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27. November 2006

„Loose Change”: Etablierte US-Medien greifen Zweifel am 11.9. auf

27. November 2006|Außenpolitik|0 Comments

„Loose Change“: Etablierte US-Medien greifen Zweifel am 11.9. auf

 

In den USA machen sich die Zweifel an der offiziellen Version des 11.9.2001 mittlerweile nicht nur in der etablierten akademischen Welt breit, wie beispielsweise bei dem Physik-Professor Stephen E. Jones von der ehrwürdigen Brigham Young University, nein auch die Mainstream-Medien haben es nun kapiert – und was für welche: Ausgerechnet ein Ableger des Bush-nahen TV-Networks Fox, Fox 40, brachte einen ausführlichen und wohlwollenden Bericht über einen kritischen Dokumentarfilm zum 11.9.2001.

Am Ende des Beitrags ruft der Reporter ganz entspannt zum Kauf der Doku „Loose Change“ (deutsch etwa: „beginnender Wandel“) auf. Zweieinhalb Jahre, nachdem der WDR seinen eigenen Film zum 11.9.2001 wegsperrte und Autoren, die die erste kritische Dokumentation zu diesem Thema in einem großen TV-Sender weltweit gedreht hatten, nicht mehr beschäftigen wollte, wird das Thema nun in den USA selbst aufgegriffen.

Die Dokumentation „Loose Change“ (www.loosechange911.com – irgendwie merkwürdig: Da kommt die Webseite nicht mehr … 13.12.05) behandelt alle Fragen, die Willy Brunner und ich schon vor zweieinhalb Jahren in unserem zensierten WDR-Film „Aktenzeichen 11.9. ungelöst“ und in den Büchern „Operation 9/11“ und „Mythos 9/11“ aufgegriffen hatten. Und ausgerechnet der angeblich kritische WDR muß sich jetzt von einem Sender wie Fox vormachen lassen, wie man sachlich, unvoreingenommen, ja sogar wohlwollend mit diesem Thema umgehen kann. Der Kniefall des WDR gegenüber politischem Druck aus dubiosen Quellen wird mit jedem Tag, mit dem das Thema mehr an die Öffentlichkeit kommt, immer peinlicher. Wahrscheinlich bringt es das Management dieses Senders fertig, irgendwann eine andere Dokumentation zu diesem Thema einzukaufen, statt die eigene aus dem Giftschrank zu holen, die schließlich von den Gebührenzahlern bezahlt wurde. Angesichts dieser Inkompetenz fehlen einem wirklich die Worte.

Fragen Sie hier den WDR, wann er endlich den Film „Aktenzeichen 11.9. ungelöst“ wieder zeigt, der von IHNEN mitbezahlt wurde, bevor das Thema noch von der BILD-Zeitung aufgegriffen wird. Setzen Sie sich dafür ein, daß die peinliche und verfassungswidrige Zensur des WDR endlich ein Ende hat.

Gerhard Wisnewski
20. April 2006

Die Wahl von Evo Morales zum neuen Präsidenten Boliviens – ein Grund zur Freude?

20. April 2006|Außenpolitik|Kommentare deaktiviert für Die Wahl von Evo Morales zum neuen Präsidenten Boliviens – ein Grund zur Freude?

Endlich ein Indio an der Spitze Boliviens, der erste in der 180-jährigen Geschichte eines Staates, dessen 9 Millionen-Bevölkerung zu ca. 65% aus Indios besteht.

Diese Tatsache allein reicht etlichen Zeitgenossen aus, um Morales´ Wahl zu begrüßen.

Weitere positive Anzeichen lassen sich erkennen:

  • der größte Rückhalt eines Präsidenten in der Bevölkerung seit der Wiedereinführung der Demokratie Anfang der 80er Jahre;
  • Morales´ Ankündigung, den Koka-Anbau zu legalisieren und sich nicht weiter dem US-amerikanischen Diktat zur Ausrottung der Kokapflanze zu unterwerfen;
  • Morales´ Versprechen, nicht nur sein eigenes Gehalt und die Gehälter seines Kabinetts zu halbieren, sondern auch auf eine Reduzierung der Diäten aller Parlamentarier hinzuwirken;
  • Morales´ Versprechen, Korruption und Bürokratie zu bekämpfen.

Grund zur Hoffnung also für den ärmsten Staat Südamerikas?

Mitnichten!

Morales ist als Chef seiner Partei MAS (Movimiento al Socialismo, zu dt.: Bewegung zum Sozialismus) nicht nur auf dem Papier Sozialist, sondern läßt auch praktisch keinen Zweifel an seiner Weltanschauung aufkommen. Seine ersten Auslandsreisen führten ihn zu Fidel Castro auf Kuba und Hugo Chavéz nach Venezuela, zwei der ärgsten Diktatoren des Kontinents. Mit beiden, so Morales, vereine ihn der Kampf gegen den US-Imperialismus und den Neoliberalismus. Als seine Idole nennt Morales neben Castro auch Che Guevara, ein noch heute weltweit verehrter Rebell, der (mal unterstellt) Gutes wollte, aber nur Schlechtes schuf und somit schlicht als Verbrecher zu bezeichnen ist.

So soll mit der geplanten Verdreifachung (!) des Mindestlohnes in Bolivien auf 1.500 Bolivianos (US-$ 187,50) wahrscheinlich auch Gutes bezweckt werden, in der Realität wird es allerdings verheerende Auswirkungen haben und etwa zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit führen.

Man frägt sich, wie sich heutzutage überhaupt noch jemand als Sozialist bezeichnen kann. Die praktische Bankrotterklärung jeglicher sozialistischer Systeme weltweit scheint in Südamerika nicht wahrgenommen worden zu sein.

Zur Renaissance des Sozialismus in Lateinamerika

Neben Morales, Castro und Chavéz haben sich in den letzten Jahren noch andere südamerikanische Staaten in Richtung Linkssozialismus bewegt. Der uruguayische Präsident Tabaré Vázquez ebenso wie der argentinische Präsident Néstor Kirchner, der sich die Schulden beim IWF von Chavéz zahlen ließ. Zusammen mit dem brasilianischen Gewerkschaftsführer Lula stimmten diese für die Aufnahme Venezuelas in die geplante Freihandelszone Mercosur, der damit wohl endgültig der Todesstoß versetzt wurde. Selbst im stabilen und prosperierenden Chile wurde jüngst mit Michelle Bachelet eine Linkssozialistin zur Präsidentin gewählt.

Die Nicht-Diskreditierung des Sozialismus in Lateinamerika mag einen Sonderfall darstellen und auf folgenden Faktoren beruhen:

  • der ungebrochene Ruhm etlicher Sozialisten wie Castro, Guevara und aktuell Chavéz, der sich Sympathien dank seiner Petrodollars schlicht erkauft.
  • Der Sozialismus stellt in Lateinamerika den Gegenpol zum einerseits verhaßten, andererseits beneideten US-amerikanischen System dar. Während auf politischer Ebene meist contra USA argumentiert wird, sehen es viele Lateinamerikaner selbst eher pragmatisch und würden liebend gern dorthin auswandern.
  • Als Alternative zum Sozialismus gilt in ganz Lateinamerika der verpönte Neoliberalismus. Darunter wurden meist einige liberale Reformen verstanden, die in ansonsten instabilen, korrupten oder „staatskapitalistischen“ Regimen ausprobiert wurden und deshalb scheiterten. In den seltenen Fällen, in denen eine Liberalisierung der Politik auf stabile, weniger interventionistische und langfristig angelegte Rahmenbedingungen traf, prosperierten auch diese Länder, zumindest relativ zu den anderen, wie Costa Rica und Chile aufzeigen.
  • Der von manchen gegen eine mehr marktwirtschaftlich orientierte Politik gemachte Einwand, daß die Mentalität der lateinamerikanischen Bevölkerung nicht mit der der Asiaten zu vergleichen sei, wird durch die Tatsache widerlegt, daß laut Roland Baader die 700.000 Exilkubaner in den USA ein höheres Sozialprodukt erwirtschaften als die 12 Millionen Gefangenen der „Fidel-Insel“.

Szenarien für Bolivien:

Folgende Szenarien sind für die Zukunft Boliviens denkbar:

1. Á la Lula

Morales wendet sich ab vom militanten Sozialismus eines Castro oder Chavéz und hin zu einem soften, sozialdemokratisch-pragmatischen Regierungsstil nach Art des brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva.

Folge: Stagnation, evt. leichte Verbesserung der Lebensbedingungen.

2. Diktatur

Durch den angekündigten „Hardcore“-Sozialismus, Verstaatlichung (z.B. der im östlichen Tiefland liegenden Gasvorkommen, den zweitgrößten Südamerikas) und Interventionismus wird die wirtschaftliche Lage schlechter, die Unzufriedenheit wächst und die Masse sucht sich eine „starke Hand“, da es vermeintlich keine Alternative gibt.

