratie setzt grundsätzlich zwei Dinge voraus: zum einen die Kenntnis um Zusammenhänge, um die es bei der jeweiligen Abstimmung geht; zum anderen muß der über einen zur Abstimmung anstehenden Sachverhalt Aufgerufene von den Folgen der Abstimmung unmittelbar betroffen sein. Dies bedingt denklogisch, daß echte Demokratie immer nur eine regionale
Veranstaltung sein kann. Anders ausgedrückt: Überregionale, nationale oder gar europa- (oder welt-)weite Demokratie kann es per se überhaupt nicht geben. Wer auf diesbezügliche Forderungen oder Versprechungen von Politikern hereinfällt und pathetischen Worthülsen (auch der Medien) Glauben schenkt, sollte entweder seinen Verstand benutzen oder einen Neurologen aufsuchen.

Auch diesbezüglich ist das Vorgehen der EUrokraten in Straßburg, Brüssel und Luxemburg ein trauriges Beispiel für die völlige Verwahrlosung der politischen Sitten. Auf ein ‚demokratisches Selbstverständnis‘ berufen sich Politiker allenfalls in Sonntagsreden und bei öffentlichen Auftritten; in Wahrheit stört die politischen Ränkeschmiede nur eines: die Bevölkerung.

Demokratie, wie sie heute von Parteien und Politikern praktiziert wird, ist die
angemaßte, fremdgesteuerte Herrschaft der entmutigten, resignierten, ignoranten
und desinteressierten Mehrheit über die Minderheit der restlichen Bevölkerung
.“
(J.-L. Earl, dt. Querdenker)

Führten in früheren Zeiten die jeweils stärksten und erfahrensten Tiere ein Rudel, so erweist sich das zerebral höchst entwickelte „Rudeltier“, der Mensch, immer mehr als eine evolutionäre Fehlentwicklung. Hoffnung gibt, daß sich die parteipolitisch kujonierte Gesellschaft – und hier steht Europa sicherlich an vorderster Stelle – immer mehr in ihrer eigenen formalistischen und bürokratischen Verzwängung auf die systemische Katastrophe zubewegt. Der sich gerade im Zuge der „Vereinheitlichung“ Europas abzeichnende höchst widernatürliche Wahnsinn ist auf Dauer weder wirtschaftlich, finanziell und bürokratisch, noch energetisch, emotional und intellektuell überlebensfähig.

Wir treiben in immer groteskerer Form auf einen gesellschaftlichen Super-Gau zu, bei dem sich die Unmenschlichkeit dessen, was Bürokratien und parteipolitische Machtübergriffe bereits bis heute angerichtet haben, als nicht mehr überlebensfähig entlarven wird; mutmaßlich ist dies der von Fridjof Capra und Karl Popper in den 50er Jahren vorhergesagte ‚evolutionäre Zeitensprung‘.

Zurück zum Hier und Heute: Wer die Menschen in ihrer Genialität und individuellen Lebensfreude wirklich liebt und ihnen die Chance der Entfaltung universeller Schaffenskraft und Lebensfreude bieten möchte, muß eo ipso auf alle ideologischen Verzwängungen – seien diese sakraler oder säkularer Art – verzichten, was weder mit Anarchie und völliger Kontrolllosigkeit noch mit Bedingungslosigkeit und egomaner Gleichgültigkeit zu verwechseln ist. Aber genau dem stehen die festgefahrenen Strukturen egozentrischer Machtpolitik und das völlige Fehlen eines humanogenen Selbstverständnisses unserer Politiker entgegen.

