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6. September 2017

Konsumismus – Geißel der Menschheit

6. September 2017|Querdenker-Blog, zeitreport online|Kommentare deaktiviert für Konsumismus – Geißel der Menschheit

– der Weg aus der emotional-geistigen Korruption


Synopsis

Sie begleitet uns von Kindes Beinen an – in Wort und Schrift, Bild und Ton, verführerisch in allen Varianten –: Werbung, Reklame bzw., euphemistisch-verharmlosend, ‚public relation‘.

Immer aufdringlicher und verführerischer werden wir mit Pseudo-Informationen über angeblich so günstige, notwendige und hilfreiche Accessoires für unser tägliches Leben geködert, um mit Geld, das wir nicht haben, Dinge zu kaufen, die wir nicht benötigen, um Menschen damit zu beeindrucken, die wir nicht mögen.

Weltweit ist eine wachsende Verschuldung der Menschen – vor allem in den Industrieländern, zunehmend aber auch im früheren Ostblock und den Schwellenländern – zu beobachten, weil Menschen zumeist bereits als Kinder/Jugendliche in den Familien nicht lernen, ökonomisch zu denken und sich gegen die geistig-emotionale Manipulation und Korruption der Werbeindustrie zur Wehr zu setzen. Ebenso wenig finden wir im Lehrplan der Schulen eine Ausbildung für einen vernunftorientierten Umgang mit den verfügbaren Mitteln sowie dem Aufbau entsprechender Privatvermögen zur Sicherung des Alltags und in Vorbereitung auf mögliche Notfälle und das Alter. Denn wer glaubt, sich auf die staatliche oder eine betriebliche Renten alleine verlassen zu können, handelt reichlich naiv.

Dieser leichtsinnige Konsumismus gilt umso mehr seit der Einführung der Kreditkarte. So verfügt der durchschnittliche US-Amerikaner über neun Kreditkarten; der durchschnittliche Deutsche bringt es immerhin auf 4,5.

Die zunehmende materialistische Lebensführung breiter Bevölkerungsschichten, die uns immer mehr und immer ausschließlicher zu Steuerzahlern und Konsumenten degradiert, war jedoch in früheren Zeiten völlig unbekannt. So lebten unsere Vorfahren als Jäger und Sammler noch sehr im Einklang mit der Natur und allen anderen Formen organischen Lebens; sie entnahmen Wald und Flur gerade einmal das, was sie für das eigene Überleben brauchten, ohne ‚Reichtümer‘ und ‚Besitz‘ anzuhäufen, die weit über ihre realen Bedürfnisse hinausgingen. Es wäre ja auch unsinnig gewesen, auf ihrer Wanderschaft Dinge mitzunehmen, die nicht wirklich und tagtäglich zu benutzen waren. In vielen Sprachen heute noch nomadisierender Völker gibt es kein Wort für ‚Besitz‘ und/oder ‚Eigentum‘.

Im Folgenden soll ein Blick auf die Historie der „Krankheit“ Konsumismus geworfen werden, deren Entwicklung sowie der zunehmenden Gefahr vieler Menschen, dieser Geißel anheim zu fallen.

Vor allem sollen Möglichkeiten aufgezeigt und zur Diskussion gestellt werden, die uns (und unseren Kindern) helfen können, sich der brutalen Gehirnwäsche zu entziehen, mithilfe derer eine gnadenlos auf Absatz abstellende Kommerzgesellschaft ihre Gewinne ständig zu steigern versucht – ohne Rücksicht auf den gefährlichen Raubbau an der Natur und unserem Planeten zu nehmen, aber auch in völliger Unbedenklichkeit bezüglich der psychosozialen und finanziellen Verelendung derer, die sich gegen diesen Konsumwahn nicht zu wappnen und zu wehren wissen.

Wir sind durchaus nicht hilflos, wenn wir lernen – und das bereits als Kinder und Jugendliche –, uns dem Konsumterrorismus zu entziehen, statt immer unbedenklicher und leichtsinniger dessen Opfer zu werden.

Hans-Wolff Graf

Lesen Sie hier den vollständigen Artikel (PDF, 480 KB)

21. Februar 2017

Trump – Narzißmus made (nicht nur) in USA!

21. Februar 2017|Politik, Psychologie, Querdenker-Blog, zeitreport online|Kommentare deaktiviert für Trump – Narzißmus made (nicht nur) in USA!

Es mutet (nachgerade uns Europäer) bizarr an, was uns an politischen Nachrichten aus den USA erreicht. Und in der Tat erscheint uns der 45. Präsident über mittlerweile 355 Millionen Menschen als eine Mischung aus lustigem Clown, größenwahnsinnigem Drittwelt-Potentaten und jovial-symphatischem Entertainer. Psychologisch betrachtet handelt es sich bei Donald Trump um ein phänomenologisch typisches, auch bzw. speziell in der Politik gar nicht so seltenes Exemplar von Narziß. Aber gemach; Narzisse, die auf dem politischen Spielfeld ihr Unwesen treiben, gab/gibt es zuhauf, in vielen Ländern, allen politischen Varianten und zu allen Zeiten – als Fürsten, Könige und Zaren, hochrangige Militärs und Diktatoren, Religions- und Sektenführer.
Der Begriff leitet sich her aus dem Mythos um den schönen, aber unehelichen Sohn des Flußgottes Kephissos mit seiner Geliebten Leiriope, einer Nymphe, die er kurzerhand entehrte und schwanger zurückließ. Bei all seiner Schönheit ließ Narziß dieser „Makel“ nie los, und trotz aller Umwerbung seiner Umwelt, die der Jüngling wunderbar zu manipulieren verstand, erwuchs ihm daraus nie ein wirklich gesundes Selbstwertgefühl, und er ertrank, wie ihm Teiresias, ein göttlicher Wahrsager, prophezeite, als er starr vor Selbstverliebtheit versuchte, seinem betörend schönen Ebenbild in einem See nahezukommen.

Nun, so selten sind derart selbstverliebte Zeitgenossen beileibe nicht, und schon gar nicht beschränkt sich diese Spezies auf das Territorium der USA. Sie tummeln sich auch nicht nur in Parteien und in der Politik; wir finden sie als Konzernchefs und Wissenschaftler, Rechtsanwälte und Chefärzte, „Philosophen“ und Lehrer, Banker und Berater aller Couleur, im Militär- und Polizeidienst – generell überall, wo sie ihre Minderwertigkeitskomplexe und Versagensängste durch funktionale Macht(anmaßung), in relevanten Bereichen und an Schalthebeln der Macht kompensieren zu können glaubhoffen. Sehr zu empfehlen ist hierzu folgender Artikel: Narzisstische Persönlichkeitsstörung: mangelndes Selbstwertgefühl, fehlende Empathie und empfindliche Angst vor Kritik“
Nun ist beileibe nicht jeder Narziß eine potentielle Bedrohung für sein Umfeld; solange er als Künstler oder Sportler, Fernsehkoch oder Modezar seinen Narzißmus auslebt, soll und kann das Jedem egal sein. Schon dramatisch bis tragisch jedoch wird es, wenn ein Narziß seine Persönlichkeitsstörung in der Politik, als Banker, Offizier, Vermögensverwalter oder Leiter einer Pensionskasse, Arzt oder Rechtsanwalt auslebt, kurz: eine wichtige Funktion zum Spielfeld seiner Pathologie macht. Dann ist der Schritt zur Veruntreuung, verheerenden Fehlentscheidungen oder gar dem Anzettelns eines Krieges/Konflikts – auf (inter) nationaler Ebene, aber auch im privaten Umfeld, am Arbeitsplatz, in der Familie, einer Firma oder unter Partnern – nicht sehr weit.
Wenn ein Trump Schauermärchen aus Schweden erfindet, sonstige Phantasien auslebt und sich selbst feiert, muß das nicht verwundern, Narzißten leben in ihren eigenen Realitäten, kreieren mitunter bizarre Fiktionen und verkaufen auch dem Papst ein Doppelbett – soll er sich doch quer legen! Und wird ein Narziß bei Intrigen oder Lügen ertappt, handelt es sich natürlich um Mißverständnisse oder Irrtümer. Reue oder Scham sind dem Narziß fremd.
Durch sein zumeist überaus gewinnendes Wesen vereinnahmt der Narziß dabei oftmals seine Umwelt, feiert gerne auf jeder Partie mit und wirkt äußerst sympathisch. Zwar wird der Narziß nicht müde, seine Fähigkeiten und Leistungen immer aufs neue ins Rampenlicht zu stellen, sein Interesse an Anderen hingegen dient stets seinem Vorteil und beschränkt sich – von keinerlei wirklicher Empathie getragen – ausschließlich auf deren Nutzbarmachung für seine Ziele und Wünsche, und dafür sucht er sie rücksichtslos zu nutzen. Sein Sprachstil, seine Gestik und Mimik wirken sehr häufig gehetzt und nicht wirklich authentisch. Sein Schreibstil ist aufgesetzt, blumig und ausschweifend; er übertreibt und nimmt es weder mit der Grammatik noch mit der Interpunktion allzu genau, was unser Narziß dann gerne mit ‚Zeitmangel‘ oder ‚legasthenischer Schreibschwäche‘ erklärt. Sein Vertrauen zu Anderen ist ebenso gering wie zu sich selbst. Er ist sprunghaft, oberflächlich und egozentrisch, aber auch durchaus großügig und hilfsbereit – so bindet man nutzbare Menschen…
Sehr genau jedoch nimmt er es mit der wachsamen Kontrolle seines Umfeldes. Er trachtet danach, über alles informiert zu sein, kennt Alles und Jeden, schert sich aber kein bißchen um achtungsvolle Distanz. Solange er aus der Beziehung zu einem Anderen Vorteile ziehen zu können hofft, gibt er sich freundlich bis kumpelhaft, leutselig und anekdotenreich. Melden sie hingegen eigenes DenkFühlen, gar Ziele und Wünsche an oder begegnen Sie ihm gar mit Kritik, zweifeln an seiner Kompetenz oder verweigern sich seiner Selbstherrlichkeit, zieht sich unser Narziß blitzschnell beleidigt und ohne Vorwarnung zurück. Glänzte er bereits vorher nicht durch Zuverlässigkeit, kooperatives Teamwork und Ehrlichkeit, so stellt er nun jegliche Kommunikation ein, igelt sich vollends ein, intrigiert hemmungslos und verweigert sich komplett. Von einer allseits dienlichen Bereitschaft zur Findung vernünftiger Lösungen ist er meilenweit entfernt. Er nimmt sogar das Ausufern eines Problems in eine Katastrophe sehenden Auges in Kauf.

Ein Narziß hat keinerlei Überzeugungen (im Sinne aus gewissenhaftem Nachdenken resultierender Meinungsbilder). Vielmehr paßt er sich blitzschnell (er nennt es ‚flexibel‘) situativ an; das macht ihn für sein Umfeld so unberechenbar und stiftet oftmals Chaos. Seine Flexibilität beschränkt sich jedoch auf instinktiv erfaßte Notwendigkeiten und rücksichtslos genutzte Gelegenheiten zur eigenen Vorteilsnahme, oder um sich selbst in Szene zu setzen. Ansonsten ist unser Narziß völlig beratungsresistent. Er spürt jedoch genau, was sein Umfeld – Wähler, ‚follower‘, Claqueure und Bewunderer – von ihm erwartet und hören will. Wirkliche Freunde und tiefe Beziehungen haben Narzißten ganz selten – sie haben regelrecht Angst davor.

Erkennen Sie hier personelle Muster aus Ihrem privaten oder beruflichen Umfeld? Dann seien Sie gewarnt: Dieser Typus ist zumeist nicht bereit, sich selbst zu hinterfragen und kritisieren zu lassen. Nur im äußersten Notfall geht er Kompromisse ein, wobei er sich selbst schuldig ist, bei nächster sich bietender Gelegenheit „Revanche“ zu nehmen.
Sofern sie sich seinem Machtgebaren und Führungsanspruch bereit sind zu beugen, mögen sie mit einem Narzißten zwar für eine Weile gut fahren, nicht jedoch auf Dauer, und er ist es, der das Ende der Zusammenarbeit bestimmen möchte, wobei die Schuld für das Ende dieser Beziehung selbstredend bei Ihnen, nicht bei ihm liegt.
Suchen Sie jedoch ein kooperatives Miteinander, machen Sie auf dem Absatz kehrt (sobald sie hinter seine Maske blicken) und suchen Sie sich bessere, i.e.: empathischere, verläßlichere, ehrlichere und emotional gesündere Partner – beruflich wie privat!

Wir werden es vor allem in der Politik immer wieder mit (männlichen wie „weiblichen“) Narzißten zu tun haben – ob Trump und Schulz, Fischer oder Schröder, Kohl oder Merkel, v.d. Leyen oder Roth, Nahles oder Trittin, Guttenberg oder Schäuble sowie Legionen weiterer „Eliten“ in Berlin und Luxemburg, Paris und London, Washington, Moskau, Pyongyang und überall auf der Welt, wo krankhafter Ehrgeiz, Machthunger, Minderwertigkeitskomplexe, Versagens- und/oder Verlustängste sowie (daraus resultierende) Geldgier als funktionale Vehikel für pathologische Zweibeiner dienen können. An dieser Stelle sei, pars pro toto, auf folgende wichtige Dokumentation verwiesen: Die US-Präsidenten und der Krieg (WDR 2016).

Wie lange wir es jetzt mit einem Narziß Trump (oder hierzulande ab September vielleicht mit Herrn Schulz) zu tun haben werden, weiß zur Stunde noch keiner. Sicher bin ich mir aber, daß eine H.Clinton noch bedeutend gefährlicher gewesen wäre.
Und ich wage die Vorhersage, daß Trump nicht eine volle Amtszeit „residiert“; entweder wirft er sein „Spielzeug“ ‚Presidency‘ ganz plötzlich gelangweilt hin – das tun Narzißten bedenkenlos –, oder sein biophysisches System bricht abrupt zusammen (Narzißten neigen z.B. zu Schlaganfällen), oder irgendeinem seiner Landsleute gehen die Nerven durch. Bis dahin wird er stetig und vergnüglich für Unterhaltung sorgen, bisweilen wohl für Kopfschütteln, Erstaunen und bitteres Lachen.
 
Hans-Wolff Graf

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27. Dezember 2016

Intrigen – Wenn die Seele weint

27. Dezember 2016|Psychologie|Kommentare deaktiviert für Intrigen – Wenn die Seele weint

Jeder von uns kennt sie: Menschen, denen man nicht traut, weil sie dazu neigen, ihnen zur Kenntnis Gelangtes nicht nur weiterzuerzählen, um sich damit wichtig oder bei anderen „lieb Kind“ zu machen, sondern dabei auch nach Belieben eigene Gedanken, Meinungen und Bewertungen hinzuzudichten, also auf Wort– und Sinntreue wenig geben.

Es macht uns betroffen, wütend oder traurig, wenn wir dann von dritter Seite erfahren, was diesen als wahr hinterbracht wurde und in welch übler Weise dabei die Wahrheit verzerrt, entstellt oder gar in ihr Gegenteil verkehrt wurde.

Empört versuchen wir dann, das dieserart falsch Übermittelte richtig zu stellen, zu erklären und nicht Erwähntes hinzuzufügen, um der Wahrheit wieder auf die Beine zu helfen. Wir fühlen uns betrogen und verraten, ins falsche Licht gerückt und hintergangen.

Nun beschließen wir, diesem Intriganten gegenüber vorsichtiger zu sein, ihm künftig mehr zu mißtrauen und weniger zu vertrauen. Nicht selten registrieren wir dann jedoch, daß dieser Intrigant nun beileibe nicht sein maliziöses Treiben einstellt oder zumindest reduziert; weit gefehlt – jetzt geht es erst richtig los, und sämtliche Drohungen und Abmahnungen helfen dabei wenig. Der Ertappte versucht nun umso subtiler, seine korruptiven Spielchen weiter zu verfolgen.