Zwei Unterarten erscheinen dabei wahrscheinlich:

1.1. Diktatur à la Castro

Das diktatorische System erhält sich dank eines starken Propaganda-Apparates, Hilfe von sozialistischen Bruderländern und der historisch zu nennenden Leidensfähigkeit der Bolivianer.

1.2. Diktatur à la Chavéz

Dank reicher Einnahmen aus dem Gasgeschäft kann die Diktatur sich die Zustimmung der Bevölkerung via Sozialleistungen erkaufen.

3. Sezession Ostboliviens

Der Osten Boliviens mit dem vergleichsweise prosperierenden Zentrum Santa Cruz verfügt über die separatistische Bewegung der „Nación Camba“, die bereits wiederholt mit Sezession drohte, sollte mit der Verstaatlichung der im Osten liegenden Gasvorkommen Ernst gemacht werden. Die Sezession könnte gelingen, da aufgrund der kaum vorhandenen militärischen Schlagkraft Restboliviens, der Distanz zum politischen Zentrum La Paz und der mangelnden Infrastruktur kaum mit größerer militärischer Gegenwehr zu rechnen ist. Hinzu kommt, daß der historische Rivale Chile Interesse an einer Schwächung Boliviens und die USA Interesse an einer Schwächung eines sozialistischen Regimes haben könnten. Dazu kommen die wirtschaftliche Interessen der Nachbarn Brasilien und Argentinien, die sich von den großen Gasvorkommen eine größere Unabhängigkeit im Energiesektor versprechen.

Der weitgehend im Tiefland liegende Osten Boliviens könnte dank Gas und wirtschaftsfreundlicher Politik und trotz Binnenlage zu einem Leuchtturm des Liberalismus und des Wohlstandes werden.

Bernhard Storhas
(bernardox@hotmail.com)

Bernhard Storhas, Jg. 1976, studierte Politikwissenschaft, Europarecht und Wirtschaftsgeographie an der LMU München, verbrachte seinen Zivildienst in Bolivien und schrieb seine Magisterarbeit zum Thema Sezession (www.freiheitsfabrik.de/sezession.pdf)

24. Februar 2006

Lieber Präsident Bush,

24. Februar 2006|Außenpolitik|Kommentare deaktiviert für Lieber Präsident Bush,

auf diesem Wege möchte ich Ihnen mal ganz herzlich dafür danken, daß Sie so viel tun, um das Volk zu lehren, Gottes Gesetze zu achten. Ich durfte bereits viel von Ihnen lernen und verstehe nun auch, warum Sie den Vorschlag unterstützen, einen Zusatz zu unserer Verfassung zu erlassen, der gleichgeschlechtliche Ehen verbietet. Wie Sie schon ausführten: „In den Augen Gottes basiert eine Ehe auf der Verbindung von Mann und Frau“. Ich versuche, dieses Wissen bestmöglich unter die Leute zu bringen. So erinnere ich z.B. Jeden, der einen homosexuellen Lebensstil verteidigt, daran, daß wir bei Levitikus 18, Vers 22, sonnenklar lesen können, daß dies schlicht eine Scheußlichkeit darstellt. Basta.

Ich bräuchte aber ein paar Hinweise von Ihnen, wie es sich mit einigen anderen Teilen der göttlichen Gesetze verhält, und wie man ihnen folgen sollte:

  1. Bei Levitikus 25:44 steht, daß ich sowohl männliche als auch weibliche Sklaven besitzen darf, vorausgesetzt, sie kommen aus einem Nachbarstaat. Ein Freund von mir behauptet, daß dies für Mexikaner gälte, nicht jedoch für Kanadier. Können Sie diese Frage klären? Warum kann ich keine Kanadier besitzen?
  2. Ich würde gerne meine Tochter als Sklavin verkaufen, wie dies in Exodus 21:7 gestattet ist. Wie würden Sie nach heutiger Marktlage den Preis beurteilen, den ich für sie erzielen könnte?
  3. Ich weiß, wenn ich einen Bullen auf dem Altar opfere, dann ergibt das einen gottgefälligen Duft (Levitikus 1:9). Das Problem sind nur meine Nachbarn; sie behaupten, daß ihnen dieser Geruch überhaupt nicht paßt. Sollte ich sie verhauen?
  4. Ich habe einen Nachbarn, der ständig während des Sabbats arbeitet. Nun steht aber bei Exodus 35:2 klar und deutlich, daß er dafür mit dem Tode bestraft werden sollte. Bin ich nun moralisch verpflichtet, ihn selbst zu töten oder sollte ich die Polizei bitten, dies zu erledigen?
  5. Ein Freund von mir ist der Meinung, daß das Essen von Schalentieren zwar nach Levitikus 11:10 eine Sünde darstellt, dies aber weniger scheußlich sei als Homosexualität. Ich sehe das nicht so, wäre aber für Ihre Meinung dankbar. Gibt es unterschiedliche Sünden“grade“?
  6. Bei Levitikus 21:20 steht, daß ich mich dem Altar Gottes nicht nähern soll, wenn ich ein Augenleiden habe. Nun muß ich gestehen, daß ich eine Lesebrille trage. Muß ich wirklich eine Sehkraft von 100 % haben, oder gibt es dafür Spielräume?
  7. Die meisten meiner männlichen Freunde lassen ihr Haar schneiden, sogar das an den Schläfen, obwohl dies ausdrücklich in Levitikus 19:27 verboten ist.
    Auf welche Weise sollten die sterben?
  8. Levitikus 11:6-8 lehrt, daß die Berührung der Haut eines toten Schweines mich unrein macht. Darf ich trotzdem Football spielen, wenn ich Handschuhe trage?
  9. Mein Onkel besitzt eine Farm. Er verletzt Levitikus 19:19, indem er zwei verschiedene Samen auf demselben Feld aussät. Außerdem verletzt auch seine Frau dieses Gesetz, indem sie Kleider trägt, die aus unterschiedlichen Garnen (Baumwolle mit Polyester) bestehen. Außerdem flucht er und macht sich damit der Blasphemie schuldig. Ist es wirklich notwendig, daß wir uns der Mühe unterziehen, die ganze Stadt zusammenzutrommeln, um ihn zu steinigen, wie dies Levitikus 24:10-16 vorschreibt? Könnten wir die beiden nicht bei einer kleinen privaten Familienfeier verbrennen, so wie die Leute, die mit Verwandten schlafen (Levitikus 20:14)?

Mir ist bekannt, daß Sie alle diese Dinge ausführlich studiert haben und aus diesem Grunde als Experte anzusehen sind. Deshalb hoffe ich inständig auf Ihre Hilfe.

Ganz lieben Dank dafür, daß Sie uns ständig daran erinnern, daß Gottes Wort ewig und unabänderlich ist.

Übersetzung aus dem Englischen:
Hans-Wolff Graf
15. Dezember 2002

USA – Der Anfang vom Ende

15. Dezember 2002|Außenpolitik, zeitreport online|Kommentare deaktiviert für USA – Der Anfang vom Ende

Persönliche Erklärung des Autors:

Als ich im Schuljahr 1968/69 mit dem AFS*)für ein Jahr nach Kalifornien ging, erlebte ich dort das für mich wahrscheinlich wichtigste und in der Summe auch prägendste Jahr meines Lebens. Noch aus dieser Zeit rühren einige der für mich wertvollsten Freundschaften, die bis heute Bestand haben. Speziell meine Freunde in Kalifornien, Ohio, Texas und 11 weiteren Bundesstaaten bitte ich innig um Verständnis dafür, wenn der nebenstehende Artikel in vielen Bereichen sehr summarisch und bisweilen sogar undifferenziert ausfällt – ein unvermeidbarer Tribut an die Lesebereitschaft derer, für die dieser Artikel gedacht ist und geschrieben wurde. Die menschlichen Werte meiner amerikanischen Freunde, ihre Wärme und Liebe sind für mich unersetzlich.

*) American Field Service, die älteste Schüler-Austauschorganisation, nach dem I. Weltkrieg gegründet

Wer es wagt, im Jahr 2002 das Ende der (einzig verbliebenen) Weltmacht vorherzusagen, muß sich wohl gefallen lassen, für verrückt gehalten zu werden. Einverstanden.
Aber ähnlich muß es auch „Mahnern in der Wüste“ gegangen sein, die im Jahre 60 unserer Zeitrechnung das Ende Roms oder 1914 das Ende des British Empire vorhergesagt hätten.
Nun, im Jahr 1980 gab der DBSFS e.V. die Schrift „Visio 2020“ heraus, in der u.a. auch das Ende der Teilung Deutschlands und der Zusammenbruch des Sozialismus` vorhergesagt wurden. Beides geschah schneller als dies die überwiegende Mehrheit der Politiker und Medien zu träumen gewagt hätten.

