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25. Februar 2011

Für Sie gelesen: LebensNetze – Motive und Wirkungen menschlichen Handelns

25. Februar 2011|Gesellschaftssystem, Gesundheit, zeitreport online|Kommentare deaktiviert für Für Sie gelesen: LebensNetze – Motive und Wirkungen menschlichen Handelns

Ein- und Auswirkungen im analogen Kontext

Autor: Carsten Pötter, Hauptstraße 20,
27239 Twistringen-Heiligenloh
Preis: € 19,95
Umfang: 272 Seiten
ISBN: 9-783842-351394

Was bringt einen erfolgreichen Apotheker dazu, sich mit Philosophie und Psychologie, Geschichte und sozialpolitischen Problemen zu beschäftigen – und dies nicht oberflächlich und singulär, sondern tiefgehend und vernetzt? Nun, Carsten Pötter gehört zu eben dieser Gruppe von Querdenkern, die den Weg aus systemischer Enge hin zu einem (nahezu) allumfassenden Netzwerk-Denken erkannt haben.
Sehr entspannt und trotzdem eindringlich schlägt er in seinem neuesten Buch “LebensNetze – Motive und Wirkungen menschlichen Handelns” einen wirklich universalen Bogen, wobei er selbst schwierige Zusammenhänge in auch für Laien höchst verständlicher Weise darlegt.
Das ‚ewige Gedächtnis’ unserer Zellen stellt das Grundmuster unseres DenkFühlHandelns dar. Dies gilt für unsere eigenen Befindlichkeiten und den Umgang mit unserem Körper und unseren Emotionen ebenso wie für unser interpersonelles Agieren, den Umgang mit unserem privaten wie auch beruflichen Umfeld.
Besonders interessant: seine ‚Analogien der Organe’, die sich unmittelbar in unseren Krankheiten und physischen wie emotionalen Beschränktheiten äußern.

Wichtig sind Carsten Pötter vor allem pränatale Erlebnisfelder als Ursachen unserer Entwicklung in der Pubertät, der Adoleszenz und des Erwachsenenerlebens, die dann ihre aktive und passive Resonanz in unserem Verhalten bestimmen, inwieweit wir also aktive und reaktive Mitglieder unserer Sozialgemeinschaft sind.

Dabei fällt dem Leser besonders auf, wie achtungsvoll Carsten Pötter mit seinen Lesern umgeht; er erklärt und beschreibt, enthält sich aber vorwurfsvoller Beurteilung.

Weniger achtungsvoll geht er mit systemischem Denken und bornierter Ignoranz um.

Dieses Buch ist Jugendlichen wie auch älteren Semestern sehr zu empfehlen, die verstehen wollen, warum sie selber so (inter)agieren, wie sie es tun und welche alternativen Weg des Umgangs mit sich selbst wie auch mit seiner Umwelt möglich wären.
Ein Muß für jeden, der bereit ist, seine Erlebniswelt zu hinterfragen, um ein wenig zu verändern, was so “alternativlos” erscheint.
Prädikat: besonders lesenswert!

Hans-Wolff Graf

Leseprobe und Buchbestellung unter:
http://land-apo.de/infos/buecher/index.html#6245629e7d0f4e404

19. Oktober 2009

Für Sie gelesen – Intelligente Zellen

19. Oktober 2009|Gesundheit, Soziales / Geschichte, zeitreport online|Kommentare deaktiviert für Für Sie gelesen – Intelligente Zellen

Autor: Dr. Bruce Lipton
Verlag:   Koha Verlag Gmbh
Preis: € 14,95
Umfang: 264 Seiten
ISBN-10: 3-936862-88-5

Dieses Buch wird Ihre Vorstellung von den Auswirkungen Ihres Denkens und Fühlens für immer verändern.

