Perspektive  
29.08.07

Von: H.-W. Graf


Klapperstorch und Demokratie

 

Was stellte ich als Dreikäsehoch nicht alles an, um den Weihnachtsmann persönlich zu treffen, von dem uns im Kindergarten so wundersam erzählt wurde. Als ich dann, gerade mal vierjährig, dahinter kam, daß sich hinter der Polyestermatratze unser freundlicher Hausmeister verbarg, brach für mich eine Welt zusammen. Gleichzeitig fiel mir auf, daß es diesen Kerl gleich in mehreren Varianten, mit unterschiedlicher Stimme, mal kleiner/größer, mal schlank oder rundlich, gab - immer jedoch unter der gleichen Bezeichnung; ich fühlte mich grenzenlos getäuscht.

Daß das mit dem Klapperstorch und dem Osterhasen doch etwas anders lief, hatte mir meine Mutter in pädagogisch kluger Weitsicht schon in frühesten Kindertagen beigebracht.

Katastrophal endete dann jedoch mein Bemühen, die anderen, noch selig an diese Figuren glaubenden Kinder aufzuklären. Keiner dieser Spatzen war bereit, mir zu glauben, und eine der Kindergärtnerinnen drohte mir gar mit dem Rohrstock, wenn ich derartige Lügen weiterhin verbreitete.

Nicht anders ergeht es mir seit 35 Jahren - solange versuche ich mittels unseres 'zeitreport', mit den 'Märchen für Erwachsene' aufzuräumen.

Aber wer den wohl immer noch in kindlicher Naivität verfangenen, zumeist nur körperlich Erwachsenen, wenngleich gemäß BGB mündigen Bürgerinnen klarzumachen versucht, daß unsere Parteien weder 'christlich', noch 'sozial' oder 'freiheitlich' orientiert sind, erntet bestenfalls Desinteresse, mitunter resigniertes Kopfnicken, oftmals treten gar aggressive Ablehnung und Spott zutage. Immerhin

Rüttelt man damit ja am grundgesetzlich verbrieften Recht auf „Freiheit“ – im Sinne persönlicher Denkfaulheit und körperlicher Bequemlichkeit.

Völlig konsterniert reagieren Lieschen und Franz Bravdeutsch auf den logischen Beweis*, daß das Ammenmärchen von der (parlamentarischen) 'Demokratie' schlicht und ergreifend ein intellektueller "Nasenring" ist, an dem uns seit fast 60 Jahren die Vertreter des Politadels durchs Land zerren und für dumm verkaufen. Bisweilen halten sich - wir kennen das aus frühen Kindertagen - selbst Freunde und gute Bekannte einfach die Ohren zu; allzu schmerzhaft wäre es für sie wohl, der Realität ins Auge zu sehen und zu akzeptieren, daß sämtliche Politiker der auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene agierenden Politiker entweder vorsätzlich das Volk belügen - und damit gegen das Grundgesetz verstoßen, bzw. wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung (zum Zwecke der persönlichen Bereicherung, zum Schaden ihrer Wähler/des Volkes, das sie zu vertreten vorgeben) auf die Anklagebank gehören -, oder derart dumm sind, daß sie ganz sicher nicht dazu befähigt sind, öffentlich-(un)rechtliche Ämter zu bekleiden und dafür auch noch fürstlich (sic) entlohnt zu werden. Eine dritte Alternative gibt es tatsächlich nicht.

Frägt man dann einen jenseits der Mündigkeitsgrenze befindlichen Wahlbürger, ob er sich auch nur einer einzigen 'demokratisch beschlossenen Entscheidung' erinnere, weiten sich beim Einen adrenalingesteuert die Augen, beim Nächsten erkennt man mimisch den Anflug eines Nachdenkens, der Dritte entgegnet, daß dafür ja die per Wahl zu Entscheidern berufenen Politiker zuständig seien.

 
     
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