Gehen wir in die Offensive und stellen wir den Intriganten offen bloß und zur Rede, wird dieser – je nach Mentalität – entweder heftig und aufbrausend jeden Vorwurf von sich weisen oder (mehr oder weniger geschickt) abzulenken versuchen. Er kramt dann aus einem unsichtbaren, aber stets sorgsam geordneten und „griffbereit“ gehaltenen „Säckchen“ Einzelheiten, Erinnerungsbruchstücke und Geschehnisse (z.B.: „Du hast damals wörtlich gesagt …“), die mit seiner Intrige selbst überhaupt nichts zu tun haben. Sie verfolgen eigentlich nur einen Zweck: alle am Gespräch Beteiligten zu verwirren und von den – sehr wohl empfundenen – Schuldgefühlen des Intriganten abzulenken.

Das Zerwürfnis ist perfekt, die Verwirrung auch. Bis die Beteiligten an einem derartigen (offengelegten) Intrigenspiel wieder zueinander finden und in zweckmäßiger Weise wieder miteinander umgehen, können Wochen und Monate, mitunter sogar Jahre vergehen. Mißtrauen begleitet jeden der Beteiligten von nun an wie ein dunkler Schatten.

Warum intrigiert ein Mensch, obwohl er doch wissen muß, daß die Verbreitung falscher Informationen irgendwann doch ans Tageslicht kommt (und dies zumeist im denkbar ungünstigsten Moment)?

Nun, oftmals deshalb, weil dem Intriganten selbst überhaupt nicht klar ist, daß er intrigiert.

Noch paradoxer: Unterstellt man ihm intrigantes Treiben, würde ihn dieser Vorwurf unsäglich erschüttern und entweder wütend oder traurig machen. Er ist sich der fehlerhaft oder nur fragmentarisch übermittelten Botschaft und deren Inhalte selbst gar nicht bewußt. Er gibt einfach das weiter, was ihm dienlich erscheint. Nur in den seltensten Fällen intrigieren wir bewußt und vorsätzlich.

Dies ist auch der Grund dafür, daß selbst hochintelligente Menschen oftmals auf so verblüffend dumme Art und Weise intrigieren, daß die Gefahr der Entdeckung der Intrige beinahe unausweichlich vorprogrammiert ist.

Was sind die Motive eines Menschen, der intrigiert?

Zuvorderst sind dies Minderwertigkeitskomplexe, das Gefühl, hintangestellt zu sein, nicht der eigenen Leistung entsprechend honoriert und geachtet zu werden. Dahinter kann sich Eifersucht verbergen, verletzter Stolz, das Gefühl der Nichtbeachtung oder das vermeintliche Bewußtsein um eigene Schwächen, die auf diese Art und Weise kaschiert werden sollen.

Stellen Sie sich dazu ein Gesellschaftsspiel vor. Es gehört schon eine gewisse Charakterfestigkeit dazu, nicht zu schummeln, wenn sich einem dazu die Gelegenheit bietet. Auf der anderen Seite: Wir alle kennen das Gefühl, einen Sieg gar nicht richtig auskosten zu können, wenn wir ganz genau wissen, daß wir geschummelt, also betrogen haben.

Warum intrigieren wir dann aber oftmals gegen Menschen, die wir eigentlich lieb haben, deren Vertrauen uns wichtig ist und die wir um Himmels willen nicht verlieren wollen?

Hier könnten wir Altvater Goethe zitieren: „Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft“. Doch das Problem ist damit nur unzulänglich erklärt.

Schon eher hilft uns der klassische Satz weiter: „Zwei Seelen leben – ach – in meiner Brust“. Und so ist es tatsächlich: In jedem von uns wohnt ein ICH, das höchst liebevoll und warmherzig, vertrauensvoll und menschlich-nahe mit seiner Umwelt korrespondieren möchte. Dieses ICH ist glaubensfähig und geradezu kindlich-naiv, heiter und lustvoll-lebendig, eben natürlich. Nennen wir dies das helle ICH.

Andererseits tragen wir in uns ein zweites ICH, welches von unerfüllten Träumen und Wünschen, Niederlagen und fiktiven Ängsten arg gebeutelt sein Unwesen treibt. Dieses zweite ICH, das dunkle, kennt den Schmerz des Verlustes, des Alleingelassen-Seins, der Zurückweisung und des Weniger-Wert-Seins. In diesem zweiten ICH finden wir all die negativen Bannbotschaften verankert, mit denen wir im Laufe unserer Erziehung in Kindheit und Jugend „vertraut“ gemacht wurden („das klappt sowieso nicht“ oder „das darfst/kannst Du nicht“, etc.), es ist das adaptierte und höchst un-natürliche genormte ICH.

In diesem zweiten ICH erarbeiten wir all die Umwege und (vermeintlichen) Abkürzungen, die   – so hoffen wir – uns an die erstrebten Ziele bringen, ohne daß wir Fehler machen (vor denen wir schon deshalb Angst haben, weil sie regelmäßig mit Strafe, Vorwurf, Mißachtung oder Spott aus unserem Umfeld geahndet werden). Beinahe jedes Mittel ist uns recht, wenn es darum geht, Verluste zu vermeiden, den eigenen Wert nicht hintangestellt zu sehen, nicht zweiter Sieger zu sein.

Gerade wenn uns Menschen lieb und teuer sind, versuchen wir, deren Nähe notfalls auch zu erzwingen, sie von anderen fernzuhalten, die wir als Bedrohung für uns selbst empfinden. Daß dabei auch der geliebte Mensch nicht selten getroffen und verletzt, ins schlechte Licht gerückt und regelrecht verraten wird, kommt uns in diesem Moment gar nicht zu Bewußtsein.

Wie findet der Intrigant willige Opfer seiner Intrigen?

Nun, der Intrigant beweist bei seinem Vorgehen oftmals ein erstaunlich gutes Gespür dafür, wem er mit welchen Falschmeldungen am besten zuleibe rückt. Intrigen gedeihen am besten als Dialog zwischen zwei (oder mehr) ICHs der dunklen Art. Das dunkle ICH des Intriganten adressiert also ganz intuitiv und höchst subtil das dunkle ICH seines Gegenüber, bei dem er spürt, wie gierig der korruptive Inhalt der Botschaft aufgesaugt und als wahr ins eigene Meinungsbild gebettet wird.

Man könnte sagen: Zwei verletzte ICHs korrespondieren herrlich miteinander, weil sie unter ähnlichen Verlust- bzw. Versagensängsten leiden.

Träfe nämlich der Intrigant auf einen freien, authentischen Gesprächspartner, würde dieser bereits beim geringsten Verdacht, daß es sich um Wichtigtuerei, Tratsch oder eine handfeste Intrige handelt, den Intriganten unterbrechen und entweder denjenigen ins Gespräch ziehen, um den gerade eine Intrige geflochten wird, oder er würde sich jede Art intriganten Geschwätzes tunlichst verbitten.

Welcher Mittel bedient sich der Intrigant?

Er appelliert, wie bereits erwähnt, an die fiktiven Ängste seines Gegenübers und dies vornehmlich unter dem „Siegel der Verschwiegenheit“. Er verkauft sein (angebliches) Wissen dabei entweder völlig „uneigennützig“ oder zeigt – diese „Verpackung“ wird besonders gerne genommen – eigene Bestürzung, Trauer oder Empörung ob des (angeblich) Gesagten oder Getanen.

Je verletzter und empörter der Intrigant ist, umso willkürlicher flicht er Einbildung und Wunschdenken, Trauer und Wut um die tatsächlichen Geschehnisse. Er reißt aus dem Zusammenhang, zitiert bruchstück- und fehlerhaft, verweist auf (scheinbar) logische Zusammenhänge mit anderen Ereignissen (die damit zumeist überhaupt nichts zu tun haben). Je bereitwilliger das dunkle ICH seines Gegenüber die maliziösen Inhalte der Intrige aufnimmt, desto mehr steigert sich der Intrigant in seine eigene Intrige.

Anthony Greenwald, ein Hirnforscher, spricht hier von einem „totalitären Ego, das durch Interpretationen die eigenen Erfolge unangemessen hervorhebt und den Anteil Anderer schmälert“. Hierbei werden Erinnerungen nicht von Fakten, sondern von Meinungen bestimmt und, wie der Psychologe Don McAdams von der North-Western University in Illinois bekräftigt, konstruiert die subjektive und ausschmückende Erzählung die Vergangenheit. Dieses totalitäre Ego geht bei der Weitergabe von derartigen „Informationen“ oft so geschickt vor, daß es höchst vertrauenswürdig wirkt und nur dann weitergegebene Halb- und Unwahrheiten ans Tageslicht kommen, wenn der mit Desinformationen versorgte Gesprächspartner diese zu hinterfragen die Gelegenheit hat und sich die Zeit nimmt – was oftmals nicht möglich ist – und versuchterweise eben dadurch unterbunden wird, daß man die weitergegebenen Botschaften unter das „Siegel der Heimlichkeit“ stellt. „Wissens“vorsprung suggeriert Macht, Überlegenheit und steigert das Eigenwertgefühl des totalitären Egos.

Wir versuchen, so der Psychologe John Koter, „unser Erwachsenenalter wie Künstler zu durchlaufen, indem wir ständig das Selbstportrait übermalen, das wir erstmals in der Jugend anlegten“.

Speziell in Disstreß*-Situationen spielt uns unser Gedächtnis, bedingt durch die großen Mengen an ausgeschüttetem Cortisol (ein Streßhormon, das durch unsere Eingeweide tobt), einen Streich, wobei Isabella Heuser, Professorin am Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim, den Verdacht äußert, daß eben dieses Cortisol Nervenzellen im Hippocampus, dem wichtigsten informationssteuernden Zentrum im Gehirn, nachhaltig schädigt – offensichtlich ein Hinweis darauf, daß negativer Dauerstreß für das Gedächtnis nicht gut ist. So kommt es speziell bei Trauer und nach Todesfällen zu einer Art Depression, die dann von einer erhöhten Cortisol-Ausschüttung begleitet wird. Es scheint also etwas daran zu sein, wenn der Volksmund sagt: „Streß macht alt“ – wobei hier präziser von negativem, also Disstreß, gesprochen werden muß. So erhöht sich unter Disstreß die Herzfrequenz, der Schlaf leidet, und es scheint, daß Disstreß-reiche Situationen den Alterungsprozeß beschleunigen. Zwanghafte Vorstellungen, die mit Versagens- und Verlustängsten einhergehen, können also buchstäblich Halluzinationen hervorrufen, die den davon Geplagten zwischen Wahrheit und Angst-stimulierten Irrealitäten nicht mehr unterscheiden lassen.

Zusammengefaßt: Hinter Intrigantentum, dem berühmten Hinter-dem-Rücken-Reden, dem Anschwärzen und Verleumden steckt also vornehmlich ein ganzes Arsenal von Versagens- und Verlustängsten, Autoritäts- und Minderwertigkeitskomplexen, Verlassenheitsphobien, manischen Selbstwertzwängen und anderen seelischen Traumata, deren Ursachen weit in die Kindheit zurückreichen, dort manifestiert und in unseren Lebensbaum eingegraben („engrammiert“) wurden. Diese Engramme wieder aufzuarbeiten und zu glätten ist insofern schwierig (manchmal sogar unmöglich), als dazu die Bereitschaft des Menschen gehört, sich auch dem Schmerz der Wiedererkennung zu stellen – vergleichbar mit der Angst vieler Menschen vor Spritzen, von denen wir zwar glauben (bzw. sogar wissen), daß sie uns helfen, deren Einstichschmerz (und das manchmal begleitende Druckgefühl, Übelkeit, etc.) wir jedoch beinahe noch mehr fürchten.

Viele dieser Menschen fühlen sich auch subjektiv „beschwerdefrei“ – wir kennen dies alle: Niemand hat Zahnschmerzen, wenn er im Wartezimmer des Zahnarztes sitzt.

Ein weiteres Problem ist die Tatsache, daß sich die meisten Intriganten – Intrige ist ja kein

24-Stunden-Job – oftmals auch sehr gewinnend und sympathisch, hilfsbereit und herzlich geben, man ihnen also ihr intrigantes Treiben (was ja spontan und in Schüben auftritt) eigentlich gar nicht zutrauen mag.

Schmerzlich beschämend ist für den Intriganten, der, wenn ihm seine Intrige brachial nachgewiesen wird, sich selbst nicht versteht, daß er sich und seiner Umwelt sein intrigantes Tun überhaupt nicht erklären kann. Die Einsicht darein, illoyal gewesen zu sein, unfair gehandelt zu haben und womöglich ihm liebe Menschen verraten und getäuscht zu haben, wirkt auf den Intriganten mitunter wie ein Schock. In der Folge zweifelt er an sich selbst, das Mißtrauen gegenüber der eigenen Urteilskraft, eigenem Tun und Handeln nimmt peu à peu zu und verunsichert ihn sogar noch zunehmend.

Intrigen wirken also – wenn sie nicht sauber erkannt, besprochen und offengelegt werden – wie ein Teufelskreis, durch den sich der Intrigant zunehmend selbst vergiftet – mit fatalen Folgen für sein eigenes System; früher oder später wird der Intrigant – abhängig von Häufigkeit und Grad seiner Intrigen – zwangsläufig körperlich, geistig oder seelisch ernsthaft erkranken, und der jeweils schwächste Teil seines Gesamtsystems wird dabei als erstes in Mitleidenschaft gezogen. Leider werden die daraus erwachsenden gesundheitlichen Schäden – seien dies Allergien oder Kreislaufstörungen, Ödeme oder Magengeschwüre bis hin zu verschiedenen Krebserkrankungen – dann nur medikamentös oder operativ (also exogen, d.h. von außen) therapiert, als daß – was äußerst schwierig ist und die meisten Humanmediziner auch völlig überfordert – auf die Ursachen der körperlichen Fehlfunktionen eingegangen wird.

Die Tendenz dazu, sich auf intriganten Pfaden Wohlwollen und Anerkennung, Liebe und Zuneigung, Dank und Lob zu sichern, erwächst aus Mustern, deren Ursachen bis weit in die Kindheit zurückreichen. Die Unfähigkeit vieler Eltern, Kindern gegenüber eigenes Versagen zu gestatten und einzugestehen, ihre Tendenz, sich dann lieber in Ausreden zu flüchten oder gar apodiktisch die eigene Schuld zu verklären („immerhin bin ich Deine Mutter“ oder „als Dein Vater werde ich wohl wissen, was richtig und falsch ist“), wird dem Kind die klare Meldung vermittelt, es gefährde die Nähe und Liebe seiner Eltern, wenn es nicht bereit sei, sich auf diese „Spielchen“ einzulassen. Da Eltern – zumindest für noch junge Familienmitglieder – per se Recht haben und nicht irren können, übernehmen die Kinder dann auch im späteren Leben diese Verhaltensmuster und nötigen damit ihren späteren Lebens- und Arbeitspartnern (sowie natürlich ihren Kindern) die gleichen Verhaltensweisen auf, deren tragische Pervertiertheit ihnen oftmals gar nicht klar ist.

Wiewohl sie spüren, daß hier etwas faul ist – bei Anderen empören sie sich ja sehr unzweideutig über deren Intrigen –, fürchten sie gleichwohl die Offenlegung ihrer eigenen Intrige, da ihnen schwant, daß sie durch die Offenlegung einer Intrige die Liebe des Anderen gänzlich verlieren (so wie ihre Liebe den eigenen Eltern gegenüber ja ebenfalls arge Einbußen erlitt, die sie sich jedoch – wiederum kultural bedingt – nicht einmal selbst einzugestehen wagen). Der eigene erlebte Vertrauensschwund (gegenüber den Eltern) wird dann auf die Umwelt projiziert, was weitere Ängste auslöst und den Intriganten immer weiter in die eigene Verhaltensweise treibt.

So gesehen ist der Intrigant ein beinahe bemitleidenswertes Opfer seines eigenen Fehl-DenkFühlHandelns. Wer im Rahmen einer Offenlegung dieser Verhaltensweisen aus diesem circulus vitiosus aussteigt – im Rahmen einer intensiven Psychoanalyse oder in psychologischen Seminaren –, kann mit diesem „Bann“ tatsächlich brechen. Er wird eine ungeheure Befreiung erleben, angstfrei zu vergeben lernen und die vormals oktroyierten Engramme auch vollständig glätten können. Selbstverachtung mündet dann in ein höchst befreiendes Selbstachtungsempfinden – vor allem wenn er registriert, daß seine Umwelt diese Wandlung nicht mit Häme und Spott begleitet, sondern diesen Umschwung ebenfalls erleichtert und freudvoll registriert.