Vielleicht haben Sie es schon geahnt, daß das Denken und Fühlen unser physisches Leben bestimmt. Jetzt können Sie sich sicher sein. Erstaunliche wissenschaftliche Erkenntnisse über die biochemischen Funktionen unseres Körpers zeigen, daß unser Denken und Fühlen bis in jede einzelne unserer Zellen hineinwirkt. Der Zellbiologe Bruce Lipton beschreibt genau, wie dies auf molekularer Ebene vor sich geht. In leicht verständlicher Sprache und anhand eingängiger Beispiele führt er vor, wie die neue Wissenschaft der Epigenetik die Idee auf den Kopf stellt, daß unser physisches Dasein durch unsere DNS bestimmt würde. Vielmehr wird sowohl unser persönliches Leben als auch unser kollektives Dasein durch die Verbindung zwischen innen und außen, zwischen Geist und Materie gesteuert. Eine Erkenntnis, die, logisch weiter gedacht, auch weiterreichende spirituelle Konsequenzen hat.

Über den Autor

Bruce Lipton ist international für seine Art bekannt, Wissenschaft und Geist miteinander zu verbinden. Als Zellbiologe lehrte er an der medizinischen Fakultät der Universität von Wisconsin und arbeitete als Forscher an der medizinischen Fakultät der Stanford Universität. Seine bahnbrechenden Erkenntnisse über die Zellmembran machten ihn zu einem Pionier der neuen Wissenschaft der Epigenetik. Heute reist er durch die ganze Welt und hält Vorträge und Seminare über die Neue Biologie.

Hierzu empfehlen wir Ihnen auch: “Wie wir werden, was wir sind (DVD-Video)”

19. Oktober 2009

Für Sie gesehen – Wie wir werden, was wir sind (DVD-Video)

19. Oktober 2009|Gesundheit, Psychologie / Philosophie, zeitreport online|Kommentare deaktiviert für Für Sie gesehen – Wie wir werden, was wir sind (DVD-Video)

Sprecher: Dr. Bruce Lipton
Verlag:   Koha Verlag GmbH
Preis: € € 19,95
Laufzeit: 120 Minuten
Sprache: Deutsch, Englisch
ISBN: 3867281041

Die Programmierungen durch unsere Eltern haben fundamentale Bedeutung für unsere Gesundheit, unser Verhalten, unsere Einstellungen und unsere Beziehungen!

In einem bildreichen, leicht verständlichen Vortrag erläutert der Zellbiologe und Pionier der prä- und perinatalen Entwicklung Dr. Bruce Lipton aus Sicht der neuen Wissenschaft den Mechanismus, durch den sich die Überzeugungen und Emotionen der Eltern auf die Entwicklung des genetischen Codes der Kinder auswirken. Unsere prä- und perinatalen Erfahrungen bilden eine Art biologischer Vorgabe, die alle späteren Gefühle und Einstellungen im Hinblick auf uns selbst, unsere zwischenmenschlichen Beziehungen und unsere Verbindung zu Himmel und Erde bestimmen. Das Wissen um die Mechanismen kann uns davor bewahren, weiteren Schaden anzurichten; es hilft uns, jene Bereiche unseres Denkens und unseres Fühlens zu heilen, in denen wir selbst durch unsere Programmierungen eingeschränkt sind.

19. Mai 2009

ADHS-Medikamente werden oft zu hoch dosiert

19. Mai 2009|Gesundheit, zeitreport online|Kommentare deaktiviert für ADHS-Medikamente werden oft zu hoch dosiert

Experten kritisieren Ärzte und Eltern: Wenn das Mittel nicht mehr wirkt, wird einfach mehr gegeben. Doch das ist riskant, wie Praxisbeispiele zeigen.

Drei Jahre lang schluckte der 13-jährige Schüler das Zappelphilipp-Medikament ‚Methylphenidat’. Es sollte seine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bekämpfen. Bis zu dem Tag, als ihm nach der morgendlichen Tabletteneinnahme plötzlich schwindelig wurde, er seine Beine beim Gehen nicht mehr richtig kontrollieren konnte, die Augen zu drehen begannen, er apathisch auf Ansprache reagierte und Halluzinationen beschrieb. Experten nennen das „psychiatrische Ausfallerscheinungen“. Der Stationsarzt der Hagener Kinderklinik, dem der Junge noch am selben Abend vorgestellt wurde, führte die Symptome auf „eine arzneimittelinduzierte Psychose, ausgelöst durch Methylphenidat“, zurück.