Die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) bedecken eine Fläche von knapp 9,8 Millionen km² und zählen, illegale Einwanderer außer Acht gelassen, 270,5 Millionen Einwohner. Dies entspricht weniger als 30 Einwohnern pro km², was im Vergleich zu sämtlichen anderen Industrienationen jede Menge an Raum bietet (zum Vergleich: Deutschland hat etwa 230 Einwohner pro km², Belgien gar 334). Mit einem Bruttosozialprodukt von knapp 29.000 US-$ pro Kopf liegen die USA hinter Luxemburg, der Schweiz, Dänemark, Japan, Norwegen und Singapur auf Platz 7. Was die Kindersterblichkeit (unter 0,7 %), Säuglingssterblichkeit (unter 0,6 %) und die Analphabetenrate (unter 5 %) angeht, nehmen die USA jeweils einen der besten Plätze weltweit ein. Der Dienstleistungsstand der Gesellschaft (ca. 74 %), eine Arbeitslosenquote von unter 5 % und eine Inflationsrate von knapp 2,4 % lassen wenige Probleme vermuten. Weltweit gelten die USA neben der Schweiz als Musterknaben der Demokratie.

Doch schon auf den zweiten Blick enthüllen sich Schwachstellen eines Systems, die Bedenken aufkommen lassen:

  • Die USA leben (und dies seit Jahren) über ihre Verhältnisse. So zeigt sich die Export-/Importquote der USA seit rund 15 Jahren bedenklich negativ – relativ konstant bei etwa 70 %; d.h. einer Milliarde an importierten Gütern stehen jeweils nur 700 Millionen an Export gegenüber. Wohl nicht zuletzt deshalb sind veritable Daten über die konkrete Auslandsverschuldung der USA ein wohlgehütetes Staatsgeheimnis. Diesem Manko begegnen die USA regelmäßig mit dem Hinweis darauf, daß der weltweite Devisenimport durchschnittlich fast 60 % (1970 bis 2000) über dem Abfluß US-inländischer Devisen liegt. Die USA gelten eben, so der unverhohlen stolze Tenor, als sicherer Hafen für ausländische Devisen. Daß diese „Brücke“ aber nicht unendlich haltbar ist, wird nunmehr immer deutlicher; allein im ersten Halbjahr 2002 flossen – erstmals seit hierüber Buch geführt wird – rund 40 % mehr Devisen aus den USA als umgekehrt in die Vereinigten Staaten. Speziell nach dem inzwischen weltweit registrierten Platzen der amerikanischen Börsenblase steigt diese Tendenz sogar noch (hierzu später mehr);
  • Der durchschnittliche US-Amerikaner ist kein Sparer, sondern hochverschuldet. Während der durchschnittliche Bundesbürger rund € 6.000 an Liquidität hält (ängstlicherweise vornehmlich auf Girokonten oder als Monatsgeld) und über ein Ø-Vermögen (ohne Immobilien) von etwa € 45.000 verfügt, eine Sparquote von 8,2 % aufweist und sich einer staatlichen Altersversorgung von
    durchschnittlich 53 % seines heutigen Bruttolohns erfreuen kann, hat der durchschnittliche US-Amerikaner Schulden von mehr als 12.000 US-$[1]), seine noch zum Jahresanfang 2001 in Börsenwerten investierten 40.000 US-$ sind heute nur noch knapp 15.000 US-$ wert, und die staatlicherseits garantierten Renten liegen bei weniger als 15 % pro Kopf der Bevölkerung. Auch bezüglich der betrieblichen Altersversorgung liegen die US-Amerikaner im Vergleich mit europäischen Ländern hoffnungslos abgeschlagen; etwa 40 % aller Arbeitnehmer haben überhaupt keine betriebliche Altersversorgung, und wie schnell selbst eine vertraglich vereinbarte Betriebsrente (etwa 35 % bestehen in Aktien und/oder aktienähnlichen Rechten und Firmenvermögen) an Wert verlieren oder völlig wertlos werden können, zeigen die letzten Monate nur allzu deutlich;
  • Die US-Wirtschaft hinkt. Abgesehen von einem (immer noch) boomenden Tourismus, der etwa 7 % des Bruttoinlandproduktes ausmacht, ist die amerikanische Wirtschaft stark technologielastig. Dies betrifft vor allem die Fabrikation und den Export von Maschinen und Ausrüstungsgütern (knapp 50 %), wohinter sich aber die weltweit größte Kriegswaffen- und dieser verwandte Logistik- und Technikproduktion verbirgt. Nicht zuletzt deshalb sind die USA auf die Einfuhr von Konsumgütern und Nahrungsmitteln im Wert von etwa 40 Milliarden US-$ angewiesen – Waren, die hauptsächlich aus Kanada und Mexiko (NAFTA) sowie Lateinamerika importiert werden.

