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21.02.08
Liechtenstein und Scheinheiligkeit

Weder die Existenz Liechtensteins noch dessen 'Kernkompetenz' und ausschließlicher Geschäftszweck sind ein Novum - Gewerkschaftsbosse (erinnern Sie sich noch an Kluncker und Steinkühler?), Parteien und etliche Politiker (fragen Sie Herrn Kohl mal nach seiner innigen Beziehung zu Dr. Batliner! Oder denken Sie an Lambsdorff, Rexroth, Strauß und Brandt, die Tessiner Connection, die Luganer Seevillen, usw.usw.) wußten sich der Liechtensteiner Vorteile ebenso bestens zu bedienen, wie etlicher anderer Steueroasen.

Das Stiftungsrecht deutscher Prägung läßt jede Menge geschickter steuerlicher Gestaltung zu - völlig legal. Problematisch und zum Zumwinkel'schen Stolperstein wird die legale Steuergestaltung, wenn es um Schwarzgeld geht - getragen von der arroganten Haltung: "Mir kann keiner 'was!"

Was aber unbotmäßige Gier und bedenkenlose Selbstbereicherung anbelangt, stehen die schwarzen Schafe aus der Politik und dem Showbusiness, viele Sportgrößen und sogar die Kirchen den deutschen Managern in nichts nach. Da mögen sich die Politbonzen noch so vollmundig entrüsten und empören. Wenn Schmuddel-Beck von 'Schweinerei' faselt und unsere Kanzlerpomeranze von 'unvorstellbar' lispelt - für ein derart monoistisch verdrahtetes Cerebralsystem ist vieles unvorstellbar -, müßte ihnen die Schamröte ins Gesicht schießen - theoretisch!

Nein, die Ursachen dafür, daß Leistungsträger sich zunehmend finanziell oder gar physisch von diesem herrlichen Lande abwenden, liegt nicht in ihrem Charakter und maßloser Gier begründet, sondern zum einen am rigidesten Steuer- und Abgabensystem der Welt*, der völlig aus allen Fugen geratenen Bürokratie, einer ideologisch bewußt geschürten bundesdeutschen Neidkultur (ausgenommen hiervon sind nur Sportgrößen und Popstars), dem dichtesten Steuerdschungel weltweit** und einer pathologischen Forderungshaltung immer breiterer Massen - promoviert durch populistische Parasiten, die in öffentlich-(un)rechtliche Spitzenämter drängen und mit den wirtschaftlichen (und steuerlichen) Ergebnissen der (immer weniger werdenden) Leistungseliten immer bedenken- und skrupelloser das Gros der potentiellen Wähler beglücken - nach dem Motto: "Sozial ist, fremder Leute Geld unters Volk zu verteilen; von fremden Gütern geb' ich gern!" Zwar mag den Becks, Gabriels, Steinbrücks, Hubers, Merkels, Roths und Konsorten bisweilen dämmern, daß es die Besten, die Leistungswilligsten und -fähigsten sind, die diesem Lande entnervt den Rücken kehren*** und ihre Gelder ins Ausland verbringen - völlig legal und absolut sinnvollerweise -, aber die einen stecken bis zur Oberkante der Unterlippe in ihrer ideologischen Jauche, die Pragmatiker hingegen lockt die Aussicht auf fette Mandate in Aufsichtsräten von Weltkonzernen und üppige Beraterverträge, Vortragshonorare oder Tantiemen aus Biographien (die sie von Ghostwritern schreiben lassen), nachdem sie aus der aktiven Politik ausscheiden. Haftbar machen kann keiner diese Politclowns für das, was sie während ihrer Amtszeit verbrochen haben.

Der perfekte Überwachungsstaat ist längst Realität - nur haben dies die meisten, nachgerade die unwichtigsten Figuren in diesem Lande, die Masse, die über den Unterschied zwischen sozial und sozialistisch noch nie reflektiert hat, noch gar nicht mitbekommen. Und ich sage vorher, daß sich demnächst die Steuerfahnder auch für die Teppiche, Briefmarken- und Münz-Sammlungen, wertvolle Geschirre und Bestecke, Bilder, Antiquitäten, Schmuck und Kunstgegenstände der Wohlhabenderen - und deren Herkunft, Preise, Erwerbsumstände - interessieren werden ...............

 
     
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