Fazit: Je authentischer, d.h. ehrlicher und echter ein Mensch sein Leben lebt, er mit Siegen und Niederlagen gleichermaßen zu leben lernt und keine Zuflucht zu „Umwegen“ sucht, desto weniger Disstreß-behaftet wird er sein Leben führen – privat wie beruflich – und umso gesünder wird er sein System, seine „Triade“ aus Körper, Geist und Seele erhalten und genießen können.

Hans-Wolff Graf

* negativer Streß

27. Dezember 2016

Jeder Terror ist ein Akt gegen die Menschlichkeit.

27. Dezember 2016|Gesellschaft|Kommentare deaktiviert für Jeder Terror ist ein Akt gegen die Menschlichkeit.

Um es gleich vorwegzunehmen: Weder die Vereinigten Staaten von Amerika, noch sonst ein Staat, ein Volk oder eine Nation haben ‚den Terror’ oder ‚Terrorismus’ erfunden. Vielmehr leitet sich der Begriff ethymologisch vom lateinischen ‚terror’ (dtsch.: Angst, Schrecken) ab, mithilfe dessen Anwendung ggü. Dritten man zu erzwingen sucht, was man auf zivilisiertem Wege – durch Verhandlung, Überzeugung, Tausch – nicht zu erreichen vermag. Daraus darf grundsätzlich abgeleitet werden: Terror ist per se ein Akt der Hilflosigkeit, also ein eklatanter Beweis von Schwäche. Dabei ist Terror, den einer (als Einzelner wie auch als Gruppe/Staat) gegen einen anderen ausübt, beileibe nicht auf physische Gewalt beschränkt, vielmehr bedient sich der Terror Ausübende fallweise körperlicher (als Staat eben z.B. militärischer), aber auch emotionaler Mittel, der Androhung von unliebsamen Folgen und Strafen, um sein Ziel ggf. auch per Zwang durchzusetzen. Ob also ein Mensch dem anderen Gewalt androht, um dessen Brieftasche zu ergattern, oder George W. Bush dem Iran mit ‚ernsten Konsequenzen’ droht (für den Fall, daß dieser sein Atompropramm nicht aufgibt), ist prinzipiell dasselbe. Aber auch der Vater, der mit Prügeln sein Kind ‚zur Räson’ zu bringen versucht oder mit Essensentzug droht, übt damit Terror auf den mutmaßlich Schwächeren aus. Zumeist verkannt (zumindest jedoch unterschätzt) wird aber, daß auch die Inaussichtstellung von Ausgrenzung aus einer Gemeinschaft, deren Zugehörigkeit und Schutz man sucht, beim davon Betroffenen Ängste auslösen kann. Dieses Mittels – Liebesentzug, Schüren von Verlassenheitsängsten, Verlust des Arbeitsplatzes, etc. – bedienen sich Menschen und Sozialitäten/Sozialgemeinschaften unterschiedlicher Größe und Couleur (Familie, Bürogemeinschaft, Firma, Gewerkschaft, Partei), um den Willen des Individuums zu brechen, die systemische Ordnung aufrechtzuerhalten, Vorschläge (und allzu neue Ideen) abzublocken und drohende Veränderungen, d.h. Abweichungen von der bisher gültigen Norm zu unterbinden. Mit dem Mittel des Terrors versucht also eine Seite, ihren eigenen (vermeintlich bedrohten) Vorteil zu wahren – ohne Rücksicht auf die Interessen des Anderen.

Nun ließe sich einwenden, daß die Bedrohung eines Anderen geradezu ein ‚Naturgesetz’ sei – immerhin droht ein Löwe, dessen Fang sich Hyänen allzu frech nähern, auch mit physischer Gewalt. Dem ist allerdings zu entgegnen, daß ‚naturgebotene Gewalt’ nicht grundsätzlich Terror darstellt; ist nämlich der Hunger des Löwen gestillt – was er den Hyänen übrigens in seiner Körpersprache signalisiert –, kümmert es ihn in keiner Weise, wenn sich dann die Hyänen, die selbst wenig jagdtauglich sind, am Rest der Beute schadlos halten. Will sagen: Nicht jede Form der Gewaltanwendung ist eo ipso Terror; hingegen ist jede Art von Terror mit Gewalt verbunden, auch wenn diese nur theoretisch angewandt, also in Aussicht gestellt wird.

Hinzu kommt bei der Frage, wann Gewalt angebracht ist, ein nicht unerhebliches Unterscheidungsmerkmal: Das menschliche Gehirn, was uns (zumindest theoretisch) in die Lage versetzt, unsere Rechte als Individuum nicht nur mit Gewalt durchzusetzen, vor allem aber niemals mit jedweden Mitteln des Terrors.

Mit anderen Worten: Die Verteidigung eigener Rechte mag zwar mitunter den Einsatz von Gewalt bedingen, zum Terror wird Gewalt aber erst, indem ich die (Verteidigungs-)Rechte eines Dritten mißachte und ihn zur Aufgabe dieser Rechte zu zwingen versuche, um daraus einen zusätzlichen Gewinn/Vorteil zu ziehen.

Ein weiterer Aspekt: Terror entspringt einem Mangel an Intelligenz (im Sinne der Unfähigkeit des Ersinnens eines alternativen Vorgehens). Wer Terror ausübt, ist entweder zu bequem oder geistig nicht dazu in der Lage, ein Ziel zu erreichen. Dementsprechend setzt er eigene Überlegenheit ein, um mittels Terror etwas zu erzwingen – z.B. per körperlicher Überlegenheit (als Räuber oder gar als Vergewaltiger) –, was ihm auf freiwilliger Basis verwehrt und verweigert würde. So würde ein mutiger, selbstbewußter Mann niemals zum Vergewaltiger; entweder er geht einen fairen Tauschhandel ein und zahlt für einen Bordellbesuch, oder er arbeitet an seiner Sozialkompetenz und Kommunikabilität, um sich dem Ziel seiner Begehrlichkeit freudvoll nähern zu dürfen – ohne Einsatz von Terror und unter Wahrung und Achtung der Rechte des anderen Individuums. Auf die psychologischen Aspekte und die psychopathologischen Hintergründe des Einsatzes von Terror komme ich im weiteren noch zu sprechen.

Aber auch den Eltern, die dem seine individuellen Grenzen ausforschenden (und dabei Vater und Mutter manchmal auf die Nerven gehenden) Kind mit strafbewehrter Befehlsgewalt begegnen, weil dies bequemer ist, als Erklärungen zu liefern, lösen damit bei ihrem Kind Angst und Schrecken (eben Terror) aus. Ein Verständnis um Zusammenhänge, ein sinnstiftender Lerneffekt dergestalt, daß das Kind den Sinn eines Verbots oder eines alternativen Verhaltens erkennt und bejaht, kann nur aus Erklärungen resultieren, die aber eben Zeit und ein kindgerechtes Heranführen an Probleme verlangen und voraussetzen. Zwar muß sich das Kind – physisch unterlegen und materiell wie auch seelisch völlig abhängig – dem ‚Recht des Stärkeren’ (und dessen Terror) beugen, aber tief in seiner Seele reißt dies eine Wunde, die ohne nachgereichte Erklärung nie ganz verheilt und deren Narben irgendwann wieder aufzubrechen drohen – dann nämlich, wenn dieses Kind selbst zum Stärkeren heranreift und dann mit den gleichen Mitteln gegen Andere (dann Schwächere) vorgeht, die es selbst zu spüren bekommen hat.

Und jetzt kommen wir auf den Kern des Übels ‚Terror’ – nämlich die Frage: Wodurch wird der Mensch eigentlich zum Terroristen, wo es sich dabei doch ganz offensichtlich um ein Verhaltensmuster handelt, was weder (im ursprünglichen Sinne des Wortes) natürlich ist, noch um ein Mittel, was geeignet ist, Probleme auf Dauer zu lösen?

Terror definiert sich als die Summe der fiktiven (Schmerz-, Versagens- und Verlust-)Ängste, die bereits während der Primärsozialisation in uns verankert werden. Sofern diese eingebildeten/fiktiven Ängste nicht mit Erklärungen unterfüttert und aufgelöst werden, erleben wir sie passiv auch in den nächsthöheren Sozialitäten, in die wir als Jugendliche und später als Erwachsene hineinwachsen, und verwenden sie aktiv gegenüber Dritten, um Anderen unseren Willen und unsere Überzeugungen aufzuzwingen. Damit verstoßen wir aber gegen jede natürliche Menschlichkeit und unser grundlegendes Ethos, egal, wodurch die Anwendung von Terror unter moralischen Gesichtspunkten (Staat, Religion, Political Correctness, etc.) scheinbar gerechtfertigt wird.

Wie bereits erwähnt, ist die Anwendung von Terror keine natürliche Verhaltensweise; ausschließlich der Mensch bedient sich des Terrors als Mittel zum Zweck zur Erzielung eines Vorteils, und dies unter bewußter Mißachtung der Rechte eines Dritten.

Nun hat die Bewußtheit von Terror in unserem Leben eine lange Tradition. Sie geht zurück bis in unsere Kindertage, also in das Stadium der Primärsozialisation – in der kleinsten Sozialität, die wir als Familie bezeichnen. Terror, respektive die Angst davor, Terror erleiden zu müssen, sich in seiner Klein- und Schwachheit terrorisiert zu fühlen und diesem Terror ausgesetzt zu sein, ohne sich wehren zu können, stellt eines der traumatischsten Erlebnisse in unserer Kindheit dar. Und hier läßt sich an einem guten Beispiel erklären, was der Unterschied zwischen (natürlichem) Erschrecken und (widernatürlichem) Terror bedeutet: Jedem Kind flößen bestimmte Ereignisse – lautes Türenschlagen, Blitz und Donner, das wütende Bellen eines Hundes – Schreck ein. Erhält es dafür eine Erklärung vonseiten der Eltern, kann es diesen Schrecken verarbeiten – ohne seelische Narben, eben weil es verstanden hat, was ihn erschreckt hat. Wird das Kind jedoch erklärungslos mit diesem Schrecken alleine gelassen oder das schreckeinflößende Moment sogar als drohende Strafe mißbraucht, so führt genau diese Bedrohung zu einer Verankerung des Schreckens – aus einem natürlichen Ereignis wird eine latente Bedrohung; ein natürliches Erschrecken erweitert sich zu einer ständig im Hinterkopf gehaltenen fiktiven Angst.

Nicht selten benutzen Eltern derartige Schreckmomente, um allzu temperamentvolle und kreative Kinder zur Raison zu rufen, ohne dabei zu bedenken, welchen enormen Schaden sie damit anrichten können.

In gleicher Weise wirkt die ständige Bedrohung des Kindes vonseiten der Eltern mit Prügeln, Essens- und Schlafentzug, Stubenarrest in einem dunklen Zimmer sowie die strikte Verweigerung des Miteinander-Sprechens, der Zuwendung von Liebe und menschlicher Wärme verheerend; die Angst vor diesen physischen und emotionalen Schmerzen kann tiefe Wunden in die noch junge Seele reißen, und wie bei einer Wunde, die nicht sorgsam gepflegt wird und deshalb narbenlos heilen kann, wirkt die ständig wiederkehrende Bedrohung dann auch zunehmend als dauerhafte Angst (wenn auch nur fiktive) – eben als Terror.

Eine von derartigen Momenten der Angst durchwirkte Erziehung mag zwar für die Eltern den Vorteil haben, daß sich das Kind bequemer kontrollieren und disziplinieren läßt, die Eltern legen damit aber den Grundstein dafür, daß ihr Kind ein Angsthase, Duckmäuser und Feigling wird, sich selbst einer an sich natürlichen Kreativität und Neugier enthält und später zum angepaßten Mitläufer wird. Darüber hinaus entwickelt sich damit eine ‚Terroranfälligkeit’, die das Kind im späteren Erwachsenenleben auch leichter zum Opfer anderer Terrorismen werden läßt. Alternativ lernt und übernimmt das Kind aber auch diese Mechanismen, um sie seinerseits im späteren Leben einzusetzen.

So ganz nebenbei erfährt das Kind, während es in die zweite Stufe der Sozialität (erweiterter Familienkreis, Nachbarschaft) hineinwächst, daß derart dauerhaft verankerte Ängste anscheinend irgendwie zum Leben dazugehören. Es erlebt die Angst der Älteren vor Krankheit und Arbeitslosigkeit, Unfällen und Überfällen, Krieg und Tod; das Moment des Erschreckens und Erschrecktwerdens gewinnt an Permanenz. Nach und nach gräbt sich ins Bewußtsein des Kindes/Jugendlichen die Überzeugung ein, daß das Leben insgesamt eine Aufeinanderfolge von Gefahren, Bedrohungen und schmerzvollen Augenblicken ist. Die eigentlich natürliche und unser Werden und Wachsen stimulierende Welt verdichtet und verdunkelt sich zunehmend zu einer permanenten Gefahrenzone.

Unter pädagogisch wertvoller Observation nehmen dies die Eltern wahr und können durch Gespräche, vor allem aber durch ein positives Vorleben, dem Kind früh- und rechtzeitig die aufkeimende ‚Angst vor dem Leben’ nehmen. Sind jedoch die Eltern mit ihren eigenen Ängsten zu sehr beschäftigt, und machen sie sich das Leben als Eltern allzu einfach, so fehlt ihnen der Blick für diesen pädagogisch wichtigen Aspekt der Erziehung. Sie verkennen dabei aber, daß gerade in der frühesten Kindheit dem kleinen Spatzen noch jede Möglichkeit fehlt, sich intellektuell und emotional mit diesen Bedrohungen auseinanderzusetzen. Gerade kleine Kinder ahmen instinktiv erst einmal das nach, was ihnen die Umwelt vorlebt. Insbesondere die Eltern, die frühesten Bezugspersonen des Kindes, spielen dabei die entscheidende Schlüsselrolle. Hinzu kommen weitere, dieses Problem nährende, tagtäglich erlebte Einflüsse aus den Medien – Kriegs-/Horrorfilme, tägliche, von Gewalt strotzende Berichte, Killerspiele.

Ob und in welchem Maße ein Kind als ängstlich und verschüchtert in seine Jugendzeit hineinwächst oder bereits als Kind lernt, mit Interesse, Neugier und Lebensfreude ins Leben zu stapfen, entscheidet sich daher in der frühesten Kindheit.

Verängstigte Kinder werden zu verängstigten Jugendlichen. Sie setzen damit das Erbe ihrer Kindheit und deren Inhalte fort. Ein mit gesunder Lebensfreude und einem natürlichen Umgang mit den Vor- und Nachteilen unterschiedlicher Verhaltensweisen ausgerüstetes Kind wird auch als Jugendlicher weniger schnell zum Opfer von Terror und Einschüchterung. Sein natürliches Warnsystem wird es Gefahren schneller erkennen lassen und es wird lernen, diesen eher auszuweichen, als daß es zum naiven Opfer von Cliquen und schlechtem Umgang wird. Ein in der Kindheit nicht mißbrauchtes, sondern genährtes Vertrauen wird das Kind auch als Jugendlichen dazu befähigen, sich mit Neuem interessiert, aber auch kritisch auseinanderzusetzen. Es wird sich in natürlicher Homogenität in die nächstgrößeren Sozialitäten (Schule, kommunales Umfeld und Beruf) hineinarbeiten, über neue Eindrücke und Erlebnisse reflektieren und kommunizieren, Gemeinsamkeiten wie auch Widersprüche entdecken und angstfrei bewältigen.

Natürlich wird es auch Krankheiten und Unfälle als nicht zu vermeidende Geschehnisse im Leben begreifen – aber eben angstfrei. Es wird Mitgefühl mit davon Betroffenen empfinden, aber nicht in Mitleid verfallen und eigene, tief in der eigenen Erinnerung vergrabene Ängste wiederentdecken und davor erschrecken. Es wird Vorsicht walten lassen, nicht hingegen überängstlich an Neues, Unbekanntes herangehen. Und es wird sich seine natürliche Neugier, sein Interesse an Andersartigkeiten, fremden Kulturen und Lebensformen bewahren und diese suchen, näher kennenzulernen und zu verstehen.