Der US-amerikanische Autismus

Die oben genannten Zahlen müssen, für sich genommen, noch nicht unbedingt Besorgnis erregen. Immerhin zahlt man in 48 Ländern/Staaten sowie 8 Pazifik- und Karibikinseln, die als „unincorporated territories“ der USA gelten, in US-Dollars oder fest an den US-Dollar gebundenen sonstigen Dollars. Dazu kommt eine einheitliche, dem Englischen stark verwandte Sprache und ein buntes Gemisch von Rassen und Nationalitäten, die eigentlich beste Voraussetzungen für ungehindertes Wachstum, interkulturelle Lebensart, freie Entwicklungschancen für jedermann und einen größtmöglichen Liberalismus böten.
Doch dem ist nicht so. Wer die Vereinigten Staaten – nicht nur die vielbesuchten Metropolen von New York bis Los Angeles – kennt, weiß um das egozentrische, erschreckend simplifizierte Weltbild der USA; in keinem Industrieland ist die Spanne zwischen arm und reich auch nur annähernd so gewaltig wie in den USA; kein Industrieland kann sich mit der Kriminalitäts-, vor allem der Mordrate in den USA messen; Slums, wie es sie in jeder der zehn Millionenstädte und weiteren 20 Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern gibt, sucht man in sämtlichen anderen Industrienationen vergeblich; in US-Gefängnissen sitzen mehr MitbürgerInnen ein als in sämtlichen anderen Industrienationen zusammen, und nach offiziellen Zahlen von Amnesty International führen die USA auch weltweit die „Hitliste“ von Hinrichtungen an – ausgenommen China, was gerade auf dem Sprung vom Schwellen- zum Industrieland ist; wiewohl den etwa 195 Millionen Weißen (74 % der Bevölkerung) nur 35 Millionen Schwarze (13 %) und 27 Millionen Hispanics (10 %) gegenüberstehen, liegt der Anteil der Nicht-Weißen wegen krimineller Delikte einsitzenden US-BügerInnen bei über 35 %. Gerade diese „coloured people“ bilden aber den Kern der unterprivilegierten Masse in sämtlichen Großstädten. Diese Unterprivilegiertheit hat eine lange Geschichte und straft das gern gezeichnete Bild des toleranten, weltoffenen Amerika Lügen. Zwar ehrt man noch heute die Heroen der amerikanischen Verfassung, geht man diesen Sagen jedoch etwas mehr auf den Grund, so fördert man Erstaunliches zu Tage. Die USA rühmen sich, die beste Verfassung der Welt zu haben und verweisen auf Thomas Jefferson`s Worte im Jahre 1776 zur Unabhängigkeitserklärung: All men are created equal.“  Die Realität sieht jedoch etwas anders aus: Eben jener Jefferson, dritter Präsident der USA, war Großgrundbesitzer in Virginia und ließ auch nach der Unabhängigkeitserklärung völlig rechtlose „Nigger“ auf seinen Plantagen schuften. Sie waren eben nicht gleich, vielmehr durften sie ausgepeitscht und verkauft werden. Nicht anders verhielt sich der glorifizierte George Washington, erster Präsident der USA, dem wir auch den Begriff vom „Recht jeden Individuums auf Glück“ („pursuit of happiness“) verdanken; trotz dieser Glück verheißenden Garantien der Verfassung hielt die Brutalität der Sklaverei in den Südstaaten noch fast ein Jahrhundert an, und hinzu kam der fortgesetzte Völkermord an den Ureinwohnern. Weder bei den Indianern noch bei den Sklaven aus afrikanischen und karibischen Ländern haben sich die US-Amerikaner bis heute entschuldigt. Vielmehr wird, was viele US-Amerikaner weißer Hautfarbe bis heute nicht wissen, an in Ghettos gehaltene Indianer eine Art staatliche Rente als stillschweigende Entschuldigung geleistet. Diese Rente wird für die nächste Generation jeweils halbiert weitergezahlt.
Millionen von Arbeitern, vor allem nicht-weißer Hautfarbe, wird nach wie vor der gesetzliche Mindestlohn vorenthalten, für den im übrigen kaum ein Westeuropäer arbeiten würde. Hierin ist auch der Grund zu sehen, warum der durchschnittliche Amerikaner 2,25 Jobs hält – mehr als doppelt soviel wie der durchschnittliche Deutsche. Das US-amerikanische Glücks- und Demokratieversprechen steht der anhaltenden Mißachtung verfassungsmäßiger Rechte in bisweilen grotesker Weise entgegen.  So werden – besonders aktuell mit den Geschehnissen vom 11.09.2001 begründet – unliebsame Ausländer nach der Verhaftung in andere Länder transportiert, um die vermeintlichen Feinde der USA dort verhören zu lassen (in den USA wird doch nicht gefoltert!), nach deren „Geständnissen“ werden sie dann in die USA zurück-überführt und eben dort auch verurteilt. Daneben wird unter juristischen Militärstatus gestellt, wer als Saboteur, Deserteur oder in sonstiger Art gegen die innere Sicherheit der USA agiert – mit der Folge, daß ihm juristische Elementarrechte (Anhörungsrecht, Recht auf einen Anwalt seiner Wahl, Einsicht in die Anklageschrift etc.) verweigert werden.
Zur „Geheimsache“ wird flugs erklärt, was keine mediale Erwähnung erfahren soll. Hierbei bedienen sich die USA eines weltweiten „Informations“-(vulgo: Spionage-)Netzes, welches US-intern von elf Geheimdiensten emsig verdichtet wird – unter der „Leitung“[2] der Central Intelligence Agency (CIA).  Für die polizeiliche Arbeit zeichnet national das FBI verantwortlich, und US-extern obliegt die „Oberaufsicht“ der National Security Agency (NSA), dem wohl mächtigsten US-Geheimdienst, der so geheim ist, daß die Bevölkerung der USA erst 1993 überhaupt davon erfuhr; da war der Verein aber bereits fast 35 Jahre alt!
Diese Geheimdienste überwachen nun – US-intern wie -extern den gesamten Informationentransfer (ECHELON, siehe zeitreport 126/2001), Wissenschaft und Forschung, Bibliotheken und Verlage, die Reisetätigkeiten der höchst mobilen US-Amerikaner[3], Steuervergehen[4], die Ein- und Ausfuhr von (Militär-)technischen Waren, die Kontrolle der US-amerikanischen Embargos gegenüber „feindlichen“ oder widerspenstigen Staaten (die man problemlos dann eben über „befreundete Staaten abwickelt), die Aufklärung und Überwachung nicht-systemkonform denkender US-Bürger, nicht-christlicher oder -jüdischer Religionsvereinigungen und Sekten u.v.m.. Speziell der rasant wachsende Internet-Verkehr zieht die Neugier der Schnüffelgarde magisch an – offiziell natürlich nur, um die USA gegen Staatsfeinde, Pädophile und die Verbreitung pornographischer Inhalte zu verteidigen. Daneben loten diese Geheimdienste aber auch die Bereitschaft ausländischer Politiker, Diplomaten und Wirtschaftsführer aus, sich gegen Bares in den Dienst des amerikanischen Freiheitsgedankens zu stellen. Die Chronik der US-Einflußnahme auf Diktatoren und System-Provokateure nicht freundlich gesonnener Staaten füllt Bände. Dabei schrecken die Gralshüter der „Wahrheit“ und eines „gottesfürchtigen Lebenswandels“ weder vor der Zusammenarbeit mit Kriminellen aller Couleur, Waffen- und Drogenhändlern, noch vor der Kombattanz mit jegliche Menschenrechte mit Füßen tretenden Staatschefs oder Terrororganisationen zurück. Es muß nur heimlich geschehen und offiziell den Zielen der USA, selbst ernannten Garanten weltweiten Friedens und US-Interessen dienender Überzeugungstäter entsprechen. Geradezu empört reagieren die USA, wenn in internationale Abkommen (z.B. zur Sicherung der Rechte Gefangener, die Anklage von Kriegsverbrechern, die Anti-Folter-Konvention, die Überprüfung der Produktion von biologischen und chemischen Kampfstoffen u.ä.) auch die USA mit einbezogen werden. Was erdreistet sich irgendein anderes Land, den USA in die Karten schauen zu wollen, brave und ausschließlich im Dienste ihres Landes, gottesfürchtig und gesetzestreu agierende US-Bürger überprüfen zu wollen! Einzig den USA ist vorbehalten, darüber zu richten, welches Land falsch regiert wird, wer zur Armada des Bösen zu zählen, zu bestrafen, zu bekämpfen und zu bekehren ist.
Erinnert werden darf in diesem Zusammenhang an die Worte Theodore Roosevelts, der dafür die bedenkliche Formulierung prägte: „Sprich freundlich, aber vergiß den Knüppel nicht!“ Dies galt beileibe nicht nur für den US-amerikanischen „Hinterhof“, Lateinamerika, in dem die USA bereits seit Mitte des 18. Jahrhunderts (natürlich nur zum Schutze der „American Fruit Company“) mit harter Hand, militärischer Omnipräsenz und mittels ihrer Geheimdienste nach Belieben und völlig unbedenklich intervenierten und ihnen genehme Diktatoren einsetzten und finanzierten – dank ihrer technischen Überlegenheit und mit der Entschuldigung, dort ihre Handelsstützpunkte verteidigen und sichern zu müssen. Auch der spätere Präsident Franklin D. Roosevelt verewigte sich mit einer reichlich menschenverachtenden Bemerkung in der Ana der Weltgeschichte: Im Hinblick auf die US-amerikanische Unterstützung des nicaraguanischen Diktators Somoza meinte er spitzbübig: „Er mag ein Hurensohn sein, aber er ist unser Hurensohn.“
Ohne (unangebrachte) europäische Arroganz darf konstatiert werden, daß die US-Amerikaner – unabhängig von der Hautfarbe einerseits und dem Stand in der nach außen scheinbar offenen, in Wahrheit jedoch höchst hierarchisch gegliederten Gesellschaft andererseits – „ihr“ Amerika verblüffend naiv im Zentrum des Weltgeschehens sehen. Kaum ein US-Bürger ist auch nur grob darüber informiert, was im Rest der Welt geschieht, welche Probleme die übrigen 5,9 Milliarden Menschen gewärtigen und was nachgerade der US-amerikanische Imperialismus damit zu tun hat. Solange man den US-Amerikanern ihre Helden beläßt, ihre Religionsfreiheit und das Recht auf Waffenbesitz nicht einschränkt, so lange wähnen sie sich in „God`s own country“. Notfalls strickt sich der „gute“ und gottesfürchtige US-Amerikaner seine Legenden selbst und überhöht das Bild der „Vereinigten Staaten von Amerika“ bis zur Abstrusität. Dazu bedient er sich beliebiger Analogien aus den Epen archaischer Zeit. So kann man in Washington D.C. im Fresko der Kuppel des Capitols die „Himmelfahrt“ George Washingtons bestaunen, der von zarten Jungfrauen in die himmlische Unsterblichkeit geleitet wird – ohne auch nur einen seiner mehr als 300 schwarzen Sklaven. Jede militärische Aktion, Waffen(systeme) und der Glorie der USA huldigende Paraden der weltweit agierenden fundamentalistischen Staatsmacht USA wird von „christlichen“ Feldpredigern gesegnet, und in keinem anderen Land der zivilisierten Welt liegt brutaler Staatsterrorismus – nach dem alttestamentarischen „Auge um Auge, Zahn um Zahn“-Prinzip – dem ansonsten faszinierenden humanitären Engagement des durchschnittlichen Amerikaners so nahe, wie eben in den USA. Dem liegt ein nach europäischem Verständnis grotesker Gegensatz zugrunde: Die Bürger der USA lehnen staatliche Einmischung in ihre privaten Bereiche kategorisch ab, und solange sich das staatliche System daran hält, duldet der Bürger nahezu alles, was sich die politische Führungskaste international an Rechten anmaßt oder national an Spielchen und Schweinereien treibt. Der Amerikaner legt als Kind vor dem Unterrichtsbeginn, später, als älteres “Kind“ vor Sport- und Kinoveranstaltungen, Oskarverleihungen und anderen Spektakeln brav die rechte Hand ans Herz und summt/singt die US-Hymne mit. Kaum ein US-Amerikaner ist darüber informiert, welche Diktatoren in Lateinamerika, Asien und vielen Ländern Afrikas mit Abermilliarden amerikanischer Steuergelder, amerikanischen Waffen und Soldaten unterstützt, finanziert und im Amt gehalten werden. Daß die USA heute in über 80 Staaten der Erde militärische Stützpunkte, als Handelszentren getarnte und unter Observation der Geheimdienste stehende Spionagebasen unterhalten, ihnen genehme Regime entweder stützen oder stürzen und sich dabei weder um internationale Abkommen, noch die ehedem von ihnen mitinitiierten Menschenrechte auch nur im mindesten scheren, weiß kaum ein US-Amerikaner. Weder liest oder hört er davon in den US-amerikanischen Medien, noch wird darüber in Schulen oder im Elternhaus diskutiert. Erst wenn ein Krieg zu viele US-amerikanische Leben kostet – Korea, Vietnam, Somalia -, regt sich binnenamerikanischer Widerstand.