Die Verbreitung des ADHS-Medikaments ‚Methylphenidat’ hat in den letzten Jahren drastisch zugenommen. 1993 wurden in Deutschland 34 Kilogramm verbraucht, im vergangenen Jahr erreichte der Verbrauch laut Bundesopiumstelle einen neuen Rekordwert: 1429 Kilogramm. Das macht eine Steigerung um 4202 Prozent in 14 Jahren. In der Altersgruppe der 11- bis 14-Jährigen liegen ADHS-Mittel mittlerweile an der Spitze der Verschreibungen, offenbart der jüngste Arzneireport der Gmünder Ersatzkasse.

Über Wirkung und Nebenwirkungen von ‚Methylphenidat’ gibt es widersprüchliche Studien und Meinungen, über die so kontrovers gestritten wird wie um die grundsätzliche Diagnose ADHS. Die „Konferenz ADHS“ etwa, ein freier Zusammenschluß von Ärzten, Biologen, Pädagogen und Psychologen, hält ADHS nur für ein „medizinisches Konstrukt“.

Die Pharmakologin Christine Greiner von der Universitätsklinik Regensburg hat den Fall des 13-jährigen Jungen aus dem westfälischen Hagen genau analysiert. Ihre Arbeitsgruppe ist spezialisiert auf den Zusammenhang von Medikamenteneinnahme und Wirkstoffkonzentration im Blut. Sie stellt fest, wie der einzelne Patient auf ein bestimmtes Medikament – vor allem Psychopharmaka – reagiert, sprich: wie hoch es eigentlich für den Betreffenden dosiert sein müßte. Greiner kommt zu dem Schluß: Die ‚Methylphenidat’-Konzentration im Blut des Jungen war viel zu hoch. Zwar gebe es keine therapeutischen Referenzbereiche, betont sie. Aber: „Es gibt Literaturhinweise dafür, daß hohe Dosen ‚Methylphenidat’ psychotische Zustände im Sinne optischer und akustischer Halluzinationen hervorrufen können.“ Dabei hätten die in der Literatur beschriebenen Dosen noch um mehr als die Hälfte niedriger gelegen als im vorliegenden Fall des 13-jährigen Jungen aus Hagen, erklärt die Fachfrau. Das Kind sollte laut ärztlicher Verordnung täglich 90 Milligramm ‚Methylphenidat’ schlucken: eine 36-Milligramm-Tablette und eine 54-Milligramm-Tablette. ‚Concerta’, das handelsübliche ‚Methylphenidat’-Präparat, gibt es seit 2002 auf dem deutschen Markt mit den Wirkstoffmengen 18, 36 und 54 Milligramm. „Ob der Junge  versehentlich zwei 54-Milligramm-Tabletten geschluckt hat, wissen wir nicht“, sagt Greiner. „Prinzipiell wäre auch denkbar, daß Eltern eigenmächtig eine Höherdosierung vornehmen, da sie nicht mehr Herr der Situation werden.“

Dabei weist der ‚Concerta’-Hersteller Janssen-Cilag seit 2005 in seiner Sachinfo darauf hin, daß eine Tagesdosis von mehr als 54 Milligramm zu vermeiden sei. „Rein rechtlich sichert sich die Firma damit ab“, sagt Greiner. „Wenn Ärzte höhere Tagesdosen verschreiben, was nicht selten vorkommt, müssen sie sich deshalb gut rechtfertigen können.“ Daß der Junge anders als erwartet reagiert habe, zeige, daß die Überdosierung speziell für ihn schädlich war. Umso wichtiger sei „eine genaue Konzentrationsbestimmung von Psychopharmaka individuell auf den Patienten“. Viele Ärzte verschreiben das Medikament aber ohne ausreichende Diagnosestellung, kritisiert sie. „Wenn die Kinderpsychiater es verordnen, müssen die Kinder medizinisch kontrolliert werden. Auch die Eltern dürfen die Kinder dann nicht sich selbst überlassen oder das Medikament eigenmächtig höher dosieren in der Hoffnung, ihre Sprößlinge könnten sich dann noch besser konzentrieren.“

