Zweifellos lag Bastiats Hauptverdienst in seiner unermüdlichen schriftstellerischen Tätigkeit. Er hat dem „Manchester-Liberalismus“ sein literarisches Denkmal gesetzt. Mal satirisch-ironisch, mal fast schwärmerisch-religiös, aber immer von einer an Voltaire erinnernden stilistischen Klarheit und Rationalität – so verteidigte Bastiat in seinen Schriften wieder und wieder den Freihandel in seinen sozialen, ökonomischen, philosophischen und moralischen Aspekten. Von einem "Lesegenuß" spricht später der österreichische Ökonom Ludwig von Mises. Die unbestreitbare literarische Qualität seiner Schriften, von denen die „Harmonies èconomiques“ (1850) am berühmtesten sind, hat ihm aber zugleich den Ruf eingetragen, wissenschaftlich betrachtet, „oberflächlich“ zu sein. Neuere Wirtschaftshistoriker sind diesem Vorwurf zurecht entschieden entgegengetreten. Insbesondere hat ihm die Zunft der Ökonomen die theoretische Widerlegung der bisher unangefochtenen These der englischen Ökonomen Malthus und Ricardo zu verdanken, daß das Los der Unterschicht nicht substantiell zu verbessern sei. Er hat damit im Nachhinein die wissenschaftliche Erklärung für den rasanten Anstieg des Lebensstandards der Bevölkerung Englands nach dem Erfolg der „Manchester-Bewegung“ geliefert.
Vor allem trugen Bastiat und sein Nachfolger Chevalier dazu bei, daß Frankreich in den 1860er Jahren neben England die treibende Kraft in der europäischen Freihandelspolitik wurde. Ein anderer Schüler Bastiats, der franko-belgische Ökonom Gustave de Molinari, entwickelte einige Jahre darauf sogar schon den zukunftsweisenden Vorschlag einer europäischen Zollunion – ein Vorschlag, der allerdings bei den Zeitgenossen weitgehend unbeachtet blieb.
Die neue europäische Freihandelspolitik wirkte sich wirtschaftlich und politisch positiv aus. Im Jahre 1865 konnte der Vorsitzende des „Kongresses Deutscher Volkswirte“, der Ökonom Karl Braun, die Weltlage in euphorischen und optimistischen Tönen schildern: „Wir streben und müssen streben, jenen Zustand einer allgemeinen wirtschaftlichen Harmonie in den einzelnen Staaten herbeizuführen, in welchem jeder Einzelne, während er sich nur selbst zu dienen glaubt, dem Allgemeinen nützlich ist. Dieser Zustand wird mehr als Arbeits- und Zuchthäuser, als Kasernen und Klöster, als Galgen und Rad dazu beitragen, ein neues volkswirtschaftliches Evangelium – das der internationalen Arbeitsteilung – zu verkünden, das hinreichen wird, uns vor dem Rückfall in die Barbarei zu schützen.“ Und, so Braun über die gerade zwischen dem deutschen Zollverein und Frankreich und Italien abgeschlossenen Handelsverträge: „...auch das bisher so genannte westeuropäische System wird sich bald zu einem europäischen umgestalten, zu einem allgemeinen handelspolitischen Völkerrecht führen. Rußland hat seine Leibeigenen emanzipiert, und daran muß sich mit der Zeit auch die Hebung seiner geistigen Kultur reihen; Frankreich hat mit seinem Prohibitivsystem gebrochen; ... der amerikanische Norden hat den Süden gezwungen, die Sklaverei aufzuheben, und der Süden wird jetzt den Norden zwingen, dem so lange festgehaltenen wirtschaftlichen Irrtum des Prohibitivsystems abzuschwören – wenn so überall der Fortschritt in rüstigster, erfreulichster Weise sich regt, so kann das uns nur doppelten Mut geben, daß wir ... das begonnene Werk zu einem gedeihlichen Ende führen werden.“