„An der Nahtstelle von Wirtschaft und Politik ist es völlig normal, sich auf Kosten anderer auszubreiten – mit immer neuen Intrigen und Spielchen!“."

Milton Friedman

Die verhaßte Staatsmacht

Nichts haßt der US-Amerikaner traditionell mehr, als staatliche Eingriffe in sein Leben. Nirgendwo sonst in der Welt werden so viele Polizisten vom Motorrad geschossen, verachtet oder verprügelt wie in den USA.[5] Es spricht Bände, wenn in Hollywood-Streifen die Stimmung in Polizeistrukturen als geradezu zynisch und menschenverachtend dargestellt wird, Polizeifahrzeuge – generell anscheinend von Vollidioten gesteuert – massenweise zu Schrott gefahren und damit die Staatsmacht genüßlich verlächerlicht wird. Es sind immer die einsamen (guten) „Cops“, die sich – unter Umgehung des offiziellen polizeilichen Regelwerks – als Retter der Menschheit entpuppen.
Nirgendwo geht die Staatsmacht – FBI, Verkehrspolizei oder IRS-Beamte – so rücksichtslos und demütigend mit Verdächtigen um, wie dies nicht nur in billigen Hollywood-Orgien, sondern auch in der Realität geschieht. Die dem Bürger weniger nahe Beamtenschaft – Mitglieder der vier Streitkräfte des Militärs – genießen hingegen höchstes Ansehen; eine unehrenhafte Entlassung (dishonorable discharge) gleicht einem lebenslangen Platzverweis.
Der US-Bürger traut den Vertretern der Staatsgewalt „less than a dime[6]. Selbst durchaus positiv besetzte Pläne der Regierung – Beschränkung der Mieten, Einführung von Mindeststandards für ein Gesundheitssystem – finden in der Bevölkerung keinen Anklang; sie verzichten darauf und bestehen auf ihrerindividuellen Wahlfreiheit. Diese Erfahrung mußte auch der frühere Präsident Bill Clinton machen.

Das in Europa gültige Bild von den USA als einheitlichem Staatskörper, der „wie ein Mann“ hinter dem Präsidenten steht, ist völlig falsch. Im Grunde genommen rührt den US-Normalbürger kaum, was der ohnehin von weniger als einem Viertel der Wahlberechtigten gewählte Präsident sagt oder tut. Das Gros der US-Amerikaner schert sich einen Teufel um die funktionale Staatsmacht. Er haßt staatliche Einmischung und sucht lieber das weltweit als Erfindung der USA gepriesene „persönliche Glück“. Er will „sein Ding“ tun, seine Familie in Ehre und Anstand, im Kreise seiner Familie und der Nachbarschaft  selbst großziehen und mit der Staatsgewalt möglichst weder in Kontakt noch in Konflikt kommen, bzw. von dieser unbehelligt bleiben. Die europäische Auffassung, bei den USA handele es sich um „ein Volk, einen Staat und einen Führer“, ist eine von europäischer Tradition verbrämte Mär.
US-amerikanische Touristen sind regelmäßig völlig erstaunt, bei ihren Reisen nach Europa auf eine sehr kritische Haltung gegenüber den USA zu stoßen. Sie können auch nicht verstehen, daß wir Europäer ihre kindlich-naive Einstellung belächeln oder herabwürdigen. US-Amerikaner sind einfach von Kindesbeinen an daran gewöhnt, im angeblichen „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ zwischen Micky Mouse und McDonalds, dem glitzernden Heroismus made in Hollywood und in der Dominanz von vier Jahreszeiten (football, baseball, basketball und icehockey) zu leben. Die Tatsache, daß sich das amerikanische Englisch in rasantem Tempo zu einem nicht mehr national zuordenbarem „Esperanto“ entwickelt, in das sprachliche Einflüsse aus aller Herren Länder sowie sprachverkürzende Symbole (U2, 4 me 2, etc.) mehr und mehr zu einem linguistischen Kauderwelsch auf infantilstem Niveau verdichten, akzeptieren die Bürger der USA ohne Bedenken. Daß sich die USA internationalen Abkommen zum Schutz der Umwelt, der Beschränkung von Atom-, Chemie- und Biowaffen widersetzen, eigene Soldaten von der internationalen Ächtung von Kriegsverbrechen ausgeschlossen sehen wollen und auch künftig die Todesstrafe ebenso Bestand haben soll wie viele andere, allen internationalen Vereinbarungen Hohn sprechende Protektionismen im Wirtschafts- und Handelsrecht, interessiert den durchschnittlichen US-Bürger, so er überhaupt darüber Bescheid weiß, nicht im mindesten. „Whatever is good for America is also good for me“ [7] ist allseits akzeptiert und bleibt unwidersprochen.
Europäischer Kritizismus und der ganz gelegentlich in US-Medien aufscheinende Bürgerprotest in Europa ist den Amerikanern grundsätzlich fremd und verdächtig. Sie sehen die Europäer als Bremser glorioser weltweiter US-Politik. Amerikanische Medien haben hierfür den Begriff des europäischen „whimps“ („Weichei, Schlappschwanz“) geprägt. Die auch in den USA forcierte Sprachformel „Globalisierung“ bedeutet für den mit allem außerhalb der USA ablaufenden Weltgeschehen wenig vertrauten US-Bürger eigentlich nur eine segensreiche Internationalisierung der amerikanischen Wertegemeinschaft. Am US-Wesen soll die Welt ….! Moment, hatten wir das nicht schon mal?

Die USA – Erben des Britischen Empire

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts spielte das Königreich England in etwa die gleiche Rolle, die 300 Jahre später die USA einnehmen sollten. Nach den siegreichen Auseinandersetzungen mit Holländern, Spaniern und Franzosen sah sich England militärisch als stärkste Macht weltweit. Es war mit Handelsposten in Nord- und Südamerika, Indien (Gründung der „East India Company“ am 31.12.1600) und neun anderen asiatischen Ländern vertreten. Bezüglich Kultur und Technik stand England weit vor den kontinentalen Königreichen und Fürstentümern, die im Vorfeld des 30-jährigen Krieges mehr mit religiösen Auseinandersetzungen zwischen Rom-orientierten Katholiken und verschiedenen protestantischen Bewegungen (Hus, Zwingli, Calvin und Luther) beschäftigt waren; Italien, in dem immerhin die ersten Universitäten der Welt (neben Paris) als Erben der griechischen Akademien gegründet wurden, hatte seinen Platz als führende Handelsmacht Europas längst eingebüßt. Recht ähnlich den heutigen USA ging es damals England darum, sich weltweit die meistversprechenden Handelsplätze, die reichsten Bodenschätze und strategisch wichtige Standorte zu sichern. Aus Südamerika zogen sich die viktorianischen Heere schnell wieder zurück, um dafür im Gegenzug in Afrika und Asien freie Hand zu haben, insbesondere aber im Nahen Osten, wo sich bereits das Konfliktfeld zwischen Arabern (vor allem den palästinensischen) und Juden entwickelt hatte, die nach den damaligen Pogromen in Polen, der nördlichen Schwarzmeerküste, Rußland, Frankreich und den westrheinischen Gebieten einzuwandern begannen. Der größte Teil des Reichtums der britischen Krone stammt aus der Zeit von 1630 bis 1860. Australien diente als Abschiebestation für Häftlinge, und Indien, Teile Indonesiens und die ozeanischen Inseln als Lieferanten für Gewürze, Hölzer und Bodenschätze. Zudem stand die Hälfte des damals erforschten Afrika (vor allem dessen Süden und der gesamte Osten vom Suez-Kanal bis zum Sudan) unter britischer Herrschaft. Für viele eingefleischte und monarchietreue Engländer gab das Britische Empire Ende des 18. Jahrhunderts zu schnell, beinahe kampflos dem Unabhängigkeitsstreben der 13 Gründungsstaaten der Vereinigten Staaten von Amerika nach, lediglich der größte Teil Kanadas hörte noch auf britisches Geheiß.
Erst die Konflikte zwischen Muslimen und Hindus in Indien, die im Zuge der Unabhängigkeitsbewegung des indischen Subkontinents aufbrachen, die wachsenden Spannungen im teils französisch (Syrien, Libanon), teils englisch beherrschten Nahen Osten, die revoltierenden Stämme in Sri Lanka (damals Ceylon) und Südafrika sowie der aufbrechende Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken auf der irischen Insel ließen das britische Weltreich, in dem Ende des 19. Jahrhunderts „niemals die Sonne unterging“, sukzessive zusammenbrechen.
Ende des 19. Jahrhunderts mußten die Engländer den größten Teil ihrer chinesischen Besitzungen (mit Ausnahme Hongkongs) aufgeben. Der Burenkrieg (1900) war der Anfang vom Ende der britischen Herrschaft in Südafrika und Ägypten – vor allem die uneingeschränkte Passage durch den Suezkanal ging verloren –  und zwischen 1917 und 1948 durfte sich England dann endgültig auch von Indien und Pakistan (15./16. August 1947) verabschieden.

