Autor: Jeremy Scahill
Verlag: Verlag Antje Kunstmann, München
Preis: € 22,-
Umfang: 320 Seiten
ISBN: 978-3-88897-512-7

Kein Land der Welt ist ob seiner militärischen Interventionen derart verhaßt wie die USA. Kein Wunder, unterhalten die Vereinigten Staaten doch in mehr als der Hälfte sämtlicher in der UNO versammelten Nationen Militärbasen, und der jährliche Militär-Etat der USA übertrifft den der nächstgrößeren 25 Länder der Welt zusammen.

Aber nicht nur im Ausland regt sich Widerstand; mehr und mehr Amerikaner ekelt ihr Image in der Welt mittlerweile an – allen heroischen Erfolgsmeldungen und Hunderten von glorifizierenden Hollywood-Filmen zum Trotz.
Da kamen die Chefstrategen im Pentagon auf eine „geniale“ Idee: Sie gründeten Privatarmeen (nach dem Vorbild der französischen Fremdenlegion), die sie mit geheimen Aktionen und besonders gewagten Kampfeinsätzen betrauten – nicht zuletzt deshalb, weil sie dann offiziell ihre Hände in Unschuld waschen und sich von den teilweise gesetzeswidrigen Einsätzen dieser Privatarmeen distanzieren konnten.

Jeremy Scahill beschreibt in seinem Buch ‚Blackwater – Der Aufstieg der mächtigsten Privatarmee der Welt’ den Aufstieg und die Vorgehensweise der größten dieser privaten Killertruppen, deren zum Teil völlig illegale und bedenkenlose Vorgehensweise sogar insofern von Washington gedeckt wird, als bei „Problemen“ die beteiligten Mitarbeiter dieser Armee nicht etwa vor ordentliche Gerichte kommen, sondern nach Hause beordert werden und dort untertauchen. Schonungslos und mit vielen Beispielen erläutert Scahill, wie menschenverachtend hierbei vorgegangen wird und wie diese Firma – mit inoffizieller Rückendeckung ihres Auftraggebers, der sich ständig als ‚Verteidiger der Freiheit, des Rechts und der Demokratie’ berühmenden Vereinigten Staaten von Amerika – das Recht der Länder, in denen sie operieren, bedenkenlos mit Füßen tritt.

Dieses Buch bestürzt und läßt ahnen, in welch pathologischem Zustand sich das System der USA befindet, aber auch, wie weit der hegemoniale Größenwahn der letzten verbliebenen Weltmacht eigentlich bereits gediehen ist.

H.-W. Graf