Fazit I: In unserer Kindheit werden also bereits die Weichen dafür gestellt, ob wir im späteren Leben mit Vorurteilen und Ressentiments an uns später begegnende Unterschiedlichkeiten in der Berufs- und Lebenswelt herangehen, oder diese mit hohem Interesse und natürlicher Neugier zu erfahren versuchen. In gleicher Weise wird aber schon in der Kindheit festgelegt, ob wir uns leicht erschrecken und ins Bockshorn jagen lassen. Ein von Terror unbelastetes Kind wird später aber auch nicht selbst zum Mittel des Terrors greifen, um sich damit einen Vorteil zu ergattern, den es auf andere Weise glaubt, nicht erzielen zu können.

Religiös und staatlich organisierter Terror

Die vorsätzliche Ausnutzung von fiktiven Ängsten ist jedoch beileibe nicht auf die Beziehung einzelner Menschen miteinander beschränkt; auch Organisationen bedienen sich fiktiver Ängste der Menschen, um diese möglichst umfassend und effektiv in ihrem DenkFühlHandeln unter Kuratel zu bringen und zu halten.

So lebt jede Religion davon, ihre Mitglieder (und potentielle neue) einerseits in einen Kranz von Lebens- und Verhaltensvorschriften für möglichst alle Belange des Lebens einzubinden und andererseits einen Katalog von Versprechungen für den Fall anzubieten, daß diese Regeln eingehalten werden, bzw. eine Liste von Drohungen parat zu halten, die denjenigen terrorisiert, der gegen diese “göttlichen” Verbote verstößt. Genau hieraus generieren die Religionen ihre Macht und ihren Einfluß. Ihr Fußvolk – hierarchisch sorgsam geordnet und trainiert wie ein Strukturvertrieb – spielt dabei perfekt auf dieser Klaviatur subtiler Ängste (Krankheit, Seuchen, Hunger, Tod, vor allem jedoch mit der Inaussichtstellung auf “ewige Qual ohne Erlösung” im Jenseits, auf dessen genauen Beschrieb sie gleich noch einen Alleinwissensanspruch erheben). Gleichzeitig offerieren sich diese Statthalter des jeweiligen Gottes als benevolente Vermittler für ein freudvolles Lebens und ewige postmortale Glückseligkeit. Einzige Bedingung dafür ist die widerspruchslose Akzeptanz ihres Regelkatalogs, der selbstredend göttlichen Ursprungs ist und in jeweils recht kreativer Weise seinen Weg zu uns Menschen gefunden hat.

Mithilfe dieser Drohkulisse, eines Katalogs von Strafen und Belohnungen festigt die jeweilige Religion ihre Systemik, hält ihre Mitglieder bei der Stange und genießt – insbesondere in Deutschland – ihre Privilegien. Das System selbst fußt also auf einer jeder Aufklärung spottenden, sich jeder Überprüfbarkeit verweigernden Desinformation – eben mithilfe des an die emotionalen Ängste appellierenden Terrors. Und da wir per se “allzumal Sünder” sind, verstößt Jeder täglich mehrmals gegen “göttliches Gebot”. Alleine dieser Satz grenzt mutmaßlich an Häresie und dürfte dem Autor postmortal Dekaden an Dunkelhaft bei Schwefeldampf und sonstiger Unbill einbringen.

Im Rahmen dieser ideologisch verquasten Terrorsystemik führ(t)en die Religionen – egozentrisch und intolerant gegen jedes andere religiöse Terrorsystem abgegrenzt – Kriege, erober(t)en Länder und ganze Kontinente, saug(t)en die Bevölkerung mit eigenen Steuergesetzen und Abgabenverpflichtungen aus, um ihrerseits ubiquitär Gotteshäuser zu errichten, Statthalter einzusetzen und Reichtümer anzuhäufen. Wo dies opportun war, arrangierten sich die Religionen problemarm mit Despoten und Diktatoren, Fürsten und Kaisern, heutzutage mit Staatsformen aller Couleur, deren Waffen sie segnen, Heere begleiten und Gesetze sanktionieren; kein Wunder, daß weltliche Potentaten immer auch die Nähe zur jeweils stärksten Religion suchten, um ihre Macht durch deren Placet auch göttlich abgesichert zu sehen. Wer sich diesem Gesetz widersetzte, verlor binnen kurzem auch seine Macht. Staat und Religion war also aus wechselseitigen Interessen stets an einem beiden Seiten dienlichen Miteinander in höchstem Maße gelegen.

Dem sakralen Terror steht der säkulare Terror – früher durch Gottkaiser und Pharaonen, später durch Fürsten und Könige (“von Gottes Gnaden”!), heute durch mehr oder minder undemokratische Regierungen – in nichts nach. Offiziell immer am Wohl des Volkes (“sozial“) und vor religiös fundiertem Hintergrund (“christlich“, “islamisch“, “hinduistisch“) herrscht die jeweilige weltliche Elite mithilfe eines breitfächrigen, möglichst undurchlässig-dichten Gesetzes- und Vorschriftenkatalogs, der einerseits Wohltaten und Sicherheit des Individuums zu sichern und zu garantieren vorgibt, andererseits aber jede Andersartigkeit, jedes Abweichen von einer obrigkeitlich verordneten Systemik mit Argwohn registriert oder unter Strafe zu stellen versucht. Die Enge dieses Gesetzeskatalogs einerseits und der Aufbau von Feindbildern (gegenüber anderen Staaten, inneren Feinden und möglicherweise drohenden Gefahren des Alltags) festigt und sichert die Macht des jeweiligen Staates bzw. der ihn regierenden “Eliten”. Je enger das Netz der Verordnungen und staatlichen Eingriffe und Kontrollen – natürlich alles zum Wohl der Bürgerschaft –, desto verunfreiheitlichter lebt die jeweilige Bevölkerung; man muß es ihr nur entsprechend euphemistisch verkaufen – die Kernaufgabe der jeweiligen Parteien und ihrer Fackelträger.

Darüber hinaus unterhält der Staat ein Millionenheer an Beamten und Bediensteten, Systemträgern der in alle Bereiche des Familien- und Arbeitslebens reichender [öffentlich-(un)rechtlicher] Organisationen – wiederum von unendlicher Fürsorge getrieben –, die nach offizieller Lesart nur dem Schutz der Bevölkerung nach innen und außen sowie dem “sozialen Ausgleich” dienen. In Wahrheit entmündigt der Staat seine BürgerInnen, verunfähigt sie ganz bewußt, ja vorsätzlich, und generiert damit eine – natürlich für viele recht bequeme – Abhängigkeit, mittels derer er seinen Machtanspruch sichert. Hierzu dienen Feindbilder und Drohkulissen aller Art: der böse Nachbarstaat als möglicher Angreifer, die Fährnisse der Umwelt, Krankheiten und alltägliche Gefahren des Lebens, die Folgen ungesunder Lebensführung und ausbeuterischer Arbeitsbedingungen, soziale Ungerechtigkeiten und ein gefährdeter Lebensabend – eine illustre Fülle drohender Momente, die zu begrenzen und zu bezwingen nur dem Staat und seinen willfährigen Bütteln, vor allem aber den Berufspolitikern in ihrer grenzenlosen Weitsicht und Weisheit obliegen kann. Auch diese Subsysteme des Staates bedienen sich des Vorschriften- und Ahndungskatalogs ihres obersten Heerführers, des Gesetzgebers, obgleich dessen “Chef”, die Bürgerschaft als (offiziell) oberster Souverän, dem Gros der Gesetze niemals zustimmen würde. Von Demokratie wird deshalb zwar offiziell und bei jeder sich bietenden Gelegenheit geschwafelt, realiter spielt sie jedoch nicht die mindeste Rolle.

Trefflich in die Hand spielt dem staatlichen System dabei das dichte Geflecht seiner Informationsnetze sowie die Fülle staatlich geführter Mediendienste, die den politischen Kurs, die ‘political correctness’ vorgeben. Sich dem Bevormundungs- und Überwachungsstaat zu versuchen zu entziehen, ist gefährlich, denn auch die Justiz ist alles andere als unabhängig; wer an eine Karriere als Richter oder Staatsanwalt denkt, wähle klugerweise die richtige Parteimitgliedschaft und befolge geflissentlich ‘interne Anweisungen’.

Im Namen der ihm obliegenden (in Wahrheit: hoheitlich angemaßten) Schutzfunktion bestimmt die Führungsclique über Krieg und Frieden, Militäreinsätze oder die Verwendung von Milliarden für Einsätze “befreundeter” Nationen und die Finanzierung von „befreundeten“ Diktatoren (vulgo:Entwicklungshilfe’). Sie verfeinert mit erheblichem Aufwand das staatliche Kontroll- und Überwachungsnetz, erläßt zusätzliche Gesetze und Verordnungen, fördert Systemdienliches und verunfreit, was sich ihr in den Weg stellt. Man müßte wort- und sinntreu von ‘Parteiendemokratur’ sprechen.

Der “Kampf gegen den Terror” ist in Wahrheit nur die systemische Abgrenzung gegenüber anders denkenden Religionen, Staaten und Nationen (die ihrerseits mit weltlichen und religiösen Terrorismen ihre Bevölkerung intellektuell und emotional verdummen und versklaven), ein subtiler Terror des Staates gegenüber der eigenen Bevölkerung, der damit die Kreation neuer Gesetze und Maßnahmen “legitimiert”, die seinen Machterhalt noch weiter zu sichern hilft, die Abhängigkeit der Bevölkerung noch weiter vorantreibt und das Verwaltungs- und Informationsnetz noch dichter werden läßt.

Hieraus wird ersichtlich, welchem Zweck Geheimdienste und unter Verschluß gehaltene Informationen tatsächlich dienen – beileibe nicht der Bevölkerung und deren Schutz, sondern ausschließlich dem Systemerhalt des jeweiligen politischen Klüngels. Spätestens hier entlarvt sich der Staat, respektive seine politische “Elite” selbst – weit jenseits jeglichen Demokratieverständnisses – als gefährlicher Terrorist, bzw. strafrechtlich potentiell als kriminelle Vereinigung.

Fazit II: Terror geht beileibe nicht primär von einzelnen Menschen aus; vielmehr benutzen sakrale wie säkulare Systeme vorsätzlich und filigran organisiert den ganzen Katalog fiktiver (und als real suggerierter) Ängste, um Feindbilder aufzubauen, ihre Macht zu sichern und auszubauen sowie zur Abwehr von jedwie anderem Denken. Religionen und Staaten ist dabei jedes Mittel recht, selbst das der Rechtsbeugung und eines Verfassungsbruchs – notfalls “geheilt” mithilfe von “Notgesetzen”, neuen Verordnungen oder geheim(dienstlich)en Aktivitäten. Hinter jedem Terrorakt, den uns Medien und Politiker als solchen verkaufen, steht eine weltliche oder religiöse Organisation, denn kein Einzelner käme je auf die Idee, einen Staat, eine andere Nation oder eine fremde Religionsgemeinschaft anzugreifen, wenn er nicht zuvor entsprechend desinformiert, manipuliert und emotional wie intellektuell korrumpiert wird. Er verstieße damit nämlich gegen jedes natürliche Ethos.

Terror setzt den “Segen” und ein entsprechendes Lohnversprechen vonseiten einer dahinterstenden systemischen Organisation voraus. Ob es sich dabei um Orden, Titel und Positionen oder ewiges Glück inmitten von Jungfrauen (zum einmaligen Gebrauch) und unsterblichen Ruhm handelt, ist primär ohne Belang. Ob wir uns i.p. Sprache (“political correctness“) und Lebensstil bzw. der Gestaltung unserer Arbeitswelt oder bei den Fragen der Sozial- und Altersvorsorge von einem allgegenwärtigen Staat kujonieren, entmündigen und zunehmend bevormunden lassen, dafür wird der Grundstock bereits in frühester Kindheit und Jugend gelegt.

Aufgabe einer pädagogisch wertvollen Erziehung durch Eltern und Lehrer sollte also sein, selbst auf Terrorismen jeglicher Art zu verzichten und dem Kind/Jugendlichen eine terrorresistente Lebensführung vorzuleben. Nur damit entwickeln Kinder/Jugendliche auch ein feines Gespür dafür, was falsch und echt, manipulativ oder motivatorisch, korruptiv oder kooperativ ist. Nur: Wer lehrt dies erst einmal die Eltern und Erzieher? Etwa unser (wiederum) staatliches “Bildungs”system?!?

Nein, dafür müssen wir schon selbst sorgen – so unbequem und zeitaufwendig dies auch sein mag.

Hans-Wolff Graf

27. Dezember 2016

‚Political Correctness‘ – Meinungsterror!

27. Dezember 2016|Gesellschaft, Kultur und Geschichte, Psychologie|Kommentare deaktiviert für ‚Political Correctness‘ – Meinungsterror!

Wir alle sind (als „Rudeltiere“) darauf hin erzogen, in Harmonie mit unserer Umwelt zu leben, um Konflikte möglichst zu meiden. Der „Preis“ dafür ist, daß wir uns dem Moralcodex – der Summe der Sprach- und Verhaltensmuster – anpassen, die unser Umfeld kennzeichnen. Soweit es sich hierbei um höfliches Benehmen, Eßsitten, etc. handelt, ist dies nur zu begrüßen. In diesem Artikel soll es aber mehr um unsere nach außen gezeigten Verhaltensmuster gehen, die sich in unserer Sprachlichkeit dokumentieren. Angepaßt und bequem lebt demnach, wer sich bestmöglich dem ‚codex generalis‘ unterwirft. Da man damit aber andererseits auch immer ‚unauffälliger‘ wird, versuchen wir, zumindest in Teilbereichen unseres Lebens eine Art ‚Originalität‘ zu entwickeln bzw. zu bewahren, um uns (zumindest partiell) zu unterscheiden, individuell und unverwechselbar zu bleiben. Gerade in der geistig-seelischen Pubertät kommt es deshalb regelmäßig zu Problemen, wenn der heranreifende Jugendliche sein eigenes Profil, seine individuelle Unverwechselbarkeit sucht und zu entwickeln bestrebt ist. Je ruhiger und gelassener Eltern und Umfeld mit Interesse und Verständnis (statt mit Vorschriften, Zwang, Verachtung und Spott, Versagens- und Verlustängsten) darauf reagieren, desto leichter fällt es, Spitzen in dieser Entwicklungsphase zu „glätten“, Übersprungsreaktionen zu vermeiden und dem Jugendlichen zu helfen, einerseits seine Individualität auszuprägen, andererseits den Konnex zu seinem Umfeld (und damit den ‚Boden unter den Füßen‘) nicht zu verlieren [also keine Angst vor Eskapaden – Piercing, grellem Auftritt, pubertärer Sprache, emotionalen Ausbrüchen, etc.]. Beugt sich der pubertätsgebeutelte Jugendliche nämlich dem Anpassungsdruck zu nachhaltig (z.B. durch eine allzu ausgeprägte Angepaßtheit der Eltern), gibt der Jugendliche seine Suche nach individueller Selbständigkeit auf und führt künftig ein unauffälliges Leben in der Masse. Nur in seiner Phantasie und der Pseudo-Realität von Filmen, Trash-TV (‚DSDS‘, ‚Dschungelcamp‘) oder heimlich (z.B. in ‚Swinger-Clubs‘ und SM-Studios), in Fußballstadien, Rockergruppen oder in „offiziellen“ Ausnahmesituationen „Fasching/Karneval“, „Oktoberfest“, etc.) lebt dieser Mensch dann die kärglichen Reste von Individualität aus, die ihm ansonsten probat abtrainiert wurden (bzw. die ihm nie gestattet waren, auszuleben). Manche kommen aus dieser inneren Protestphase für den Rest ihres Lebens nie heraus. Andere suchen dann ihr Heil in sakralen Zirkeln, Religionen und Sekten, exzessiven/rücksichtslosen Karrieren, Risikosportarten oder als Politiker.