Das Britische Empire entstand im Schatten des in Hunderte von kleinen und kleinsten Fürstentümern zerrissenen Europa, vor allem aber der Kampf der sechs europäischen Großmächte. Es erlebte zwischen 1870 und 1900 eine phänomenale Ausweitung, verbuk dabei aber immer zwanghafter zu einem verkrusteten, arroganten, wandlungs- und anpassungsunfähigen System und lebt heute nur noch als kümmerlicher Schatten seiner ehemaligen weltweiten Größe vor sich hin.
Seit dem Eintritt der USA in den ersten Weltkrieg – auf dem Umweg über die Lusitania-Affäre[8]  -übernahmen diese sukzessive die ehedem britische Herrschaft und deren Ansprüche. Bis heute sind es aber zumeist die superreichen Familien Englands, Frankreichs und Hollands – größtenteils khasarische, also nicht-semitische Juden -, die das Wirtschaftsgeschehen in den USA bestimmen. Es sind diese europäischen Finanzoligarchen, die in Wahrheit hinter der amerikanischen Wirtschaft stehen – für die meisten US-Amerikaner völlig nebulöse Namen, die sich regelmäßig und höchst  klandestin in ominösen Zirkeln [Trilaterale, Bilderberger-Konferenz, Atlantische Brücke, Council on Foreign Relations (CFR) etwa 100 weiteren Bünden und Logen] treffen und untereinander absprechen.
Diesen Familien müssen die USA in ihrer naiven Spielfreude wie ein gigantischer Kindergarten vorkommen, in dem sie rücksichtslos nach eigenem Belieben schalten und walten können, ohne sich erkennbar die Finger schmutzig machen und sich der Kritik in ihren europäischen Heimatländern aussetzen zu müssen; man kann ja alles so wunderbar einfach den Amerikanern in die Schuhe schieben, sie an den Pranger stellen und wahlweise als Weltpolizisten, wenig hinterfragende Konsumenten, Versuchskaninchen im pharmazeutischen, militärischen oder medienpolitischen Spiel verwenden, und trotzdem seine gigantischen Gewinne ziehen. Nicht anders gingen diese Clans bei der höchst verschwiegenen Finanzierung Hitlers, Francos und Mussolinis vor, die ihnen als Bollwerk gegen den aufkeimenden Bolschewismus wunderbar ins Kalkül passten. Diese Familien stört heute auch nicht, wenn die Bürger der USA allein in den ersten sechs Monaten des Jahres 2002 mehr als 7 Billionen US-$ an privaten Ersparnissen in Aktien verloren, die Armutsrate in den USA weiter steigt und die Unruhe in den vornehmlich von Nicht-Weißen bewohnten Slums besorgniserregend zu steigen beginnt. „It`s their country“, mögen sich die Rothschilds und DeBeers, Rockefellers und Morgans (neben etwa zwei Dutzend weiterer Finanzfamilien) sagen, „but it`s our game“.

Gerade die eingeschränkte Weltsicht, die Reduzierung historischer Gegebenheiten auf vorgekaute Mythen und Geschehnisse, die sich um die Gründung der USA ranken, die nahezu völlige Nichtteilnahme des Gros der Amerikaner an allem, was östlich von Vermont und westlich von Hawaii geschieht, kann nur derjenige verstehen, der für eine gewisse Zeit in den USA lebt. Dem steht auch nicht die Tatsache entgegen, daß die Amerikaner außerordentlich aufgeschlossen und neugierig, begeisterungsfähig und hilfsbereit wie kaum ein anderes Land sind. Es ist vor allem die intellektuelle und emotionale Versklavung, die den Amerikaner für Außenstehende derart paranoid und manisch, egozentrisch und naiv-größenwahnsinnig erscheinen läßt. Wenn die USA z.B. im Jahre 2001 rund 400 Milliarden US-$ alleine für Rüstung (den US-Bürgern wird dies als „Verteidigungsausgaben“ verkauft) ausgeben und damit zum einen achtmal so viel wie für den Bereich Bildung verpulvern und dies andererseits 42 % der Verteidigungsausgaben aller Nationen entspricht, so rührt dies die Bürger der USA vor allem deshalb nicht, weil sie keine Vergleichszahlen kennen oder diese Ausgaben nicht als Ausdruck einer größenwahnsinnigen Regierung, sondern eben als notwendige Verteidigungskosten ansehen. Daß im Schatten der Geschehnisse vom 11. September diese Ausgaben für Waffen und sonstige Rüstungsgüter binnen 12 Minuten im Senat um weitere 48 Milliarden US-$ erhöht wurden – was mehr als dem gesamten Verteidigungshaushalt Japans in 2002 entspricht! – weiß ebenfalls kaum ein Amerikaner, denn statt selbstkritisch zu hinterfragen, warum sich zunehmend ein weitweites Auflehnen gegen die Dominanz der USA bahnbricht, leben die amerikanischen Bürger – durch ihre Medien entsprechend gedopt – in der festen Überzeugung, daß die USA auf der „richtigen Seite“ stehen, und ihre Sicht von Gerechtigkeit und friedensstiftender Macht ausschließlich dem Wohle der gesamten zivilisierten Welt dient.
Daß die Amerikaner mit ihrer expansionistischen Brutalität, einer schier unstillbaren Gier nach Bodenschätzen und der Durchsetzung egoistischer Machtpolitik für Kriege und Massaker in fast 100 Ländern der Welt verantwortlich sind (übelstes Beispiel: die Carlyle-Anglo-American-Gruppe, deren Chef-„Berater“ George Bush sen.(!) ist  – www.anthropos-ev.de/kongo.html), verschließt sich dem in seiner Community gesittet seinem Tagwerk nachgehenden, braven US-Citizen völlig.
Eingekeilt im intrinsischen, bedenkenlos korrupten(Des-)Informations- und Handlungsgeflecht zwischen militärischer Weltdominanz – nicht einmal im militärverliebten England wird Mitgliedern der vier Streitkräften ein derart hohes Ansehen gezollt – und völlig einseitiger Medieninfiltration; mit enormem Appetit gesegnet – 60 % aller Amerikaner gelten als übergewichtig, fast 25 % sogar als (extrem) fett -; in einem ungeheuren Technikwahn gefangen, und all dies eingebettet in Superlative jeder Art (die Zusätze „world`s best“ „America`s finest“, „the greatest … word-wide“  sieht und hört jeder US-Bürger pro Tag dutzende Male) lebt der Amerikaner in einem Schaukelstuhl der Extreme; nirgendwo weltweit zählt Geld so viel wie in den USA. Andererseits ist die private US-amerikanische Bereitschaft, humanitäre Hilfe zu leisten, unglaublich hoch; nirgendwo zählt Körperlichkeit derart viel wie in den USA – was nachgerade der Beauty- und pharmazeutischen Industrie wunderbar gelegen kommt und zu für den Rest der Welt abstrusen Schadensersatzklagen führt. Andererseits verfügen 273 Millionen Amerikaner über immerhin 350 Millionen Schußwaffen – auf die weltweite Verbrechens- und Tötungsrate wurde bereits hingewiesen.
Nirgendwo nimmt Sex und körperliche Attraktivität einen so hohen Stellenwert ein wie in den USA, ich kenne allerdings auch kein Land, in dem sexuelle Verklemmtheit, Prüderie und Verschämtheit so ausgeprägt sind.[9] Heroischen Helden, halsbrecherischer Sportlichkeit, geradezu aberwitzigen Verfolgungs- und Kampfszenen in der amerikanischen Filmindustrie steht eine geradezu paranoide Verletzungsangst der Amerikaner, denen körperliche Unversehrtheit über alles geht, gegenüber. Nirgendwo wird gesundes Leben derart zentralisiert und hochgelobt. Jedes Nahrungsmittel muß „low-fat“ bzw. „light“ sein, andererseits gibt es nirgendwo so viele Opfer von fastfood-Ketten wie in den USA. Alleine 80 % aller an Elefantiasis leidender Menschen weltweit leben in Kalifornien, Texas und Florida.
Während man mit 16 in die Armee eintreten, seinen Führerschein machen (in Florida sogar mit 14) und ab 14/15 Jahren auch den Flugschein erwerben kann, ist in der Mehrzahl der 50 Bundesstaaten der Genuß eines Glases Bier erst ab 21 Jahren erlaubt. Glücksspiel ist in 45 Staaten grundsätzlich verboten, aber alleine in Las Vegas stehen mehr als 600.000 slotmachines („einarmige Banditen“), auf die sich westliche US-Bürger eben in ihren Ferien stürzen.
Die amerikanische Verfassung, aber auch das gesamte amerikanische Leben sind zu großen Teilen religiös bestimmt – damit kann man ja auch so wunderbar alles erklären und entschuldigen. Mehr als 130.000 Kirchen und Sekten[10] laden in den USA zu einem gottgefälligen Leben, regelmäßiger community-work, Treffen, Tanz und Zusammenkünften ein. Kein Wunder: Die einfachste und nachhaltigste Art, in den USA Steuern zu sparen, führt über die Gründung einer eigenen Kirche, auch wenn diese vielleicht nur ein einziges Mitglied hat – den Steuersparer selbst.