Von einem ähnlichen Fall berichtet Annette Streeck-Fischer, Chefärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Niedersächsischen Landeskrankenhaus Tiefenbrunn. „Ein 15-Jähriger kam vor einem Jahr zu uns, der seit seinem achten Lebensjahr ‚Concerta’ bekam, zuletzt täglich 150 Milligramm. Man hat im Lauf der Jahre immer höher dosiert, weil die Wirkung nachließ. Der Junge war völlig erstarrt, blaß und wirkte sehr angestrengt.“ In der Klinik wurde das Medikament sofort abgesetzt und man schaute, welches Problem sich hinter der angeblichen „Störung“ des Jungen verbarg, berichtet Streeck-Fischer.
Dabei stellte sich heraus: „Die Eltern hatten sich getrennt und den Jungen als Prellball in ihrer Mitte benutzt, um heftigste Konflikte auszutragen. Das hat ihn schlicht fertig gemacht.“ Heute lebt der Junge in einer Einrichtung der Jugendhilfe, besucht das Gymnasium und „will von Medikamenten nichts mehr wissen“, erzählt die Ärztin.

Verteufeln will Professor Otmar Kabat vel Job, Leiter des „Integrativen Zentrums zur Förderung hyperkinetischer Kinder“ (IZH) in Chemnitz, das Zappelphilipp-Medikament keineswegs. „Es kann am Anfang eine wichtige Krücke sein. Aber das Ziel muß immer sein, von ihm wieder loszukommen, denn es heilt ja nicht“, sagt der Professor für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie an der TU Chemnitz. „Das Problem ist: Der Anfangseffekt des Medikaments verpufft rasch. Das hat verheerende Wirkungen, denn man will dann immer höher dosieren. Das Kind denkt bald: Ich funktioniere nur, wenn ich das Medikament schlucke.“

Auch viele junge Erwachsene greifen deshalb zu ADHS-Medikamenten, obwohl es kein einziges ADHS-Präparat gibt, das in Deutschland für Erwachsene zugelassen ist. Sie nehmen es dann im so genannten Off-Label-Use. Viele schlucken es seit ihrer Jugendzeit und meinen, ohne Medikament nicht richtig funktionieren zu können.

Kabat vel Job setzt deshalb auf eine „multimodale Bewältigungsförderung“, von „Therapie“ mag er nicht sprechen. Sie zielt darauf ab, auf Dauer ohne Medikament auszukommen oder gar nicht erst eines zu benötigen. 135 Kinder betreut er zur bZeit. Die Hälfte davon hat bereits ‚Methylphenidat’ verschrieben bekommen, die andere Hälfte ist medikamentenfrei. „Die meisten Kinder können irgendwann mit dem Pillenschlucken aufhören.“ Der Psychologe bezieht auch das soziale Umfeld des Kindes mit ein: Familie, Schule und betreuende Ärzte. Dem Kind werden bestimmte Techniken zur Steuerung seiner Impulse und seines Selbstmanagements beigebracht. Insgesamt zweieinhalb Jahre veranschlagt er für die Maßnahme. „Evaluationen zeigen: Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagt der Experte. „Eltern und Lehrer, die zunächst abblocken, empfinden Hilfsangebote oft als Vorwürfe. Sie tauen aber rasch auf, wenn sie merken, mit welch einfachen Mitteln sie die Atmosphäre in Familie oder Schule oft verbessern können.“

Wichtig ist Kabat vel Job, auch die „positiven Ressourcen“ dieser als „schwierig“ empfundenen Kinder in den Blick zu nehmen: „Sie sind oft besonders kreativ und haben spezielle Begabungen.“ Indem man lediglich die „Erregungsbalance“ dieser Kinder medikamentös auf ein ähnliches Niveau bringe wie bei Nicht-Betroffenen, zerstöre man dieses Potenzial aber zwangsläufig.

Birgitta vom Lehn
17. Mai 2009

Schlaganfall-Kinder brauchen kontinuierlich Begleitung

17. Mai 2009|Gesundheit, zeitreport online|Kommentare deaktiviert für Schlaganfall-Kinder brauchen kontinuierlich Begleitung

Bremer Studie: Junge Patienten werden oft verhaltensauffällig, haben Schulprobleme und werden „durchgereicht“.

Als die dreijährige Pauline nachts plötzlich wie am Spieß schrie, tippte ihre Mutter auf eine Blasenentzündung. Das kleine Mädchen war aggressiv und ließ sich nur schlecht beruhigen. Erst Stunden später schlief es wieder ein. Am Morgen konnte Pauline  ihre linke Körperhälfte nicht mehr bewegen. Die Mutter fuhr mit ihr in die Klinik, wo man ihr sagte: Pauline habe womöglich einen Schlaganfall erlitten. Die anschließende Kernspintomographie bestätigte den Verdacht.