Hinter all diesen Verhaltensweisen/-störungen und unterdrückten Individualitätsmustern stecken instinktive Bedürfnisse und damit in Konflikt stehende Versagens– und Verlustängste, die Angst vor Ausgrenzung und Vorwurf, Schuld und Vereinsamung.

Diese individuelle Problematik wird aber zu einer kollektiven Verhaltensstörung, wenn einer Gruppe von Menschen, gar einer Nation, Verhaltens-, Denk- und Sprachmuster übergestülpt werden, die einzig dem Zweck dienen, sie unter Kuratel zu zwingen und kollektive Schuldgefühle aufzubauen – kurz: Abhängigkeiten zu entwickeln und Kontrolle über sie zu erhalten/behalten. Beispielhaft seien hier sämtliche Religionen erwähnt, deren Vorgaben/Gebote kein Mensch zu 100% erfüllen kann (soll er ja auch gar nicht; sonst entzöge er sich dem kollektiven Schuldvorwurf). Aber auch nach Kriegen werden die Sieger jeweils zu Despoten über die Verlierer (Deutschland kann auch nach fast drei Generationen ein „Lied“ davon singen); den Juden werfen stramme Christen bis heute vor, einen gewissen Jesus ans Kreuz genagelt zu haben; die US-Regierung zahlt bis heute Indianern Renten für den Landraub der Weißen. Das ganze Arsenal von Vorurteilen, mit denen praktisch jedes Volk (zumeist von seinen Nachbarvölkern) belastet ist, grenzt ab und aus, kollektiviert die Masse, schafft und bewahrt Feindschaften und gerinnt zu ‚Meinungsterror‘. Sich dem zu entziehen, ist umso schwieriger, je des-individualisierter der Einzelne ist.

All unser berufliches wie auch privates Tun und Handeln wird durch ein gemeinsames Faktum gebündelt – die Sprache. Mittels Sprache erfolgen alle Formen des Austauschs von Gedanken und Gefühlen, Meinungen und Ansichten, Wünschen und Forderungen, Angeboten und Befehlen. Unser gesamtes DenkFühlHandeln versammelt sich in unserer Sprachlichkeit, und insofern ist unsere Sprech-, Schreib- und Körpersprache das einzigartige und wichtigste „Instrument“, mit dem wir den Kontakt zu unserer Umwelt aufbauen und pflegen. Insofern ist leicht nachzuvollziehen, daß unsere Sprache – quasi der Spiegel unseres DenkFühlens – wie ein Ausweis unserer Personalität wirkt, und dementsprechend benutzen wir unsere Sprache: Wenn wir uns in Sicherheit, im familiären Umfeld, unter Freunden oder Gleichgesinnten wähnen, pflegen wir eine offenere Sprache; treffen wir auf Fremde, gehen wir sprachlich vorsichtiger vor (oder haben Scheu, uns überhaupt zu äußern). Ob wir Artikel schreiben oder Vorlesungen/Vorträge halten, Kundengespräche führen, neue Mandanten kennenlernen oder im Urlaub auf Unbekannte stoßen, wir versuchen, uns sprachlich auf die Situation einzustellen. Je selbstsicherer, freier und unverklemmter wir sind, desto autarker und authentischer ist auch unsere Sprache. Natürlich gilt es dabei gewisse Anstaltsregeln einzuhalten, aber unser Wunsch ist eigentlich, ehrlich zu sagen, was wir denkfühlen. Dennoch unterstellen wir uns sprachlich (mündlich wie schriftlich) unbewußt auch der verbalen Korrektheit („political correctness“), um nicht anzuecken, nicht gegen „Tabus“ zu verstoßen, nicht abgelehnt oder ausgegrenzt zu werden – je unsicherer und angepaßter wir sind, desto mehr.

Nicht selten führt diese sprachliche „Kastration“ dann aber auch zu Fehleinschätzungen (von beiden Seiten), Mißverständnissen und (zwangsläufig) späteren Enttäuschungen, wenn aus vormals Fremden allmählich Bekannte oder Freunde werden.

Fazit:Meinungsfreiheit‘ ist ein sehr ambivalenter Begriff. Es gilt, sorgsam zwischen individueller Empfindungswelt, Ansicht und Meinung einerseits sowie kollektiver Haltung andererseits abzuwägen. ‚Meinungsfreiheit‘ kann weder gesetzlich verordnet, noch politisch diktiert werden; sie ist ein individuelles Gut und ein personaler Wert, den sich niemand aufzwingen lassen sollte – man muß sich ja nicht zu allem äußern, zu allem eine Meinung haben. Insofern spiegel z.B. Umfragen zur Meinungsfreiheit zumeist mehr die Ängste der Befragten als eine faktische Entität wider. Ebenso wenig kann der Gesetzgeber eine Meinungs’freiheit‘ garantieren, denn der meisten Menschen ‚Meinung‘ ist ohnehin nicht ihre eigene, sondern der sprachliche Spiegel dessen, was sie als Ansicht von Dritten übernommen haben, denn eine (eigene) MEINung setzt eine intensive Auseinandersetzung mit thematischen Inhalten voraus, und dazu nehmen sich die meisten Menschen ohnehin nicht die Zeit. Deshalb „leihen“ sie sich lieber von Anderen, was sie dann als ihre (eigene) Meinung äußern und vertreten. Keiner muß Angst davor haben, eine (wirklich eigene) Meinung zu vertreten, wenn sie nicht gleichzeitig die Ehre, das Ansehen und die Freiheit eines Dritten verletzt. Gleichwohl gilt es, insofern achtsam mit kollektiven Ängsten/ Befindlichkeiten zu rechnen, denen sich derjenige aussetzt, der sich öffentlich zu brisanten Themen äußert. Hierbei gilt es einerseits, nicht über juristische Tretminen zu stolpern, andererseits aber auch nicht über eigene Ängste, auf Widerstand und Ablehnung zu stoßen – womit wir wieder bei der o.g. Frage angelangt sind, wie sich eine autarke, authentische Persönlichkeit von einer allen genehmen, angepaßten Person unterscheidet.

Hans-Wolff Graf

3. Dezember 2016

Demokratie – Volksherrschaft oder Volksbeherrschung?

3. Dezember 2016|Politik, zeitreport online|Kommentare deaktiviert für Demokratie – Volksherrschaft oder Volksbeherrschung?

Demokratie oder Parteiend(a)emokratur

Ein äußerst lesenswerter Artikel, der zwar älteren Datums ist, jedoch nichts an Aktualität eingebüßt hat – ganz im Gegenteil; denn die Verhältnisse in den letzten 16 Jahren sind noch gravierender geworden.
Anläßlich der Bundestagswahl im nächsten Jahr und der im Wahlk(r)ampf (ent)stehenden Parteien und Ideen, dient dieser Artikel zur Aufklärung über das, was auf der „Politik-Bühne“ wirklich geschieht, bzw. wir mit uns machen lassen.

Demokratie – Volksherrschaft oder Volksbeherrschung?

Bedenklich stimmt (bisweilen auch erschreckend ist), wie unbedenklich und unbedacht mit dem Begriff Demokratie hantiert wird. Als sei dies der letzte Beweis für die Redlichkeit ihrer Argumente, halten uns Politiker und Parteien, Gewerkschaftsfunktionäre und andere Protagonisten der Öffentlichkeit diese Vokabel vor die Nase – Möhren gleich, mit denen man den Esel locken möchte.

Daß wir heute wohl weiter vom Ideal der Demokratie entfernt sind als zur Zeit eines Solon, Perikles, Herakleitos, Plato und Aristoteles, mag viele brüskieren, erstaunen und verwundern, gleichwohl entspricht es – leider – der Realität.

Sprachlich und dem originären Inhalt nach bedeutet Demokratie – ursprünglich aus dem Ionischen –: Herrschaft der Gemeinschaft, des Dorfes, der regionalen, kleinen Gemeinde. Den Begriff ‚Volk‘ im heutigen Sinne gab es damals noch gar nicht. Dahinter verbirgt sich die Idee, daß eine Gruppe von Menschen in gemein­samer Beschlußfassung bezüglich derjenigen Belange, die alle gemeinsam angehen, entscheiden, statt sich dem Spruch einer herrschenden Klasse oder gar eines Monarchen (Allein-Herrschers) zu unter­werfen.

Insofern ist die Uridee der Demokratie vor mehr als 2.500 Jahren geradezu als revolutionär anzusehen, da sie dem Einzelnen Rechte gewährt, die bis dahin ausschließlich der Führungskaste vorbehalten waren.

Dabei ging es den Urvätern des Gedankens der Demokratie beileibe nicht darum, eine führungslose Gesellschaft zu installieren, vielmehr sollte derjenige im Zuge eines freien Wahlrechts gekürt werden, der nach Meinung der überwiegenden Mehrzahl einer Volksgruppe dafür bestmöglich geeignet erschien.

Nun war bereits den ersten Verfechtern dieser neuen Idee völlig klar, daß aus verschiedenen Gründen nicht wirklich jeder wahlberechtigt sein konnte; so maß man Kindern und Jugendlichen, Sklaven und Gästen, aber auch Behinderten und Rechtsbrechern kein Wahlrecht zu. Auch waren bestimmte „niedere Stände“ und Frauen (!) von der Wahl ausgeschlossen. Teilweise mußte man sich als Wähler qualifizieren – indem man den Besitz von Land nachwies, genügend lange in der jeweiligen Wahl­gemeinde wohnte, sich bereits um die Gemeinde/das Volk verdient gemacht hatte oder berechtigte Interessen nachwies, die darauf schließen ließen, daß hinter der Wahlstimme auch ein Wissen um die Zusammenhänge und ein dementsprechendes Engagement stand, gefällte Entschlüsse dann auch in die Praxis umzusetzen.

Denn eines war den Urvätern der Demokratie schon damals klar: Mit dem Wahlrecht alleine würde sich der Gedanke der Demokratie nicht umsetzen lassen. Wohl deshalb galt das Wahlrecht als Auszeichnung und eine Ehre, die zu verlieren man tunlichst vermied.

Weder in Athen noch in Rom ging es den dort zur Wahl Antretenden um Gehälter und Apanagen      – diese wurden zum Teil erst im Nachhinein oder fallweise beschlossen, waren in der Höhe wandelbar und vom Votum der Wahlherren abhängig. Und Renten wurden zumeist erst nach dem Ausscheiden aus dem Amt (z.B. vom Nachfolger) festgelegt! –, vielmehr galt als Ehre, in ein Spitzenamt gewählt zu werden.

Natürlich ging es auch damals bereits um Einfluß und Macht, Prestige und die mit einem Amt verbun­dene Anerkennung (nicht nur des Gewählten, sondern auch dessen ganzer Familie), das heutige Pfründe- und Besitzstandsdenken war jedoch bei den demokratisch gewählten Herrschern deutlich geringer ausgeprägt als heute, wobei entschuldigend angemerkt werden muß, daß die Möglichkeiten für Privilegien und Vergünstigungen damals ungleich weniger zahlreich waren als heute. Zwar hat auch ein Gajus Julius Cäsar nach Erringung der Macht (erstmals sogar durch einen Staatsstreich) kräftig abgesahnt, womit er vielen Politikern der Neuzeit (inkl. Ministern und Bundeskanzlern) in nichts nachsteht, aber die Position eines überregionalen Herrschers war zur damaligen Zeit mit einem hehren Begriff von Verantwortung verbunden, der heutigen Politikern seit langem abhanden gekom­men zu sein scheint.

Und noch etwas sei angemerkt: Einen Vertrauensverlust büßte ein damaliger Herrscher deutlich eher und direkter, als dies heutzutage der Fall ist. Er verlor nicht nur das Amt, Wahl- und Bürgerrecht, sondern mitunter sein gesamtes Hab und Gut, wurde ins Exil geschickt oder gar zum Tode verurteilt.

Informationen flossen damals zwar spärlicher und langsamer (speziell über größere Entfernungen), dafür aber wesentlich direkter und mit unmittelbareren Folgen als heutzutage. Die Möglichkeiten, Informationen zu verschleiern, dichte Netze informationeller Undurchdringlichkeit zu schaffen und sich hinter Posten und Paragraphen, Gesetzen und Verordnungen zu verschanzen, exklusiv zu tagen, Immunität vorzuschützen und in geheimen Zirkeln zu kungeln, gab es damals bedeutend weniger Gelegenheiten als heute. Zu schnell machte die Runde, wenn sich ein Gewählter zu dreist bereicherte, seine Macht ausnutzte oder gar dem Kollektiv schadete, zu dessen Schutz und genuinem Vorteil er gewählt worden war.

Weniger Hierarchien, eine höhere Transparenz – und damit verbunden auch die Möglichkeit, Verant­wortlichkeiten kontrollierbar und besser einforderbar zu gestalten – wie auch die Tatsache, daß sich diejenigen, die als Wähler zugelassen waren, für ihre Wahl gegenüber denjenigen zu verantworten hatten, die nicht wählen durften, verhalfen der Idee der Demokratie sehr schnell zu Freunden und großem Zulauf – sogar unter denjenigen, die als Wähler (noch) nicht zugelassen waren.

Nahezu unmöglich wäre es damals gewesen, daß jemand als Kandidat benannt worden wäre, der sich zuvor in keiner Weise als besonders fähig erwiesen oder in irgendeiner Weise als zur Führung geeig­net bewiesen hätte.

Lang, lang ist’s her: Wer das 18. Lebensjahr vollendet hat, erwirbt damit grundsätzlich das Recht, als Wähler mitzubestimmen. Ob er wählt oder nicht, ob er sich bezüglich der zur Wahl anstehenden Personen und Inhalte in Kenntnis setzt oder nicht, all dies ist völlig nebensächlich. Die Demokratie der Neuzeit ist zu einer Beliebigkeitsveranstaltung verkommen, der nachzukommen sich die Bürger mehr schlecht als recht entledigen, sofern das Wetter nicht zu gut (dann fährt man lieber ins Grüne) oder zu schlecht (dann bleibt man lieber zu Hause) ist. Wer „demokratisch“ wählt, weiß sehr gut, daß er nicht Personen ob ihrer Qualifikation wählt, sondern aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu dieser oder jener Partei. Wer letztendlich von den Parteien auf die Listen gesetzt und nach dem Parteienvotum dann auf irgendeinen der zahllosen zu vergebenden Posten gesetzt wird, entzieht sich der Zustimmungsmög­lichkeit des „demokratischen“ Wählers.

Die Demokratie ist längst zu ihrer eigenen Farce mutiert, und nicht zuletzt daraus resultiert die Resig­nation des Wahlvolks – soweit es sein demokratisches Recht überhaupt noch wahrzunehmen bereit ist. Die Demokratie wird beileibe nicht als Ausdruck selbstbestimmter Wahrnehmung eines Bürgerrechts verstanden, vielmehr entledigt man sich einer Pflicht oder übt Wahlverzicht – stummer Protest empfundener Wut und Enttäuschung oder völligen Desinteresses. Die Parteien und ihre ausgekungel­ten „Gewählten“ hingegen maßen sich unter Berufung auf derartig „demokratische“ Wahlen an, nach völlig undemokratischem Gutdünken Posten und Pfründen unter sich aufzuteilen, sich – angesichts zuallermeist fehlender Qualifikationen – unbotmäßige Einkommen und Pensionen zu gestatten [von denen sie in einem zivilen Beruf entsprechend ihrer (fehlenden) Qualifikation nur träumen könnten] und dann im Parlament der verordneten Parteiendoktrin entsprechend aufzutreten.

Sind schon Wahlen an sich heutzutage insofern eine Farce, als die tatsächlich im Parlament dann agie­renden „Volksvertreter“ in Wahrheit nur noch Parteienvertreter sind, so gleicht der Bundestag inzwi­schen einem Haufen Schizophrener; von der Forderung des Artikel 38, derzufolge die Abgeordneten des Deutschen Bundestages „Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen“ sind, ist buchstäblich nichts mehr übrig geblieben. Insofern ist sämtlichen heute im Bundestag (und ebenso in den Landtagen) vertretenen Parteien ein Bruch des Grundgesetzes vorzuwerfen, da der Fraktionszwang längst jegliches Demokratie-Verständnis ersetzt hat und zum politischen Alltag gehört.