Wer darauf baut, daß es irgendwann der Mehrheit der Bevölkerung zu viel wird, sich 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr gängeln, am Halsband von Vorschriften durchs Leben führen zu lassen, überschätzt das Potential der Masse, sich selbst zu behaupten und eigene Freiheiten einzufordern. Es sind die Basis-Normierungen, denen ein Kind schon in der pränatalen Phase und, weitergehend, bis zum Alter von etwa vier Jahren – hier beginnt der kleine Mensch, erstmals seine eigene Individualität zu entdecken und seine eigenen Bedürfnisse auch einzufordern – ausgesetzt ist, in denen wir schon derart stark ins strukturelle Geflecht sowohl unserer Familie (Primärumfeld) als auch unserer näheren Umwelt (Sekundärumfeld) eingebunden werden. Aus diesen Primär- und Sekundär-Normierungen finden die meisten Menschen ihr Leben lang nicht heraus – außer zu kurzen Stipvisiten (Urlaube, Sport, Hobbys), um dann aber wieder in ihr ‚Alltags(er)leben‘ einzutauchen.
[Interessant hierbei: Beschäftigt man sich mit den Biographien berühmter Forscher, Erfinder und Entdecker, Unternehmer (und leider auch brutaler Diktatoren), so zeigt sich, daß es zumeist erhebliche Brüche in der Kindheit und Jugend waren, die für die „Andersartigkeit“ dieser Menschen und deren außergewöhnliche Lebensgestaltung den Keim gelegt und den Anstoß gegeben haben.]
Doch dies entspricht nicht der Entwicklung und Lebensführung des Gros der Bevölkerung – egal in welchem Land und in welchem kulturalen Umfeld.
Darauf zu hoffen, daß das Heer der normierten und im Zuge ihrer Überlebensstrategie höchst angepaßten Masse eine Veränderung der heutigen Fehlentwicklungen der Gattung Mensch bewirken dürfte, könnte oder müßte, ist also ein trügerischer Fehlschluß. Nein, das System selbst muß (und wird) sich als nicht mehr regierbar und finanzierbar selbst zerstören.
So absurd es klingt: Nicht die reale Machtlosigkeit der eingeschüchterten und normierten Masse ist der Grund für die hemmungslos ausgelebte Machtpolitik der Parteien und der von ihnen errichteten, sie am Leben haltenden Strukturen, sondern die Unfähigkeit der Masse, sich ihrer eigentlichen Potenziale und Macht bewußt zu werden, mittels derer sie ihre Lebensumstände verändern und den anmaßenden Machtstrukturen, von denen sie sich beherrschen läßt, das Ruder aus der Hand zu nehmen.

Was die politischen „Eliten“ am Ruder hält, ihnen gestattet, ihre größenwahnsinnigen Allmachtsphantasien auszuleben und sich auf dem Rücken und der Arbeitsleistung der Bevölkerung unbotmäßig zu bereichern, ist die Angst der Masse vor Veränderungen. Die desinformierte, emotional und intellektuell manipulierte und korrumpierte Masse läßt sich einschüchtern und unter Kuratel halten, mit leeren Versprechungen abspeisen und glaubt nur allzu gerne, was ihnen die politischen Rattenfänger vorpfeifen. Sie gleichen Wellensittichen, die selbst bei offenen Käfigtüren lieber auf ihrer Stange hocken bleiben – den Maiskolben und den Wassernapf vor Augen –, statt die angebotene Freiheit zu nutzen und – lieber als Adler, denn als Wellensittich – den Himmel zu erobern.
Politiker haben auf ihrem Weg durch die Instanzen der Parteien gelernt, den Menschen genau das zu sagen, was diese hören wollen, ohne dabei rot zu werden und vor Scham im Boden zu versinken. Und die Masse bekommt genau zu hören, was sie hören möchte – jenseits jeder Realität und Wahrheit. Erst spätere Generationen fragen dann verblüfft:
Und das haben unsere (Groß)Eltern tatsächlich geglaubt?

Inzwischen weiß jeder Europäer, daß in der Eurozone heute 10 Millionen mehr Arbeitslose existieren als vor 5 Jahren; jeder fünfte arbeitsfähige Europäer hat keinen Job, lebt also von Subventionen unterschiedlicher Art. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei durchschnittlich 30%, in einigen Ländern gar über 50%.
Nun, wer heute noch einen Job hat, möchte diesen keinesfalls gefährdet sehen; also hält er das System durch Nicht-Handeln erst einmal am Leben – in der Hoffnung auf bessere Zeiten. Solange die Politiker immer noch auf Regionen und Länder verweisen können, in denen die Verhältnisse schlechter sind als in ihrem Beritt, können sie diese barbarische Scharade noch unter Kontrolle und am Leben erhalten.
Dabei weiß im Grunde genommen jeder, daß sich die Verhältnisse zunehmend verschlechtern. Der Mensch wird immer vernachlässigbarer und ist zunehmend billig zu ersetzen durch Roboter, Maschinen und eine immer ausgereiftere Technik. Aber Veränderungen geschehen nur allmählich – vergleichbar dem allmählichen Verfall unserer körperlichen Funktionalität; auch hier werden wir erst alarmiert, wenn Unfälle oder schwere Krankheiten spontan und akut auftreten. Ansonsten gibt sich der Mensch als Opfer der Gewöhnung lieber seinem Schicksal hin, als daß er aktiv nach Veränderung und Verbesserung sucht, die eben mit persönlichem Einsatz, eigenem Bemühen und vielleicht mit einem gewissen Quantum Risiko verbunden sein könnte.

