Perspektive  
25.10.07


Für Sie gelesen:

Die Abgestellten

Ein Nachruf auf den festen Arbeitsplatz

 

Autor: Günter Ogger
Verlag: C. Bertelsmann Verlag, München
Preis: € 19,95
Umfang: 288 Seiten
ISBN-13: 978-3-570-00960-4

Laufend erreichen uns Jubelmeldungen über sinkende Arbeitslosenzahlen. Gibt es bald keine Arbeitslosen mehr? Schön wär`s. Denn: Die neuen Jobs sind meist schlechtere Jobs: Teilzeit, befristet, gering bezahlt und ohne Kündigungsschutz.

18 Millionen Angestellte gibt es in Deutschland – nahezu jeder Vierte darf sich zu dieser Bevölkerungsgruppe zählen. Doch schön langsam bröckelt unsere Angestelltenrepublik. Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung ist jeder zweite Büroarbeitsplatz akut gefährdet. Großkonzerne wie DaymlerChrysler oder die Deutsche Bank verschlanken ihre Strukturen und entledigen sich hunderttausender Angestellter. Die Angestellten werden von frustrierten Praktikanten, die ihre Dienste umsonst anbieten, von Gelegenheitsjobbern, billigen Zeitarbeitskräften und dem Heer der Scheinselbständigen bedrängt, die bereits ein Viertel aller Beschäftigten ausmachen. Und auch die Globalisierung geht in die zweite Runde; nach den Arbeitern fallen ihr nun die Angestellten zum Opfer. Der Luxus-Angestellte mit Tarifgehalt, Kündigungsschutz und sozialer Absicherung ist ein Auslaufmodell.

In seinem provokanten und thesenstarken Buch liefert Günter Ogger einen Überblick über die fatalen Konsequenzen, die die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes mit sich bringt. Kritisch hinterfragt der Autor eine Tarifpolitik, die dazu führte, daß die Angestellten für die Unternehmen mit dem Gesamtpaket aus Gehalt, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Arbeitgeberbeitrag zu Kranken- und Rentenkasse, Berufsgenossenschaft, Mutter- und Kündigungsschutz im Verbund mit den weltweit kürzesten Arbeitszeiten auf die Dauer schlicht unbezahlbar wurden. Der Autor zeigt auch produktive Ansätze, um dieser Krise entgegenzuwirken.

Günter Ogger, geb. 1941, ist einer der bekanntesten deutschen Wirtschaftsjournalisten und arbeitete jahrelang als Redakteur beim Wirtschaftsmagazin ‚Capital’. Mit seiner Managerkritik „Nieten in Nadelstreifen“ eroberte er die Bestsellerlisten, das Buch erreichte eine Gesamtauflage von über 1,2 Millionen Exemplaren. Auch seine nachfolgenden Schwarzbücher über „Das Kartell der Kassierer“, „König Kunde“, „Der Börsenschwindel“ sowie „Die Ego-AG“ sorgten für großes Aufsehen und standen wochenlang auf der SPIEGEL-Liste.

 
     
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