Rund 300 Kinder in Deutschland erleiden jährlich einen Schlaganfall. Am häufigsten ereignet er sich bei Neugeborenen: Eins von 4.000 ist betroffen. Ursachen können Herzfehler, Gefäßverletzungen oder -entzündungen sein. Rund ein Drittel trägt bleibende Schäden wie Lähmungserscheinungen oder epileptische Anfälle davon. Darüber hinaus haben sie auch oft Gedächtnisprobleme und Konzentrationsstörungen, denn ein früher Schlaganfall schädigt das reifende Gehirn, vor allem wenn die Hirnrinde betroffen ist, was meist bei Neugeborenen und älteren Kindern der Fall ist. Oft zeigen sich die Folgen erst in der Schule, wenn die Leistungsanforderungen steigen. Zusätzlich treten Verhaltensauffälligkeiten, emotionale Störungen und Depressionen auf.

Das Zentrum für Klinische Psychologie und Rehabilitation an der Universität Bremen sammelt seit sechs Jahren Daten im Rahmen des Projekts „Schlaganfälle im Kinder- und Jugendalter – neuropsychologische Störungen im Langzeitverlauf“. Im Fachblatt ‚Fortschritte der Neurologie und Psychiatrie’ haben die Bremer Forscher nun erste Ergebnisse vorgestellt. An dem Projekt beteiligen sich betroffene Familien aus dem gesamten Bundesgebiet. Insgesamt liegen mittlerweile Daten für 111 Familien vor und damit von 57 Jungen und 54 Mädchen zwischen drei und 18 Jahren. Davon haben 54 Kinder innerhalb des ersten Lebensmonats ihren Schlaganfall erlitten, 30 zwischen dem zweiten Lebensmonat und dem sechsten Lebensjahr und 27 zwischen dem siebten und 18. Lebensjahr.

Studienleiterin Monika Daseking und ihr Team verzeichnen bei den Probanden „besonders auffällige Werte“ für die Skalen „Soziale Probleme“ und „Aufmerksamkeitsprobleme“: 27 Prozent der Eltern berichteten von sozialen Problemen, 24 Prozent von Aufmerksamkeitsdefiziten. Zwölf Kinder zeigten dissoziales, 18 aggressives Verhalten und acht Kinder zeigten sich in beidem auffällig. Insgesamt bewegt sich ein Drittel der Kinder „im auffälligen Bereich“, stellen die Forscher fest.

Besonders betroffen von Aufmerksamkeitsproblemen und sozialen Konflikten scheinen Kinder zu sein, die den Schlaganfall unmittelbar nach der Geburt oder im späteren Kindesalter erlitten haben. Als „ängstlich“ und „aggressiv“ werden verstärkt Kinder mit dem Schlaganfall zu einem späteren Zeitpunkt eingeschätzt. Letztere klagen auch stärker über körperliche Beschwerden als Kinder nach perinatalen oder frühkindlichen Schlaganfällen.

Wie sich der Schlaganfall auf die allgemeine Intelligenzentwicklung auswirkt, hängt sowohl vom Alter zum Zeitpunkt der Schädigung als auch von der Lokalisation ab. Linkshemisphärische Schlaganfälle beim Neugeborenen oder in der späteren Kindheit scheinen den größten negativen Einfluß zu haben. „Kinder mit perinatalen Schlaganfällen zeigen auch insgesamt die niedrigsten Intelligenzwerte“, schreiben die Wissenschaftler.

Jedes zweite Schlaganfallkind besucht keine Regel-, sondern eine Förder- oder Sonderschule, weil es bereits eine Klasse wiederholt oder unterdurchschnittliche Leistungen gezeigt hat. Dabei seien viele dieser Kinder eigentlich nicht richtig auf der Sonderschule aufgehoben, weil sie nur Teilleistungsstörungen haben. „Sie haben visuelle oder motorische Probleme und brauchen oft einfach nur mehr Zeit für ihre Aufgaben. Das Schulsystem ist da zu unflexibel, um den Förderbedarf zu leisten“, klagt Daseking.

