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16.09.09
Nachfolgender Artikel von Hans-Wolff Graf, 'PERSPEKTIVE ohne Grenzen e.V.', erschien in der Ausgabe 09/2009 im ‚Smart Investor’:
Österreichische Schule Ein alternatives Steuer-, Finanz- und SozialkonzeptEs gibt eine Alternative – zu einem immer totalitäreren System!
Gastbeitrag von Hans-Wolff Graf, Vermögensverwalter und Querdenker
Radikale Maßnahmen sind notwendigDas System staatlicher Omnipotenz ist – wenige wissen es, manche fühlen es, die meisten versuchen es zu ignorieren – tatsächlich am Ende. Doch gerade diejenigen, die es ursächlich (und seit Jahren konsequent) an die Wand gefahren haben, versuchen nun, es mit allen Mitteln zu retten. Und dabei ist ihnen kein Preis zu hoch – Kunststück; sie brauchen es ja auch nicht zu bezahlen, und in ihren Händen liegt die legislatorische Macht, entsprechende Gesetze zu erlassen, vor allem jedoch das Recht, beliebig Geld zu drucken. Um die Staatsverschuldung und das Einhalten der Maastricht-Kriterien muß sich keine europäische Regierung mehr sonderlich sorgen; kein EU-Land ist noch in der Lage, sie auch nur annähernd einzuhalten. Allen Industrieländern fallen seit Jahren zunehmend ihre Sozialversicherungssysteme auf die Füße, aber diese tatsächlich radikal, also bei der Wurzel packend („radix“ lat.: die Wurzel), zu reformieren und dem wachsenden Problem der Überalterung der Gesellschaft anzupassen, fehlt den Politikern zumeist das Verständnis, in jedem Fall jedoch der Mut – der Wähler droht mit Abstrafung. Glauben Sie den politischen Marktschreiern, die am 27. September wieder „Die Wahl“ aufführen, kein Wort; hier werden Listen gewählt, aus denen dann parteiintern Heloten delegiert werden, die verzweifelt ein komatöses System zu retten versuchen. Katastrophe drohtWas weltweit derzeit als „Rettungsmaßnahmen“ ergriffen wurde, mag zwar ordnungspolitisch verständlich und systemisch gesehen „logisch“ sein, wirtschaftspolitisch ist es ein Wahnsinn ohnegleichen, und die Konsequenz dieser hemmungslosen Verschuldung wird eine sozial- und finanzpolitische Katastrophe für die gesamte nächste Generation werden. Die der Hypotheken-, Finanz- und Wirtschaftskrise folgende Sozialkrise wird die Phantasie und Intelligenz nahezu aller Politiker übersteigen. Bei der Suche nach Alternativen, um die wir nicht herumkommen, gibt es nun verschiedene Wege, von denen die meisten jedoch Sackgassen sind, weil deren Protagonisten nicht das System verlassen dürfen, können und wollen. So hängen die sechs großen wirtschaftswissenschaftlichen Institute allesamt am öffentlich-(un)rechtlichen [1] Tropf; sie werden den Teufel tun und sich allzu deutlich gegen ihre Alimentierer wenden. Gleiches gilt für die in den Diensten der Parteien stehenden öffentlich-(un)rechtlichen Stiftungen, und von den Parteien und den auf ihre Benevolenz (Wahllisten) angewiesenen Politikern wird sicherlich kein sinnstiftender Vorschlag kommen, der Wähler verschreckt, Abgeordnetenmandate gefährdet und damit Privilegien, die parlamentarische Altersvorsorgung und nach der politischen Karriere winkende Posten im Lobbyistenkarussell in Frage stellt. Die „Österreicher“ haben die LösungMut macht da ein kleiner, elitärer Kreis von Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlern, vereinzelt auch Rechtsgelehrten und Philosophen, die sich der „Österreichischen Schule der Nationalökonomie“ verschrieben haben. Nun gibt es seit der Gründung der Österreichischen Schule durch Carl Menger (1840–1921), der eigentlich Jura studierte und als Wirtschaftsjournalist in Wien arbeitete, gar keine einheitliche Denkrichtung, allen Vertretern der Österreichischen Schule ist jedoch gemein, daß [2] sie dem freien Unternehmertum, der strikten Regelung der Märkte durch ein möglichst ungehindertes Wechselspiel von Angebot und Nachfrage, der Privatisierung der Währungen und einer Beschränkung staatlicher Eingriffe auf ein Minimum das Wort reden. Bei ihnen herrscht auch (weitgehend) Einigkeit darüber, daß es einen Gegensatz von Sozialismus und Kapitalismus per se nicht geben kann, da ersterer eine verführerische Gesellschaftsideologie, letzterer jedoch ein (weniger bequemes) Wirtschaftssystem ist. Insofern gehen die politischen Auseinandersetzungen, die seit fast 100 Jahren den Machtkampf der Parteien kennzeichnen, völlig am Thema vorbei; ja, sie unterbinden durch diese Scheindebatte sogar jeden Ausweg aus einer Krise, die sie nachgerade selbst verursacht haben und die nun ihr „finale furioso“ erleben dürfte. Sehr eng verbunden der Österreichischen Schule der Nationalökonomie fühle ich mich aber vor allem deshalb, weil es allen ihren Vertretern noch um etwas anderes geht: Steuer-, Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik können und dürfen nicht separate Wege gehen und voneinander getrennt behandelt und verstanden werden. Vielmehr bilden sie eine sich ständig und in allen Belangen durchdringende Einheit. Demzufolge muß eine nachhaltige Reform auch all diese unterschiedlichen Parameter unseres täglichen Lebens – auf nationaler wie auf internationaler Ebene – umfassenden Bereiche in einer Ganzheitlichkeit erfolgen, da ansonsten Besserungen an einer Stelle grundsätzliche Verschlechterungen an anderer Stelle mit sich bringen. Jede Hausfrau kennt das Problem eines zu stopfenden Sockens; Zug an einer Stelle bewirkt Spannungen an anderer Stelle.
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| Bauen wir eine PERSPEKTIVE auf mutig, engagiert, kraftvoll |
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