Perspektive  
25.09.07


Riester-Verträge

 

Nach wie vor wird das Gros der Riester-Verträge (rund 67 %) auf Versicherungen abgeschlossen, obwohl deren durchschnittliche Überschußbeteiligung nur etwa 4,3 % beträgt und nur etwa 10 % der Beiträge – nach Abzug der Kosten und des Risikoanteils – in Aktien (Fonds) investiert wird.

Dabei hat sich inzwischen in breiten Teilen der Bevölkerung herumgesprochen, daß die durchschnittliche Überschußbeteiligung im deutschen Lebensversicherungsmarkt von vormals etwa 7,1 % auf heute nur noch 4,3 % abgesunken ist. Zieht man hiervon – LVs sind zum größten Teil reine Geldwertanlagen – die Inflationsrate ab, „erwächst“ daraus ein Plus, was wahrlich nicht dazu angetan ist, die finanzielle Situation im Alter nennenswert zu verbessern.

Unschwer zu erraten: Das Gros der etwa 400.000 Verkäufer von Lebensversicherungen, allen voran die Strukturvertriebe und die Ein-Firmen-Vertreter, empfehlen diese Riester-Lösung, weil es entsprechend hohe Provisionen gibt. Der größte Strukturvertrieb, die DVAG, stellt sogar programmatisch alte LVs beitragsfrei und schließt dafür neue Riester-LVs ab. Die Folge: neue Kosten, neue Provisionen, niedrigere Mindestverzinsung und Steuerpflicht statt steuerfreier Auszahlung!

Banken hingegen, wen wundert`s, preisen ihre Riester-Banksparverträge an – ganz im Sinne ihres Hauses und der Vorgaben, die jeder Filiale aufgegeben werden.

(Provisions)unabhängig beraten können/wollen eben nur die wenigsten.

Doch es gibt Alternativen: Sie können – nur wissen dies die wenigsten – Ihren Riester-Vertrag auch über eine Aktienfonds-Sparanlage nutzen, wobei Sie je nach Familienstand, Alter, Risikobereitschaft und mutmaßlichem Zeitfenster Aktien und Bonds in unterschiedliche Verhältnisse setzen können.

Natürlich können Sie Ihren Riester-Vertrag auch in einem Dachfonds laufen lassen – mit ebenfalls unterschiedlicher Quotierung von Renten- und Aktienfonds.

Da Aktienfonds grundsätzlich Sachwertanlagen sind, verwundert wenig, daß diese im Schnitt während der letzten 20 Jahre zwischen 8 und 12 % p.a. an Wertzuwachs erzielen konnten.

Vielleicht sollten Sie darüber einmal mit Ihrem unabhängigen Finanz- und Vermögensberater sprechen, denn der Unterschied in der Ablaufleistung kann problemlos mehrere zehntausend Euro ausmachen.

 
     
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