Die Parlamente wie auch die politischen Führungs- und Verantwortungsfelder sind zum Selbstbedienungsladen eines Klüngels verkommen, dem größtenteils nicht nur jegliche Befähigung zu den dann ausgeübten Ämtern, sondern vor allem jede demokratische Legitimation fehlt.

Nun jedoch alle Schuld ausschließlich den öffentlichen Schmarotzern (Pardon: Abgeordneten) zuzu­weisen, wäre zu kurz gesprungen. Der Selbstbedienungs-Parlamentarismus ist überhaupt nur möglich geworden, weil (und in dem Maße, in dem) die Masse der Wähler nie gelernt hat, politisch zu denken und zu agieren – wo auch? In der Familie? In der Schule? –, also neben die Einforderung von Rechten auch die entsprechenden Pflichten zu setzen. Die Demokratie schafft – theoretisch – für den Einzelnen den Freiraum zur Entwicklung einer eigenen Individualität, nicht jedoch ausschließlich ein Recht für eine anonyme, bewußtseins- und identitätslose Masse, sich über eine Minderheit hinwegzusetzen. Insofern ist das Ziel der Demokratie nicht vornehmlich ein Recht der Mitbestimmung, sondern vor allem eine Pflicht zur Selbstbestimmung. Die Qualität einer Demokratie zeigt sich also nachgerade in der Demokratiebefähigung des Einzelnen. In dem Maße, in dem wir uns aber exogen von Parteien, Politikern und Gewerkschaften, der Wirt­schaft (und ihrem Dogma vom Shareholder value – alles zum Wohle der gierigen Aktionäre), den Medien und (belustigenderweise) von den Kirchen dominieren, gängeln, manipulieren und korrumpie­ren lassen, entfähigen wir uns auch, autark, autonom und authentisch – also demokratisch – zu leben. Wir, die Wähler, opfern auf dem Altar billiger Käuflichkeit – des bequemen Zugewinns ohne eigenen Einsatz, verantwortungs- und risikolos – unsere demokratische Selbständigkeit. Die „Fahneder Demokratie – der Rattenfänger von Hameln benutzte ehedem noch eine Flöte – flattert lustig und bunt-knatternd im Wind, während wir (die Medien sind live dabei) hinter den Lautsprecherwagen der poli­tischen Führungskaste einhertrotten. Vivat democratia!

Demokratie-Reife zeigt sich vor allem darin, inwieweit der Einzelne die eigene Ethik zum Maßstab eigenen Handelns macht, statt der öffentlichen Moral zu folgen. Das wäre jedoch mit der Unbequem­lichkeit verbunden, die eigene Dialektik, Selbstbestimmung und -bestimmtheit kritisch zu hinterfra­gen, freiwillige Selbstbeschränkung zu üben, statt hemmungsloser Selbstentgrenzung zu frönen und dummdreisten Wahlversprechungen auf den Leim zu gehen (um sich nach der Wahl darüber zu ent­rüsten, daß die vorherigen Wahlversprechen wieder einmal – wie üblich – nicht eingehalten wurden), eine Majorität nicht – scheinbar demokratisch legitimiert – auszunutzen, sondern sogar als Schutzfunk­tion für die Minorität zu begreifen, das Recht auf Mitbestimmung nicht mit der Pflicht zur Selbst­bestimmung zu verwechseln, auf Manipulation und Korruption gegenüber anderen zu verzichten, das Maß und Niveau der eigenen Informationsbefähigung zu fördern, statt den Manipulateuren der öffent­lichen Meinung Vertrauensbruch vorzuwerfen, und auf beanspruchbare Rechte zu verzichten, statt unbedingt jeden Happen zu schnappen, mit dem uns die Parteien an die Urnen locken.

Unsere vorgebliche Demokratie – Sie erinnern sich: Herrschaft der Gemeinschaft – ist längst zur Demokratur, d.h. zu einer Beherrschung des Volkes durch die Parteien und personell aufs engste mit ihnen ver­flochtenen Institutionen verkommen. In den öffentlich-rechtlichen Medien und staatlich dominierten Firmen (Landesbanken, Rundfunkanstalten, Fernsehsendern, Behörden und sogar den obersten Gerichten) sitzen beileibe nicht die professionell geeignetsten, sondern Figuren, die das gerade opportune Parteibuch in der Tasche haben. Staatsbetriebe und pseudo-privatisierte Konzerne, selbst Lotterieverwaltungen und Spielkasinos – alles wird von der Parteien-Demokratur unter Kuratel gehal­ten.

In diesem „Spiel“ pseudo-demokratischer Vergewaltigung spielen auch die Kirchen und die Bildungs­stätten (Schulen und Universitäten), das Gesundheitswesen und faktisch jeder Bereich des öffentlichen Lebens einander gegenseitig die Bälle zu. So gilt der Datenschutz pro forma als hehres Gut, während sich der Parteien-durchwobene Klüngel keinen Deut um jedwede Datensicherheit schert. Ämter und Behörden tauschen munter Daten untereinander aus und geben diese sogar an pseudo-demokratische Einrichtungen wie Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, die Kirchen und sogar die Gewerkschaften weiter – unter bewußter Verletzung demokratischer Grundrechte.

Welcher Minister auf welchem Wege ein Zubrot von Seiten großer Konzerne, Bau- und Rüstungs­firmen [denken Sie dabei nicht nur an Herrn Leisler-Kiep, sondern auch an die Lockheed-Affäre und Herrn Strauß sowie ganze Hundertschaften parteipolitischer Kostgänger (aus allen Parteien und öffentlich-rechtlichen Institutionen)] erhält, welcher Parlamentarier sechsstellige „Übergangsbeihil­fen“ vereinnahmt oder sich noch während seiner Amtszeit (Guten Tag, Herr Bangemann) rechtzeitig die entsprechende „Altersversorgung“ bei einem der Multis sichert, welcher abgehalfterte Politiker nach Brüssel und Straßburg abgeschoben wird, um dann mit fünfstelligen Renten (pro Monat!) in Pension zu gehen, all dies hängt beileibe nicht von Qualifikationen, sondern von der richtigen Partei­zugehörigkeit und der nötigen Chuzpe ab.

Das Klagelied unserer Pseudo-Demokratie hätte noch viele Strophen, nur nützt es gar nichts, diese ein ums andere Mal herunterzubeten.

So lange sich die Demos, die regionale Gemeinschaft, die Kommune, nicht dazu entschließt, die (ihr grundgesetzlich zustehenden) demokratischen Rechte und Pflichten gleichermaßen zu sehen, zu nutzen, zu bewahren und zu verteidigen, wird das Heer der Schmarotzer und Parasiten munter weiter anschwellen. Diese „demokratisch legitimierten“ Zeitgenos­sen plündern den öffentlich-rechtlichen Aerar hemmungs- und bedenkenlos, und wir lassen zu, daß sie von unserer Arbeit leben, unsere Steuern und Sozialabgaben in ihr Eigentum überführen und skrupel­los die Zukunft der kommenden Generationen verfrühstücken.

So lange wir unserer eigenen demokratischen Verantwortung nicht gerecht werden, dürfen wir uns über die Verantwortungslosigkeit unserer „demokratisch gewählten“ Parlamentarier nicht mokieren.

Wege zur Demokratiereife

Demokratie-Befähigung fußt auf dem Unterschied von Information und Wissen. Erst verarbeitetes Wissen kann zu Bildung führen. Information und Wissen setzen jedoch Interesse und persönlichen Einsatz voraus. Wer glaubt oder hofft, sich der Mühe entsagen zu können, eigene Demokratie-Befähi­gung zu erwerben, verliert damit eigentlich auch jedes Recht, Demokratie einzufordern.

Manipulation, die Schiene jedweder Korruption in körperlicher, geistiger oder emotionaler Weise, beginnt bei der Desinformation – also einem informationellen Energie-Transfer, der keinen Zugewinn an wertvollem Wissen oder der Verbesserung von Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Absicht hat, sondern einzig den Zweck verfolgt, den Rezipienten der Botschaft dem Absender gegenüber positiv zu stimmen, als Werkzeug gefügig zu machen und in eine bestimmte Richtung zu lenken (die nicht dem Empfänger sondern nur dem Absender dient). Manipulation ist aber nur möglich, wenn und so lange sich der Manipulierte nicht wehren kann oder will.

Jede k(örperliche), g(eistige) oder e(motionale) Desinformation bedarf einer Absicht des Absenders oder sie beruht auf einer mangelhaften Reflexion; d.h. fehlinformierte Eltern geben die ihrerseits empfangene Desinformation als solche weiter, wenn sie – mangels eigenen Nachdenkens (Überlegens) – zum „Transmissionsriemen“ (z.B. für ihre Kinder) werden, auch wenn dies weder in ihrer Absicht liegt, noch sie sich dessen wirklich bewußt sind. Insofern – und das ist das eigentlich tragische dabei – sind gerade diejenigen Menschen, denen Kinder am bereitwilligsten glauben und vertrauen, die ersten und gefährlichsten Übermittler von Fehlinformationen, die sie selber erhalten haben.

Damit ist der Grundstock für Desinformationen als Muster gelegt, welches mitunter sogar ein Leben lang anhalten kann und dann seinerseits wiederum an die nächste Generation weitergegeben wird.

Denken Sie dabei an Vorurteile, die gedanken- und bedenkenlos im Volk verteilt werden und gerade bei Kindern auf geistig-seelisches Brachland fallen – der ideale Nährboden für (mitunter) lebenslang gehortete Überzeugungen. So erfahren z.B. rassistische „Überzeugungen“, religiöse Glaubenssätze und faschistoide Einstellungen von Eltern eine Manifestation im Verstandes- und Gefühlsbereich von Kindern, die diese dann vertrauensvoll – wer wagt als Kind schon in Zweifel zu ziehen, was ihm die Eltern beibringen?! – gelebt werden.

Nur, welche Eltern haben denn – die Biologie einmal außer acht gelassen – jemals eine Elternschule durchlaufen, also gelernt, verantwortungsbewußt sowie psychologisch und pädagogisch wertvoll zu erziehen? Und zur Erziehung gehört zweifellos auch, Kindern beizubringen, zwischen Informationen und Desinformationen zu unterscheiden.

In Deutschland erscheinen derzeit rund 400 lokale und regionale Abo-Zeitungen, Wochenzeitungen, überregionale, Straßenverkaufs- und Sonntagszeitungen – mit einer Gesamtauflage von mehr als 31 Millionen Exemplaren. Damit halten die Deutschen übrigens einen Weltrekord als Zeitungsleser.

Neben den öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten können in Deutschland bis zu 30 deutschsprachige Fernseh- und mehr als 5.000 Hörfunksender empfangen werden. Auch wenn sich die meisten dieser Sender (vor allem die privaten) vornehmlich auf recht seichtem Niveau bewegen
(U-Musik und leicht verdauliche Unterhaltungssendungen), stellt auch dies eine nicht zu unterschät­zende Gefahr der Manipulation und Desinformation dar, suggeriert es doch, daß sich der Mensch eigentlich um recht wenig (oder gar nichts) kümmern muß. Selbst wenn also derart kurzlebige Infor­matiönchen und Sensatiönchen für sich genommen keinen tiefergehenden Einfluß zu haben scheinen, verlieren die (vor allem jugendlichen) Rezipienten sukzessive das Bewußtsein, sich mit der realen Welt intensiv und verantwortungsbewußt auseinanderzusetzen.

Zwar halten nach Umfragen nur 41% der Bevölkerung die Tageszeitungen für „glaubwürdig* und 31% das öffentlich-rechtliche Fernsehen, bzw. nur 11% den öffentlich-rechtlichen Hörfunk – weit abgeschlagen folgt das private Fernsehen (7%), der private Hörfunk (2%) und Internet-/Online-Dienste (1%) –, eine tiefere Reflexion der von diesen Medien jeweils aufgenommenen Informationen unterbleibt jedoch größtenteils. Immerhin 6% aller Befragten glaubten keinem der genannten Medien überhaupt.

Gerade aber die eigentlich notwendige Reflexion gehörter/gelesener (also wahr-genommener Infor­mationen) wäre jedoch die beste Möglichkeit, um dann die informationelle Spreu vom Weizen trennen und das eigene Denkgebäude, eigene Empfindungsmuster und Überzeugungen hinterfragen und ent­wickeln zu können. Nur selten wird jedoch in den Familien und den Schulen gelehrt, wie mit Informa­tionen umzugehen ist, wie diese zu hinterfragen und weiter aufzubereiten sind. Das Alltagsgeschehen einerseits und der subjektive Drang, möglichst viel an Informationen aufzunehmen (man möchte ja mitreden können), reduziert die Qualität der Informationabilität in genau dem Maße, in dem wir von immer mehr Informationen zugeschüttet werden. Mit anderen Worten: So ungeheuer viel größer die theoretischen Chancen des heutigen Menschen sind, sich zu informieren und daraus Wissen (und weitergehend Bildung) zu entwickeln, in der Praxis sinkt der informationelle Nährwert ganz offen­sichtlich – Folge einer nie vermittelten Fähigkeit, Informationen zu sortieren, zu Wissen zu verarbeiten und damit eine Immunität gegen Desinformationen, Manipulation und Pseudo-Wissen zu entwickeln.

Das informationelle Mehr wird realiter zu immer mehr Weniger. Im gleichen Maße steigt jedoch auch der Zweifel, die Verwirrung und – siehe das Schaubild der Korruptionspyramide** – die Hilflosigkeit, mit der sich die Menschen konfrontiert sehen und die sie empfinden. Dies wiederum führt – gefähr­liches Zeichen innerer Abkehr und Resignation – zu einem Unlust- und Verweigerungsmuster. Man beschränkt sich – was das eigene Selbst wie auch die privaten und beruflichen Belange betrifft – auf das Notwendigste. Ansonsten zieht man sich auf die Position des Unbeteiligten, des (scheinbar) neutral-Wahrnehmenden zurück. Man läßt sich unterhalten – stundenlang bei flacher bis dümmlichster Fernsehkost, Glieder-schüttelnder Weise in Discos (sinnfremd Tanzen genannt) – und überläßt es Dritten, für Spannung und Auf­regung (Sportveranstaltungen, Horror-Movies, Boxkämpfe oder Gameshows) zu sorgen. Eigene Teil­nahme, eigenes Handeln, die aktive Gestaltung des eigenen Lebens wird gegen eine Zuschauerrolle eingetauscht, mittels derer wir miterleben, wie andere unser Leben (quasi) für uns leben. Dies kommt (siehe Schaubild Korruptionspyramide**) der Endstufe der Desinformation zunehmend gefährlich nahe: Der Resignation!

Wir müssen uns nicht im mindesten darüber wundern, daß die heutige Jugend bedeutend weniger politifizierbar, d.h. für öffentliche Belange und eine aktive Teilhabe daran, motivierbar ist. Sie reagiert damit nur mit Abwehrmechanismen gegen das, was ihnen vorgelebt wird, was sie mißtrauisch macht und ihr weder teilnehmenswert noch freudvoll-nachahmenswert erscheint. Praktisch die gesamte Unterhaltungsbranche (Einschaltquoten, Absatz, Umsatz, Gewinn – nur das zählt) lebt in dieser Des­informations-(Schein-)Welt und von ihr. Müssen wir denn erst wirklich amerikanische Verhältnisse erleben – in den USA ist die Desinformation/Korruption der Masse bereits perfektioniert –, bevor wir aufwachen? Tötende Kinder und amoklaufende (V)erwachsene, die jede natürliche Hemmschwelle überspringen, sind ein Spiegel der auf Desinformation und Korruption beruhenden Gesellschaft.

Genau damit ist auch die zunehmende Abkehr der Menschen (nicht nur der Jugend) von Parteien und Gewerkschaften, Religionen und anderen Formen der Vermassung erklärbar; der zunehmend verun­sicherte Bürger mißtraut dem, was er wahrnimmt. Er reduziert die eigene Aktivität beruflich auf das Notwendigste (Karriere und Leistungsbereitschaft sind out und gelten beinahe als verdächtig) und privat auf eine überschaubare Bequemlichkeit, aus der er sich kaum noch herauslocken läßt.