Das System zerbricht.

Die unilaterale Weltsicht des durchschnittlichen US-Amerikaners ist das gezielte Ergebnis einer völlig einseitigen Ausrichtung des Erziehungs-, Bildungs- und Informationssystems durch die Medien in den USA. So direkt der US-Bürger von Kindesbeinen dazu angehalten wird, innerhalb seiner Community mitzuwirken und teilzunehmen, stolz auf sein(e) Schule/College/Universität zu sein, wahlweise einem Sportteam (oder den Fähnchen und flauschige Puschen wirbelnden Cheerleaders) anzugehören, später in seiner Kirchengemeinde karitativ zu wirken und regelmäßig bei potluck-parties und Veranstaltungen im nächstgelegenen Park nachbarschaftliche Bande zu festigen, so wenig wird ein internationales und geschichtliches Weltbild vermittelt und gefördert. Höchst mobil und flexibel lernt der US-Amerikaner, zum „Schmied“ seines eigenen Glücks zu werden – aber eben immer nur unter dem Gesichtspunkt des seinem Land und seiner Flagge verpflichteten Staatsbürgers. Zu dieser manisch-introvertierten und egozentrischen Sicht tragen nachgerade die Medien bei. Hierbei wird dem braven US-Bürger regelmäßig eine – aus Sicht der USA – heile Welt vorgegaukelt, in der Übles und Schlimmes nur dann und insoweit möglich ist, als eben amerikanische Tugenden nicht sauber gelehrt oder schändlich verraten und gebrochen werden. Der allseits vermittelte Traum vom „American hero“[11] wird US-Amerikanern quasi mit der Muttermilch verabreicht. Wenn sich in Hollywood-Streifen regelmäßig amerikanisches Heldentum, überbordende Tapferkeit und technische Überlegenheit austoben, entspricht dies einer Hirnwäsche, der sich die Jugend nicht entziehen kann und die ältere Generation nicht mehr entziehen zu müssen glaubt. Die Mär von der US-amerikanischen Überlegenheit, die Vermittlung amerikanischer Werte und einer alles in den Schatten stellenden Selbstgerechtigkeit führt zu einer Vernaivisierung der Menschen, die dann im späteren Leben unhinterfragt gelebt, mit arroganter Überzeugung vertreten und dann an die nächste Generation weitergereicht wird.
Dazu dienen nicht zuletzt bis ins Absurde übersteigerte Überlieferungen aus der Gründerzeit der USA und der Besiedelung des nordamerikanischen Kontinents, die den heutigen US-Größenwahn laufend nähren. Daß es sich bei dieser Besiedelung vornehmlich um Flüchtlinge aus Europa und China sowie anderen fernöstlichen Ländern (später auch zwangsimportierte Schwarzafrikaner und Sklaven aus der Karibik) handelt, lernen US-Bürger im Pflichtfach „american history“ nicht. Auch die Besiedelung wird vornehmlich unter den Aspekten des Mutes und Forscherdrangs der „settlers“ gesehen, die ihr Leben riskierten, im Vertrauen auf Gott als Eroberer amerikanischer Erde auftraten, es mit „primitiven Atheisten hinterhältigster Art“ (den Indianern) aufnahmen und selbst schlimmste Entbehrungen nicht scheuten. Schon erstaunter sind US-Bürger, wenn sie erfahren, daß es sich bei diesen Auswanderern beileibe nicht nur um religiös Verfolgte, sondern oftmals um Verbrecher, Fahnenflüchtige und verurteilte Kriminelle handelte, die sich dadurch vor dem Galgen retteten, daß sie im Auftrag der britischen Krone, holländischer Fürsten oder französischer Könige gen Westen aufbrachen oder der Blutrache verfeindeter japanischer und chinesischer Familien dadurch entgingen, daß sie sich für den Bau der Eisenbahn, zu Söldnerdiensten oder als Holzfäller, Goldschürfer, Köche, Fährtensucher  oder Felljäger in den neuentdeckten Kontinent verpflichteten.

Aber die Zeiten, in denen eine gesamte Nation von demnächst 300 Millionen Menschen in autistischer Dumpfheit und systematisch tumb gehalten werden können, sind endgültig vorbei. Das Bersten der ökonomischen Seifenblase, die deutlich schneller steigende Population der unterprivilegierten Schichten gegenüber den wirtschaftlich gut situierten Klassen, vor allem jedoch das Grenzen binnen Sekundenschnelle überspringende Internet sind gerade dabei, den amerikanischen Traum universeller Überlegenheit zu zerstören, auch wenn dies Geheimdienste und ein neues Ministerium („Homeland Security“, von Bushjunior gerade mit 170.000 Beamten gegründet) verzweifelt zu unterbinden versuchen. Das absurd simpel gestrickte Weltbild der US-Amerikaner hat spätestens mit den Geschehnissen vom 11. September 2001 seinen traurigen Höhepunkt überschritten. Mehr und mehr beginnen auch Amerikaner in Zweifel zu ziehen, was ihnen tagtäglich zwischen Werbung und Comics, Sportsendungen und regionalen Highlights in Bild- und Tonmedien vor die Nase gehalten wird. Zu viele intelligente und neugierige Menschen in den USA stellen Fragen und runzeln die Stirn. Die allfälligen Diskrepanzen der Einkommen und nur scheinbar allen BürgerInnen gleichermaßen offenstehender Lebenschancen erregen auch bei Kindern und Jugendlichen zunehmend Argwohn, Mißtrauen und wachsende Aggressionen. Mögen Hollywood und die Medientycoons, Pharmaindustrie und Waffenlobby, politische und religiöse Lichtgestalten, als Gallionsfiguren eingesetzte Marionetten in Politik und Wirtschaft, Sport und Entertainment auch noch so uneinsichtig ihre volksverdummenden Reden schwingen – die ohnehin nur mühsam im Zaum gehaltende US-amerikanische Kultur-, Wirtschafts- und Staatsgemeinschaft  ist auf dem besten Wege, aus den Fugen zu geraten und auseinanderzubrechen.
Wie schnell dies gehen kann, beweisen Hunderte von ähnlich gelagerten Fällen in der Geschichte. Man muß nicht den Zusammenbruch der früheren Weltreiche der Hethiter und Assyrer, Ägypter und Babylonier, der Griechen und Römer, Mongolen und Türken bemühen; viel näher liegen uns der Zusammenbruch der Weltreiche Frankreichs und Spaniens, Portugal und Hollands, Österreichs und Preußens, des Britischen Empire oder – noch zeitnäher – des Kommunismus/Sozialismus´ und der Wahnsinnsreiche Stalins und Hitlers.