Diese Kinder verbringen auch weniger Zeit in Gruppen und Vereinen und haben weniger Freunde. Jungen und Mädchen sind gleich stark betroffen. Vielen fehlt im Kindergarten die sprachliche Kompetenz, sich angemessen mitteilen zu können. Stellt das Kind fest, daß es mit den gesunden Gleichaltrigen nicht mithalten kann, reagiert es aggressiv oder zieht sich zurück. Beides führt ins soziale Abseits. Die Erkenntnis, anders zu sein als andere Kinder, beginnt – gerade bei Einzelkindern – mit dem Eintritt in den Kindergarten.

Daseking rät daher Eltern, bei wichtigen Einschnitten im Leben ihres Kindes – Kindergarteneintritt, Schuleintritt oder Schulwechsel – besonders wachsam zu sein. Wichtig sei, „immer am Ball zu bleiben“ und sich „nicht abwimmeln zu lassen“. Die Kinder bräuchten eine langfristige fachkundige Begleitung. Häufig sei es aber so, daß die Zuständigkeiten wechseln und die Kinder „durchgereicht“ würden. Daseking: „Man fokussiert sich meist zu spät auf das Reparieren der Schäden. Dabei kann man bei Kindern viel präventiv machen, wenn man früh übt und trainiert, nicht nur die motorischen Defizite, sondern auch das kognitive Verhalten.“ Ideal sei eine neuropsychologische Therapie. Doch die zahle die Kasse nicht. Stattdessen werde meist  Ergotherapie gemacht. Daseking bezeichnet das als „schlechte Alternative“ – es sei denn, der Ergotherapeut arbeite mit einem Psychologen zusammen. „Schlimm ist, wenn unspezifisch gefördert wird“, warnt die Psychologin. Medikamente wie Methylphenidat könnten wirksam eingesetzt werden – aber nur, wenn genau kontrolliert werde, ob keine Gerinnungsstörung vorliege und dies in enger Abstimmung mit einem Kinder- und Jugendpsychiater geschehe.

Pauline hat übrigens Glück gehabt. Sie hat sich bis auf leichte feinmotorische Störungen in der linken Hand und im linken Fuß fast vollständig von ihrem Schlaganfall erholt. Dennoch bleibt sie unter weiterer Beobachtung. Die Ursache für den Schlaganfall konnte an der Universitätsklinik Münster geklärt werden, wo ebenfalls eine Langzeitstudie läuft und es eine Spezialsprechstunde für junge Schlaganfallpatienten gibt: Pauline hatte vor fünf Wochen Windpocken. Dabei haben sich die Hirngefäße entzündet.

Birgitta vom Lehn
25. Juni 2008

Für Sie gelesen: Patient in Deutschland – verraten und verkauft

25. Juni 2008|Gesundheit, zeitreport online|Kommentare deaktiviert für Für Sie gelesen: Patient in Deutschland – verraten und verkauft

Ein nie da gewesener Blick hinter die Kulissen des Gesundheitswesens – für jeden Patienten verständlich.

Autor: Gaby Guzek
Verlag: Promedico Verlag, Hamburg
Preis: € 14,80
Umfang: 163 Seiten
ISBN: 978-3-932516-16-0

Die Krankenkassenbeiträge steigen und steigen: Ein durchschnittlicher Angestellter arbeitet jedes Jahr ganze zweieinhalb Monate nur für seine Krankenkassenbeiträge – gleichzeitig wird die medizinische Versorgung ständig schlechter. Bei Medikamenten zahlen die Kassen nur noch Billigpillen, wer Rückenschmerzen hat und ein Rezept für eine Krankengymnastik ergattert hat, darf sich freuen. Ärzte werden mit massiven Strafzahlungen bedroht, wenn die Kassen meinen, daß sie “zuviel verschreiben”.

“Allen PR-Nebelbomben von Politikern zum Trotz: Wir haben schon lange eine klammheimliche Rationierung im deutschen Gesundheitswesen. Nur spricht keiner darüber. Das könnte ja Wählerstimmen kosten. Letztlich ist es aber kein anderer als Dr.med. Vater Staat selbst, der hinter den Kulissen die Strippen zieht und der – so scheint es mir – mehr die eigenen Finanzen als die Gesundheit seiner Bürger im Sinne hat”, schreibt die Hamburger Fachjournalistin Gaby Guzek in ihrem Buch Patient in Deutschland – verraten und verkauft.”