Genau dies ist jedoch der gefährliche Nährboden für einseitig ausgerichtete Gruppen (organisierte Kriminalität) und die destruktiven Überzeugungsmuster, mit denen wir in zunehmendem Maße über­häuft und regelrecht zugeschüttet werden.

Einige Beispiele hierzu:

  1. Shareholder-Value

Das Shareholder-value-Denken zerstört sowohl den Wettbewerb (behauptet wird das Gegenteil!) als auch das notwendige Innovationsdenken. Wirtschaftliche Innovationen verlangen nämlich Risikofreude, den Mut, Neues auszuprobieren und sogar Anfangsverluste in Kauf zu nehmen sowie umfassende Research-Arbeit – alles Faktoren, die dem maximierten Höchstertrag, also optimiertem Gewinnstreben (optimized shareholder-value) entgegenstehen.

  1. Globalisierung

Eine verschwindend kleine Minderheit – etwa fünf Dutzend superreiche Familien, denen das Gros der Weltkonzerne in (aktienrechtlich) bestimmendem Maße gehört – verknechtet in zunehmendem Maße sieben Milliarden Erdenbürger, wobei sie sich um Ethik und Moral, ethnische oder sonstige Minderheiten oder andere, ihren Einfluß und ihr Machtstreben störende Belange in keinster Weise kümmern. Politiker setzen sie als willfährige Marionetten und gutbezahlte Handlanger ein (Korruption und Bestechung), den Rest erledigen die von ihnen dominierten Banken.

  1. Das wissenschaftliche Paradoxon

Einerseits sollen Wissenschaftler Wissen schaffen, andererseits werden Gedanken und Thesen heftig attackiert, sofern sie nicht auf bestehender Wissensbasis genauestens (gen 100 %) beweis­bar sind. Wohl 99,9 % der (angeblich) Wissen-Schaffenden begnügen sich deshalb mit der Verwaltung und Verteidigung bestehenden Wissens – aus Feigheit, Faulheit oder Mangel an Kreativität und Verantwortungsbewußtsein, oftmals aber auch, weil ihnen der Wissenschaffenwollende Impetus, der einen Blick über den Tellerrand hinaus verlangt, völlig fehlt.

Wissenschaft gerinnt damit zum jüngsten Stand des Irrtums.

  1. Die Gleichschaltung der Medien

Eine gezielt gesteuerte Informationspolitik, die in etwa zwei Dutzend bestens kontrollierten Nach­richtenagenturen (Associated Press, Agence France, Deutsche Presseagentur, Reuters etc.) ihre Verknotung erfährt, versorgt in den 20 meist-gesprochenen (und -gelesenen) Sprachen der Welt die jeweilige Bevölkerung. Unter enormem Zeitdruck stehende Redakteure und Journalisten schreiben ab (und texten allenfalls geringfügig um), was ihnen „offiziell“ geliefert wird. Freie, unabhängige, fachlich versierte Journalisten, die tatsächlich noch selbst recherchieren, sich gar den Luxus erlauben, zu sagen, was sie denken, sind eine seltene (und aussterbende) Spezies    – die wenigsten können sich dies finanziell leisten, und den meisten fehlt dazu der Mut und das wirkliche Interesse. Wer setzt sich schon der Gefahr aus, mühsam Recherchen zu sammeln, deren Ergebnisse dann keine Zeitung den Mut hat zu drucken? Wer will sich schon ins Abseits stellen, als Querulant dastehen oder sich gar persönlicher Gefährdung aussetzen?

Journalisten melden, was entweder offiziell-genehmigter Duktus ist (je sensationeller, desto schneller muß es ’raus) und was gehört/gelesen/gesehen werden will. Je „windschlüpfriger“ sich also Journalisten beruflich geben, desto größer sind ihre Chancen, in der Hierarchie der Medien emporzuklettern, um irgendwann Chefredakteur zu werden. Der eigentlichen Verantwortung eines Journalisten werden sie damit natürlich in keiner Weise gerecht, aber wen kümmert dies schon? Die anderen tun es ja auch nicht!

In gleicher Weise geht das Gros von Schriftstellern vor, deren Bücher nur unter den selben Prämissen überhaupt einen Verlag finden. Welcher Autor kann sich schon leisten, zu schreiben, was ihm wirklich wichtig ist? Selbst wenn er dann sein Buch auf eigene Rechnung verlegt, fehlt ihm die wichtige Verteilerschiene, die fest in den Händen der Verlage liegt.

  1. Die Notenbanken

Auch die Erzeuger- und Verteilerbranche der Währungen – allen voran die amerikanische FED – liegt letztlich im Klammergriff der Illuminaten, der o.g. Gruppe jener superreichen Familien, auch wenn sie deren operationale Funktion in die Hände der Politiker bzw. ihnen geeigneter Figuren legen. Weder der Chef der FED noch der EZB und der wichtigen asiatischen Staaten sind tatsächlich unabhängig und autark. Nehmen wir das Beispiel Wim Duisenberg, des früheren Präsidenten der Europäischen Zentralbank. Duisenberg wurde der EU als Wächter über den EURO und die Europäische Wirtschaftsund Währungsunion von den Illuminaten buchstäblich aufs Auge gedrückt. Seine vornehmliche „Qualifikation“ besteht darin, daß er am niederlän­dischen Hof und als Schüler von Hermann Josef Abs (ehem. Chef der Deutschen Bank, Finanz­berater Adolf Hitlers und direkter Handlanger der Illuminaten seit Ende des Zweiten Weltkriegs) ausgebildet, mit den Zielen und Wünschen der Big Players bestens vertraut ist.

Die wahren Entscheidungen über den Lauf der Wirtschaftsgeschichte werden in geheimen Zirkeln und Konferenzen festgelegt, über die die Öffentlichkeit nur knapp und inhaltslos (wenn über­haupt) informiert wird. So treffen die Mächtigen dieser Welt bei „Familientreffen“ wie z.B. der Bilderberger-Konferenz ihre Entscheidungen. Deren Vorsitzender ist übrigens Prinz Bernhard der Niederlande, dessen Frau über den angeblich reichsten Mann der Welt, Bill Gates, wohl im stillen Kämmerlein nur mitleidig schmunzelt. Ihr gehören heute noch ganze Straßenzüge in New York. Diese heutige Finanz- und Wirtschaftsmetropole der westlichen Welt wurde Ende des    16. Jahrhunderts unter dem Namen Neu-Amsterdam von den Holländern gegründet, und die Niederländisch-Westindische Kompanie erwarb die Insel Manhattan damals für den heutigen Gegenwert von weniger als 10.000 Dollar von den Indianern. Hauptaktionär dieser Kompanie war der niederländische Königshof. Bei diesen Bilderberger-Konferenzen wird die reale Politik gemacht. Hier treffen sich die De Beers, Rockefellers und Rothschilds, die Erben der Warburg-Vermögen und der Duponts, die (Mehrheits-)Besitzer der Öl- und Pharmakonzerne, der Stahl-, Lebensmittel-, Chemie- und Handelsunternehmen. Als Auszeichnung empfinden es dann Politiker und Staats­männer, wenn sie zu derartigen Konferenzen eingeladen werden. In Wahrheit werden sie damit als Heloten ob ihrer Willfährigkeit, als Lakaien und Büttel der Illuminaten „geehrt“.

Diese Beispiele wären beinahe beliebig ergänzbar; dem Dreieck, bestehend aus Den Haag, London und der Ostküste der USA, verdankt auch die Gruppe der Trilateralen ihren Namen. Sie beherrscht den Sport und die Medien, die Pharma-, Waffen- und Chemieindustrie, das Banken- und Versicherungs­wesen, den größten Teil der weltweit führenden Forschungs- und Entwicklungszentren, den Lebensmittel- und Rohstoffmarkt, die Schwerindustrie und das Transportwesen (mit den entsprechenden Handelswegen und -rechten) sowie die Medien. Und genau ihnen verdanken wir auch die gigantische Farce der Demokratie; unter diesem Begriff wird den Bevölkerungen der westlichen Länder suggeriert, sie hätten demokratische Rechte, könnten also in freier Selbstbestimmung darüber befinden, wer in ihren Ländern politisch tätig und verantwortlich ist. Bei genauem Hinsehen offenbart sich jedoch das gesamte Ausmaß dieses pseudo-demokratischen Blendwerks. Auf die Spitze getrieben: Die Behaup­tung, es handele sich bei den Ländern Europas und dem Gros der Länder Asiens, Südamerikas und teilweise auch Afrikas um Demokratien, ist wohl die übelste Korruption aller Zeiten, und alle vorgeb­lichen Versuche, die noch fehlenden Länder der Welt endlich zu „demokratisieren“, entsprechen letzt­lich nur dem klaren Ziel der Illuminati, auch diese Staaten unter ihre Kontrolle zu bekommen.

Wer all dies versteht, dem wird auch verständlich, warum die Illuminaten es zuließen, es ihnen sogar perfekt in den Kram paßte, daß seit dem (offiziellen) Ende der Kolonialzeit – damals wurden die Pflöcke eingeschlagen, um sich die Minen und Rohstofflager in diesen Ländern zu sichern – immer wieder Diktaturen errichtet wurden, Strömungen wie der Faschismus, der Nationalsozialismus und der Kommunismus ihr Unwesen trieben, Militärputsche für Unruhen und Millionen Tote und Religions­kriege weltweit für Tod und Zerstörung sorgten. Alle diese Strömungen verunsicherten und bedrohten die Menschen in den betroffenen Ländern, beraubten sie ihrer Existenz, zerrissen Familien und verbreiteten Angst und Schrecken. Davon abgesehen, daß mit dem Verkauf von Waffen (an jeweils beide kriegführende Parteien) enorm Geld zu verdienen war, konnte man sich nach dem Ende der Kampfhandlungen dann auch als der große Befreier und Helfer beim Wiederaufbau profilieren – die jeweils unterlegene Partei wurde dann auf internationalen Konferenzen zu Regreßzahlungen und Wiedergutmachungen in Milli­ardenhöhe verurteilt („The winner takes it all“). Im übrigen war es den „Befreiern“ am ehesten möglich, ihnen genehme und willfährige politische Strukturen und die Kontrolle über Industrie und Handel, das Bank- und Finanzwesen, die Medien und das Bildungs­system zu gewinnen, wenn diese Länder hoffnungslos zerstört und bis dahin bestehende Strukturen zerschlagen waren.

Insofern kommt den wirklich Mächtigen dieser Erde – sie denken in Generationen und können deshalb in Ruhe abwarten – außerordentlich zupaß, wenn derzeit zwei Dutzend Länder Afrikas und das größte Land der Erde (Rußland) vor nationalen Katastrophen stehen. Ein in Schutt und Asche liegendes Territorium mit einer in seiner Verzweiflung zu allem bereiten Bevölkerung empfindet dann geradezu als Segnung, was ihnen von den Illuminaten gnädigerweise als Alternative gewiesen wird.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, liebe(r) LeserIn, daß Sie das gerade Gelesene Mühe haben zu verdauen. Viele von Ihnen mögen sich – ein verständlicher Akt seelischer Notwehr – lieber ab- und einer freudvolleren Lektüre zuwenden.

Doch Vorsicht: Gerade der Umstand, daß wir Unangenehmes und Erschreckendes lieber verdrängen und nicht wahrhaben wollen, macht uns zu willfährigen Opfern für Heilsversprecher, Besänftiger und Tröster. Um den Schmerz negativer Erkenntnisse und Erfahrungen ein wenig zu mildern, lassen wir uns nur allzu gerne von Schönem, Buntem und Angenehmem trösten. Die Seele verlangt nach Süßig­keiten – buchstäblich: Der Verzehr von Schokolade, Kuchen und sonstigem Zuckerwerk ist bei den­jenigen am höchsten, die Ängste und Schmerzen nicht aufarbeiten, sondern zu verdrängen suchen. Der unnötig konsumierte Zucker wird dann in Fett umgewandelt, das sich wie eine Dämmschicht um die ramponierten Nerven legt. Das Problem wird damit aber in keiner Weise gelöst, sondern nur (weich) verlagert. Warum führen die Amerikaner weltweit die Hitliste der Fettleibigkeit an – speziell im Mickey-Mouse-Bundesstaat „golden California“?!?

Wer die uns vorgegaukelte Pseudo-Demokratie wirklich demaskieren möchte, dem sei das Buch Korruption – Die Entschlüsselung eines universel­len Phänomens wärmstens empfohlen.[1]

Wer darüber hinaus nicht nur in sich selbst Klarheit schaffen möchte, sondern auch sein Umfeld      – privat wie beruflich – zur korruptionsfreien „Zone“ umgestalten möchte, kann dieses Buch (wie auch diesen Artikel) gerne weiterempfehlen und verteilen.

Diejenigen, die von der ins Volk gestreuten Schimäre „Demokratie“ am meisten profitieren – dazu gehören auch unsere politischen und gewerkschaftlichen Schreihälse –, werden sich eher die Zunge abbeißen, als der manipulierten Wählerschaft reinen Wein einzuschenken. Hinter die Geheimnisse der Schein-Demokratie zu gelangen, bedarf schon der Mühen derjenigen, denen es um ehrliche Demokra­tie und eine selbstbestimmte Lebensführung zu tun ist. Daß unter wirklich demokratischen politischen Verhältnissen all die Witzfiguren, die uns heute – pseudo-demokratisch „legitimiert“ – im Bundestag, in den Länderparlamenten, in Gremien aller Art starrsinnig behaupten, zu vertreten, unter wirklich demokratischen Verhältnissen keinerlei Zukunftsperspektiven hätten, wissen diese Zeitgenossen am allerbesten. Insoweit wäre Grundvoraussetzung einer wirklichen Demokratie ein Personenwahlrecht. Demzufolge müßten Parteien wieder auf den Rang politischer Vereine zurückgestuft, die staatliche Parteienfinanzierung sofort abgeschafft und pseudo-demokratisch „legitimierte“ Gremien mit Zwangs­charakter – Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, kassenärztliche Vereinigungen, steuerbegünstigte politische Stiftungen u.v.m. – radikal abgeschafft und ihres Monopolcharakters enthoben werden. Wer sich – keine Kritik ohne Alternative! – weiters informieren möchte und Interesse an „Alternativen politischen Konzepten“ hat, dem sei die Website des PERSPEKTIVE ohne Grenzen e.V. empfohlen: www.d-perspektive.de.

Doch Grundvoraussetzung dafür wäre wiederum ein Demokratie-Verständnis und eine Demokratie-Befähigung, die dem Gros der Bevölkerung bislang völlig fehlt und die wir von denjenigen, die darüber heute selbstgefällig und vor allem ihre eigenen Interessen schützend zu beschließen hätten, ganz sicher nicht erwarten können. Es wäre naiv zu glauben, daß diese Schmarotzer, denen wir sogar noch die Erlaubnis zur Selbstbedienung in die Hand drückten, sich selbst ihrer Privilegien berauben würden.

Demokratie ist die wohl schwierigste und anstrengendste Staatsform, die es gibt. Sie kann nicht poli­tisch verordnet werden, vielmehr verlangt sie ein Bewußtsein und eine Erarbeitung im Denkfühlen jedes Einzelnen, zu dem die meisten Menschen bisher weder bereit noch dazu jemals hingeführt worden sind.

Die Demokratie beschränkt sich auch nicht auf politische Angelegenheiten, vielmehr setzt Demokratie ein Selbstverständnis und eine autarke Selbstbestimmtheit voraus, in der kein Platz dafür ist, Verant­wortlichkeiten und Verantwortungen durch Delegation abzuwälzen.

Demokratie beginnt in den Köpfen derer, die sich auf sie berufen wollen.

Hans-Wolff Graf

* Quelle: Forsa-Institut (1998)
** siehe die Graphik „Korruptionspyramide“ am Ende des Artikels
[1] Das Buch kann über info@private-akademie.com für 18€ erworben werden.

12. November 2016

Rezension: KRANKE WELT – GESUND ÜBERLEBEN – ein bemerkenswertes Brevier!

12. November 2016|zeitreport online|Kommentare deaktiviert für Rezension: KRANKE WELT – GESUND ÜBERLEBEN – ein bemerkenswertes Brevier!

