Autoren: Prof. Dr. Gerald Hüther, Dr. Maik Hosang
Verlag: Kreuz Verlag, Freiburg
Preis: € 16,99
Umfang: 180 Seiten
ISBN: 978-3-451-61144-5

Dieses Buch ist in mehrfacher Hinsicht anders als jedes Buch, welches Sie bisher gelesen haben, denn der Göttinger Neurobiologe Prof. Dr. Gerald Hüther und der Dresdner Zukunftsforscher, Sozialökologe und Philosoph Dr. Maik Hosang schreiben sich in diesem Buch buchstäblich zueinander – einer beginnt vorne, der Andere hinten –, um sich in der Mitte textlich wie inhaltlich zu treffen und zu verschränken. Doch eben diese thematische Verschränkung birgt den Zauber dieses Büchleins:
Prof. Gerald Hüther startet seinen Blick auf die Liebe quasi im embryonalen Zustand und beschreibt die Entwicklung der Liebe, der Liebesfähigkeit eines Menschen und den sich immer wieder öffnenden Antagonismus zwischen Freiheitsdrang und Suche nach Verbundenheit aus biologischer, physiologischer und biosozialer Sicht, während Dr. Maik Hosang aus anthropologisch-historischer Sicht die Entwicklung des Menschen zu einem freiheitlich-universellen Lebewesen beschreibt, das jedoch ohne soziale Verbundenheit keine Freiheitlichkeit leben und finden könnte.

Beider Autoren Herangehensweise ist trotz der thematischen Tiefe erfrischend einfach und spannend geschrieben; nur selten wird der Leser bestimmte Begriffe googeln oder nachschlagen müssen.
Gleichwohl lohnt es, sich für die einzelnen Passagen Ruhe und Zeit zu gönnen, um den beiden Autoren bei ihrer Suche nach dem roten Faden, hin zu einer gemeinsamen Auflösung des scheinbaren Widerspruchs – Wer ist wessen Kind – zu folgen.

Wer bislang die Liebe und Freiheit als getrennte Entitäten sich gegenseitig ausschließende Größen im Leben eines Menschen vermutet haben mag, wird deren symbiotische Verbindung, auf die sich beide Autoren in wirklich genialer Weise einigen, mit innerer Freude feiern.
Als Geschenk für jeden, der Ihnen wichtig ist, bestens geeignet!

H.-W. Graf