Ist es typisch für Menschen, ihnen verliehene Macht zynisch zu missbrauchen? An der polnisch-russischen Grenze (zum Gebiet Kaliningrad) leider durchaus.Da bläht sich der polnische Grenzkommandant wie ein tollwütiger Frosch auf und glaubt, jeden menschlichen Respekt und Anstand vergessen zu müssen.

Nun ja, sein Land wurde ja reichlich mit Spenden und Subventionen der EU, vor
allem aus Deutschland, versorgt. Dass es den “armen Schweinen” in der russischen
Exklave Kaliningrad, insbesondere den Kindern, gänzlich anders geht, sie auch vom
russischen Kernland kaum Hilfe bekommen, weiss dieser stupende Staatsdiener nur
zu gut. Aber sein stumpfsinniger Hass auf alles Russische lässt ihn so reagieren, wie
dies wirklich nur ein staatlich besoldeter Lakai kann – hoheitlich-arrogant!

Leider weiss er sich dabei geschützt von ‘höherer Stelle’, denn viele Polen teilen diese antirussische Gesinnung – bis zu einem gewissen Maße verständlich aus der Historie – vehement und verschließen sich dem Wandel der Zeit und jeder menschlichen Regung, und welcher deutsche Parlamentarier hätte den Hintern in der Hose, unseren “polnischen Freunden” (BuPrä Gauck) ob derartigen Verhaltens mal die Meinung zu sagen?

Aber es passt ins Bild; wir durften uns zuvor an der Grenze schon anschnauzen lassen: “Wir können die Sachen, die Ihr da rüber bringt, auch gut gebrauchen!

Schon Schiller wusste: Macht kennt kein Erbarmen! Aber von dem hat dieser erbärmliche Grenz“wächter” ganz sicher noch nie gehört.

Aber lesen Sie selbst, wie es uns neuerdings bei unseren Nato-“Verbündeten” ergeht:
H.-W. Graf

„Das haben wir nicht verdient!“

Seit nunmehr 20 Jahren betreut der gemeinnützige Verein ‚Anthropos e.V. – Für die Kinder dieser Welt’ in Kaliningrad, der russischen Exklave zwischen Polen und Litauen, die früher Königsberg hieß, Kinderhäuser, Internate, Kinderheime, mehrere Jugendheime und andere Sozialeinrichtungen, und seit 20 Jahren fahre ich alle 14 Tage mit unserm VW-Bus von Berlin nach Kaliningrad. Nach dem Wegfall der deutsch-polnischen Grenze schaffe ich diese 600 km durchschnittlich in etwa 10 bis 12 Stunden. Dabei hilft uns an der polnisch-russischen Grenze natürlich unser humanitäres Visum, mithilfe dessen ich mir stundenlanges Warten ersparen kann. Bislang lief dies auch problemlos. Aber am 25. Februar war alles plötzlich ganz anders:
Wir fuhren mit drei Personen und humanitären Hilfsgütern bei Grzechotki an die Grenze und – wie stets – auf der leeren Überholspur, um mithilfe unseres international anerkannten humanitären Visums die Grenze zu passieren. Aber am Schlagbaum wurden wir sehr barsch mit den Worten abgewiesen, dass ich ein russisches humanitäres Visum habe, ich hier aber auf polnischem Territorium sei. Wir sollten uns – humanitäres Visum hin oder her – hinten in der Schlange einreihen und müssten genauso (stundenlang) warten wie jeder, der (egal aus welchem Grunde) nach Russland fahre. Mein Hinweis auf internationale Gepflogenheiten bei dieser Art von Visa und 20 Jahre unserer Arbeit in Russland halfen nicht. Ich wollte einen Vorgesetzten zur Lösung des Problems sprechen. Dieser traf am Kontrollpunkt – sehr eindrucksvoll mit Blaulicht – ein, baute sich breitbeinig in martialischer Pose vor mir auf und ließ ein wahres Gewitter von Demütigungen und Drohungen über unsere Besatzung hereinbrechen. Eine derart ignorante Behandlung hatte ich noch nie zuvor erlebt. Alles Bitten um Verständnis und Unterstützung half nichts, im Gegenteil: Ich sollte sofort eine Strafe bezahlen, und als ich mich mit dem Hinweis auf keinerlei Verletzung rechtlicher Regeln weigerte, wurde mir mit sofortiger Festnahme für 48 Stunden gedroht. Um die Situation nicht weiter eskalieren zu lassen, zahlte ich schweren Herzens die Strafe. Es ist bedauerlich, dass die Beamten des EU-Mitgliedsstaates Polen, denen die billige „Rache“ an Russland wichtiger zu sein scheint als die „Freundschaft“ (so Bundespräsident Gauck) zu Deutschland, bei diesem Zwischenfall weder allgemeingültige internationale Abmachungen beachten, noch der Verbesserung der internationalen Beziehung Rechnung tragen. Eine derartige Behandlung haben wir wirklich nicht verdient, da wir seit Jahren auch in Polen in trilateralen grenzüberschreitenden Hilfsprojekten, insbesondere für Kinder und Jugendliche, tätig sind. Polen kann sich ausreichender Hilfe von EU und Deutschland erfreuen, Kaliningrad, die russische Exklave, seine Bevölkerung und speziell die Kinder eben nicht!

Jürgen Leiste
Anthropos e.V. – Für die Kinder dieser Welt