Die wachsende Abhängigkeit immer größerer Teile der Bevölkerung (in praktisch allen Ländern) von staatlichen Subventionen („Sozial“leistungen, „Tafeln“, „Food-Stamps“, „Hartz IV“, „Aufstockung von Mindergehältern“, „Ein-Euro-Jobs“, etc.) und ganzer Länder von den internationalen Finanzzentren (EZB, IWF, BIZ, IMF) kommt den Globalisten gerade recht: Abhängigkeit reduziert Freiheit!
Und auch die soziologische „Verdichtung“ der Menschheit nimmt immer mehr zu. So werden im Jahr 2050 mehr als 70% der Menschen in Städten leben, von denen etwa 100 mehr als 10 Millionen Einwohner beherbergen werden, 15 Städte sogar zwischen 35 Millionen (Tokio, Addis Abeba) und 90 Millionen (Delhi).

Wer das derzeit aufgeführte Schauspiel „Vereintes Europa“ zu Ende denkt und gleichzeitig einen scheuen Blick in andere Zonen dieser Welt [Lateinamerika, Japan, die 54 afrikanischen Staaten und den Gürtel der südlich des russischen Reiches gelegenen Länder (als ehemaligen Satelliten der Sowjetunion und heutigen GUS)] wirft, entlarvt die wahren Hintergründe sowie den absehbaren künftigen Verlauf sehr schnell: Es geht den Mächtigen der Welt – und das sind beileibe nicht die Politiker, die eigentlich nur billige Marionetten darstellen, die man aber gezielt in dem Glauben läßt, sie seien wichtig und bedeutend – um die künftige Verteilung der wirtschaftlichen und finanziellen Macht, der Märkte und Rohstoffe, und dabei stören unliebsame Faktoren, wie z.B. unterschiedliche Gesetze und Verordnungen, national-kulturell geprägte Eigenheiten, Lebensweisen und Rechtsvorschriften zur Arbeit- und Berufswelt, unterschiedliche Bildungskanons usw. recht erheblich.

Also gilt es, diese Unterschiede zu nivellieren, auszumerzen, und deshalb muß gleichgeschaltet und egalisiert werden, was heute an Unterschiedlichkeiten noch im Wege steht.
Die Masse, all dessen nicht gewahr, wird mit Hilfe der politischen Heloten und Satrapen nach den Wünschen und Zielen der großen Konzerne und ihrer Mehrheitseigner (Familien) modelliert und geformt.
Und dabei geht es um viel – vor allem um Ressourcen/Rohstoffe aller Art, Energie und Effizienz, Macht und Märkte. So werfen die vier wichtigsten globalen Momente der Veränderung unserer Zukunft schon heute ihre Schatten voraus – die Demographie (2050 werden mehr als 9 Milliarden Menschen auf dieser Welt leben), die Globalisierung (die informationelle Vernetzung, die Abhängigkeit der einzelnen Länder/Volkswirtschaften untereinander nimmt rasant zu), der Klimawandel [die Erwärmung der Erde bis 2050 um mindestens 1,5° C – lassen Sie sich vom Geschwätz der Politiker und der Al Gores dieser Welt nicht irritieren – wird die Permafrostböden in Sibirien, Alaska, Kanada und der Antarktis auftauen und zu fruchtbarem Ackerland werden lassen; gewinnen wird der Norden, Verlierer werden weite Teile der (Sub-)Tropen, die Sahel-Zone, Indien, Pakistan und Bangladesch sein] und die Ressourcen-Verknappung (wüchse der Konsum- und Energieverbrauch der Menschen bis 2050 weltweit auf das heutige Niveau der Amerikaner und Europäer, entspräche dies einem Ressourcen-Verbrauch auf heutigem Niveau von etwa 100 Milliarden Menschen).
Für diese relativ gesicherten Vorhersagen bedarf es einer entsprechenden Vorausschau und Vorbereitung. Hierfür unterhalten die weltweiten Globalkonzerne bereits heute Entwicklungszentren und (universitäre, aber staatlich unabhängige) Forschungseinrichtungen, die beileibe nicht in nationalen sondern interglobalen und supranationalen Dimensionen denken und planen. Die „Drecksarbeit“ überlassen sie einem Berufsstand, den es im Jahr 2050 wohl kaum noch geben wird, weil er schlicht bedeutungslos wird – den Politikern.
Alles deutet darauf hin, daß wir völlig andere Formen der Regierung(en) und Ordnungssysteme(n) erleben werden, die dann unser aller Leben bestimmen werden. Arbeit wird zu einem höchst luxuriösen Lebensinhalt und vielleicht ausschließlich denjenigen vorbehalten sein, die über einen extrem breiten Wissens- und Informationshorizont verfügen. Die intellektuell eher „bescheidenen“ Menschen werden sich mit relativ billiger Lohnarbeit (und mehreren Jobs) begnügen müssen. Die Zahl der Super-Spezialisten in einzelnen Teilbereichen wird angesichts der zunehmenden technischen Operabilitäten (Supercomputer und Roboter-Fertigungsstraßen) immer geringer. Zunehmen wird der Bedarf an sozio-empathischen Arbeitsplätzen (Betreuung, Pflege, Psychotherapie und Psychologie), der überwiegende Teil der Menschheit wird jedoch aus finanziell subventionierten Konsumenten bestehen, denen allerdings – nicht zuletzt um sie ruhig zu halten – ein reichhaltiges „Freizeitangebot“ zur Verfügung gestellt wird.