Die US-amerikanischen Hegemonialansprüche sind weder militärisch zu verwirklichen, noch finanziell zu verkraften. Das nach dem originären Sinn des Wortes durchaus als faschistisch zu bezeichnende egozentrische US-System hat sich intern, astronomisch gesprochen, zu einem höchst gefährlichen, instabilen „schwarzen Loch“ verdichtet und außenpolitisch längst völlig übernommen. Binnen weniger Jahre – ich wage eine Prognose von fünf, maximal zehn Jahren – wird sich dieses System als menschenverachtender Größenwahn, chauvinistische Schimäre und bigotte, echte Liberalität zynisch und egoman mit Füßen tretende Farce entlarven. Die Frage ist nur, wieviel Leid bis dahin noch dank US-amerikanischer Uneinsichtigkeit, der Welt- und Machtgier der dahinterstehenden Drahtzieher, hypokritischer Weltverbesserungsmanie und bornierter Starrköpfigkeit der übrigen Welt abverlangt wird und unter welchen Opfern für die US-amerikanische Bevölkerung und Millionen von Menschen anderer Nationalität eine verschwindend geringe Minderheit ihren Reichtum mehren und ihre Landsleute ebenso wie andere Nationen brutal ausbeuten, seelisch und geistig mißbrauchen und töten wird. Die sich unzweideutig entwickelnden Krisenherde im Nahen Osten – hier kommt es unweigerlich zum Krieg, der wiederum zur Spaltung der arabischen von der westlich-orientierten Welt führen wird – und zwischen Indien und Pakistan, in Lateinamerika und vielen Staaten Afrikas, deren Bevölkerungen aufzuwachen beginnen und nicht mehr länger bereit sein werden, ihre Bodenschätze von amerikanischen Konzernen ausbeuten zu lassen, werden den Niedergang der Supermacht USA schon sehr bald Realität werden lassen. Sollte es den USA nicht gelingen, sich vom Diktat der enorm einflussreichen inneramerikanischen khasarisch-jüdischen Organisationen zu befreien und Sharon in den Arm zu fallen, droht hier buchstäblich der Ausbruch eines Dritten Weltkrieges.
Dabei werden dann gleichzeitig auch viele Regime, die bislang noch unter dem Schild amerikanischen Einflusses ihre Landsleute ausbeuten und tyrannisieren können (z.B. Saudi Arabien), explodieren, während andere, bislang unter US-amerikanischer Knute noch (halbwegs) still verharrende Nationen und Gesinnungsgruppen dann massiv losschlagen werden, wenn sie den Weltriesen USA als angeschlagen und verwundbar erkennen, und zum Angriff übergehen.
Wenn bislang nur sehr vereinzelt mit Biowaffen (Anthrax, infizierten Viren und manipulierten Genen) Terroranschläge verübt worden sind – bezeichnenderweise vor allem innerhalb der USA und von Amerikanern (!) -, so ausschließlich deshalb, weil die dahinterstehenden Fundamentalisten zu viele ihrer eigenen Gesinnungsgenossen treffen könnten. Die Verfeinerung derart letaler, fundamentalistisch „gerechtfertigter“ Methoden nimmt jedoch täglich zu. Die Gefahr wächst exponentiell und unaufhaltsam.
Wer sich heute noch im Schatten Bush´schen Größenwahns meint, profilieren zu können, sollte die Zeichen der Zeit, längst in Riesenlettern an der Wand prangend, nicht leichtfertig übersehen. Das Ende des US-amerikanischen Weltterrorismus´ wird auch für den Rest der Welt mit großen Problemen, sozial- und wirtschaftspolitischen Verwerfungen einhergehen. Da werden den USA auch noch so monströse, ultramoderne Abwehrsysteme (Haarp, Master-Shield, SMI, etc) und noch so verfeinerte Abhörmethoden und gänzlich verrückte Militärs kein bißchen helfen.
Mutmaßlich wird der Zusammenbruch des US-amerikanischen Systems die weltweit katastrophalste Apokalypse der Menschheitsgeschichte mit sich bringen, in deren Abfolge Nahrungsmittelknappheit und Hungersnöte, kriegsbedingte Verödung riesiger Landstriche, chaotische Bürgerkriege, millionenfache Flüchtlingsheere, die Ausrottung ganzer Volksgruppen, aber auch ein gigantischer Flurschaden und die Vernichtung großer Teile der Fauna und Flora dieses Planeten stehen könnten.

Mutmaßlich wird der Zusammenbruch des US-amerikanischen Systems die weltweit katastrophalste Apokalypse der Menschheitsgeschichte mit sich bringen, in deren Abfolge Nahrungsmittelknappheit und Hungersnöte, kriegsbedingte Verödung riesiger Landstriche, chaotische Bürgerkriege, millionenfache Flüchtlingsheere, die Ausrottung ganzer Volksgruppen, aber auch ein gigantischer Flurschaden und die Vernichtung großer Teile der Fauna und Flora dieses Planeten stehen könnten.

Auf Einsicht in den Gehirnen US-amerikanischer Regierungsvertreter und hoher Militärs oder die Vernunft und Menschlichkeit der dahinterstehenden Finanzoligarchien darf kein Mensch hoffen. Sie werden den Krug bis zur bitteren Neige leeren – „no matter what!“
Doch diese Phase gilt es durchzustehen – so bitter und schmerzhaft dies für mutmaßlich jedes Land dieser Erde auch werden wird. Hoffnung gebiert allenfalls die Tatsache, daß der weltweite Widerstand gegen die amerikanische Hybris stündlich wächst. Erfreulicherweise sind immer mehr Menschen – vor allem die Jugend – bereit, den Zeichen an der Wand Aufmerksamkeit zu schenken, den Kopf nicht wegzudrehen und die Augen nicht zu verschließen. Den gefilterten Nachrichten in Presse, Rundfunk und Fernsehen wird zunehmend mißtraut. Mehr und mehr Menschen suchen nach weiteren
Informationsquellen, sind bereit zu diskutieren, nachzudenken und zu stutzen.

Der Anfang vom Ende der Vereinigten Staaten von Amerika hat längst begonnen.

 

„Es kommt der Moment, so selten dies auch in der Geschichte passiert, an dem wir aus dem Alten ins Neue steigen, an dem ein Zeitalter endet und die Seele einer Nation, die zuvor lange unterdrückt wurde, ihren Ausdruck findet.“

Jawarhalal Nehru, 1947
bei der Gründung der islamischen Republik Pakistan, einen Tag vor der Befreiung
Indiens aus britischer Herrschaft, am 15. August 1947

 

H.-W. Graf

[1]Der Einfachheit halber werden Euro und Dollar etwa 1:1 gesetzt

[2] Von Leitung kann in diesem Zusammenhang insofern kaum gesprochen werden, als insgesamt 26 verschiedene US-Geheimdienste nicht nur die Bevölkerung in den USA und nahezu allen Ländern der Welt observieren, sondern sie sich vielmehr mit wachsendem Eifer auch gegenseitig bespitzeln.  Gegner der jeweils anderen Geheimdienste werden abgeworben, kriminalisiert oder ausgeschaltet. Auch hier geht es nur um Macht, Einflußnahme und Informationsabschottung sowie jährlich vom Kongreß zu bewilligende Gelder. Drei Geheimdienste, allen voran die NSA, die über ein jährliches Budget in Milliardenhöhe verfügt, sind sogar dem Kongreß noch irgendeiner anderen Regierungsbehörde Auskunft über die Nutzung ihrer Mittel schuldig.

[3] obwohl es – Ausdruck „persönlicher Freiheit“ – in den USA kein Melderegister gibt. Wer also für die breite Bevölkerung verschwinden möchte, siedelt am besten in die USA um.

[4] Der Internal Revenue Service (IRS) ist eine unbeschränkt handlungsbefugte und an keinerlei Bürgerrechte gebundene Organisation, deren Brutalität in den gesamten USA gefürchtet wird. Wer wegen sonstiger Straftaten nicht beweiskräftig überführt werden kann – kein Problem: Die IRS findet schon irgend etwas. Selbst Al Capone wurde nicht das amerikanische Strafrecht zum Verhängnis, sondern die IRS.

[5] Mindestens fünf meiner ehemaligen Klassenkameraden starben im Dienst als Polizisten; zwei davon wurden auf dem Highway aus vorbeifahrenden Autos vom Motorrad geschossen, einer von einem „Rollkommando“ erschlagen, zwei bei Schießereien tödlich verletzt.

[6] „weniger als 10 Cent“

[7]Alles, was für Amerika gut ist, ist auch für mich gut“.

[8] ein zynisches Doppelspiel, das am 7.5.1915 hunderte amerikanischer Zivilisten das Leben kostete, die US-Bürger aber geschlossen hinter den Präsidenten versammelte. Erstaunliche Parallelen: Der (dem US-Hauptquartier sehr wohl vorab bekannte) Angriff auf Pearl Harbor, die Angriffe auf Kuwait sowie jüngst die Terroranschläge (sic!) auf die WTC-Türme, deren „Aufklärung“ die Menschen im Jahr 2051 – nach Freigabe der Geheimberichte – staunen lassen wird.

[9] Zeigen Sie Ihren amerikanischen Nachbarn keine Nacktphotos Ihrer Babys – Sie könnten blitzschnell als „Pädophiler“ im Knast landen und das Sorgerecht verlieren.

[10] 90 % (etwa 550.000) aller „Creationists“ – das sind Menschen, die buchstäblich an eine 7-tägige Weltschöpfung (vor etwa 6.500 Jahren) glauben – leben in den USA.

[11] Der „Amerikanische Held