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16.02.10
Westerwelles "Sozial"staatskritik

Kommentar zum Artikel „Der Sozialstaat pumpt Geld und vermehrt die Armut“, WELT Online

URL: www.welt.de/debatte/article6305249/Der-Sozialstaat-pumpt-Geld-und-vermehrt-die-Armut.html

Der WELT-Online-Bericht mag manchen Apologeten sozialstaatlicher Allmacht und Rundumversorgung sauer aufstoßen, doch nackte Zahlen über immerhin 40 Jahre sprechen eine klare Sprache.

Aber bis das in die Hirne etatistischer Populisten dringt, könnte dieses Land noch viel Schaden nehmen. Wirklich soziale, die (vor allem junge) Menschen zukunftsfähig werden lassende Politik sieht anders aus als das, was heutzutage hierzulande als 'politically correct' gilt.

Es wäre hohe Zeit, aufzuwachen und umzudenken!

Daß ich mich jemals auf die Seite unserer autistischen Außenministerin schlagen würde, hätte ich nicht gedacht. Natürlich birgt sein Hinweis auf "spätrömische Dekadenz", in die ein ausufernder Sozialstaat abzugleiten droht, die Gefahr dafür, mit Caligula verglichen zu werden – dem paranoiden röm. Kaiser, der im Jahre 40 n.Z. einen Esel zum Konsul ernennen ließ. Nun, vom ‚spätrömischen Zeitalter’ spricht der Historiker eigentlich erst ab dem späten 2. Jhrdt. n.Z., und der von Geißler, dem „Sozialgewissen“ der CDU, den ehedem das „christliche“ Scharze Loch Kohl schluckte, zitierte Esel war in Wahrheit ein Pferd. Hoffentlich kontert Guido damit.

In der Sache selbst: Wer könnte Westerwelle ernsthaft widersprechen? Wohl nur - tatsächlich Sozialbedürftige (wohl nicht mehr als 20% derer, die sich selbst dazu zählen), also diejenigen, die nicht zu faul/bequem sind, umzuziehen (a), nicht darauf bestehen, in ihrem erlernten Beruf eine neue Stelle zu finden (b), nicht eisern den Standpunkt verteidigen, der Staat, das Arbeitsamt, die Gesellschaft haben ihnen einen Job zu besorgen (c), es nicht ganz bequem finden, morgens liegen bleiben zu können (d), nicht in der Nachbarkneipe inzwischen ein neues Zuhause gefunden haben (e), nicht alten Zuständen hinterhertrauern und resigniert haben (f), sich nicht in Selbstmitleid suhlen (g);

  • hysterische Sozialisten, die den Unterschied (bzw. regelrechten Widerspruch!) zwischen 'sozial' und 'sozialistisch' noch nie begriffen haben;
  • hypokritische "Gutmenschen", die nicht interessieren muß, was dieser opportunistische "Sozial"staatswahn als kostenlose ökonomische "Bedürfnisanstalt für Jedermann" überhaupt kostet (nicht nur einmal, sondern exponentiell und auf Dauer wachsend), weil sie selbst kaum/gar keine Steuern bezahlen;
  • 'politisch korrekt'-dressierte Mitläufer, die brav gelernt haben, sich anzupassen, statt sich eigene Meinungen zu erarbeiten;
  • verlogene, hirnfreie und bis zum Stehkragen ideologisierte Politiker, deren Wählerpopulistik weit vor ihrer Verantwortung für die mit unserem "Sozial"wahn einhergehenden Kosten [für die (immer weniger werdenden) Steuerzahler] rangiert und
  • Feiglinge, die heimlich Westerwelle zustimmen, dies jedoch nie zugäben.

Daß jahrelange Arbeitslosigkeit nicht nur in finanzielle Abhängigkeit führt, sondern auch massiv die eigene Selbstachtung, das Selbstbewußtsein und das geistige, seelische und körperliche Immunsystem zersetzt, in Psychosen und Depressionen - nicht nur bei den Betroffenen, sondern nachgerade bei deren Kindern (!) - mündet, wird viel zu wenig offen thematisiert. Wie ist das mit der (wirklich sozialen) Verantwortung vereinbar, über die sich Politiker, Soziologen und Psychologen so gerne großspurig auslassen? Ist es wirklich so verwunderlich, wenn Kinder von Pseudo-Sozialfällen nachweislich weit überdurchschnittlich geistig-seelisch verkümmern, radikal und/oder kriminell werden? Wollen wir unter dem Rubrum 'Sozialstaat' ein wachsendes Heer lebensverunfähigter Sozialkrüppel heranzüchten – was für wirklich Hilfsbedürftige immer weniger übrigläßt?

Was wir in Arbeitsämtern statt wachsender Heere von Systemverwaltern wirklich bräuchten, wären Psychologen und Therapeuten, die Selbst- und Gesellschaftsverweigerern die Gefahr ihres Denkens begreiflich machen.

 

 
     
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