Man darf mithin davon ausgehen, daß – noch weit mehr als heute – die Menschen der Zukunft in einer Art Drei-Klassen-Gesellschaft leben werden: 1. die Konsumenten, 2. die Gestalter und 3. die Machtelite – deren Lebensführung und sinnvolle (oder -arme) Lebensführung höchst unterschiedlich sein dürfte.
Der Vergangenheit angehören werden jedoch Begriffe wie ‚Nationalität‘, ‚Souveränität‘ und ‚Kulturalität‘; die damit heute noch verbundenen Unterschiede und vielfältigen Ausprägungen werden nach und nach verschwinden, nivelliert und angeglichen.
Und genau für dieses Szenario dient die „Vereinigung“ Europas als Blaupause, wobei den exekutierenden Organen (Parteien und Politiker) die Medien als publizitärer Konvoi zur Seite gestellt sind und in stringenter Abhängigkeit stehende öffentlich(un)-rechtlich Bedienstete und Wissenschaftler die jeweiligen Begründungen und Rechtfertigungen zu liefern haben.
Von all diesen Zusammenhängen schwant dem Gros der Bevölkerung nicht das mindeste; die meisten Menschen verfolgen aus einer Mischung aus Verwunderung, Angst und innerer Spannung den sich gerade abzeichnenden dramatischen Wechsel nahezu aller Lebensumstände und -verhältnisse. Sie starren gebannt auf die riesigen „Leinwände“ – eine Art ‚soziologisches public viewing‘ –, wie sich die Welt und alle ihr Leben bestimmenden Paraforanden und Metaforanden verändern, auflösen und neu sortieren. Die meisten werden (und bleiben) bei diesem Vorgang zu Statisten und Rezipienten; nur die wenigsten werden wach und aufmerksam genug sein, all diese Zusammenhänge zu begreifen, emotional und mental zu verarbeiten und damit (mehr oder weniger kreativ) umzugehen lernen.

Die völlige Fehlentwicklung dessen, was sich unter dem Begriff ‚Vereintes Europa‘ heutzutage exemplarisch zeigt, könnte in späteren Jahr(hundert)en als „logischer“ Anfang vom Ende der Neuzeit erkannt und beschrieben werden.
Wer den Menschen, Europa, diese Welt und das Leben liebt, wertschätzt und achtet, muß der Vitalität individueller Lebensgestaltung auf regionaler Basis wieder mehr Raum geben, statt in ideologischer Verbohrtheit systemische Zwänge zu institutionalisieren – um jeden Preis und unmenschlich rücksichtslos.

Wir gehen einer Zeit unglaublich interessanten und nachhaltigen soziologischen Wandels entgegen, der ein ebenso neues DenkFühlHandeln mit völlig andersartigen sozialpsychologischen Parametern (Stichwort: familiäre Eingebundenheit) hervorbringen wird. Mehr denn je wird gelten: Wer sich vorbereitet, ist im Vorteil!

Jedoch muß niemandem Angst und Bange vor dem Finale, dem Zusammenbruch des pseudo-demokratischen Systems sein (wiewohl es dabei zu erheblichen und herben sozialen Verwerfungen und wirtschaftlichen Verlusten kommen wird). Wirkliche alternative Konzepte für die Zeit danach gibt es längst (teilweise seit vielen Jahrzehnten).

Sofern es Ihnen die Zeit wert ist, sich damit zu beschäftigen:

Die alternativen Konzepte des PERSPEKTIVE ohne Grenzen e.V.:
http://www.d-perspektive.de/konzepte/

Die Lösung der Euro-Krise (Beitrag zum Wolfson Economics Prize 2012):
http://www.d-perspektive.de/zeitreport-online/politik/wirtschaftspolitik/wolfson-economics-prize-2012/

Die Macht der Information
http://www.d-perspektive.de/zeitreport-online/die-macht-der-information/

Souveränität als Lebensmaxime
http://www.d-perspektive.de/zeitreport-online/souveraenitaet-als-lebensmaxime/

Niemand ist den sakralen und sekularen Windbeuteln und Schmarotzern hilflos ausgeliefert, es sei denn, er/sie fügt sich in das eigene Ausgeliefertsein freiwillig, angepaßt und resigniert.

H.-W. Graf