Sie gibt einen bislang nicht da gewesenen Blick hinter die Kulissen des deutschen Gesundheitswesens: Wussten Sie, dass die gesetzlichen Krankenkassen mehr Geld für ihre eigene Verwaltung ausgeben als für die zahnärztliche Versorgung ihrer Versicherten insgesamt? Oder daß es in Deutschland nur noch rund 94.000 Arztpraxen gibt – aber 140.000 Krankenkassen-Mitarbeiter? Oder daß das Bundessozialgericht erst kürzlich einen 64jährigen Pathologen dazu verurteilte, auch als Notarzt bereit zu stehen – obwohl der Facharzt seit mehr als 30 Jahren keinen lebenden Patienten mehr zu Gesicht bekommen hat und kurz vor der Rente steht?

Ein kostenloses Probeexemplar können Sie hier laden:

www.promedico.de/Patient_zusammenfass.pdf

4. September 2007

Für Sie gelesen – Die Bombe unter der Achselhöhle

4. September 2007|Gesundheit, zeitreport online|Kommentare deaktiviert für Für Sie gelesen – Die Bombe unter der Achselhöhle

Autor: Dr. med. Walter Mauch
Verlag: Verlagsbuchhandlung F. A. Herbig, München
Preis: € 9,90
Umfang: 224 Seiten
ISBN: 9-78776-670363

Nachdem das Gesundheitsbuch „Die Bombe unter der Achselhöhle“ von Dr. med. Walter Mauch von 1996 bis 2003 – also sieben Jahre – durch die Industrie blockiert wurde, ist es jetzt zum Senkrechtstarter geworden. Soeben erschien die 6. Auflage.

Nach Dr. Mauch leben wir in einer Welt der Chemie und Physik, die uns verführt und belastet. Hier liegen die Hauptursachen für viele Erkrankungen. Wir haben das Leben in der Natur aufgegeben. Der Körper kann die vielfältigen anorganischen, von der chemischen Industrie produzierten Substanzen nicht erkennen und nicht verarbeiten. Er lagert sie in die Gewebe ein, die schließlich zur Müllhalde werden. Die Zelle kann nicht mehr atmen und erstickt im Dreck. Der Krebs wird ausgelöst.

Gezielt geht Dr. Mauch im ersten Teil seines Buches auf diese Zusammenhänge ein und weist im zweiten Teil den Weg, wie wir durch Eigeninitiative aus dem Krankheits-Chaos herauskommen können.

Dr. Mauch sagt: Schauen Sie hin und nehmen Sie Ihre Gesundheit selbst in die Hand. Die Natur hat für unser Leben alles bereitet. Dr. Mauch zeigt im zweiten Teil, wie man aus einem gesunden Küchenschrank mit Naturprodukten – die Pflanze, das Wasser, das Salz, das Öl – leben und mit diesen Naturprodukten, die uns Kraft und Gesundheit geben, heilen kann. Er gibt dazu einfache und klare Anweisungen wie das Salzbad, die heiße Kompresse, die Ernährung, die Naturkosmetik, ungiftige Putzmittel und vieles mehr.

Wir benötigen nur in der Notfallmedizin die chemischen Medikamente. Hier sind sie olft lebensrettend.

Als tödliche Falle – ‚Bombe unter der Achselhöhle’ – bezeichnet Dr. Mauch die Deodorantien. Die Achselhöhle enthält das Haupt-Lymphzentrum. Sie ist warm. Die Poren sind offen. Jeden Tag und oft mehrfach am Tag geben Sie eine chemische Dosis – das Deodorant – in die Achselhöhle. Wie ein Medikament werden durch die geöffneten Poren die chemischen Substanzen aufgenommen und über das Lymphsystem dem Körper zugeführt. Hier ist die Hauptursache für den Brustkrebs, Allergien und viele andere Erkrankungen.

„Du stinkst“ ist die raffinierte Werbeaussage, und wer will schon stinken? Also benutzt man das Deo – das in die Katastrophe führt.