KRANKE  WELT  – GESUND  ÜBERLEBEN

kranke-welt-gesund-ueberlebenMit seinem neuesten Buch beschenkt der Querdenker Hans-Jörg Müllenmeister, originär Elektrotechniker und Gemmologe, seine durch zahllose Publikationen gewonnene Fangemeinde in besonderem Maße. In einer genialen Mischung aus fundiertem Wissen und leichtfüßiger Verständlichkeit jagt der mittlerweile 75-jährige Autor auf knapp 650 Seiten seine Leser durch ein Universum höchst unterschiedlicher Themen, ohne sie dabei auch nur ein einziges Mal zu ermüden oder allzu belehrend zu verlieren, denn durch seine klare thematische Gliederung kann sich jeder ganz singulär einzelnen Themen widmen oder Müllenmeisters gesamtheitlichem Erzählstrang folgen.
Vom Kosmischen zum Subatomaren, von der Valeologie und Philosophie bis zu Psychologie und sinnstiftender Pädagogik; von Wirtschaft und Medizin, gesunder Ernährung und Heilwesen, über seine Lieblingsthemen Edelsteine, Chemie und Physik bis zur Bakteriologie und Virologie – kein menschliches Thema (und Allzumenschliches) ist ihm fremd oder heilig. Frei von jeglicher ‚political correctness‘, mit unverhohlender Freude an Sprachwitz und einer diebischen Freude daran, den Leser mit kaum bekannten Fakten und Zusammenhängen zu überraschen, flicht der Autor ein vieldimensionales Multiversum, das nie ermüden oder gar Langeweile aufkommen läßt.
Genau so sollte man sich Bildung vorstellen – statt unilateralen, noch so tiefen, aber zusammenhanglosen Wissens.
Dieses Buch, dessen Verkaufserlöse nach dem Willen des Autors auch noch einem humanitären Zweck zukommen, ist ein treffliches Geschenk auf jedem Geburtstags-, Jubiläums- oder Weihnachtstisch; € 24,95, die sich wirklich lohnen.
Bestellen Sie über den Autor: joergmuelli@t-online.de

8. Februar 2016

Wer hält das globale Finanzsystem eigentlich am Leben?

8. Februar 2016|IHK Zwangsmitgliedschaft, Querdenker-Blog|Kommentare deaktiviert für Wer hält das globale Finanzsystem eigentlich am Leben?

Einer der „beliebteste“ Artikel auf ‚Goldseiten.de‘ in den letzten Tage. Dessen Studium spart das Lesen unzähliger „schlauer“ Management-und Kapitalmarktkommentare. Steht alles drin, was man wissen muß.
Wenn die Notenbanken das „Spiel“ nicht  nochmals verlängern, wird ganz vieles, wenn nicht alles, schneller Makulatur als manche (immer noch) denken, daran habe ich nicht den geringsten Zweifel.

Lesen Sie hierzu:

www.goldseiten.de | 4. Februar 2016
Wer hält das globale Finanzsystem eigentlich am Leben?
Eine der meistgestellten Fragen unserer Zeit dürfte die folgende sein: Wie ist es möglich, dass das globale Finanzsystem trotz aller Einschläge der jüngeren Vergangenheit noch immer nicht in sich zusammengebrochen ist? Das Gesamtbild der Weltwirtschaft könnte kaum düsterer sein: Rezession und Deflation, Kapitalflucht aus den Schwellenländern, Verwerfungen an den Devisenmärkten, Einbruch des Ölpreises und der Rohstoffmärkte, miserable Wirtschaftsdaten aus den USA und China – und das alles vor dem Hintergrund von weltweit mehr als 200 Billionen US-Dollar Schulden, einem sich ständig verschärfenden Währungskrieg und einer Unzahl geopolitischer Krisenherde…

www.goldseiten.de/artikel/273531–Wer-haelt-das-globale-Finanzsystem-eigentlich-am-Leben.html

Nur zur Ergänzung: Für das System und seine Protagonisten und Profiteure ist höchst gefährlich, daß immer mehr der bereits 7,3 Milliarden Erdenbürger schon heute keine reale Chance haben, von einen halbwegs garantierten Job menschenwürdig zu leben; noch viel mehr gilt dies für künftige Generationen und deren Zukunft. Da in den Augen der Systemprofiteure die Menschen eigentlich nur als Konsumenten (und, beschränkt, als Steuerzahler) Relevanz gewinnen, gilt es, die Massen als Systemgaranten unter Kontrolle zu halten – durch Gesetze, gnadenlose Werbung, Regulierung sämtlicher Lebensinhalte, sinnarme (aber laute) Unterhaltung und Ablenkung vom Wesentlichen, was ‚Menschsein‘ heißen und bedeuten könnte. Dem dient systemische Bildung, der sozialpolitische Kontext – Moral und ‚political correctness‘ -, Anpassung und Kontrolle.
Die anschwellenden Migrationsbewegungen drohen nun aber bestehende Ordnungsparameter zunehmend auszuhebeln, was die Gefahr sozialer Verwerfungen und das Außerkraftsetzen ordnungspolitischer Strukturen zunehmend heraufbeschwört. Dem alleine durch das weitere  Einschleusen längst nicht mehr realwirtschaftlich erarbeitbarer Billionensummen zu begegnen (von einer Tilgung bereits bestehender Schulden geht realiter kein Mensch mehr aus), stößt aber nunmehr an seine Grenzen, bzw. hat teilweise längst zu unkontrollierbaren sozial-, wirtschafts- und realpolitischen Verwerfungen geführt – Tendenz: scheinbar unaufhaltsam steigend!
Daß dieser Phänomenologie eines weltweit wachsenden Umbruchs unsere systemischen Strukturen und deren Heloten nichts entgegenzusetzen vermögen, bestätigt deren Stupenz in erschreckendem Maße, droht sie zu entzweien und immer hilfloser agieren zu lassen. Keiner dieser Systemmanager hat den Weitblick, zu führen, sich offen und ehrlich zur Realität zu bekennen. Da hilft auch die mediale Gleichschaltung nur noch bedingt und zeitlich beschränkt.
Wir gehen, nein: laufen sehr interessanten Zeiten entgegen – und zunehmend schneller. Aber wer sich vorbereitet, sich informiert, sich nicht bequem einlullen und emotional wie intellektuell korrumpieren läßt, sondern Eigenverantwortung übernimmt, wird dabei im Vorteil sein.

6. Februar 2016

Vertreibung aus dem Paradies?

6. Februar 2016|IHK Zwangsmitgliedschaft, Querdenker-Blog|Kommentare deaktiviert für Vertreibung aus dem Paradies?

In kaum einem öffentlich-(un)rechtlichen Beritt wird so großzügig mit zwangsweise eingetriebenen Mitgliedsbeiträgen hantiert, wie bei den 80 Industrie- und Handelskammern (IHKs), wo Hauptgeschäftsführer schon mal mehrere 100.000 € einstreichen plus üppige Pensionen kassieren.
Deren „Rückstellungen“ scheint es nun, dank der Aktivitäten des ‚Bundesverbandes für freie Kammern‘ (BffK) und ihres Chefs Kai Boeddinghaus an den Kragen zu gehen. Da dürfte es nicht lange dauern, bis anderen Zwangskammern (HwKs und Berufsverbänden) ähnliches Unheil droht. Die maßlose Selbstbereicherungsorgie dieser selbstherrlichen Institutionen scheint (endlich) ein Ende zu finden. SICUT!

Lesen Sie hierzu:

www.sueddeutsche.de | 4. Februar 2016
Angriff auf das IHK-Vermögen
Die 80 Industrie- und Handelskammern in Deutschland müssen sich künftig bei der Bildung von Rücklagen an deutlich strengere Regeln halten. Viele von ihnen hatten in der Vergangenheit hohe Vermögen angehäuft. Ein neues Urteil des Bundesverwaltungsgerichts könnte das in Zukunft verhindern.

www.sueddeutsche.de/wirtschaft/industrie-und-handelskammern-angriff-auf-die-industrie-und-handelskammern-1.2848829

10. September 2015

Buchempfehlung – Die Grünen: Zwischen Kindersex, Kriegshetzte und Zwangsbeglückung

10. September 2015|zeitreport online|Kommentare deaktiviert für Buchempfehlung – Die Grünen: Zwischen Kindersex, Kriegshetzte und Zwangsbeglückung

Autor: Michael Grandt
Verlag: Kopp
Verlag Preis: € 22,95

ISBN: 978-3864452185

Dieses Buch mußte dringend geschrieben werden!

Nicht nur für Oppositionelle des politischen Establishements, sondern gerade für ‚Die Grünen‘-Sympathisanten („ach die haben ja so viel Gutes getan, sie sind das geringere Übel“) und Grünen-Wähler ist dieses Buch sehr zu empfehlen – sie werden staunen. Besonders aber möchte ich es bereits an dieser Stelle jungen Menschen ans Herzlegen sowie denen, die sich bisher als „unpolitisch“ bezeichnen bzw. als „politisch nicht Interessierte“ durchs Leben gehen (so das überhaupt möglich ist) und denen, die wegen ihrer „späten Geburt“ die 68er-Jahre nicht miterlebten, denn nur WIR können etwas ändern – die Politiker, egal welcher Partei, werden es nicht tun!

Provokant und mit über 1.100 Quellen versehen führt Michael Grandt den Leser durch die Geschichte der „Grünen“ samt ihrer Protagonisten und geht (neben vielen anderen wertvollen und wichtigen Fragen) der Kernfrage nach: „Wie glaubwürdig ist die grüne Moralpartei in Wirklichkeit?“

„Könnte Michael Grandt nicht auch andere Parteien unter die Lupe nehmen?“ und „Gibt es nicht in jeder Partei ‚Unregelmäßigkeiten‘?“ Diese Fragen wurden ihm – u.a. von Sympathisanten und Wählern der Grünen – bei seiner Recherche denn auch immer wieder gestellt: „Richtig ist, daß in jeder anderen Partei ebenfalls ‚Leichen im Keller liegen‘. Doch die Grünen präsentieren sich in der öffentlichen Wahrnehmung als die Moralpartei. Und zwar wie keine andere.“ Die schulmeisterliche Art, die Selbstgerechtigkeit und Überheblichkeit sowie der missionarische Eifer und die erziehungsdiktatorischen Neigungen sind in der Parteienlandschaft einzigartig, und dies wird jedem spätestens nach dem Lesen dieses Buches bewußt.

Michael Grandt läßt in seinem Buch kein „brisantes“ Thema aus: Die Haltung zu Gewalt, Terrorismus, Pädophilie und deren Legalisierung, Kinderschändern und deren geforderter Straffreiheit; die Mutation von der Friedenspartei zu einer Kriegspartei; Mittäterschaft in sowie Aufbau, Verteidigung und Etablierung der linksextremen Szene (Antifa); Hartz IV und die Zustimmung/Verschärfung der Gesetze zur Verarmung der Gesellschaft, die Atom- Doppelmoral inkl. Castor-Transporte, Gender-Mainstreaming, Kosovo-Einsatz von NATO und Bundeswehr u.v.m.

Auch am Beispiel „Ukraine“ zeigt Grandt die Doppelmoral der Grünen auf, die bei der Rechtfertigung für zum Teil völkerrechtswidrige Kriegseinsätze (ach nein, Friedenseinsätze) ja so gern mit der Keule „Die Schuld der Deutschen an allen Kriegen dieser Erde“ aufwarten: „In Deutschland gegen Rechtspopulismus und Rechtsextreme auf die Straße gehen und gerade diese in der Ukraine und in Griechenland (indirekt) unterstützen…“

Für die „Grünen“-Politiker bezeichnend waren u.a. die unbeantworteten Fragen, die Herr Grandt fairerweise für seine Recherche an diese stellte.
So haben sich „Vorzeige-Moralisten“ wie Cem Özdemir (der u.a. mit seiner „Komischen Mischpoke“ – lt. Duden: „Üble Gesellschaft, Gruppe von unangenehmen Leuten“ – besorgte Mitbürger menschenverachtend und ungestraft diffamieren darf), Karin Göring-Eckart (die u.a. in den letzten zwei Jahren 18mal für Militäreinsätze und -ausbildung der Bundeswehr in anderen Ländern gestimmt sowie Hartz-IV-Gesetze verschärft hat), Jürgen Trittin (Beteiligter an und Unterstützer/Befürworter von autonomen Krawallen und Hausbesetzungen, Mitglied des Kommunistischen Bundes, wofür er unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stand – Herr Grandt bezeichnet ihn als „Salonbolschewik“ –, der u.a. für Straffreiheit von Sex mit Kindern eintritt) und Volker Beck (der sich – zwar nicht ganz so medienwirksam, jedoch nicht minder einflußreich – in zahlreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten bei Vereinen, Verbänden und Stiftungen für die Verbreitung des Genderwahns und die Zerstörung der traditionellen Familie einsetzt, Verständnis für Kinderschänder zeigt und Drogen legalisieren will) jeglicher Antwort enthalten.

Weitere Politiker, wie Claudia Roth, die Heulboje der Nation; Renate Künast, die Verfassungsschutzbekannte; Hans-Christian Ströbele, der unmoralische Moralprediger; Daniel Cohn-Bendit, der „Kinderliebhaber“; Joschka Fischer, der Kriegsminister und Otto Schily, der Terroristenverteidiger werden vom Autor be- und durchleuchtet. Und der Leser staunt!

Beim Lesen dieses Buches hat mich eine Frage, die Michael Grand in ähnlicher Weise stellt, besonders beschäftigt: „Wie konnte eine derart kompetenzarme Partei, die nie eine Legitimierung durch die Mehrheit der Bürger hatte, der gesamten Gesellschaft – inklusive Politikern aller Parteien – ihre oftmals völlig fragwürdigen Themen, Werte und Ziele aufdrängen?“

Mir wurde klar, daß vor allem ihre zumeist in subtiler und emotional vernebelnder „Sachlichkeit“ und besserwisserischer „Saubermann“-Manier vorgetragenen Themen mit dazu beigetragen haben, vielen das politische Interesse zu vergällen – mich eingeschlossen.

Mit seinen deutlichen Standpunkten und Sichtweisen schafft es der Autor, den Leser zum Selberdenken, Reflektieren und Weiterrecherchieren zu bewegen.

So mußte ich beim Lesen auch an Simone Weils Schrift “Anmerkung über die generelle Abschaffung der politischen Parteien”, die sie bereits 1943 im Alter von 34 Jahren schrieb, denken. Darin beschreibt sie “Drei wesentliche Merkmale einer Partei: 1. Eine politische Partei ist eine Maschine zur Fabrikation kollektiver Leidenschaft; 2. Eine politische Partei ist eine Organisation, die so konstruiert ist, daß sie kollektiv Druck auf das Denken jedes Menschen ausübt; 3. Der erste und genau genommen einzige Zweck jeder politischen Partei ist ihr eigenes Wachstum, und dies ohne jede Grenze.”

Nehmen wir dann noch die, auch in diesem Buch beschriebene, Medien- und Machtbesessenheit von Politikern – nicht nur der Grünen Moralapostel – und das Mitläufertum der Massen (Gustave LeBon: ‚Psychologie der Massen‘) hinzu, dann haben wir das komplette gesellschaftliche und parteipolitische System vor Augen.

Ich danke Michael Grandt vor allem für die akribische Recherche, den übersichtlichen Aufbau des Buches sowie seine klaren Aussagen und möchte mit seinem Resumée, dem ich vollinhaltlich zustimme, schließen:
„Die Grünen sind sozialistisch, antiliberal und haben ein totalitäres Programm, das die Menschen bevormunden und gängeln möchte. … Ihr moralischer Anspruch, ihre Besserwisserei und ihr stets erhobener Zeigefinger gegen andere gehen mir gehörig auf die Nerven.
Deshalb kann ich nur mit Ironie abschließend sagen: Wer nach dem Lesen dieses Buches noch grün wählt [oder nur erwägt, sie zu wählen oder überhaupt noch wählt; Anm. d. Rezensentin], sollte zum Psychiater gehen.“

Nicola Trautner

30.08.2015