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12.03.08
Für Sie gelesen Wem dient Merkel wirklich?
Autor: David Korn
Verlag: FZ Verlag, München Preis: € 12,90 Umfang: 128 Seiten ISBN: 978-3-92409-76-3 Nach Lesen dieses Buches (oder besser Büchleins – 128 Seiten) stellt sich unweigerlich die Frage, warum es ein derart brillantes Kleinod an zeitgeschichtlicher Literatur nicht an die Spitze der ‚Spiegel’-Bestsellerliste gebracht hat, denn da gehörte es eigentlich dringend hin. Vermutlich ist die Antwort einfach: Weder die Mainstream-Medien noch die Strippenzieher im Hintergrund haben auch nur das geringste Interesse daran, ein derartiges Werk zu protegieren oder gar zum Kassenschlager zu machen. Viel zu deutlich wird – und das ist eines der Verdienste dieses Buches – in welchem Beziehungs-Netzwerk (vulgo: Seilschaften) und in welchem gesellschaftspolitischen Umfeld (vulgo: Sumpf) eine derartige „Blüte“ überhaupt erblühen konnte. Und hierbei spielen eben auch bedeutende Figuren aus der Medienwelt eine erhebliche (fragwürdige) Rolle. Aber auch darüber hinaus handelt es sich um ein in mehrerlei Hinsicht wirklich gelungenes Werk. Vor allem ist es dem Autor gelungen, neun (!) über Merkel bisher erschienene Biographien bzw. biographische Abhandlungen, mit allerlei frei zugänglichem Material – überwiegend aus den Mainstream-Medien der vergangenen Jahre – abzugleichen und somit ein erstaunlich scharfes Bild hinsichtlich der Figur Merkel herauszuarbeiten. Er beläßt es jedoch nicht dabei, die Biographien schablonenhaft übereinanderzulegen, sondern stellt auch den Zusammenhang her, welcher Biograph mit welchem politischen Hintergrund (sich) seinen „Schützling“ beleuchtet hat. Die Aufdeckung der Widersprüche in Merkels öffentlichen Aussagen, was ihre eigene Gesinnung und Lebenserfahrung betrifft, ist ein letztlich äußerst sachliches Buch, wenngleich mit manchmal (sehr verständlich) ironisch-bitterem Unterton. Man braucht nicht gegen Merkel zu „hetzen“ – die Fakten sprechen für sich; das hat sich der Autor wohl auch so gedacht. Schlüssig ergibt sich, daß Angela Kasner (Spitzname „Kasi“) in ihrem „früheren Leben“ – entgegen der späteren Legendenbildung – wohl kaum als „Widerstandskämpferin“ taugte; ganz im Gegenteil, die Pfarrerstochter war eine hartgesottene system- und linientreue Parteisoldatin, die in Wirklichkeit erheblich privilegiert war (auch ihr Vater war durchaus gut „im System“ etabliert, trotz oder gerade wegen seiner kirchlichen Funktion). Beispiel:Einer der Biographen, Prof. Langguth, gewann aus all seinen Recherchen sogar den Eindruck, daß Frau Merkel in der DDR „ihr (Widerstands-)Engagement nie soweit trieb, daß auch nur ein Hauch einer wirklichen Opposition spürbar gewesen wäre“. So läßt sich jedenfalls ziemlich sicher sagen, daß die Stasi tatsächlich keinen Hauch von ‚Widerstand’ verspürte. Daß Frau Merkel 1992 von einem Stasi-Anwerbeversuch berichtete, der sich 1988 abgespielt haben soll, und wo sie im Treppenhaus der Hochschule von zwei MFS-Agenten eine halbe Stunde lang (u.a. mit Scheinwerfern) bedrängt worden sein soll, ändert nichts an der Tatsache, daß sie (lt. dem politisch links angesiedelten Biographen Matthias Krauß) mit 32 zur Hochzeit ihrer Cousine nach Hamburg reisen durfte – und dies als junge, geschiedene und kinderlose Ost-Berliner Akademie-Wissenschaftlerin mit kirchlichem Elternhaus! Nicht zum Bruder oder den Eltern, nein zu Freunden dritten Grades. Ganz offensichtlich hat Frau Merkel das in sie gesetzte Vertrauen auch nicht enttäuscht…. |
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